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XI. Hinweise zur Literaturrecherche, zum Zitieren und der Anfertigung eines Literaturverzeichnisses

 

Hinweis für das Anfertigen von Seminararbeiten und Referaten:
Das Studium an der Universität dient dem Aufbau der Befähigung, im Bereich des studierten Faches wissenschaftlich arbeiten zu können. Der Universitätsabschluss (auch in seiner modularisierten Form) soll zeigen, dass entsprechende Kompetenzen aufgebaut wurden.
Beim Anfertigen von Seminararbeiten, schriftlichen Hausaufgaben, Unterrichtsentwürfen und Referaten zeigen Studierende, dass sie wissenschaftliche Methoden im Zusammenhang mit der jeweiligen Fragestellung anwenden können. Dazu gehört auch die Fähigkeit, wissenschaftlich einschlägige und vertrauenswürdige Quellen auszuwählen, darauf zurückzugreifen und mit ihnen zu arbeiten. In der Regel liegen diese Quellen in Buch- und Zeitschriftenform vor und haben eine fachspezifische Qualitätssicherung durchlaufen. Daneben gibt es fachspezifische wissenschaftliche Datenbanken im Internet, für die dies ebenso zutrifft. Auch diese können für wissenschaftliche Arbeiten verwendet werden. Wo es begründet oder notwendig ist, können Quellen aus dem Internet verwendet werden, die z.B. statistische Informationen (z.B. destatis), aktuelle Nachrichten (Online-Zeitungen) oder Inhalte von Lehrplänen (z.B. isb) bieten.
Das Internet bietet darüber hinaus im sekundenschnellen Klick eine Fülle von Daten und Meinungen, die oft aus dem Zusammenhang gerissene Fetzen von richtigen oder vermeintlich richtigen Informationen enthalten und keiner wissenschaftlichen Überprüfung unterworfen wurden oder keine Anerkennung durch die akademische Fachgemeinschaft erlangt haben (Seiten von Privatpersonen, Gruppen, Unternehmen, wikipedia, Foren usw.). Wer auf solche „Quellen“ zur Informationsbeschaffung und zur Erklärung von fachspezifischen Fragen und Sachverhalten anstelle der einschlägigen wissenschaftlichen Quellen zurückgreift, zeigt eine fehlende wissenschaftliche Urteilskompetenz und muss damit rechnen, dass sich dieser Mangel negativ auf die Bewertung der eingereichten Arbeiten auswirkt. (Gültig für alle Veranstaltungen am Lehrstuhl Prof. Fricke)

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1. Die Aufstellungssystematik der Fachbibliothek Theologie

 

Lokalkennzeichen Kennbuchstabe Fachgebiet
75 BA Zeitschriften
  BB Allgemeine Literatur zur Theologie (z.B. theologische Lexika, die sich nicht nur auf eine Fachdisziplin beziehen)
  BC Bibelwissenschaft (AT und NT)
  BD Judaistik
  BE Religionswissenschaft
  BF Philosophie
  BG Fundamentaltheologie
  BH / BI  
  BK Moraltheologie
  BL Christliche Gesellschaftslehre
  BM Theologie des geistlichen Lebens (Askese und Mystik)
  BN Dogmatik und Dogmengeschichte
  BO Patrologie und Kirchengeschichte
  BP / BQ  
  BR Kirchenrecht
  BS Liturgiewissenschaft
  BT Pastoraltheologie
  BU Religionspädagogik und Katechetik
  BV Homiletik
78 BA - W Evangelische Theologie
  BW Evangelische Theologiegeschichte
748 und 766   Religionspädagogische Materialien und Medien (katholisch und evangelisch) im Medienraum (Zi. 4.2.42) oder im Handapparat

2. Literaturrecherche

In den meisten Fällen ist es sinnvoll, die ersten Informationen zu einem Thema in einer allgemeinen Enzyklopädie oder einem Konversationslexikon zu beschaffen. Dafür bieten sich an:

  • Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, Wiesbaden (Brockhaus) 20. Auflage, 1986-1997 (11/AE 11997)
  • Meyers Enzyklopädisches Lexikon in 25 Bänden, Mannheim 1971-1981 (11/AE 11971-1982)
  • The New Encyclopedia Britannica in 30 volumes, Chicago 1984-2002. (11/AE 16002)

Daneben gibt es auch eine Reihe von Spezialenzyklopädien mit systematisch strukturierten Artikeln, die die einzelnen Disziplinen des Faches Theologie behandeln.

