Kurzbeschreibung
Stellen Sie sich vor: Religionsunterricht in der 4. Jahrgangsstufe … Thema „Mose am Dornbusch“ … Mose betritt heiligen Boden und zieht die Schuhe aus. Glauben Sie, dass es für die Schüler/innen und ihr Lernen einen Unterschied macht, ob sie barfuß auf einer Decke laufen, unter der kleine Steine und Zweige liegen, oder ob sie sich die Szene rein gedanklich vorstellen? Allgemeiner gefragt: Wie unterscheiden sich im Kontext des Religionsunterrichts „leibliches Lernen“ und Lernen, das auf imaginierter Erfahrung beruht?
Das Unterrichts- und Forschungsprojekt ist eine empirisch-theologische Untersuchung im quasiexperimentellen Design mit dem Ziel, die Qualität und Nachhaltigkeit zweier unterschiedlicher didaktischer Ansätze im Religionsunterricht zu überprüfen. Die Grundfrage ist, welche Lernerfolge sich durch „leibliches Lernen“ erzielen lassen und wie sie sich zu den Lernerfolgen verhalten, die durch das Lernen auf der Basis imaginierter Erfahrung gewonnen werden.
Grundlage sind zwei vierwöchige Unterrichtseinheiten im 4. Jahrgang zu den Lehrplanthemen „Sich nach Freiheit sehnen – Freiheit erleben“ (Mose) und „Nach den Wurzeln des Glaubens suchen – Wege zueinander finden“ (Martin Luther). Der Stand der Kenntnisse und Kompetenzen der Schüler vor und nach den Unterrichtseinheiten wird durch insgesamt vier Fragebögen und eine freie Präsentationsaufgabe erhoben. Rund 25 Lehrkräfte in ganz Bayern mit ihren Religionsklassen beteiligen sich an diesem Unterrichts- und Forschungsprojekt. Sie haben dazu eine spezielle Fortbildung absolviert. Die Studie bezieht ca. 500 Schüler/innen ein.
1) Welche Lerneffekte erzielt ein Curriculum, das sich am Paradigma des leiblichen Lernens orientiert, im Religionsunterricht?
1a) Welche Lerneffekte ergeben sich entlang der kognitiven Dimension, d.h. der Kenntnis deklarativer Inhalte, der Empathiefähigkeit (sic!) und der Fähigkeit zum Perspektivenwechsel?
1b) Welche Lerneffekte ergeben sich entlang der affektiven Dimension, d.h. der Wertzuschreibung an die unterrichteten Inhalte und der Identifikation mit ihnen?
1c) Welche Lerneffekte ergeben sich entlang der produktiven Dimension, d.h. des kreativen Umgangs mit den Inhalten, deren inhaltliche Weiterentwicklung, sowie der Fähigkeit, die Inhalte auf die Gegenwart zu beziehen?
2) Wie unterscheiden sich die Lerneffekte des leiblichen Curriculums von den Lerneffekten, die ein Curriculum erzielt, das sich imaginativ mit den Themen auseinandersetzt?
3) Welche Rolle spielt die Religiosität der Schülerinnen und Schüler für besagte Lerneffekte?
3a) Welche Rolle spielt die Religiosität der Schülerinnen und Schüler für die Lerneffekte im leiblichen Curriculum?
3b) Welche Rolle spielt die Religiosität der Schülerinnen und Schüler für die Lerneffekte im imaginativen Curriculum?
3c) Unterscheidet sich die Rolle der Religiosität der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich der Effektivität zwischen dem leiblichen und dem imaginativen Curriculum?
4) Welche Nachhaltigkeit zeigen die leibliche Curricula und die imaginativen Curricula? Unterscheiden sich beide in ihrer Nachhaltigkeit?
Projektbeginn: Februar 2008
Feldphase: September 2008 bis Juli 2009
Projektabschluss: Januar 2010
Elisabeth Buck (www.bewegter-religionsunterricht.de)
Prof. Dr. Michael Fricke, ab 01.04.2009 Universität Regensburg (michael.fricke@theologie.uni-regensburg.de)
Prof. Dr. Ulrich Riegel, Universität Siegen (ulrich.riegel@uni-siegen.de)
Das Projekt wird an den Universitäten Regensburg und Siegen realisiert und durch die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Bayern unterstützt.
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