Institut für Musikwissenschaft

Vorlesungsverzeichnis

Sommersemester 2004


 Blockveranstaltung - Vorlesungen
Hauptseminare - Proseminare - Übungen - Kolloquium - Ensembles

Einführungsveranstaltung für Studierende der Musikwissenschaft: 20. April 2004, 14.15 Uhr im Tonstudio (PT 4.0.47)


Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8-9 - Ü Generalbassspiel (Buckland) - - -
9-10 Ü Partiturkunde und Notensatz (Buckland) Ü Partiturlesen (Buckland)
HS Codex Emmeram (Hiley)
Ü Boulez (Kleinertz) PS Notations- u. Quellenkunde I (Hiley) V Music in England II (Hiley)
10-11 Ü Partiturkunde und Notensatz (Buckland)
V Klassikzitate (Horn)
HS Codex Emmeram  (Hiley)
Ü Gehörbildung II , 1. Gruppe(Eglhuber)
Ü Boulez (Kleinertz) PS Notations- u. Quellenkunde I (Hiley) V Music in England II (Hiley)
11-12 V Klassikzitate (Horn)
Ü "Stylistic Studies" (Buckland)
Ü Gehörbildung II , 2. Gruppe(Eglhuber) V Allg. Musikgeschichte I (Hiley) HS Ev. Kirchenmusik 16. Jh. (Horn) Ü Sonatenform (Berlinghoff)
12-13 - V Musik nach 1945  (Kleinertz) V Allg. Musikgeschichte I (Hiley) HS Ev. Kirchenmusik 16. Jh. (Horn) Ü Sonatenform (Berlinghoff)
13-14 - V Musik nach 1945  (Kleinertz) - - -
14-15 Ü Kontrapunkt II (Fuchs) PS Bachs Arien (Pfisterer) Ü Harmonielehre II (Fuchs) - Ü Finke/Hensel (Fuchs)
15-16 Ü Kontrapunkt II (Fuchs) PS Bachs Arien (Pfisterer) Ü Harmonielehre II (Fuchs)
Ü Dirigierkurs (Buckland)
V Haydn Symphonien (Gmeinwieser) Ü Finke/Hensel (Fuchs)
16-17 - HS Mozarts Nozze di Figaro (Kleinertz/Wetzel)
Ü Repertoirekunde (Horn)
- V Haydn Symphonien (Gmeinwieser) -
17-18 - HS Mozarts Nozze di Figaro (Kleinertz/Wetzel)
Ü Repertoirekunde (Horn)
- Kolloquium (Horn) -
18-19 - - - Kolloquium (Horn) -



Blockveranstaltung
 
31 600 Tastensinn [MUWI M03/M07]
14.05.2004, 18.00–21.00 Uhr, 15.05.2004, 9.00–12.00 Uhr, 13.00–17.00 und 18.00–21.00 Uhr, 16.05.2004, 9.00–12.00
Buckland PT 4.0.47
Diese Blockveranstaltung führt in Blattlesen, Transposition, Generalbass, Lesen von Akkordsymbolen, Partiturlesen usw. ein und ist deswegen besonders für Erstsemester geeignet. Es werden keine Kenntnisse vorausgesetzt. Anfänger bekommen Hinweise, wie sie sich am Klavier helfen können. Fortgeschrittenere Pianisten erfahren, wie sie ihre Klavierkenntnisse in der Musikwissenschaft einbringen können.


