Institut für Musikwissenschaft

Vorlesungsverzeichnis

Sommersemester 2002


Vorgezogene Abschlußklausuren - Vorlesungen - Seminar - Proseminare - Übungen - Kolloquium - Ensembles

Einführungsveranstaltung für Studierende der Musikwissenschaft: 15. April  2002, 9-10 Uhr im Tonstudio (PT 4.0.47)

Vorgezogene Abschlußklausuren

Mittwoch, 10.4.2002 Raum M 28 (Gebäude FH)
14-15 Uhr Harmonielehre II
15-16 Uhr Gehörbildung I 
16-17 Uhr Harmonielehre I 
17-18 Uhr Gehörbildung II
Studierende, die über ausreichende Vorkenntnisse verfügen, erhalten die Möglichkeit, Leistungsnachweise auch ohne Besuch der entsprechenden Lehrveranstaltung zu erwerben und damit Studienzeit zu sparen. Zugleich erfüllen diese Tests eine wichtige Funktion bei der Studienberatung: Anhand der Ergebnisse lassen sich individuelle Stärken und Schwächen aufzeigen sowie Empfehlungen oder Zuweisungen für angemessene Kurse geben. Für die Kurse Harmonielehre I und Gehörbildung I ist die Teilnahme an den Klausuren verpflichtend!


Vorlesungen

31 600 Allgemeine Musikgeschichte I (Antike und Mittelalter) 
2st., Mo 10-12, Beginn: 15.4.2002
Hiley PT 2.0.4
Die Vorlesung bietet eine Einführung in die Musik der Antike und des Mittelalters. Die Musiktheorie der klassischen Antike bildet die Grundlage für das Musikdenken des Mittelalters. Im Zeitalter der Karolinger (9. Jh.) wurde erstmals in Europa Musik notiert. Von dort spannt die Vorlesung einen Bogen bis zum Übergang zur Renaissance (15. Jh.). Themen bilden der Kirchengesang (der sog. Gregorianische Choral, mit Sondergattungen wie Sequenz, Tropus, liturgisches Spiel), die Lieder der Troubadours, Trouvères und Minnesänger, die mehrstimmige Musik ab den ersten im 9. Jh. notierten Beispielen, die Pariser Musik um 1200 (Leoninus, Perotinus), die Ars Nova des 14. Jh. in Frankreich (de Vitry, Machaut), die Musik des 14. Jh. in Italien (Landini) und England, die Ars subtilior des ausgehenden 14. Jh. und die neuen Entwicklungen am Anfang des 15. Jh. (Dunstable, Ciconia, Dufay). Ebenfalls angesprochen werden Probleme wie die mündliche bzw. schriftliche Überlieferung der Musik, das Wort-Ton Verhältnis und die Moduslehre.

 
31 601 Mozarts Klavierkonzerte
2st., Do 15-17, Beginn: 18.4.2002
Gmeinwieser/Hiley PT 2.0.4
Während J.S. Bach, Händel sowie die meisten der Söhne und Schüler Bachs, C.Ph.E. Bach in gewisser Hinsicht ausgenommen, dem Klavierkonzert im Gesamtschaffen weniger Aufmerksamkeit schenkten, rückte es bei Mozart erstmals in der Gattungsgeschichte quantitativ wie qualitativ in den Mittelpunkt des Instrumentalwerks. Es gibt keinen großen Meister in der Musikgeschichte, der eine ähnlich lange Reihe von Meisterstücken in diesem Genre aufzuweisen hätte. Die durchweg hohe Qualität der Konzerte macht das besondere Interesse des Komponisten offenkundig. Hier schuf er für den eigenen Bedarf, um sich als virtuoser Interpret vorteilhaft vorstellen zu können. Mozart setzte mit diesen Konzerten Maßstäbe, die für viele Generationen verbindlich blieben.
In der Vorlesung werden neben einer Zusammenfassung im Überblick ausgewählte Beispiele aus den Gruppen der frühen Pasticci (ab 1767), der Salzburger Konzerte (1773ff.) und Wiener Konzerte (1782ff.) besprochen. Berücksichtigt werden die Konzerte für mehrere Klaviere, Studien zu den Kadenzen und spezielle formale Aspekte.
Ausgewählte Literatur: MGG, NGroveD 2; F. Blume, Die formgeschichtliche Stellung der Klavierkonzerte Mozarts, in: Mozart-Jahrbuch 1924, S. 79–109; Ch. M. Girdlestone, Mozart’s Piano-Concertos, London 1948; A. Schering, Geschichte des Instrumentalkonzerts bis auf die Gegenwart, Leipzig 21917, ND 1965; N. Zaslaw (Hg.), Mozart’s Piano Concertos: Text, Context, Interpretation, Ann Arbor 1996.