Das umfangreichste theologische Lexikon ist:
Krause, Gerhard / Müller, Gerhard, u.a. (Hg.), Theologische Realenzyklopädie (TRE), Bd. 1ff., Berlin 1977ff. (78/BB 1100 K 91, 1 - 36)
Ebenfalls als Studienausgabe erhältlich ist das kürzere Lexikon:
Galling, K. (Hg.), Die Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft, Bd. 1-7, Tübingen 4. Auflage, 1998-2004. Gegenwärtig erscheint die vierte Auflage der RGG. Bislang verfügbar Bd 1-7.
Grundlegende Informationen bietet auch:
Fahlbusch, E., u.a., (Hg.), Evangelisches Kirchenlexikon (EKL). Internationale theologische Enzyklopädie, Bd. 1-5, Göttingen 3. Auflage, 1986-1997. (75/BB 1100 E 92 (3))

Dieses Lexikon ist aufgrund seiner kompakten Artikel für einen ersten Überblick zu nahezu allen wichtigen theologischen Stichworten hervorragend geeignet!

Burkhardt, H. u.a. (Hg.), Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde, Wuppertal (Brockhaus), 2. Auflage, 1998.

Das Lexikon bietet ca. 2800 gut lesbare Artikel von über 600 Autoren für Theologen und interessierte Laien und damit einen hilfreichen Einstieg in die theologische Landschaft, in die Kirchengeschichte, in Sekten und Sondergruppen, etc.

Das grundlegende katholische Lexikon ist:
Kasper, W. (Hg.), Lexikon für Theologie und Kirche (LThK), Bd. 1ff. , Freiburg 1993ff. (76/BB 1100 L 679 (3) 1-12)
Eine preisgünstiges Nachschlagewerk ist:
Fahlbusch, Erwin (Hg.), Taschenlexikon Religion und Theologie (TRT), 5. Bände, Göttingen/Zürich (Vandenhoeck) 4. Auflage, 1983.
Ein ganz knappes Fachwörterbuch zur Theologie ist:
Hanselmann, Johannes u.a. (Hg.), Fachwörterbuch Theologie, Wuppertal (Brockhaus) 1987. (75/BB 1270 H 249 F 1)

3. Zitieren

Alles Gedankengut, das aus der benützten Literatur stammt, muss als solches kenntlich gemacht werden. Dies gilt nicht nur für wörtliche Zitate, sondern auch für Informationen oder Thesen, die zusammenfassend referiert werden. Grundsätzlich sollte man wörtliche, vor allem umfangreiche Zitate nicht zu häufig bringen, sondern die Gedanken mit eigenen Worten paraphrasieren. Wörtlich zitieren sollte man prägnante, besonders charakteristische Formulierungen und Sätze.

Wörtliche Zitate sind durch doppelte Anführungszeichen zu kennzeichnen. Wörtliche Zitate sind wörtlich exakt wiederzugeben, Der eigene Satzbau ist dem des Zitates anzupassen. Auslassungen im wörtlichen Zitat sind durch [...] zu kennzeichnen. Auch Fehler im Zitat müssen mit übernommen werden, können aber mit (sic) vermerkt werden.

Grundsätzlich sollte immer aus der ursprünglichen Quelle zitiert werden. Wenn z. B. Zimmermann etwas zum Codex B sagt und dabei Metzger zitiert, sollten man bei Metzger nachschlagen und von dort zitieren.

3.1 Zitat innerhalb eines Zitates

Wenn ein ganzes Zitat, ein Zitatfragment oder Begriffe, die im Original durch doppelte Anführungsstriche gekennzeichnet sind, ins eigene Zitat übernommen werden, so werden nur - weil sich schon das Gesamtzitat der doppelten Anführungsstriche bediente - einfache Anführungszeichen gesetzt.

Beispiel: "Die Bezeichnung 'Haggada' wird der Erzählung insofern gerecht, als sie den Kern der Perikope [...] beachtet."

Wird eine Textstelle nur sinngemäß mit den eigenen Worten des Verfassers/der Verfasserin der Arbeit wiedergegeben, so bedarf es ebenfalls eines Quellennachweises. Bei solchen indirekten Zitierungen wird in der Anmerkung die Abkürzung "vgl." vor das betreffende Werk gesetzt; bei mehreren Seiten ein "ff.".

Erstreckt sich ein Zitat über  zwei Seiten bzw. Spalten der Vorlage, so wird der Seiten bzw. Spaltenzahl ein "f." (= und die folgende) hinzugefügt.