Vorlesungen

31 601 Allgemeine Musikgeschichte I Mittelalter bis 15. Jahrhundert) [MUWI M01/M05]
2st., Mi 11–13 Uhr, Beginn: 21.04.2004
Hiley PT 2.0.4
Im Zeitalter der Karolinger (9. Jahrhundert) wurde erstmals in Europa Musik notiert. Von dort spannt die Vorlesung einen Bogen bis zum Übergang zur Renaissance (15. Jahrhundert). Themen bilden der Kirchengesang (der sog. Gregorianische Choral, mit Sondergattungen wie Sequenz, Tropus, liturgisches Spiel), die Lieder der Troubadours, Trouvères und Minnesänger, die mehrstimmige Musik ab den ersten im 9. Jahrhundert notierten Beispielen, die Pariser Musik um 1200 (Leoninus, Perotinus), die Ars Nova des 14. Jahrhunderts in Frankreich (de Vitry, Machaut), die Musik des 14. Jahrhunderts in Italien (Landini) und England, die Ars subtilior des ausgehenden 14. Jahrhunderts und die neuen Entwicklungen am Anfang des 15. Jahrhunderts (Dunstable, Ciconia, Dufay). Ebenfalls angesprochen werden Probleme wie die mündliche bzw. schriftliche Überlieferung der Musik, das Wort-Ton-Verhältnis und die Moduslehre.

 
31 602 Die Symphonien von Joseph Haydn [MUWI M01/M05]
2st., Do 15-17, Beginn: 22.04.2004
Gmeinwieser PT 2.0.4
Die 104 Symphonien Haydns, entstanden zwischen 1759 bis 1795 und auf Bestellung geschrieben, nehmen in der gattungsgeschichtlichen Entwicklung der Symphonie einen gewichtigen Platz ein. Haydn beginnt im Stil der Wiener Vorklassiker, seit 1765 ist die Viersätzigkeit fast immer die Regel. Bei Beschreibung kompositionsrelevanter Merkmale werden in der Vorlesung die Werke mit Orientierung am Barock, aus der Sturm- und Drangperiode bis hin zu den so genannten Pariser und Londoner Symphonien besprochen.

Literatur: Karl Geiringer, Joseph Haydn, Mainz 1959; H. C. Robbins Landon, The Symphonies of Joseph Haydn, London 1955, Supplement London 1961; ders., Haydn Symphonies, London 1966; Ludwig Finscher, Joseph Haydn, Laaber 2000.


 
31 603 History of Music in England II: 16th to 17th c.: from the Reformation
to the Commonwealth (in englischer Sprache) [MUWI M01/M05]
2st., Fr 9-11, Beginn: 23.04.2004
Hiley PT 2.0.4
Die zweite Vorlesung der Reihe über die Musik in England führt in das „Goldene Zeitalter“ der englischen Musik unter Elisabeth I., Jakob I. und Karl I. ein. Dem Umbruch der Reformation folgte ein allmählicher Wiederaufbau im Bereich der Kirchenmusik, diesmal für die neue anglikanische Liturgie in der Volkssprache. Zur selben Zeit inspirierte die literarische und musikalische Italien-Mode eine erstaunliche Blüte des englischen Madrigals, gefolgt nach wenigen Jahrzehnten von der ebenso bemerkenswerten Air-Mode (vgl. frz. Air de cour). Nicht weniger bedeutend waren die Leistungen englischer Meister im Bereich der instrumentalen Musik, vor allem für Virginal und Gamben-Consort. Eine überragende Bedeutung ist dabei William Byrd (1543–1623) beizumessen. Er war grundlegend an der Schaffung einer anglikanischen Kirchenmusik beteiligt, komponierte daneben aber auch lateinisch-katholische Kirchenmusik weiter. Seine Klavier- und Consort-Musik führte deren Gattungen zu einem ersten Höhepunkt.
Im zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts setzte sich das continuobegleitete Lied als führende Vokalgattung durch, und neue Satz-Gruppen („Consort Setts“) ersetzten die alten einzelnen Sätze für das Instrumenten-Consort, zu dessen Instrumenten sich nun auch die Geige gesellte. Hier ragten vor allem die Brüder Henry und William Lawes hervor, Henry im Bereich des Liedes, der jüngerer William sowohl mit Liedern als auch Instrumenalwerken. Der Tod William Lawes 1645 im Bürgerkrieg markierte beinahe symbolisch das Ende einer Epoche.