 
31 602 History of the Song in England
2st., Fr 10-12, Beginn: 19.4.2002
Hiley PT 2.0.4
In der Vorlesung werden ausgewählte Lieder mit englischem Text vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert betrachtet. Schwerpunkte bilden die Lieder mit Lauten- bzw. Continuobegleitung im 17. Jahrhundert (John Dowland, Henry Lawes, Henry Purcell) und vor allem das spätromantische und moderne Repertoire mit Komponisten wie Vaughan Williams, Bridge, Britten und Tippett. Kontrastierende Vertonungen von Dichtern wie A. E. Housman und Thomas Hardy werden erörtert. Untersucht wird auch die Frage, wie Komponisten sich einerseits mit der Literatur  vergangener Epochen, andererseits mit derjenigen ihrer eigenen Zeit auseinandergesetzt haben. Am Ende des Semesters werden anhand ausgewählter Beispiele von Peter Maxwell Davies und Harrison Birtwistle neue Ansätze auf dem Gebiet der Wort-Ton-Beziehung vorgestellt.

 
31 603 Methodenfragen der Musikgeschichtsschreibung
2st., Di 10-12, Beginn: 16.4.2002
Kleinertz PT 2.0.4
Die Prämisse, daß sich die Musikgeschichte von der politischen Geschichte durch die „ästhetische Gegenwart“ ihrer Objekte unterscheide, führt zu einem nicht unproblematischen Bezug der Musikgeschichte auf das gegenwärtige Konzertrepertoire. Dies hat insbesondere der Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts den fragwürdigen Vorwurf eingetragen, ein „imaginäres Museum“ zu sein (Lydia Goehr). In der Vorlesung sollen wichtige Ansätze der Musikgeschichtsschreibung diskutiert werden und anschließend Versuch unternommen werden, Musikgeschichte weniger als „Werkgeschichte“, sondern als eine Folge von Ereignissen zu begreifen und zu beschreiben.
Einführende Literatur:
Carl Dahlhaus, Grundlagen der Musikgeschichte, Köln 1977; Peter Szondi, Über philologische Erkenntnis, in: Methodenfragen der Deutschen Literaturwissenschaft, hrsg. von Reinhold Grimm und Jost Hermand, Darmstadt 1973, S. 232ff.

 
31 604 Eine Geschichte der Fuge
2st., Mi 10–12 Uhr, PT 2.0.4, Beginn: 17.4.2002
Horn PT 2.0.4
Die Vorlesung möchte nicht die, sondern nur eine Geschichte der Fuge erzählen. Man muß weder einen ein für allemal gültigen Begriff von Geschichte noch von Fuge besitzen, um dennoch verschiedene Stücke, die in gewissen Merkmalen übereinstimmen, in einen Zusammenhang bringen zu können, der gerade durch den Vergleich des Verschiedenen auch das je Besondere sichtbar macht. Unerläßlich sind dabei Überlegungen zur Terminologie und zur Struktur des Gegenstands, da musikalische Analyse ohne klare Begriffe und Zielsetzungen nicht möglich ist. Ausgehend von Werken J. S. Bachs sollen vergleichbare Kompositionen (oder Techniken) in früheren Jahrhunderten wie auch im 19. und 20. Jahrhundert aufgesucht werden. Insofern beobachtet die Vorlesung aus einem speziellen Blickwinkel einen bedeutenden Ausschnitt der Musikgeschichte der Neuzeit. Die exemplarische Werkanalyse wird eine wichtige Rolle spielen. Zur Vorbereitung empfiehlt sich weniger die Lektüre von teils zu grobmaschigen (z. B. Müller-Blattau), teils zu speziellen Büchern (z. B. Czaczkes) als vielmehr die Suche nach Fugen, wo immer man sie finden mag.


