Entwurf

  

§ 24

Griechisch

(§ 72 LPO I)

 

Der vorliegende Paragraph der Studienordnung beschreibt Ziele, Inhalte und Verlauf des Studiums des Faches Griechisch für den Studiengang Lehramt an Gymnasien (vertieftes Studium) an der Universität Regensburg. Er regelt das Studium des Griechischen als wissenschaftliches Fachstudium im Sinne des Art. 3 Abs. 1 BayLBG.
Wird das Fach im Rahmen einer Erweiterung des Studiums als drittes Unterrichtsfach studiert, so entfallen bestimmte Leistungsnachweise, die sonst für die Meldung zur Ersten Staatsprüfung erforderlich sind. Diese Regelungen sind am Ende des Paragraphen angegeben.

 

1. Berührungspunkte mit anderen Studiengängen

Das hier geordnete Studium berührt sich inhaltlich mit dem Studium des Faches Griechische Philologie mit dem Ziel des Abschlusses als M.A. (Magister Artium). Entsprechende Studienleistungen werden anerkannt (vgl. § 11).

 

2. Studienbeginn

Das Lehramtsstudium im Fach Griechisch kann im Winter- oder im Sommersemester begonnen werden. Bestimmte Anfängerübungen und -kurse werden jedoch nur zum Wintersemester angeboten.

 

3. Studienvoraussetzungen

(1) Zu Zwischenprüfung und Erster Staatsprüfung wird nur zugelassen, wer das Latinum abgelegt hat. Wenn nicht durch Schulzeugnis nachgewiesen, muß es im Verlauf des Grundstudiums nachgeholt werden. Das Institut bietet hierzu - außerhalb der Fachstudienordnung - Kurse an.

(2) Für ein reguläres Fachstudium sind angemessene griechische Sprachkenntnisse Voraussetzung, nachzuweisen in den Abschlußklausuren des (obligatorischen) Grammatik- und Übersetzungskurses.

 

4. Fachstudienberatung

Der Besuch der Studienberatung zu Beginn des Studiums ist für jeden Studenten obligatorisch.

 

5. Studienziele und Studieninhalte

(1)
1. Vertrautheit mit den Methoden und Arbeitsmitteln der Grie-chischen Philologie.
2. Beherrschung der Schulgrammatik; Kenntnisse auf dem Gebiet der Sprachgeschichte und der historischen Grammatik.
3. Auf eigener Lektüre bedeutender Werke beruhender Überblick über die griechische Literatur in ihren Gattungen; unter den gelesenen Werken soll ein Werk aus hellenistischer oder späterer Zeit sein.
4. Auf eigener Lektüre beruhende vertiefte Kenntnis eines Prosaikers und eines Dichters (im Zulassungsgesuch anzugeben). Im Zusammenhang damit
a) Kenntnis des geschichtlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Hintergrundes,
b) Einblick in die Überlieferungs- und Wirkungsgeschichte,
c) literaturwissenschaftliche und literarhistorische Einordnung der gewählten Autoren.
5. Sicherheit in Bestimmung und Vortrag der häufigsten metrischen Formen.
6. Vertiefte Kenntnis der Geschichte des griechisch-römischen Altertums, antiker Philosophie und antiker Kunst sowie griechisch-römischer Mythologie und Religion.
7. Vertrautheit mit einem besonderen Gebiet der Archäologie (Angabe im Zulassungsgesuch).
8. Fachdidaktische Kenntnisse.

(2) Die Kenntnisse und Fähigkeiten werden während des Studiums in folgenden Unterrichts-for-men und Lehrveranstaltungen vermittelt:
Einführungsveranstaltung
Sprach- und Übersetzungsübungen

Vorlesungen
Proseminare
Hauptseminare
Kolloquien
Exkursionen.

Die Veranstaltungen können im Rahmen der für die Meldung zu den Prüfungen gesetzten Fristen wiederholt werden.

