Aufgrund
der verschiedenen Präparationsverfahren werden zwei Probenarten
unterschieden, zum einen Gewebeproben (->Ultradünnschnitt-Verfahren),
zum anderen Abstriche / Körperflüssigkeiten
wie Hautbläscheninhalt, Urin, Liquor u.a. (->Negativ-Staining-Verfahren):
Gewebeproben
a)
Probenentnahme:
Nach Möglichkeit sollten anstelle einer größeren
Gewebeprobe an verschiedenen Stellen kleinere Teilproben entnommen
werden (Das Auffinden von lokalen Gewebeveränderungen ist bei
mehreren kleinen Gewebestücken wahrscheinlicher als bei einem
großen! / Minimierung des sog. "sampling error").
Das Austrocknen der Probe sollte in jedem Fall vermieden werden.
b)
Fixierung:
Sofort nach der Entnahme muss das Gewebe fixiert werden. Da die
Fixierung für die Beantwortung der klinischen Fragestellung
von entscheidender Bedeutung ist, stellt das Zentrallabor für
Elektronenmikroskopie ein speziell zusammengesetztes Fixativ, das
sog. KARNOVSKY-Fixativ (=gepufferte Lösung, 2% Paraformaldehyd,
2,5% Glutaraldehyd) zur Verfügung.
- von
dort abzuholen bzw. anzufordern:
Mo-Do: 8.00 - 16.00 Uhr, Fr: 8.00 - 14.00 Uhr
Pathologie / Bauteil D1, 1.Untergeschoß, Raum 52
(Parallelgang zur zentralen Fotoabteilung)
Tel.: 0941 / 944-6645
- Lagerung:
bei -20°C
- Verwendung:
-
Fixativ unmittelbar vor Gebrauch vollständig auftauen
- nach
dem Auftauen Lösung innerhalb von 2h verwenden: Probe
in Gefäß werfen
- falls
Probe an Fixativoberfläche schwimmt (fetthaltig, Luftblase),
mit etwas Zellstoff unter Flüssigkeitsoberfläche
"drücken"
- danach
nicht mehr einfrieren (Fixierung erfolgt bei Raumtemperatur!)
- aufgetautes,
nicht verwendetes Fixativ entsorgen oder zurückbringen
(Achtung: giftig, enthält Puffer auf Arsen-Basis!); keinesfalls
erneut einfrieren!
- Besonderheiten:
für Nervenbiopsien sowie Proben zur Zilienbeurteilung
(Nasenschleimhaut, Bronchialschleimhaut) stehen spezielle
Fixative zur Verfügung!
Sollte
kein original Karnovsky-Fixativ zur Verfügung stehen, sollte
die Fixierung in einer 100mM gepufferten 2% Glutaraldehyd-Lösung
erfolgen.
Steht
kein natives Gewebe zur Verfügung, kann primär Formalin-fixiertes
bzw. Paraffin-eingebettetes Gewebe elektronenmikroskopisch untersucht
werden.
c)
Einsendung:
Probe mit Pathologie-Begleitschein ins Eingangslabor/Pathologie
(KFA: 4312); auf Begleitschein bitte Vermerk "Elektronenmikroskopie",
Fragestellung und verantwortlicher Arzt mit Telefon-Nr. für
eventuelle Rückfragen
Bei Postversand: Probengefäße mit Karnovsky-Fixativ
auffüllen, damit Probe immer in Fixativ schwimmt und nicht
austrocknet!
|