 
31 604 Klassikzitate in der Popmusik. Urbilder und Abbilder, Typen und Funktionen [MUWI M01/M05]
2st., Mo 10-12, Beginn: 19.04.2004
ACHTUNG: 1 Stunde Vorlesung (10.15 bis 11.00 Uhr) + 1 Stunde Übung zur Vorlesung (11.05–11.50 Uhr)
Horn PT 2.0.4
Diese Veranstaltung ist ein Experiment. Sie möchte versuchen, mit den Methoden und Frageweisen der Musikwissenschaft ein Phänomen zu beleuchten, das bibliographisch nicht leicht zu erschließen ist. Ausgehend von dem Versuch einer Typisierung des gesammelten (sicher sehr unvollständigen) Materials soll danach gefragt werden, was ein „klassisches Stück“ als Zitat prädestiniert und was aus dem Stück durch das Zitiertwerden wird. Grundsätzliche Überlegungen werden auch der Frage gelten, welche Formen oder Formbestandteile der klassischen Musik sich überhaupt für einen Transport in den Pop-Bereich eignen. Daneben werden immer auch allgemeinere Fragen thematisiert, die einen Bezug zur Geschichte haben. Solche Fragen können etwa lauten: Lässt sich „Popmusik“ überhaupt definieren? Welche Kriterien lassen sich für eine Unterscheidung von E- und U-Musik anführen? Ist eine Trennung dieser Bereiche überhaupt sinnvoll, und wenn ja, ab welcher Zeit? Ist Theodor W. Adornos Hörertypologie aus seiner Soziologie der Musik noch brauchbar oder hoffnungslos veraltet?
Zur Organisation: Um die Möglichkeit eines Leistungsnachweises in Musikwissenschaft für Lehramtsstudierende zu eröffnen, werde ich die Veranstaltung in eine einstündige Vorlesung und eine einstündige Übung aufteilen. Wer die Übung NICHT besucht, wird der Vorlesung trotzdem folgen können, da ich diese als ein inhaltliches Kontinuum konzipiere. In der Übung wird es um eigenständiges Erarbeiten von Vergleichen gehen (wobei die Popversionen „er-hört“ werden müssen), um Vertiefung der historischen Kenntnisse, auch um die Lektüre von Texten. Voraussetzung für den Leistungsnachweis ist die regelmäßige Teilnahme sowie die Übernahme eines Referats oder einer Stundengestaltung. Anmeldung in der ersten Semesterwoche mit verbindlicher Übernahme eines Referates.

 
neu Musik nach 1945 [MUWI M01/M05]
2st., Di 12–14 Uhr, Beginn: 27.4.2004
Kleinertz PT 2.0.4
Entgegen allen Wünschen und Illusionen führt die „Neue Musik“ auch im beginnenden 21. Jahrhundert immer noch ein Schattendasein, vor allem in Konzert- und Radioprogrammen, aber auch an Schulen und Universitäten. Die Vorlesung richtet sich daher gleichermaßen an Studierende der Musikwissenschaft, der Musikpädagogik und anderer Fächer. Ausführliche Klang- und Videobeispiele sollen in Schlüsselwerke der Musik nach 1945 und ihre Komponisten einführen und damit zugleich zur weiteren wissenschaftlichen, praktischen und musikdidaktischen Beschäftigung mit einer Musik anregen, die in besonderem Maße von unserer Gegenwart und jüngsten Vergangenheit spricht.
Einführende Literatur: Hermann Danuser, Artikel Neue Musik, in: MGG2, Sachteil, Bd. 7, Kassel u. a. 1997, Sp. 75-122.