Seminar

31 605 Die Lieder von Hugo Wolf
2st., Di  15-17, Beginn: 16.4.2002
Horn PT 4.0.47
Hugo Wolf (1869-1903) ist vor allem durch sein umfangreiches Liedschaffen bekannt, das in gewisser Weise einen Endpunkt des romantischen Kunstliedes darstellt. Neben der Gewinnung eines Überblicks über Wolfs Werk muss zugleich die Frage interessieren, was man denn unter einem Kunstlied verstehen soll und was es bedeute, dass Wolf „am Ende einer Entwicklung“ stehe (wenn die Formulierung überhaupt sinnvoll ist). Deshalb werden auch zentrale Stationen der Liedproduktion bei Beethoven, Schubert, Schumann und Brahms zu betrachten sein. Dabei sollen Techniken analytischer Annäherung an Text und Musik erprobt werden. Schließlich soll auch die Frage nach dem Verhältnis eines Einzelgängers, der Wolf zweifellos war, zu übergreifenden Vorstellungen von Geschichte bedacht werden, wobei dann auch Wolfs schmales Schaffen außerhalb des Liedes zu berücksichtigen ist. Die Übernahme eines Referates (in der zweiten Semesterhälfte) als Grundlage der Gestaltung einer Sitzung wird erwartet.
Zur vorbereitenden Lektüre kann das (etwas populär geschriebene, aber nicht schlechte) Buch von Kurt Honolka, Hugo Wolf. Sein Leben, sein Werk, seine Zeit, Stuttgart 1988 (als Taschenbuch München 1990), empfohlen werden.


Proseminare

31 606 Die Klaviersonaten Ludwig van Beethovens
2st., Mo 14–16, Beginn: 15.4.2002
Kleinertz PT 2.0.4
Ausgehend von den frühen Klaviersonaten Beethovens sollen zunächst Prinzipien der Exposition und der Durchführung vorgestellt werden. Hieran wird sich die Analyse ausgewählter Werke der mittleren und späten Schaffensphasen in ihrem harmonischen und motivisch-thematischen Verlauf anschließen. Abschließend sollen noch zentrale Aspekte der Rezeption der Klaviersonaten Beethovens im 19. Jahrhundert angesprochen werden.
Einführende Literatur: Carl Dahlhaus, Ludwig van Beethoven und seine Zeit, Laaber 1987; Charles Rosen, The Classical Style: Haydn, Mozart, Beethoven, New York 1971; Dietrich Kämper, Die Klaviersonate nach Beethoven, Darmstadt 1987

 
31 607 Einführung in die Musikwissenschaft am Beispiel Haydn
2st., Do 10–12 Uhr, Beginn: 18.04.2002
Horn PT 2.0.4
Ein Proseminar wendet sich an Studierende des Grundstudiums. Es behandelt elementare Fragen: Wo finde ich Informationen? Wie zitiere ich die Informationen korrekt? Was fange ich mit den gewonnenen Informationen an? Damit diese Fragen nicht im leeren Raum stehen, werden sie auf Joseph Haydn bezogen, dessen umfangreiches Schaffen in nahezu allen Gattungen des Komponierens seiner Zeit zugleich die zentrale Frage aufwirft, mit der man sich in jeder historischen Disziplin konfrontiert sieht: wie gelange ich im unendlichen Meer des verfügbaren Wissens zu gut strukturierten Kenntnissen, die meinem aktuellen Bildungsstand entsprechen, mithin für mich derzeit „wesentlich“ sind? Die gemeinsame Bearbeitung von jeweils klar umrissenen Fragen wird im Mittelpunkt stehen. Die Qualifikationsmodalitäten werden sich (im Rahmen der Studienordnung) nach den Bedürfnissen der Studierenden richten.
Zur Vorbereitung empfehle ich die Lektüre des Artikels Haydn in der neuesten Auflage des New Grove.


