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Neurophysiologie

Kontakt

Prof. Dr. med. Wilhelm Schulte-Mattler

wilhelm.schulte-mattler@klinik.uni-regensburg.de

Tel.: (0941) 941-3311

Fax: (0941) 941-3005

 

Bernhard Grigo (leitender MTA)

bernhard.grigo@medbo.de

Tel.: (0941) 941-1370

 

 

TeamAllgemeines:
Aufgabe der Abteilung Klinische Neurophysiologie ist es, mit Hilfe von verschiedenen Meßmethoden Schädigungen im Bereich des zentralen und peripheren Nervensystems zu objektivieren. Die Meßverfahren bedienen sich verschiedener Stimuli (akustische, optische, elektrische und elektromagnetische Reize), um damit eine Antwort verschiedener Gehirnareale oder von Nerven bzw. Muskeln im Bereich des Körpers zu provozieren. Wichtige Kriterien sind vor allem die Zeitdauer, die verstreicht, bis der spezifische Reiz ein Antwortpotential, also in der Regel ein elektrisches Signal, welches hochgradig verstärkt wird, auslöst. Desweiteren werden Seitenunterschiede nach Stimulation der rechten oder der linken Seite (sei es Augen, Ohren oder Extremitäten) registriert und daraus auf krankhafte Veränderungen geschlossen. Durch Mehrkanaluntersuchungen, also Ableitungen in verschiedenen Körperabschnitten, kann auf den Ort einer Schädigung geschlossen werden. Vom Patienten unbemerkte Veränderungen, die dennoch vorhanden sind, können durch neurophysiologische Untersuchungen aufgedeckt werden. Schließlich können auch simulierte Krankheiten, z.B. simulierte Lähmungen, durch neurophysiologische Verfahren aufgedeckt werden.

 

Elektromyographie:

Bild 1Abb. 1: Sogenannte Myotone Entladungsserie bei einem Patienten mit Myotonia congenita Thomsen.

 

Bei diesem Untersuchungs-verfahren werden einzelne Muskeln mit feinen Nadeln angestochen und die normale und krankhafte Aktivität der Muskelfasern registriert. Die in der Regel dreiteilige Untersuchung umfaßt eine Aufzeichnung in Ruhe, um sogenannte pathologische Spontanaktivität zu registrieren. Dabei handelt es sich um unwillkürliche elektrische Phänomene der Muskelfasern, die bei Schädigung der Nerv-Muskel-Einheit oder bei Muskelerkrankungen gehäuft vorkommen.

 


Motorische und Sensible Neurographie:

Bild 2Abb. 2: Aus der Entfernung der Stimulationsorte und der Dauer, die der Reiz zum Zeilort braucht, lässt sich die Nervenleitgeschwindigkeit in Metern pro Sekunde errechnen (hier 23 m/s - normal ueber 45 m/s).

 

Es handelt sich hierbei um Messungen von Nervenleitgeschwindigkeiten im Bereich des peripheren Nervensystems, also vorwiegend von Nervenbahnen im Bereich der Arme und Beine sowie des Gesichtes. Hierbei können Verlangsamungen der Nervenleitgeschwindigkeiten oder Amplitudenreduktionen, also erniedrigte "Ausschläge" der elektrischen Muskelaktivität nach elektrischer Nervenstimulation gemessen werden. Solche Veränderungen finden sich bei bestimmten vererbten oder erworbenen Nervenschädigungen, die generalisiert, also im ganzen Organismus, oder nur an einer Stelle, z.B. bei Bandscheibenvorfällen, auftreten.Typische Messungen nach Stimulation eines Nerves an zwei verschiedenen Stellen.

 

Evozierte Potentiale

Bild 3Abb. 3: Beispiel für ein visuell evoziertes Potential: nach 113 ms erreicht ein optischer Reiz die Sehrinde im Hinterhauptslappen des Gehirns.

 

Die Messung mittels evozierter Potentiale testet verschiedene Funktionen der Signaluebertragung von bestimmten Reizen (visuelle, akustische, sensorische) in die entsprechenden Gehirnareale. Auch der umgekehrte Weg kann bestritten werden; so kann eine Stimulation der motorischen Gehirnrinde durchgeführt werden und die "Erfolgsantwort" der Muskulatur registriert werden. Auch hierbei bewertet man die Dauer, die ein Reiz bis zu seinem Gehirnareal braucht, und die Intensität der Reizausprägung. Je nach ihrer Reizart heissen diese Untersuchungen "akustisch evozierte Potentiale", "visuell evozierte Potentiale", "somatosensorisch evozierte Potentiale" oder "motorisch evozierte Potentiale".

 

Bild 4Abb. 4: Beispiel für akustisch evozierte Potentiale: nach Stimulation mittels Kopfhörer (Clicklaute) entstehen bestimmte Wellen im Hirnstamm (Verbindung zwischen Rückenmark und Grosshirn), deren zeitliche Abfolge typischerweise bei bestimmten Erkrankungen verändert ist.


 

 

 

 

 

 

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