(3) Exkursionen finden als Studienveranstaltung unter Leitung eines Hochschullehrers statt. Ziele sind Orte und Länder der klassischen Antike oder Orte mit bedeutenden Antikensammlungen. Die Voraussetzungen zur Teilnahme an einer Exkursion werden rechtzeitig durch Anschlag am Schwarzen Brett bekanntgegeben. Als wissenschaftliche Exkursion kann u.U. ein Auslandssemester in Ländern angerechnet werden, die in der Antike zum Imperium Romanum gehörten.

 

6. Gliederung des Studiums

(1) Die Studenten sollen wissen: Diese Studienordnung ist gemäß der Eigenart des klassisch-philologischen Studiums nur ein Rahmen; Reihenfolge und Auswahl der Lehrveranstaltungen bleiben in gewissen Grenzen dem Studenten überlassen. Die im folgenden genannten Semesterwochenstunden sind Richtzahlen für eine normale Gliederung des Grund- und Hauptstudiums.

(2) Im Zentrum des Studiums steht die regelmäßige Lektüre griechischer Autoren. Die Studenten sollen sich unbedingt im Laufe des Studiums planmäßig eine Bibliothek griechischer Autoren aufbauen.

(3) Das Studium ist in Grund- und Hauptstudium gegliedert. Zugangsvoraussetzung der Veranstaltungen des Hauptstudiums ist die erfolgreich abgelegte Zwischenprüfung. Beim Studium des Faches als Erweiterungsfach braucht keine Zwischenprüfung abgelegt zu werden. In diesem Fall ist Voraussetzung des Zugangs zum Hauptstudium, daß die Zulassungsvoraussetzungen der Zwischenprüfung erfüllt sind (s. unten bei Ziffer 8).

(4) Als Zulassungsvoraussetzung der Zwischenprüfung ist der Erwerb des "Übersetzungsscheins" vorgeschrieben. Er wird erworben durch Bestehen einer dreistündigen Klausur, in der ein mittelschwerer Text aus einem Werk der griechischen Literatur ins Deutsche zu übersetzen ist. Die Klausur wird in der Regel zweimal jährlich veranstaltet; sie kann im Rahmen der für die Meldung zu den Prüfungen gesetzten Fristen wiederholt werden.

(5) Zulassungsvoraussetzungen zu einem Hauptseminar sind die bestandene Zwischenprüfung oder deren Ersatz sowie die Lektüre zweier griechischer Prosaiker und zweier Dichter. Zu einem Oberkurs der Sprach- und Übersetzungsübungen Deutsch/Griechisch wird zugelassen, wer mit Erfolg an einem Unterkurs oder einer Aufnahmeklausur teilgenommen hat.

(6) Die Gesamtzahl der fachwissenschaftlichen Semesterwochenstunden (SWS) beträgt 67 - 73 SWS
Davon entfallen
auf das Grundstudium
auf das Hauptstudium
32 - 35 SWS
35 - 38 SWS
Fachdidaktik 4 SWS.

Hinzu kommt, wenn die schriftliche Hausarbeit im Fach Griechisch angefertigt wird, eine zusätzliche Frist, die ungefähr einem Unterrichtsaufwand von 10 SWS entspricht.

 

7. Tabellarische Übersicht

(1) Im folgenden sind die für das Studium des Faches in der Regel vorgesehenen Veranstaltungen angegeben. Lehrveranstaltungen, die in späteren Prüfungen mit einer Bescheinigung über erfolgreiche Teilnahme nachgewiesen werden müssen, sind im folgenden mit x (Zwischenprüfung) bzw. + (Erste Staatsprüfung) bezeichnet.
 
Fachsem.   Fachgebiet SWS
 

1.
 
 
 
 
bis
 
 
 
 
 
4.