Übungen

31 608 Musikerbiographien im 19. Jahrhundert
2st., Mo 16-18, Beginn: 15.4.2002
Berlinghoff PT 4.0.47
Die Geschichte der musikalischen (wissenschaftlichen) Biographik stellt in der Musikwissenschaft nach wie vor ein Forschungsdesiderat dar. Bislang existiert kaum Sekundärliteratur zu diesem Thema, und selbst aktuelle Enzyklopädien wie MGG2 (1994) oder die neueste Auflage des New Grove Dictionary of Music and Musicians (2001) – die beide erstmalig Artikel zum Stichwort Biographik bzw. Biography abdrucken – beschränken sich auf vergleichsweise kurze Darstellungen. Im Rahmen einer Übung erscheint gerade die Auseinandersetzung mit Komponistenbiographien aus dem 19. Jahrhundert besonders geeignet: Erst nach der Abwendung von der Legenden- und Sensationsbiographik des 18. Jahrhunderts etabliert sich eine wissenschaftlich fundierte Biographik außerhalb von Sammelbiographien (Walther, Mattheson, Gerber), wobei Johann Nikolaus Forkel mit seiner 1802 erschienenen Bach-Biographie lange Zeit als „Wegbereiter der musikalischen Biographik“ (MGG 2) galt. Obwohl diese Darstellungen der Viten Bachs, Mozarts, Haydns, Beethovens u. a. aus unserer Sicht nicht mehr aktuell sind, stellen sie zweifellos auch heute noch wichtige Quellen für das musikhistorische Verständnis und den Wissensstand ihrer Zeit dar. Immer wieder wird allerdings bei der Untersuchung der einzelnen Texte zu beobachten sein, daß das in solchen Monographien kolportierte „Wissen“ durchaus nicht auf größtmöglicher Objektivität basiert und in welch hohem Maße Komponisten durch eine Selbst- oder Fremdinszenierung des eigenen Lebenslaufs zur eigenen Mythenbildung beitragen konnten.
Im ersten Teil der Übung wird ein Überblick über die Geschichte der Musikbiographik seit dem 18. Jahrhundert gegeben, während im Mittelpunkt des zweiten Teils die Auseinandersezung mit ausgewählten Biographien und Autobiographien des 19. Jahrhunderts steht (Forkel - Spitta, Nissen - Jahn/Abert, Schindler - Thayer, Carpani - Pohl, Winterfeld, Chrysander, Ramann, Wasielewski, Glasenapp, Berlioz, Wagner), die im Rahmen von Referaten vorgestellt werden sollen. Dabei werden u. a. die den jeweiligen Biographien zugrundeliegenden Informationsquellen, die Relation zwischen dem Biographen und seinem „Objekt“, aber auch der angesprochene Adressatenkreis zu diskutieren sein.
Die Veranstaltung richtet sich an Studierende ab dem 3. Semester. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zur Übernahme von Referaten.