Hauptseminare

31 605 Der Codex St. Emmeram (München, Bayr. Staatsbibl., clm 14274):
mehrstimmige Musik des 15. Jh.
2st., Di  9-11, Beginn: 20.04.2004
Hiley PT 2.0.4
Die hochentwickelte, durchkomponierte (im Gegensatz zur aus dem Stegreif improvisierbaren) Mehrstimmigkeit blieb im deutschen Sprachgebiet bis ins 15. Jahrhundert eine Ausnahmeerscheinung. Mehrere Jahrhunderte hindurch haben wir keine Anzeichen dafür, dass sie in Regensburg gepflegt wurde. Erst gegen Mitte des 15. Jahrhunderts taucht eine Quelle auf, die das Interesse eines Regensburger Schullehrers für die fortschrittlichste Musik seiner Zeit beweist, zumindest als ‚Sammelobjekt‘ bzw. für didaktische Zwecke. Der Kodex Clm 14274 gehörte dem Magister Hermann Poetzlinger aus Bayreuth, Rector scolarium der Klosterschule von St. Emmeram. Poetzlinger begann mit der Kompilation des Kodex in Wien, wo er seit 1436 an der Universität studierte und 1439 den B. A. erwarb. Er ist ab 1448 in Regensburg nachweisbar, war Priester der Pfarrei Gebenbach und Mitglied der Bruderschaft St. Wolfgang. Er starb 1469 und vererbte dem Kloster über hundert Bücher.
Die stilistischen Schichten im Repertorium des Kodex St. Emmeram sind verblüffend. Sie reichen vom einfachen ‚Übersingen‘ (wie das improvisierte Singen von zusätzlichen Stimmen parallel zur Hauptstimme) bis zu international bekannten französischen und burgundischen Kunstliedern des späten 14. und frühen 15. Jahrhunderts: die Musik aus der Praxis der Hofkapelle des Kaisers Sigismund, die von den Habsburgerherzögen Albert und Friedrich fortgesetzt wurde. Sowohl die größten Meister der Zeit, wie Guillaume Dufay und Gilles Binchois, als auch Komponisten, die aus dem französisch-burgundischen Raum stammten und in Wien tätig waren, und mehrere einheimische, sonst unbekannte Komponisten.
Im Seminar werden die verschiedenen Schichten des Repertoires und die Stellung der Sammlung innerhalb der gesamteuropäischen Tradition untersucht. Ferner wird geübt, die Notation der Handschrift zu übertragen. Am Ende des Semesters findet eine öffentliche Präsentation der Handschrift in Zusammenarbeit mit dem Sängerensemble „Oktogon“ statt.

 
31 606 „Evangelische Kirchenmusik“ des 16. bis 18. Jahrhunderts
2st., Do 11–13 Uhr, Beginn: 22.04.2004
Horn PT 2.0.4
 Wenn „Kirchenmusik“ im engeren Sinne als „liturgische Musik“ verstanden wird, dann sind die Anfänge der evangelischen Kirchenmusik untrennbar verbunden mit der Entwicklung evangelischer Gottesdienstformen, die deshalb zu Beginn des Semesters exemplarisch betrachtet werden sollen. Durch eine Erweiterung des Begriffs der Kirchenmusik werden dann bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verschiedene musikalische Formen und Gattungen in den Blick geraten: neben den im engen Sinne liturgischen Stücken und Chorälen allerlei Motetten und geistliche Konzerte, choralgebundene und freie Orgelmusik und schließlich die Kirchenkantaten des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Teilnahme von Studierenden des Grundstudiums ist auf Anfrage möglich.

Hinweise zur Vorbereitung: Erwin Iserloh, Geschichte und Theologie der Reformation im Grundriß, Paderborn 1998; Friedrich Blume (unter Mitarbeit von Ludwig Finscher), Geschichte der evangelischen Kirchenmusik, 2., neubearb. Aufl., Kassel u. a. 1965; ferner: Sammeln von Hörerfahrungen im umrissenen Gebiet!


 
31 607 Mozarts „Le nozze di Figaro“
2st., Di 16–18 Uhr, Beginn: 27.04.2004
Kleinertz/Wetzel PT 2.0.4
Das Seminar wird zum einen Kenntnisse über die Entwicklung von Schauspiel und Oper sowie die Rolle, die dabei im 17. und 18. Jahrhundert die Musik spielt, vermitteln als auch Überlegungen zum Zusammenspiel von Text und Musik allgemein anstellen. Schließlich und hauptsächlich wird es um die beiden genannten Texte, das Schauspiel und das Libretto, und die Musik Mozarts gehen, zu denen Referate vergeben werden. Dabei wird auch die von Carlo Goldoni geprägte Gattungstradition des „Dramma giocoso“ eine Rolle spielen und die Frage, wie Da Ponte und Mozart sich in ihrer konkreten Ausgestaltung des Stoffes einerseits zur Gattungstradition und andererseits zu Beaumarchais’ Komödie verhalten. Eine Aufnahme der Oper auf CD und Video sowie eine vollständige Partitur (Wolfgang Amadeus Mozart, Neue Ausgabe Sämtlicher Werke, Werkgruppe 5, Bd. 16) sind im Tonstudio des Instituts für Musikwissenschaft vorhanden (Raum PT 4.0.47).

