Entwurf

  

§ 30a

Evangelische Religionslehre

(§ 58 LPO I)

 

Der vorliegende Paragraph der Studienordnung beschreibt Ziele, Inhalte und Verlauf des Studiums Evangelische Religionslehre für die Studiengänge Lehrämter an Grund-, Haupt- und Realschulen (nicht vertieftes Studium) an der Universität Regensburg. Das hier geordnete Studium enthält das Studium der Evangelischen Religionslehre als wissenschaftliches Fachstudium gemäß Art. 3 Abs. 1 Nr. 1 BayLBG.
Wird das Fach im Rahmen einer Erweiterung des Studiums als weiteres oder als drittes Unterrichtsfach studiert, so entfallen bestimmte Leistungsnachweise, die sonst für die Meldung zur Ersten Staatsprüfung erforderlich sind. Diese Regelungen sind am Ende des Paragraphen angegeben.

 

1. Berührungspunkte mit anderen Studiengängen - Anrechnungsmöglichkeiten

Es ergeben sich Berührungspunkte mit dem Magisterstudiengang im Fach "Evangelische Theologie". Auf Antrag können von diesem Studiengang Studienleistungen angerechnet werden. Das gilt auch für Studienleistungen, die beim Studium der Evangelischen Theologie an einer Theologischen Fakultät erbracht werden.

 

2. Studienbeginn

Das Studium kann im Winter- und Sommersemester begonnen werden.

 

3. Studienvoraussetzungen

Es gibt keine besonderen Studienvoraussetzungen für das Studium der Evangelischen Religionslehre über die für die Einschreibung in dem betreffenden Lehramtsstudiengang erforderlichen hinaus. Sprachkenntnisse in Latein, Griechisch und Hebräisch werden nicht verlangt.

 

4. Studienziele

1. Kenntnis der christlichen Tradition, insbesondere ihrer biblischen und systematischen Grundlagen;

2. Vertrautheit mit Problemen, Arbeitsweisen und Hilfsmitteln der Theologie;

3. Fähigkeit zur kritischen Reflexion der Gehalte der christlichen Tradition im Kontext heutiger Welterfahrung;

4. Fähigkeit zum Transfer und zur didaktischen Vermittlung theologischer Probleme und Inhalte.

 

5. Studieninhalte

(1) Das Lehrangebot für das nicht vertiefte Studium des Faches umfaßt in mindestens sechs Semestern 44 Semesterwochenstunden (SWS), verteilt auf die Teilfächer in folgendem Umfang:
 
Altes Testament
Neues Testament
Kirchengeschichte
Systematische Theologie
Religionswissenschaft
Religionspädagogik/Fachdidaktik
Repetitorien
8 SWS
6 SWS
6 SWS
8 SWS
2 SWS
10 SWS
4 SWS
_________
44 SWS.

(2) Wenn die für die Zulassung zur Ersten Staatsprüfung erforderliche Hausarbeit (vgl. § 8 Nr. 2 Abs. 4) im Fach Evangelische Religionslehre geschrieben werden soll, ist dafür ein zusätzlicher Zeitaufwand vorzusehen.

(3) Die Studenten sollen ihr Studium selbständig aufbauen, wobei sie die angegebene Reihenfolge der Teilfächer und die Stundenzahl des Lehrangebots als Leitlinie verwenden.

(4) Das Studium wird in folgenden Unterrichtsformen bzw. Lehrveranstaltungen durchgeführt:
 
Vorlesungen
Seminare
Übungen
Praktika
Theorie-Praxis-Seminare
(V)
(S)
(Ü)
(P)
(TPS).

(5) Der Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einer Lehrveranstaltung kann in Seminaren, Vorlesungen oder Übungen aufgrund einer Seminararbeit, eines Referats, einer Klausur oder einer mündlichen Prüfung erworben werden. Die Form des Nachweises wird zu Beginn der Lehrveranstal-tung vom Lehrenden festgelegt.

(6) Studieninhalte der Teilfächer

1. Altes Testament
1.1 Überblick über die Geschichte Israels bis zum Ende des Exils;
1.2 Kenntnis der Grundprobleme des Alten Testaments (anhand der Urgeschichte, Väter- und Moseüberlieferungen und der Prophetie).
Das Lehrangebot im Fach Altes Testament beträgt acht SWS.

2. Neues Testament
2.1 Bibelkundliche Übersicht über das Neue Testament;
2.2 Theologische Grundfragen der synoptischen Jesusüberlieferung;
2.3 Grundprobleme der Theologie des Paulus anhand der Hauptbriefe (Römerbrief, 1. und 2. Korintherbrief, Galaterbrief).
Das Lehrangebot im Fach Neues Testament beträgt sechs SWS.

3. Kirchengeschichte
3.1 Überblick über die Geschichte der Kirche unter besonderer Berücksichtigung der Reformationsgeschichte;
3.2 Grundkenntnisse über die wichtigsten christlichen Kirchen und Gruppen.
Das Lehrangebot im Fach Kirchengeschichte beträgt sechs SWS.

4. Systematische Theologie
4.1 Grundzüge der Dogmatik;
4.2 Grundzüge der Ethik.
Das Lehrangebot im Fach Systematische Theologie beträgt acht SWS.

5. Religionswissenschaft
Kenntnis einer Weltreligion in ihrem Verhältnis zum Christentum.
Das religionswissenschaftliche Lehrangebot beträgt zwei SWS.

