Über die FOR
Das Auge ist das wichtigste Sinnesorgan des Menschen. Daher sind Sehbehinderung und Erblindung schicksalhafte Erkrankungen, die für den Betroffenen zu einer massiven Einschränkung der Selbständigkeit, der Lebensplanung und zu einem hochgradigen Verlust an Lebensqualität führen. In Deutschland gelten, nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation, 164.000 Menschen als blind und über eine Million als sehbehindert.1

Die häufigsten Krankheitsbilder sind die altersabhängige Makuladegeneration, das Glaukom (grüner Star), die durch die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus hervorgerufene Erkrankung der Netzhaut (diabetische Retinopathie) sowie die Gruppe der vererbten Netzhautdegenerationen. Da die drei erstgenannten Erkrankungen mit zunehmendem Alter stark gehäuft auftreten, ist aufgrund einer weiter steigenden Lebenserwartung davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren die Zahl der Sehbehinderten und Blinden in Deutschland dramatisch zunehmen wird.

Eine grundlagenbetonte Erforschung der molekularen Ursachen, die zum Verlust der Sehfunktion führen, ist daher dringend erforderlich, um mittel- bis langfristig geeignete kausale Therapieansätze zu erarbeiten. Dieses Ziel haben sich die Forscher der Forschergruppe 1075 an der Universität Regensburg gestellt, die mit Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft am Thema „Regulation und Pathologie von homöostatischen Prozessen der visuellen Funktion“ forschen.

Ansatzpunkt der Forschungstätigkeit ist die Beobachtung, dass es bei den am häufigsten zur Erblindung führenden Krankheiten zum Untergang von Nervenzellen in der Netzhaut des Auges kommt. Dieser Zelltod wird nun primär ausgelöst durch das zunehmende Versagen von Hilfssystemen wie der Durchblutung, dem Augeninnendruck und dem Immunsystem, die alle notwendig sind, um den komplexen Stoffwechsel von Nervenzellen der Netzhaut aufrechtzuerhalten und den Zelluntergang zu verhindern.

An der Universität Regensburg werden in einem fachübergreifenden, multidisziplinären Ansatz diese Systeme erforscht, um die Ursachen für eine fehlerhafte Funktion bei zur Erblindung führenden Netzhauterkrankungen aufzudecken und neue Therapiekonzepte zu erarbeiten. Beteiligt sind Arbeitsgruppen aus insgesamt drei Fakultäten der Universität Regensburg wie der Naturwissenschaftlichen Fakultät III (Anatomie), der Medizinischen Fakultät (Augenheilkunde, Humangenetik, Neurologie) und der Philosophischen Fakultät II (Psychologie).

1 N. Pfeiffer, C. Knauer, C. Wolfram, 2008. Weißbuch zur Situation der ophthalmologischen Forschung in Deutschland. Herausgeber: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.
Uni Regensburg      DFG