Einführende Literatur: Ludwig Finscher, Artikel „Mozart: Le nozze di Figaro (1786)“, in: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters, hrsg. von Carl Dahlhaus u. a., Bd. 4, München u. Zürich 1991, S. 306–314; Tim Carter, W. A. Mozart. Le nozze di Figaro, Cambridge 1987; Harald Goertz, Mozarts Dichter Lorenzo Da Ponte. Genie und Abenteurer, Serie Musik, München: Piper, Mainz: Schott, 1988.


Proseminare

31 608 Notations- und Quellenkunde I [MUWI M02/M06]
2st., Do 9–11 Uhr, 22.04.2004
Hiley PT 2.0.4
Das Proseminar führt in die frühen europäischen Musiknotationen ein, von den Anfängen im beginnenden 9. Jahrhundert bis zum Ende des 14. Jahrhunderts. Erstes Thema bildet die Notierung des Gregorianischen Chorals mit sog. Neumen und die Entwicklung der Liniennotation. Die Aufzeichnung der frühen mehrstimmigen Musik bildet einen zweiten Themenbereich. Erst im 13. Jahrhundert begann man, Notationen mit rhythmischen Komponenten zu verwenden: die sog. „modale“ Notation, die für die Mehrstimmigkeit im Paris der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts erfunden wurde, sowie die ersten mensuralen („vor-frankonische“ und „frankonische“) Notationen. Anschließend werden die Notationen des 14. Jahrhunderts in Frankreich, Italien und England und die Notation der sog. „Ars subtilior“ Ende des 14. Jahrhunderts betrachtet.
Neben notationstechnischen Problemen werden auch allgemeinere Aspekte des Umgangs mit primären und sekundären Quellen für das Studium der Musikwissenschaft behandelt, wie z. B. die wechselnde Funktion schriftlicher Überlieferungen durch die Jahrhunderte, die sich von der modernen Praxis oft stark unterscheidet, und die entsprechend wechselnden Aufgaben des heutigen Herausgebers.
Im Rahmen der Seminararbeiten werden einzelne in Faksimile vorhandenen Handschriften besprochen.

Literatur: Willi Apel, Die Notation der polyphonen Musik, 900–1600, 2. Ausg., Wiesbaden: Breitkopf & Härtel 1981; Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel – Techniken – Aufgaben, 4., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Kassel u. a. 1999 (Bärenreiter-Studienbücher Musik 1).


 
31 609 Johann Sebastian Bachs Arien [MUWI M02/M06]
2st., Di 14–16 Uhr, Beginn 20.04.2004
Pfisterer PT 4.0.47
Die Musik J. S. Bachs ist notorisch „analysierbar“ und daher – von ihrem ästhetischen Wert abgesehen – für eine Einführung in Methoden der musikalischen Analyse gut geeignet. Eine Beschränkung auf die Arie erlaubt es, von einem Formtypus ausgehend vielfältige Aspekte zu berücksichtigen, wie das Verhältnis von textabhängiger und unabhängiger musikalischer Gestaltung, das Parodieverfahren und Bachs Experimente mit der musikalischen Reprise. Im modularisierten Grundstudium ist dieses Proseminar für die Kategorie „Einführung in Terminologie und Techniken der Analyse“ verwendbar.