3.2 Zitieren von biblischen Büchern

Für die biblischen Bücher benutzt man das in den Abkürzungsverzeichnissen (TRE) aufgeführten Abkürzungen. Zwischen Kapitel und Vers steht ein Komma, zwischen einzelnen Versen ein Punkt oder bei mehreren zusammenhängenden Versen ein Bindestrich; zwischen zwei Kapiteln ein Semikolon. (vgl. B. Aland, Art. "Bibelübersetzungen" in: 3EKL 1 (1986), 478-487, bes. 486f.)

Beispiel:
Mk 1,1-3.6-9.11.; 5, 3-7.10-11.13.

Im Literaturverzeichnis ist zudem zu vermerken, welche Bibelübersetzung verwendet wurde: z.B. Die reformierte Züricher Bibel oder die Luther-Bibel, revidierte Fassung von 1984.

3.3 Zitieren von Internetseiten

Zitate aus dem Internet werden möglichst mit Namen der Autorin oder des Autors zitiert. Ist das Web-Dokument nicht namentlich gekennzeichnet, wird der Titel des Werkes, wie er im Dokumentenfenster dargestellt wird, angegeben. Hinzuzufügen ist die Angabe der vollständigen Webadresse (URL) und des Downloaddatums.

Ein korrekter Quellennachweis muss also die folgenden Angaben enthalten:

Heinrich, Peter: War Schleiermacher ein Heilpädagoge? Online veröffentlicht unter http://www.doboz.de/edu/scripts/schleier.html (29.01.02).

Seitenangaben lassen sich bei normalen Webdokumenten nicht machen, da im WWW der Seitenumbruch im Allgemeinen nicht festzulegen ist. Anders verhält es sich bei PDF-Dokumenten, die im Normalfall auch Seitenzahlen aufweisen, im Zitat also auch anzugeben sind.

Wichtiger Hinweis: Da viele Seiten im WWW immer wieder überarbeitet oder auch gelöscht werden, empfiehlt es sich, eine Kopie der Webseite, aus der zitiert wird, auf dem eigenen Rechner abzuspeichern. Werden von dieser Seite größere Textpassagen zitiert, sollten sie der Hausarbeit als Anhang beigefügt werden.

4. Anmerkungen

Anmerkungen dienen dazu, den Text zu "belegen", die Darstellung zu entlasten und lesbar zu machen. Daher gehören in die Anmerkungen alle Belegstellen für übernommenes Gedankengut, für wörtliche Zitate, aber auch Hinweise, Auseinandersetzungen mit Sekundärliteratur, die den Textzusammenhang stören würde. Der Text soll fortlaufend lesbar und auch ohne Anmerkungen verständlich sein.

Auf die Anmerkungen verweist man durch hochgestellte Ziffern im Text (ohne Klammer), Sie stehen bei dem Satz, Satzteil oder Wort, auf den sie die jeweilige Anmerkung bezieht. Die Anmerkungen werden fortlaufend durchgezählt. In den Anmerkungen steht nur bei der ersten Zitation der ganze Titel mit Erscheinungsort und Jahresangabe. Bei der folgenden nur noch der Verfasser und ein Kurztitel (meist ein charakteristische Stichwort). Wichtig dabei ist: Titel bzw. Kurztitel einer Monographie werden kursiv geschrieben, Titel oder Kurztitel eines Aufsatzes oder eines Artikels in Anführungs- und Schlusszeichen (vgl. auch Literaturverzeichnis).

Beispiele:
1 R. Briese, Foundations of a Lutheran Theology of Evangelism, 1994, 23.
2 A.a.O., 123.
3 Vgl. a.a.O. 150.
4 R. Pesch, "Zur Entstehung des Glaubens an die Auferstehung Jesu", 1973, 14.
5 R. Briese, Foundations, 176.
6 R. Pesch, "Entstehung", 16.
7 Die folgende Darstellung orientiert sich vor allem an W. Pannenberg, "Probleme einer trinitarischen Gotteslehre", 1987, 329-341.
8 Vgl. R. Briese, Foundations, 12f., dagegen R. Pesch, "Entstehung", 16f..
9 R. Pesch, weist darauf hin, daß im Neuen Testament grundsätzlich in zwei Zusammenhängen von der Auferstehung Jesu gesprochen wird: einmal in der sog. Formeltradition und in den Ostererzählungen, a.a.O., 58ff.

Konnten bestimmte Angaben, wie der Verfassername oder das Erscheinungsjahr nicht ausfindig gemacht werden, ist dies in der Anmerkung und im Literaturverzeichnis folgendermaßen zu kennzeichnen:

N.N. (= nomen nescio: den Namen weiß ich nicht)
o.O. (= ohne Ort)
o.J. (= ohne Jahr)
s.d. (= sine dato: ohne Datum).