 
31 609 Musikentwicklung in der Ersten Tschechoslowakischen Republik vor dem Hintergrund nationaler Spannungen I
2st., Mi 14-16, Beginn: 17.4.2002
Fuchs PT 2.0.4
Mit dem Zerbrechen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie nach 1918 manifestierte sich in der Ersten Tschechoslowakischen Republik (1918-1938) eine kulturpolitische Situation, die in der bürgerlichen Revolution von 1848 wurzelte (u. a. nationale Wiedergeburt). Das hieß einerseits Anknüpfen an nationale Besonderheiten musikkultureller Entwicklungen (Nationalstil), andererseits Gebrauch neuester moderner künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten (Jazz, Dodekaphonie etc.) und Stilmittel (Expressionismus, Surrealismus etc.) sowie freie Wahl künstlerischer Mittel in einem nie zuvor gekanntem Ausmaß. Gleichermaßen verklärte sich bereits das Bild von der Monarchie, was zu regionalen Eigentümlichkeiten hinsichtlich eines auf Altösterreich gerichteten musikalischen Repertoires führte (Militärmusik, Deutschtümelei etc.).
Um die Spezifik dieser Situation zu erfassen, wird neben einer Einführung hinsichtlich von Quellen und Literatur zur Musikgeschichte in Böhmen und Mähren die Zwischenkriegszeit (1918–1938/39) in besonderer Weise thematisiert. Zwei Aspekte stehen hierbei im Vordergrund:
1. Das Wirken von tschechischen und deutschen Musikschaffenden (u. a. Max Brod, Fidelio F. Finke, Alois Hába, Vladimír Helfert, Leoš Janácek, Jan Kubelik, Oskar Nedbal, Vítšzlav Novák, Felix Petyrek, Heinrich Rietsch, Erwin Schulhoff, Erich Steinhard, Viktor Ullmann, Theodor Veidl etc.).
2. Der Einfluß national geprägter Ideologie hinsichtlich der Abgrenzung zwischen Tschechen und Deutschen auf dem Gebiet der Musik anhand von Dokumenten (Briefwechsel) und Zeitschriften (Der Auftakt, Musikblätter der Sudetendeutschen, Tagespresse).
Letztlich werden diese Prozesse interessant vor dem Hintergrund der Internationalität Prags als einem Zentrum der Moderne bis 1939, worauf in besonderer Weise für die Zeit zwischen 1933–1939 einzugehen sein wird.
Literatur: Vladimír Helfert / Erich Steinhard, Die Musik in der Tschechoslovakischen Republik, Prag 21938; Hudební Veda, Praha 1963–; Lexikon zur deutschen Musikkultur. Böhmen Mähren Sudetenschlesien, 2 Bde., München 2000; Prager Professoren 1938-1948: zwischen Wissenschaft und Politik, hrsg. von Monika Glettler/Alena Mísková, Essen 2001 (Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte im östlichen Europa).

 
neu Höfe und Städte als Orte der Musikpflege vom 16. bis zum 19. Jahrhundert (I)
1st., Mi 12–13 Uhr, Beginn: 17.4.2002
Horn PT 4.0.47
Die Übung möchte versuchen, eine Art von „musikalischer Landkarte“ zu entwerfen, die der abstrakten Vorstellung von einer gleichsam für sich bestehenden Musikgeschichte unterlegt werden kann. Der Fragenkatalog reicht von den Organisationsformen des höfischen und städtischen Musiklebens über die Zuordnung bestimmter Musikformen zu bestimmten Orten bis hin zu dem Problem, wie sich das Verhältnis von Orten zu Gattungen im Einzelfall bestimmen läßt. Dass die lokale Perspektive in der Musikwissenschaft von jeher eine Rolle gespielt hat, zeigt sich etwa in der Existenz der Städte-Artikel in den grossen Enzyklopädien. Dass diese einstündige Veranstaltung als Übung, zudem noch mit römischen Zahl „I“ gekennzeichnet ist, verweist auf den exemplarischen, nicht auf eine umfassende Erledigung der Fragen (die illusorisch wäre) zielenden Charakter der Veranstaltung, in deren Mittelpunkt das Gespräch über Komponisten und Musik, ausgehend von Orten des Wirkens bzw. der Pflege stehen soll. Ich werde in der ersten Sitzung Vorschläge für die in diesem Semester zu betrachtenden Höfe oder Orte machen, aus denen wir dann je nach Interessenlage auswählen können.