Übungen

31 610 Texte zur Theorie der Sonatenform [MUWI M03/M07]
2st., Fr 11–13 Uhr, Beginn: 23.04.2004
Berlinghoff PT 4.0.47
Beinahe selbstverständlich verwenden wir heute Begriffe wie Exposition, Durchführung, Reprise, 1. und 2. Thema zur Beschreibung und Klassifizierung formaler Abschnitte in Sonaten- oder Symphoniesätzen des 18. und 19. Jahrhunderts, ohne zu hinterfragen, ob deren Anwendung überhaupt sinnvoll ist oder auch nur ansatzweise den Vorstellungen des jeweiligen Komponisten entspricht. Anhand der Lektüre von ausgewählten Texten zur Sonatentheorie soll versucht werden, die Entwicklung und den Wandel der auf die so genannte Sonatenhauptsatzform bezogenen Terminologie nachzuvollziehen. Durch Einbeziehen von Noten- und Hörbeispielen sollen darüber hinaus Unterschiede zwischen theoretischem Überbau und musikalischer „Umsetzung“ diskutiert werden.
Für Studierende, die im Rahmen des modularisierten Studiengangs Leistungspunkte für die beiden Basismodule Werk- und Partiturkunde benötigen, findet am Ende des Semesters eine kurze mündliche Prüfung statt. Nach Absprache mit der Dozentin kann in dieser Übung auch ein Proseminarschein für die Basismodule Grundbegriffe und Arbeitstechniken („Einführung in Terminologie und Techniken der Analyse“) erworben werden. Die Voraussetzungen hierfür sind das Halten eines Referates und dessen schriftliche Ausarbeitung.
Zur Einführung wird die Lektüre des Artikels Sonatenform von Markus Bandur in MGG2, Sachteil, Bd. 8, Kassel u. a. 1998, Sp. 1607ff., empfohlen.

 
31 611 Repertoirekunde: Symphonik des 19. Jahrhunderts [MUWI M03/M07]
2st., Di 16–18 Uhr, Beginn: 20.04.2004
Horn PT 4.0.47
Wir werden uns in diesem Semester vertraut machen mit den symphonischen Hauptwerken des 19. Jahrhunderts: den Symphonien Beethovens, Schuberts, Mendelssohns und Schumanns, den symphonischen Werken von Berlioz und Liszt, den Symphonien von Brahms und Bruckner, schließlich von Tschaikowsky, Saint-Saëns und Franck. Ein Seitenblick soll den Sinfonien von Joachim Raff gelten. Es ist klar, dass pro Woche nur EIN Werk (dieses aber ganz!) ausführlicher behandelt werden kann. Daraus resultiert die Notwendigkeit der Erarbeitung von Rahmeninformationen im „guten Konzertführerstil“, die von den Teilnehmern erwartet wird. Die Teilnahme an der Übung kann bei Bedarf im Sinne von „Partiturkunde/Partiturspiel“ anerkannt werden (betrifft nur Studierende nach der alten Prüfungsordnung).
Hinweise zur Vorbereitung: Lektüre von Personenartikeln in den Standardlexika (vorzugsweise The New Grove Dictionary of Music and Musicians, London u. a. 2001, oder – soweit schon erschienen – MGG in der neuen Auflage).

 
31 612 Fidelio F. Finke – Walther Hensel (Julius Janiczek): Artifizielles versus Musikfolklore in der Ersten Tschechoslowakischen Republik [MUWI M03/M07]
1st., Fr 14-16 Uhr, Beginn: 23.04.2004
Fuchs PT 2.0.4
Die Übung geht auf die Situation der Musikentwicklung von 1900 bis 1945 in den böhmischen Ländern (ab 1918 der Tschechoslowakischen Republik) ein. Anhand zweier überregional bekannten Künstlerpersönlichkeiten werden konträre künstlerische Entwicklungen nachvollziehbar dargestellt.
Das avantgardistische kompositorische Euvre Finkes steht neben dem literarisch-musikalisch mythischen Folklorismus Walther Hensels und wird vor diesem Hintergrund zu untersuchen sein. Daneben geht die Übung musikpolitischen Fragen dieser Zeit nach.

 
neu Pierre Boulez [MUWI M03/M07]
2st., Mi 9–11 Uhr, Beginn: 21.04.2003
Kleinertz PT 4.0.47
Pierre Boulez (*1925) gilt als einer der zentralen Komponisten in der jüngeren Musikgeschichte und erlangte zudem als Dirigent – nicht zuletzt des ‚Jahrhundert-Rings‘ 1976 in Bayreuth – internationales Ansehen. Die Übung soll mit der Analyse ausgewählter Werke und der Lektüre wichtiger Aufsätze einen Überblick über das kompositorische Schaffen und die Schriften von Pierre Boulez vermitteln.

