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Arbeitsgruppe Neurosonographie
Eine kurze Einleitung:
Die Zahl der Ultraschalluntersuchungen übersteigen die der Computer- oder Kernspintomographien als bildgebendes Verfahren um ein Vielfaches, und gerne wird der Ultraschallkopf als „verlängerte Hand“ des Neurologen bezeichnet. So sind neurosonographische Untersuchungen aus der klinischen Routine in der Neurologie nicht mehr wegzudenken, und faszinieren durch die Darstellung von Bewegung in Echtzeit, der hohen Flexibilität durch mobile (sogar tragbare) Ultraschallgeräte und durch die hohe Sicherheit für den Patienten.
Ultraschalltechniken sind eng mit den Fragestellungen aus den verschiedenen Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems inklusive dem Muskel verbunden. Initial waren die Dopplerverfahren, d.h. die Messung von Blutflussgeschwindigkeiten anhand eines Frequenzshifts, in den 60er bis 80er Jahren das Markenzeichen der Neurosonographie und begründeten die enge Verknüpfung zur Schlaganfalldiagnostik und Therapie. Spätestens Anfang der 90er Jahre führte die Verbreitung und Verbesserung der Farbduplexverfahren, die Einführung lungenstabiler Ultraschallkontrastmittel und die Entwicklung differenzierter Sende- und Empfangsalgorithmen (z.B. Puls-Inversionsverfahren) zu einer Reihe neuer und spannender Anwendungsgebiete: die erhöhte Echogenität der Substantia nigra korreliert mit dem Auftreten eines Morbus Parkinson, Atrophien des Gehirns bei Multipler Sklerose lassen sich leicht darstellen, akute raumfordernde Veränderungen z.B. nach malignem Mediainfarkt oder Hirnblutung lassen sich am Patientenbett darstellen, die Inflammation der Gefäßwand bei Arteriitis temporalis kann dargestellt werden und so auf eine Biopsie verzichtet werden, als auch die Schädigung eines peripheren Nervens (z.B. Karpaltunnelsyndrom) morphologisch abgebildet werden – um einige Anwendungen zu nennen. Die Vielzahl an Kasuistiken aus der klinisch-neurologischen Routine heraus verdeutlicht den hohen Stellenwert in der Neurologie.
Wissenschaftlich sind der Anwendung und Weiterentwicklung auf dem Gebiet der Neurosonographie ebenso wenig Grenzen gesetzt, verlangt allerdings ein hohes Maß an Genauigkeit des Untersuchers mit genügend Zeit. Darüber hinaus sind Kenntnisse grundlegender physikalischer Eigenschaften zur Ausbreitung von Ultraschallwellen im Gewebe unerlässlich, um nicht den zahlreichen Artefakten ‚aufzuliegen’. Als Pionier auf dem Gebiet der transkraniellen Farbduplexsonographie gilt Prof. Dr. U. Bogdahn und seit Gründung der Klinik 1996 besteht eine aktive Arbeitsgruppe mit vielfältigen Projekten. Nachfolgend sind die aktiven Schwerpunkte kurz erläutert, interessierte Doktoranden mögen sich an die stellvertretender Leiter der AG Dr. Torka und Dr. Ertl wenden.
Schwerpunkte:
1.) Mobile transportable Farbduplexgeräte haben eine Reife erreicht, die es erlaubt, die Hirnarterien beim akuten Schlaganfall noch auf dem Weg in die Klinik zu untersuchen. Das ‚Regensburg Schlaganfallmobil’ ist ein präklinisches Projekt der klinischen Schlaganfallforschung und der Neurosonographie. Langfristig soll die Möglichkeit der Sonothrombolyse, d.h. der Auflösung eines Gerinnsels durch Ultraschall und Ultraschallkontrastmittel , evaluiert und somit frühestmöglich die Hirnperfusion wiederhergestellt werden.
Bild 1 zeigt die Anwendung eines mobilen Farbduplexgerätes im Hubschrauber.
2.) Die Anwendung hochfrequenter Ultraschallsonden mit niedrigster Sendeleistung ermöglicht die Darstellung der retroorbitalen Gefäße als auch der Nervus opticus inkl. des Nervenscheidendurchmessers. Wir untersuchen in Kollaboration mit der Klinik für Augenheilkunde die Perfusion der A.centralis retinae bei akutem Gefäßverschluss als auch die Weite der Optikusnervenscheide bei Patienten mit erhöhtem Hirndruck. Eine kürzlich erschiene Übersichtsarbeit verdeutlicht weitere Forschungsanwendungen.
Bild 2 zeigt das Doppler-Flussspektrum der Arteria und Vena centralis retinae, die sich im echoarmen Sehnerven befinden (1). Daneben bilden die hinteren Ziliararterien den Zirkel von Zinn und Haller, und versorgen so den Sehnervkopf.
3.) Die Fluss-Pulskurve der Dopplersonographie entstehen durch Reflektion des Ultraschallschalls durch die Erythrozyten. Die reflektierte Energie beträgt ca. 0.1% der initialen Sendeleistung. Befinden sich stärkere Reflektoren im Blut wie z.B. Gasbläschen, Ultraschall-kontrastmittel oder Blutgerinnsel, so heben sie sich vom Hintergrund ab. Dieses grundlegende Prinzip der Mikroemboliedetektion wird in diesem Projekt in Kooperation mit der Klinik für Innere Medizin II, Kardiologie bzw. Rhythmologie angewandt, um die Emboligenität verschiedener Ablationsverfahren zur Rhythmuskontrolle auf ihr Embolierisiko hin zu evaluieren.
Bild 3 zeigt ein spontan aufgetrenes mikroembolisches Signal in der linken A.cerebri media.
4.) Der beatmete Patient auf einer Neurologischen oder Neurochirurgischen Intensivstation ist kaum neurologisch zu beurteilen und Veränderungen des Gehirns sind am besten mittels Computertomographie und Kernspintomographie zu beurteilen. Allerdings sind diese Verfahren zeit- und Personal-aufwendig und somit nicht beliebig wiederholbar. Zudem ist der Patient durch den Transport und die Umlagerungen ausserhalb der Intensivstation gefährdet. Ziel des Projektes mit der Neurologischen Intensivmedizinist es, Veränderungen der Hirnperfusion und Hirnmorphologie mittels transkranieller Farbduplexsonographie früh zu erkennen, und in einem ersten Schritt verschiedene Formen der Beatmung diesbezüglich zu evaluieren.
Bild 4 zeigt den Fluss in der A.cerebri media bei verschiedenen endexpiratorischen Druck (PEEP), links 8 und rechts 11 mmHg. Die Veränderungen sind nicht signifikant.
5.) Dem Schlaganfall liegt häufig wie dem Herzinfarkt eine Gefäßerkrankung zugrunde. In dem Projekt mit der Klinik für Neurologische Rehabilitation der Askeplios Klinik Schaufling werden Schlaganfallpatienten, bei denen noch keine koronare Herzkrankheit festgestellt wurde, mittels hochauflösender Farbduplexsonographie der Carotiden untersucht. Ziel ist es, ob eine erhöhte Intima-Media Verdickung in Verbindung mit einer reduzierten Gefäßpulsatilität mit einer bislang asymptomatischen koronaren Herzkrankheit assoziiert ist.
Bild 5a zeigt eine erhöhte Pulsatilität bei gut erhaltener Windkesselfunktion der A.carotis communis.
Bild 5b zeigt eine gering erhöhte Intima-Media Verdickung desselben Gefäßes.
Kollaboration und interessante Links:
Aktuelle Literatur:
Kasuistiken
Übersichtsarbeiten
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