 
31 611 Phänomenologie und Musik im 20. Jahrhundert
2st., Do 13.30–15.00 Uhr, Beginn: 18.4.2002
Kleinertz/Fröhlich PT 2.0.4
Im Mittelpunkt der interdisziplinären Übung steht die Frage nach Erkennbarkeit und Identität von Musikwerken sowie damit zusammenhängende Probleme der Interpretation. 
Zunächst sollen aus philosophischer Sicht mit Hilfe der von Edmund Husserl begründeten Phänomenologie generelle Gattungsmerkmale von Musikwerken herausgearbeitet werden. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der Identität eines musikalischen Werkes. Wir bemerken sehr schnell, daß sich diese Gattung von „Gegenständen“ generell von den uns gewohnten Seinsweisen von Gegenständen des Alltags unterscheidet: Hören wir dasselbe Werk, wenn wir verschiedene Aufführungen von ihm erleben? Oder ist seine Identität in der Partitur, in der Komposition des Urhebers oder gar in der jeweiligen Aufführungspraxis einer bestimmten historischen Epoche zu suchen? Die Phänomenologie bietet eine methodische Möglichkeit, diese unterschiedlichen Arten des Auftretens von Musikwerken zusammenzunehmen, ohne daß die Seinsweise des Werks auf einzelne dieser Aspekte reduziert wird.
Anhand von ausgewählten Beispielen aus Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion, Mozarts Don Giovanni, sowie Klaviersonaten und einer Symphonie Ludwig van Beethovens soll dann die Frage angegangen werden, ob sich diese allgemeinen Kategorien auch auf die Interpretation von Einzelwerken übertragen und fruchtbar machen lassen. Hierbei entstehen v. a. Probleme in Bezug auf die Gültigkeit von interpretatorischen Aussagen angesichts sich ständig wandelnder historischer Sichtweisen und subjektiv-relativer Erlebnisweisen bei Aufführungen der Kompositionen.
Literatur: Roman Ingarden, Untersuchungen zur Ontologie der Kunst. Musikwerk, Bild, Architektur und Film, Tübingen 1962.
Es wird um Anmeldung bei einem der beiden Dozenten gebeten.

 
31643 Harmonielehre II
1st., 2 Gruppen, Mi 13–14, 14–15 Uhr, Beginn: 17.4.2002
Brunner M 26
Voraussetzungen: erfolgreicher Besuch von Harmonielehre I
Aufbauend auf den erworbenen Kenntnissen von Harmonielehre I werden weitere Fertigkeiten im vierstimmigen homophonen Satz erworben. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der polyphone zweistimmige Satz.
Literatur: Walter Salmen, Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lernen und Lehren, Innsbruck 1987.
31 612 Harmonielehre II (für Lehramt und Magister) 
1st., Di 13-14, Beginn: 16.4.2002
Kraus H 4
Abarten des Dominantseptakkords, akkordfremde Töne, Quartsextakkorde und Quintsextakkorde der Stufe II.
Max. 15 Teilnehmer. Anmeldeliste hängt vor dem Sekretariat des Instituts für Musikwissenschaft aus.
Lehrbücher: Paul Hindemith, Aufgaben für Harmonie-Schüler, Mainz: Schott; Hermann Grabner, Handbuch der funktionellen Harmonielehre, Regensburg, 1995.

 
31 613 Harmonielehre IV
1st., Di 15-16, Beginn: 16.4.2002
Kraus H 4
Harmonikale Praxis verschiedener Stilepochen.
Lehrbuch: Diether de la Motte, Harmonielehre, Kassel: Bärenreiter.

 
31 614 Kontrapunkt I
1st., Di 16-17, Beginn: 16.4.2002
Kraus H 4
Vokaler Kontrapunkt zu zwei, drei und vier Stimmen. 
Lehrbuch: Jeppesen, Kontrapunkt, Wiesbaden: Breitkopf & Härtel.
31 649 Gehörbildung II
1st., 2 Gruppen, Mo 13–14, 14–15 Uhr, Beginn: 15.4.2002
Eglhuber M 26