Einführende Literatur: Thomas Bösche, Artikel Boulez, in: MGG2, Personenteil, Bd. 3, Kassel u. a. 2000, Sp. 530–545.


 
31 613 Partiturkunde und Notensatz [MUWI M03/M07]
2st., Mo 9–11 Uhr, Beginn: 19.04.2004
Buckland PT 4.0.47
In diesem Kurs wenden wir uns Fragen der Notation seit 1700 zu: vor allem, welche Informationen sich aus einer Orchesterpartitur holen lassen. Nach einer kurzen Einführung in die Formanalyse (aus der Sicht eines Dirigenten) besprechen wir Fragen der harmonischen Analyse und der Analyse von Klanggewebe. Wir vergleichen die Partituren aus Bachs Zeiten mit denen von 1900. Wir reduzieren Orchesterpartituren auf vier bzw. zwei Systeme und bearbeiten die Stücke für andere Ensembles.
Wir wohnen einigen Proben des Universitätsorchesters bei und diskutieren unsere Erlebnisse. Es gibt eine Einführung in die Kunst des Partiturspiels am Klavier und Hinweise zur Lösung der Probleme der musikalischen Stenographie (Akkordsymbole und Generalbass). Auch werden Partituren für andere Ensembles (Chor, Streichquartett, Bläserquintett, Band, Bigband, usw.) besprochen.

 
31 614 Generalbassspiel
1st., Di 8–9 Uhr, Beginn: 20.04004
Buckland PT 4.0.47
IEinführung in die Generalbass-Techniken des 17. und 18. Jahrhunderts sowie die Akkord-Symbole des 20. Jahrhunderts. Die Übung schließt mit einer Klausur.

 
31 615 Partiturlesen
1st., Di 9–10 Uhr, Beginn: 20.04.2004
Buckland PT 4.0.47
Einführung in die Partituren des 16. und 17. Jahrhunderts sowie die Orchesterpartituren der Klassik und Romantik. Umgang mit alten Schlüsseln, transponierenden Instrumenten, Chorpartituren, Klavierauszügen, Opernpartituren, usw. Die Übung schließt mit einer Klausur.

 
31 616 Stylistic Studies [MUWI M03/M07]
1st., Mo 11-12 Uhr, Beginn: 19.04.2004
Buckland PT 4.0.47
Harmonie- und Kontrapunktübungen im Stil der „alten Meister“. Wir ergänzen fehlende Takte von verschiedenen Komponisten und vergleichen mit dem Original.

 
31 622 Dirigierkurs (offen für alle Fakultäten)
1st., Mo 15–16 Uhr, Beginn: 21.04.2004
Buckland M 01
Eine Einführung in die Theorie des Ensemble-, Chor- und Orchesterleitens. Schlagtechnik. Das Aneignen von Partituren. Dieser Kurs bereitet eine Blockveranstaltung vor, die mit dem Universitätsorchester stattfinden wird.

 
31617 Harmonielehre II [MUWI M04/M08]
2st., Mi 14-16 Uhr, Beginn: 21.04.2004
Fuchs PT 4.0.47
Anschließend an die Übung Harmonielehre I geht es um die weitere Vermittlung von funktionalen Zusammenhängen im Rahmen der „Dur-Moll“-tonalen Harmonik und den dazugehörigen Bezeichnungen. Neben dem Ausbau von Fertigkeiten zum eigenständigen Satz bis hin zur enharmonischen Modulation stehen vor allem Analysen zu Werken der Wiener Klassik bis zur Moderne um 1909.

Literatur: Wilhelm Maler, Beitrag zur durmolltonalen Harmonielehre, 2 Bde., u. a. München 1994.