6. Religionspädagogik / Fachdidaktik
6.1 Vermittlung religionspädagogischen Grundwissens und Problembewußtseins, religionspädagogischer Urteilsfähigkeit und Standortbestimmung durch Auseinandersetzung mit den Hauptkonzeptionen gegenwärtigen Religionsunterrichts.
6.2 Reflexion der Didaktik des Religionsunterrichts im Blick auf Voraussetzungen, Ziele, Inhalte und Methoden religionsunterrichtlicher Theorie und Praxis.
6.3 Bearbeitung fachdidaktischer Transferprobleme durch Erschließung von Inhalten der Theologie für den Religionsunterricht.
6.4 Kritische Auseinandersetzung mit Lehrplänen, Unterrichtsmodellen und Materialien des Religionsunterrichts sowie Anleitung zur Analyse, Vorbereitung, Durchführung und Beurteilung konkreten Religionsunterrichtes. Dies sollte in enger Verbindung zu den fachdidaktischen Praktika geschehen, von denen eines im Fach Evangelische Religions-lehre abzuleisten ist.

Das religionspädagogische und fachdidaktische Lehrangebot umfaßt ohne das Praktikum 10 SWS.
Dabei ist die erfolgreiche Teilnahme an mindestens

 

6. Studienplan

Die Verteilung des Lehrangebots auf die Lehrveranstaltungen eines Studienjahres und ihre Zuordnung zum jeweiligen Studienverlauf werden durch Studienberatung im einzelnen erläutert.

Studienplanvorschlag (je nach Angebot)
 
Fachsem. Fachgebiet Lehrveran-
staltungsart
SWS
1. Sem. Einführung in die Theologie (mit Kolloquium) (Syst. Th.)

Einführung in das Alte Testament (AT) - Schwerpunkt Pentateuch

Neutestamentliches Seminar: Einführung in die Methoden exegetischer
Arbeit am Neuen Testament

V

V

S 1)

2

2

2

2. Sem. Alttestamentliches Seminar: Einführung in die Metho-den exegetischer
Arbeit am Alten Testament

Die biblischen Schöpfungsgeschichten und die moderne Naturwissenschaft (AT)

Einführung in das Neue Testament (NT) - Schwerpunkt Synoptiker und Jesus

Einführung in die Theologie Luthers (mit Kolloquium) (KG)

S 2)
 

V

V

V

2
 

2

2

2

3. Sem. Der Prozeß Jesu - Einführung in die Passions- und Oster-geschichten (NT)

Der christliche Glaube I (mit Kolloquium) (Syst. Th.)

Begründung und Konzeptionen des Religionsunterrichts (Rel.-Päd.)

Didaktisches Seminar, z.B. Elemente religionsunter-richtlicher Vorbereitung (Rel.-Päd.)

Einführung in eine Weltreligion (Islam, Hinduismus oder Buddhismus) (Rel.-Wiss.)

V

V

V

S 3)

V

2

2

2

2

2

4. Sem. Die Prophetie des Alten Testaments (AT)

Der christliche Glaube II (mit Kolloquium) (Syst. Th.)

Kirchengeschichtliches Seminar, z.B. Einführung in die Lutherischen Bekenntnisschriften

Teilnahme am studienbegleitenden Praktikum mit Begleit-veranstaltung (Rel.-Päd.)

V

V

S 4)

P/TPS 7)

2

2

2

2

5. Sem. Die Theologie des Paulus anhand seiner Hauptbriefe (NT)

Systematisches Seminar, z.B. Gotteslehre

Repetitorium zur Ethik und Kirchengeschichte (Syst. Th. und KG.)

Ethische Fragen im erfahrungsorientierten Religionsunter-richt (Rel.-Päd.)

V

S 5)

Ü

V

2

2

2

2

6. Sem. Repetitorium zur Biblischen Theologie und zur Religions-pädagogik (AT, NT, Rel.-Päd.)

Religionspädagogisches Seminar, z.B. Theorien und Stufenmodelle zur Entwicklung
des religiösen Bewußtseins

Ü

S 6)

2

2

      _______
44

Anmerkungen:

1) bis 6) In den so gekennzeichneten Veranstaltungen können die für die Meldung zur Ersten Staatsprüfung erforderlichen Nachweise erworben werden, s. dazu Ziffer 7.

7) Dieses Theorie-Praxis-Seminar gilt als Begleitveranstaltung zum studienbegleitenden Praktikum (gemäß Ziffer 5 Abs. 6 Nr. 6.4)

 

8. Fachliche Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfung

Im einzelnen sind folgende Leistungsnachweise als fachliche Zulassungsvoraussetzungen für die Erste Staatsprüfung bestimmt:

Erste Staatsprüfung (§ 58 LPO I)

Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an
1. einer alttestamentlichen Lehrveranstaltung,
2. einer neutestamentlichen Lehrveranstaltung,
3. einer kirchengeschichtlichen Lehrveranstaltung,
4. einer systematisch-theologischen Lehrveranstaltung,
5. zwei fachdidaktischen Lehrveranstaltungen.

Je eine der unter Nummern 1 und 2 sowie der unter Nummern 3 und 4 genannten Lehrveranstaltungen muß ein Seminar sein.

Bei einer Erweiterung mit Evangelischer Religionslehre (3. Fach) entfallen diese Zulassungsvoraussetzungen.

 


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