 

x
 
x
 
x
+
 
 
 
 
 
+

Grundstudium

1 Grammatik- und Übersetzungskurs Griechisch/Deutsch
4 Sprach- und Übersetzungsübungen Griechisch/Deutsch
1 altertumswissenschaftliche Einführungsveranstaltung
2 Griechische Fachvorlesungen
2 Griechische Proseminare
1 Proseminar zur lat. Philologie
1 Lehrveranstaltung der Klass. Archäologie
1 Lehrveranstaltung aus dem Gebiet der Alten Geschichte
1 Einführung in die griechische Poesie
 
 
Fachdidaktik

 

6
8
2
4
4
2
2
2
2
-------
32
2

 

5.
 
 
 
 
 
bis
 
 
 
 
 
 
8.

 

+
 
+
 
 
+
 
 
+
 
 
 
 
+

Hauptstudium

1 Sprach- und Übersetzungsübung Deutsch/Griechisch
1 weitere Sprach- und Übersetzungsübung Deutsch/Griechisch
1 Sprach- und Übersetzungsübung Griechisch/Deutsch
3 weitere Sprach- und Übersetzungsübungen Griechisch/Deutsch
2 Griechische Fachvorlesungen
2 Griechische Hauptseminare
1 Lehrveranstaltung aus dem Gebiet der Klassischen Archäologie
1 Lehrveranstaltung der Indogerman. Sprachwissenschaft
1 Exkursion
3 Lehrveranstaltungen nach freier Wahl
2 Kolloquien für Examenskandidaten
 
 
Fachdidaktik

 

2
2
2
6
4
4
2
2
1
6
4
-------
35
2

(2) Diese Lehrveranstaltungen sind in der Regel zweistündig. Da einige jedoch stets dreistündig stattfinden, beträgt die Gesamtstundenzahl im Grundstudium etwa 35 und im Hauptstudium etwa 38 (d.h. insgesamt 73).

Lehrveranstaltungen, die in der vorausgehenden Aufstellung zum Hauptstudium zählen, können, wenn die erforderlichen Qualifikationen vorliegen, ins Grundstudium vorgezogen werden.

 

8. Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfungen

Folgende Leistungen sind als fachliche Zulassungsvoraussetzungen der akademischen Zwischenprüfung und Ersten Staatsprüfung nachzuweisen:

8.1 Zwischenprüfung (§ 33 Zwischenprüfungsordnung)

1. Erfolgreiche Teilnahme an
a) einer altertumswissenschaftlichen Einführungsveranstaltung; studiert der Prüfungsteilnehmer Griechisch und Latein, genügt erfolgreiche Teilnahme an nur einer solchen Einführungsveranstaltung;
b) zwei griechischen Proseminaren; studiert der Prüfungsteilnehmer Griechisch und Latein, genügt erfolgreiche Teilnahme an insgesamt drei Proseminaren in beiden Fächern;
c) einem griechischen Grammatik- und Übersetzungskurs (6-stündig).

2. Übersetzungsschein (Übersetzung eines mittelschweren Textes aus einem Werk der griechischen Literatur ins Deutsche. Bearbeitungszeit: 3 Stunden).

3. Latinum.

Im Falle des Erweiterungsstudiums braucht die Zwischenprüfung im dritten Fach nicht abgelegt zu werden.

8.2 Erste Staatsprüfung (§ 72 LPO I)

1. Erfolgreiche Teilnahme an
a) einem Proseminar aus dem Bereich der lateinischen Philologie (nur für Bewerber ohne das Prüfungsfach Latein),
b) griechischen Sprachübungen,
c) zwei griechischen Hauptseminaren,
d) einer Exkursion zu Stätten der Antike; studiert der Prüfungsteilnehmer Griechisch und Latein, so genügt der Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einer Exkursion,
e) einer fachdidaktischen Lehrveranstaltung.

2. Latinum.

Wird Griechisch als Erweiterungsfach gewählt, so entfallen die Zulassungsvoraussetzungen nach Nummer 1.

 


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