 
31618 Kontrapunkt II [MUWI M04/M08]
2st., M0 14-16 Uhr, Beginn: 19.04.2004
Fuchs PT 4.0.47
Anschließend an die Übung Kontrapunkt I geht es um die Weiterführung der Regeln im polyphonen Satz bis zum vierstimmigen „blühenden Kontrapunkt“ nach Johann Joseph Fux. Darüber hinaus werden Fertigkeiten zur Textbehandlung (Vokalpolyphonie), Kadenz-Ausschmückung, zu abweichenden Schlüssen und zu Imitations- und Kanonkünsten bis zur Fugendisposition vermittelt.

Literatur: Johann Joseph Fux, Die Lehre vom Kontrapunkt, Übersetzung und Erläuterung durch Alfred Mann, Celle 1938; Thomas Daniel, Kontrapunkt. Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts, Köln 1997.

31 619, 31620 Harmonische Analyse I und Harmonische Analyse III
- Diese Kurse müssen leider entfallen!!! - 
Bruach PT 4.0.47

 
31659 Gehörbildung II [MUWI M03/M07]
1st., 2 Gruppen, Di 10–11 Uhr, 11–12 Uhr, Beginn: 20.04.2004
Eglhuber M 26
Adressaten/Ausbildungsbereich: U, M
Voraussetzungen: Erfolgreicher Besuch von Gehörbildung I
Inhalte: 1. Hördisziplinen: Melodiehören (tonal), Zweistimmigkeit (Intervalle, einfache Sätze), Harmonisches Hören (Akkorde, einfache Akkordverbindungen), Rhythmus (u. a. Jazzrhythmik), Formstrukturen. 2. Anwendungen: Notation, Vomblattsingen, Nachspielen, Fehler & Veränderungen hören, Werkhören (Höranalyse).

Einführende Literatur: C. Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel 1983/1990; R. Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung 1, Kassel 61989. 


Kolloquium

31 618 Kolloquium zu aktuellen Forschungsproblemen 
2st., Do 17-19, Beginn: wird am „Schwarzen Brett“ bekanntgegeben
Horn  PT 4.0.47
Die Teilnahme am Kolloquium steht grundsätzlich allen Studierenden offen. Neben der Vorstellung von Arbeitsvorhaben der Teilnehmer wollen wir versuchen, uns anhand des Bucheingangs bei der Musikforschung einen strukturierten Überblick über die gegenwärtige musikwissenschaftliche Produktion zu verschaffen.


Ensembles für Hörer aller Fakultäten

 
31718 Universitätsorchester
3st., Mi 19–22 Uhr
Buckland M 28
Das Universitätsorchester ist ein Symphonieorchester mit über 100 Mitgliedern. In jedem Semester wird ein großes Konzert im Audimax veranstaltet. Zusätzliche Auftritte finden bei Universitätsfeiern und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Städten in der Umgebung statt. Das Repertoire der letzten Semester umfaßte u. a. Beethovens 8. Symphonie und Brahms’ 3. Symphonie. Eine Partnerschaft mit dem Universitätsorchester in Clermont-Ferrand wird vom städtischen Kulturamt unterstützt. 
Die Aufnahme erfolgt nach erfolgreichem Vorspiel in Raum M 01 (Musikpavillon, Seybothstr. 2) zu Beginn des Semesters (bitte Aushänge beachten).
Das Universitätsorchester findet sich auch im Internet unter www.uni-regensburg.de/Uni/Orchester/index.html

 
31719 Universitätschor
2st., Mo 19–21 Uhr
Kroll Keplersaal, Ernst-Reuter-Platz
Der Universitätschor steht allen Studierenden und Angehörigen der Universität und der Fachhochschule offen. In den Proben werden Werke aller Stilepochen von großen Oratorien bis zu A-cappella-Musik erarbeitet, wobei jedes Semester mit einem Konzert abschließt. Diese Aufführungen haben im Regensburger Konzertleben inzwischen einen festen Platz. Immer wieder finden auch Konzerte außerhalb von Regensburg und Reisen statt.
Der neueste Probenplan findet sich im Internet unter www.unichor-regensburg.de/.


Stand: 3. Mai 2004