Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene - Universität Regensburg

Humanes Immunschwächevirus - HIV

Erreger
Epidemiologie
Klinik
Diagnostik
Therapie und Prophylaxe

Erreger

HIV ist ein Retrovirus, das der Gattung der Lentiviren zugerechnet wird. Der von einer Lipoproteinhülle umgebene Erreger enthält zwei Moleküle einer Positiv-Strang RNA. Wie alle Retroviren führt HIV zu einer latenten Infektion. Die virale RNA wird mit Hilfe der virusspezifischen reversen Transskriptase (die der Virusfamilie den Namen gab) in DNA umgewandelt, die in das Genom der Wirtszelle eingebaut wird; das Virusgenom wird dadurch zum integralen Bestandteil der infizierten Zelle. Ein Grund für die besondere Gefährlichkeit des Virus liegt in der wichtigsten Zielzelle, der T-Helferzelle. Die kontinuierliche Zerstörung dieser Zellen, die eine Schlüsselstellung in der spezifischen immunologischen Abwehr einnehmen, führt schließlich zum Zusammenbruch des Immunsystems und dadurch zu den das Krankheitsbild AIDS definierenden opportunistischen Infektionen. Die außergewöhnlich hohe Variabilität vieler HIV-Proteine, vor allem auch des Oberflächenproteins gp 120, hat zur Folge, das sich der Erreger durch die Ausbildung immer neuer Varianten ständig dem Immunsystem entziehen kann und daher letztlich dessen Zerstörung verursacht.

 

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Epidemiologie

Hauptübertragungsweg für HIV ist Sexualkontakt, daneben wird der Erreger aber auch parenteral durch Blut und Blutprodukte übertragen. Die vergleichsweise niedrige Effizienz der Übertragung bei Blutkontakten (z.B. durch Verletzung mit gebrauchten Kanülen) von etwa 0,3% (MMWR?) liegt in der niedrigen Viruskonzentration der meisten HIV-Positiven; sie steigt deutlich an bei Übertragung größerer Blutmengen, etwa bei Stichen mit großvolumigen Kanülen, und bei höheren Virusmengen im Blut der Patienten (Patienten mit AIDS) (MMWR).

Das Virus ist weltweit verbreitet. Einer in den meisten Industrienationen abnehmenden oder stagnierenden Neuinfektionsrate steht eine nach wie vor nahezu ungebremste Zunahme der Infektionen in weiten Teilen der dritten Welt und in bestimmten Gegenden Osteuropas und Südostasiens gegenüber. In Deutschland beträgt die Zahl der seit Beginn der Epidemie infizierten Menschen 40 000 bis 50 000; ca. 14 000 sind an AIDS erkrankt, ungefähr die Hälfte davon verstorben; die Neuinfektionsrate liegt derzeit bei ca. 4 000 pro Jahr (AIDS-Info). Wir müssen also gegenwärtig mit etwa 35 000 bis 45 000 HIV-Infizierten (ca. 50/100 000) in Deutschland rechnen. Weltweit dürften etwa 20 Mio Menschen infiziert sein; der größte Teil davon in Afrika (etwa 12,5 Mio).

 

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Klinik

Die Infektion verläuft in mehreren Stadien. Drei bis 6 Wochen nach dem Erstkontakt mit dem Erreger tritt bei ca. einem Drittel aller Infizierten ein mononukleoseähnliches Krankheitsbild auf ("akute HIV-Infektion"). Das daran anschließende meist mehrere Jahre andauernde symptomlose Stadium ist gekennzeichnet durch den Versuch des Immunsystems, den sich ständig verändernden und damit alle Attacken des Imunsystems unterlaufenden Erreger zu eliminieren. Letztlich führt dieser Kampf zu einer allmählichen Schwächung und schließlich zum Zusammenbruch des Immunsystems, laborchemisch gekennzeichnet durch eine deutliche Abnahme der T-Helfer-Zellen. Klinisch manifestiert sich der beginnende Immundefekt zunächst meist im Auftreten des sogenannten "AIDS-related complex"; der dann mit dem Auftreten der ersten opportunistischen Infektionen ins Vollbild der AIDS-Erkrankung übergeht.

 

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Diagnostik

Die spezifische Diagnostik erfolgt durch die Bestimmung der Antikörper im Serum mittels Enzymimmunoassay ("Anti-HIV-Test") und Westernblot. Für spezielle Fragestellungen und bei unklaren serologischen Befunden werden die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und andere Nukleinsäure-Amlifikationsverfahren zum Nachweis der Nukleinsäure des Erregers im Serum eingesetzt, die zur Therapiekontrolle auch quantitativ durchgeführt werden können. Für eine quantitative Bestimmung von HIV-RNA steht darüberhinaus auch die sogenannte "branched-DNA"-("b-DNA"-) Technik, ein hochempfindliches Hybridisierungsverfahren, zur Verfügung.

 

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Therapie und Prophylaxe

Trotz vieler Ansätze gibt es nach wie vor keinen Impfstoff gegen HIV. Dagegen haben die Bemühungen um eine Therapie der Erkrankung in der letzten Zeit deutliche Erfolge gezeigt. Durch eine Kombinationstherapie mit bis zu vier verschiedenen Virostatika können Virusvermehrung und Zerstörung der T-Helferzellen und damit die Erkrankung doch für lange Zeit unterdrückt werden, wenngleich eine Heilung auch durch diese Verfahren nicht möglich ist.

 

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Arbeitsgruppen am RIMMH mit dem Forschungsschwerpunkten HIV

Arbeitsgruppe Modrow
Arbeitsgruppe Wagner

 

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