5. Literaturverzeichnis

Allgemeine Hinweise:

Alle benutzte Literatur ist am Schluß einer schriftlichen Arbeit wie auch eines Referates aufzuführen und zwar alphabetisch nach dem Nachnamen der Verfasser geordnet. Die Angaben erfolgen nach dem Titelblatt im Buch (vollständiger Titel, Aufl., Jahr, Verlag), nicht nach den meist unvollständigen Angaben auf dem Buchdeckel bzw. Bucheinband.

Anzugeben ist:

  1. Verfasser (Familien- und Vornamen);
  2. Titel der Veröffentlichung (ggfalls mit Untertitel);
  3. bei Aufsätzen: Name der Zeitschrift, des Sammelbandes o.ä., dem sie entnommen sind; Jahrgang/Erscheinungsjahr, Seite von – bis.
  4. Auflage, Erscheinungsort (Verlag), Erscheinungsjahr; ggfalls: Serientitel mit Bandangabe.
Einzelbuchtitel
Schneider, Theodor, Was wir glauben. Eine Auslegung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses, Düsseldorf (Patmos) 1985.
Einzelbuchtitel in einer Reihe
Briese, Russell, Foundations of a Lutheran Theology of Evangelism (RSTh 42), Frankfurt a. M. (Peter Lang) 1994.
Einzelbuchtitel mit bis zu zwei Verfassern
Greshake, Gisbert / Lohfink, Gerhard, Naherwartung - Auferstehung - Unsterblichkeit. Untersuchungen zur christlichen Eschatologie (QD 71), Freiburg i. Br. u.a. (Herder) 5. Auflage, 1986.
Einzelbuchtitel mit mehr als zwei Verfassern
Greschat, Martin u.a., Studium und wissenschaftliches Arbeiten. Eine Anleitung, Gütersloh (Mohn) 1970.
Mehrbändiges Werk eines Autors
Rad, Gerhard von, Theologie des Alten Testaments, 2 Bde., München (Kaiser) 1957-1960.
Daraus ein Einzelband (in späterer Auflage)
Rad, Gerhard von, Theologie des Alten Testaments, Bd. 1: Die Theologie der geschichtlichen Überlieferungen Israels, München (Kaiser) 9. Auflage, l987.
Sammelband
Wacker, Marie-Theres (Hg.), Der Gott der Männer und die Frauen, Düsseldorf (Patmos) 1987.
Beitrag aus einem Sammelband
Metz, Johann Baptist, "Unterwegs zu einer nachidealistischen Theologie", in: Bauer, Johannes (Hg.), Entwürfe der Theologie, Graz u.a. (Styria) 1985, 209-233.
Festschrift
Bornkamm Günther / Rahner, Karl (Hg.), Die Zeit Jesu (FS Heinrich Schlier), Freiburg i. Br. u.a. (Herder) 1970.
Beitrag aus einer Festschrift
Pannenberg, Wolfhart, „Probleme einer trinitarischen Gotteslehre“, in: Baier, Walter u.a. (Hg.), Weisheit Gottes - Weisheit der Welt (FS Joseph Ratzinger), Bd. 1, St. Ottilien (EOS) 1987, 329-341.
Signifikante Neubearbeitungen
Rahner, Karl, Geist in Welt. Zur Metaphysik der endlichen Erkenntnis bei Thomas von Aquin. Im Auftrag des Verfassers überarb. u. erg. v. Johann Baptist Metz, München (Kösel) 2. Auflage, 1957.
Nachdrucke
Riezler, Sigmund von, Geschichte Bayerns. Bd. 4, Gotha (Perthes) 1899 (ND Aalen 1964).

* Buchtitel ohne Angabe des Erscheinungsortes oder des Erscheinungsjahres erhalten an entsprechender Stelle die Abkürzung o.0. (= ohne Ort) bzw. o.J. (= ohne Jahr). werden diese Angaben jedoch ermittelt, werden sie in Klammem an der entsprechenden Stelle beigefügt.

Zeitschriftenbeiträge
Pesch, Rudolf, "Zur Entstehung des Glaubens an die Auferstehung Jesu. Ein Vorschlag zur Diskussion", in: ThQ 153 (1973), 201-228.
Lexikonartikel
Rahner, Karl, Art. "Anthropologie III., Theologische Anthropologie", in: SM 1 (1956), Sp. 176-186.
Rezensionen
Pannenberg, Wolfhart, Rez. zu: Waldenfels, Hans, Offenbarung. Das Zweite Vatikanische Konzil auf dem Hintergrund der neueren Theologie, München (Kösel) 1969, in: THLZ 101 (1976), 50-55.

 

 
Letzte Änderung: 24.01.2013 von Webmaster