 
IVoraussetzungen: Erfolgreicher Besuch von Gehörbildung I
Inhalte: 1. Hördisziplinen: Melodiehören (tonal), Zweistimmigkeit (Intervalle, einfache Sätze), Harmonisches Hören (Akkorde, einfache Akkordverbindungen), Rhythmus (Jazzrhythmik), Formstrukturen. 2. Anwendungen: Notation, Vomblattsingen, Nachspielen, Fehler & Veränderungen hören, Werkhören (Höranalyse).
Einführende Literatur: C. Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel 1983/1990; R. Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung 1, Kassel 61989. 
31 615 Generalbaßspiel 
1st., Di 17-18, Beginn: 16.10.2001
Kraus H 4
Pflichtveranstaltung lt. Studienordnung. Spiel bezifferter Bässe zu Arien, Liedern, Chorälen, Rezitativen und Instrumentalstücken.
Lehrbuch: Hermann Grabner, Generalbaßübungen, Leipzig 1936.

 
31 616 Propädeutikum Harmonielehre, Generalbaß- und Partiturspiel 
1st., Di 8-9, Beginn: 16.4.2002
Buckland PT 4.0.47
Behandelt werden die Grundzüge der Harmonielehre sowie des Generalbaß- und Partiturspiels in Theorie und Praxis.
31 617 Partiturspiel 
1st., Di 9-10 Buckland, Beginn: 16.4.2002
Buckland PT 4.0.47
Pflichtveranstaltung lt. Studienordnung. Studierende, die weder ein Tasteninstrument noch ein anderes Generalbaßinstrument spielen, können in begründeten Ausnahmefällen diese Qualifikation auf Antrag im Rahmen anderer Veranstaltungen erwerben. Im Einzelfall entscheidet der Institutsleiter. Erarbeitet werden Beispiele des klassischen Repertoires.
Beschränkte Teilnehmerzahl. Eine Teilnehmerliste hängt vor dem Sekretariat des Instituts für Musikwissenschaft aus.

 
31 618 Harmonische Analyse II
1st., Mi 16-17, Beginn: Beginn: 17.4.2002
Bruach PT 4.0.47
Die Übung soll als Einführung in den Bereich der Funktionsharmonik aus einer historischen bzw. musikwissenschaftlichen Perspektive dienen. Als Material werden ausgewählte Beispiele von Komponisten der Barockzeit erarbeitet bzw. analysiert. Dabei werden unterschiedliche Gattungen (u. a. Musik für Tasteninstrumente, Kantate, Kammer- und Orchestermusik, Oper) mit ihren besonderen harmonischen Problemen vorgestellt. Zusätzlich können auch Choralsätze selbst komponiert und mit denjenigen von J. S. Bach als pädagogischem Hintergrund verglichen werden.
Literatur: Dieter de la Motte, Harmonielehre, Kassel u. a. 1976.

 
31 619 Harmonische Analyse III
1st., Mi 17-18, Beginn: 17.4.2002
Bruach PT 4.0.47
Die Übung soll eine Einführung in den Bereich der Funktionsharmonik aus einer historischen bzw. musikwissenschaftlichen Perspektive geben. Als Material sind ausgewählte Beispiele von Komponisten der ersten romantischen Generation (u. a. Chopin, Schumann, Mendelssohn) vorgesehen. Dabei werden unterschiedliche Gattungen (u. a. Klaviermusik, Lied, Symphonie, Oratorium) mit ihren besonderen harmonischen Problemen behandelt. Zusätzlich können auch modulatorische Prozesse erarbeitet werden.
Literatur: Dieter de la Motte, Harmonielehre, Kassel u. a. 1976.


Kolloquium

31 620 Kolloquium zu aktuellen Forschungsproblemen 
2st., Di 17-19, Beginn: 16.10.2001
Hiley/Horn/Kleinertz  PT 4.0.47
Das Kolloquium ist primär für Studierende bestimmt, die ihre Magisterarbeit oder Dissertation vorbereiten. Die Teilnahme setzt eine vorherige Anmeldung (Sprechstunden der Dozenten) voraus.


Ensembles

Universitätschor, Universitätsorchester, Bigband etc.
 



Stand: 22.März 2002