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Zur Zeit
zeichnet sich ein drastischer Wandel im Bereich der
Bildschirm- und Beleuchtungstechnik ab. Es wird möglich sein,
flache Displays oder Leuchtflächen mit einer Dicke von unter
0,5 mm zu fertigen. Diese sind durch viele faszinierende Eigenschaften
ausgezeichnet. So werden z.B. Leuchtflächen als Tapeten mit
sehr geringem Energieverbrauch realisierbar sein. Besonders interessant
ist aber, dass Farbbildschirme mit bisher nicht erreichbarer
Farb-Echtheit, Helligkeit und Blickwinkelunabhängigkeit mit
geringem Gewicht sowie sehr kleinem Stromverbrauch herstellbar sein
werden. Die Bildschirme werden sich als Mikro-Displays oder
Großbildschirme mit mehreren m2
Fläche in starrer Form oder flexibel, aber auch als
Transmissions- oder Reflexions-Displays gestalten lassen. Ferner wird
es möglich sein, einfache und kostensparende
Herstellungsverfahren wie Siebdruck oder Tintenstrahldruck einzusetzen.
Dadurch wird im Vergleich zu herkömmlichen Flachbildschirmen
eine sehr preiswerte Fertigung ermöglicht. Wegen dieser
Aussichten ist es verständlich, dass Prognosen in etwa 10
Jahren einen Jahresumsatz von 50 Milliarden Euro im Bereich der neuen
Display- und Leuchtflächen-Technologien angeben. Viele
Forschungsinstitute auf der ganzen Welt arbeiten an der Entwicklung
dieser neuen Technik. Sie basiert auf dem Prinzip der OLEDs,
den Organic Light Emitting
Diodes.

Derartige
Bauteile bestehen vorwiegend aus organischen Schichten, wie
in der obigen Abbildung schematisch und vereinfacht gezeigt ist. Bei
einer Spannung von 5 bis 10 V treten aus einer leitenden Metallschicht,
z.B. aus einer Aluminium-Kathode, negative Elektronen in eine
dünne Elektronen-Leitungsschicht und wandern in Richtung der
positiven Anode. Diese besteht aus einer durchsichtigen, aber
elektrisch leitenden, dünnen Indium-Zinn-Oxid-Schicht, von der
positive Ladungsträger, sogenannte Löcher, in eine
organische Löcher-Leitungsschicht einwandern. Diese
Löcher bewegen sich im Vergleich zu den Elektronen in
entgegengesetzter Richtung, und zwar auf die negative Kathode zu.
Besonders wichtig ist nun die sogenannte Emitterschicht (Leuchtschicht)
zwischen der Elektronen-Leitungsschicht und der
Löcher-Leitungsschicht. In dieser mittleren Emitterschicht,
die ebenfalls aus einem organischen Material besteht, befinden sich
zusätzlich in geringer Konzentration besondere
Emitter-Moleküle, an denen die beiden Ladungsträger
rekombinieren und dabei zu neutralen, aber energetisch angeregten
Zuständen der Emitter-Moleküle führen. Die
angeregten Zustände geben dann ihre Energie als helle
Lichtemission ab, z.B. in blauer, grüner oder roter Farbe.
Die neuen OLED-Bauelemente lassen sich großflächig
als Beleuchtungskörper oder auch äußerst
klein als Pixel für Displays gestalten. Entscheidend
für den Bau hoch-effektiver OLEDs sind die verwendeten
Leuchtmaterialien (Emitter-Moleküle). Diese können in
verschiedener Weise realisiert werden, und zwar unter Verwendung rein
organischer oder neuerdings metall-organischer Moleküle. Es
lässt sich zeigen, dass die Lichtausbeute der OLEDs mit
metall-organischen Substanzen wesentlich größer sein
kann als für rein organische Materialien. Aufgrund dieser
Eigenschaft kommt der Weiterentwicklung der metall-organischen
Materialien ein wesentlicher Stellenwert zu.
Wir entwickeln neue Emitter-Materialien für OLED-Anwendungen
vorwiegend nach folgenden Profilen:
· Klar
definierte Emissionsfarben
·
Chemische Stabilität
·
Temperaturstabilität
· Hohe
Emissionsquantenausbeute
·
Langlebigkeit des Emitter-Materials auch im Device
· Kurze
Emissionslebensdauer
·
Geeignete produktionstechnische Verarbeitbarkeit.
Um bei der Materialentwicklung auch im internationalen Umfeld schnellst
möglich voranzukommen, sind hohe Forschungsinvestitionen
notwendig. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) hat Herrn Professor Dr. Hartmut Yersin im Rahmen eines Projektes
zur Entwicklung und Charakterisierung neuer Materialien für
die Display-Technik eine hohe Fördersumme zuerkannt. Diese
Forschungsförderung umfasst umfangreiche Personalmittel
für studentische Tutoren, mehrere Promotions- und
Post-Doc-Stellen und ermöglicht die Anschaffung hochwertiger
apparativer Ausstattungen. Das Projekt ist auf eine enge Zusammenarbeit
mit der Industrie ausgelegt.
Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und
Forschung
OLED
materials - Keywords