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Einführungsveranstaltung
für Studierende der Musikwissenschaft
Montag, 11. April 2004, 12.15
Uhr im Tonstudio (PT 4.0.47)
| Zeit | Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag |
| 8-10 | Ü Partiturkunde (Buckland) 9-10 | Ü Generalbassspiel (Buckland) 9-10 | Ü Programmheftgestaltung (Berlinghoff-Eichler) 14tgl., 8.30-10.00 | Ü Musikalische Analyse 8.30-10.00 (Kleinertz) | - |
| 10-12 | V Messiaen (Hiley)
Ü Stylistic Studies (Buckland) |
PS C. Ph. E. Bach (Horn)
ÜPartiturspiel (Buckland) |
V Allg. Musikgeschichte III (Horn) | HS Musikalische Edition (Horn) | Ü Repertoirekunde
Oratorium 19. Jh.
(Berlinghoff-Eichler) |
| 12-14 | - | V Verschollene Musik (Kleinertz) | Ü Interpretationsvergleiche (Horn) | HS Gustav Mahler (Kleinertz) | - |
| 14-16 | Ü Kontrapunkt II (Pfisterer) | PS Jacob Obrecht (Pfisterer) | Ü Harmonielehre
II (Pfisterer)
Ü Werkeinführungen (Hiley) dreiwöchentlich, 14-17 Ü zur Vorlesung Allgemeine Musikgeschichte III (Horn) dreiwöchentlich, 14-17 Ü Dirigierkurs (Buckland) 15-16 |
V Schuberts Liederzyklen (Gmeinwieser) |
|
| 16-18 | V Music in England IV (Hiley) | HS Gesangszyklen (Hiley) | - | Kolloquium (Hiley) | - |
| Die Vorlesung ist Teil des viersemestrigen Zyklus von Überblicksvorlesungen.
„Barock“ und „Klassik“ sind lediglich Orientierungsmarken, die einen Zeitraum
bezeichnen, in dem sich die Geschichtlichkeit der Musik nicht nur in einem
Zeitstil, sondern zunehmend im Schaffen herausragender Komponisten manifestiert,
die zwar in einer Epoche leben, in ihr aber nicht aufgehen. Der Blick der
Musikgeschichtsschreibung ist bis um 1670 fixiert auf zwei große
Komponisten: Claudio Monteverdi (1567–1643) und Heinrich Schütz (1585–1672).
Da aber spätestens um 1680 mit den Werken Arcangelo Corellis (1653–1713)
ein ganz anderer, instrumental geprägter Ton in weit verbreiteten
Musikdrucken anzutreffen ist, wird auch nach Sein und Werden dieses Neuen
zu fragen sein, das den Prozess einer zunehmenden Verselbständigung
und Aufwertung der Instrumentalmusik einleitet oder intensiviert, der in
Johann Sebastian Bach (1685–1750) einen ersten Abschlus gefunden hat. Bach
war ein Vollender, dessen Werk schon mangels Verbreitung nur wenig unmittelbare
(dafür umso mehr mittelbare) Wirkung entfaltet hat. Die Symphonik
der Mannheimer Schule und Joseph Haydns hat andere Wurzeln, und die repräsentative
öffentliche Musikform der Oper in französischer und insbesondere
in italienischer Gestalt verbindet gleichsam an Bach vorbei den Anfang
des 18. Jahrhunderts mit seinem Ende: Wolfgang Amadeus Mozarts Musik ist
ohne Italien nicht denkbar. Es wäre leicht, dieser Skizze das Konzept
einer vermeintlich überholten Heroengeschichtsschreibung zu unterstellen.
Der Sinn einer Musikgeschichtsvorlesung besteht aber – neben der Vermittlung
von Überblickswissen – auch darin, einen Entwurf zu bieten, an dem
sich mögliche Gegenentwürfe reiben können.
Der Erwerb von 4 Leistungspunkten ist nach einem Feedback-Gespräch am Semesterende möglich. Die Veranstaltung wendet sich auch an Studierende von LA Gym/RS. Begleitende Literatur: Werner Braun, Die Musik des 17. Jahrhunderts, Laaber 1981 (Neues Handbuch der Musikwissenschaft 4); als älterer, aber kenntnisreicher und anregender Entwurf: Manfred F. Bukofzer, Music in the Baroque Era from Monteverdi to Bach, New York 1947 [auch spätere Auflagen]; Die Musik des 18. Jahrhunderts, hrsg. von Carl Dahlhaus, Laaber 1985 (Neues Handbuch der Musikwissenschaft 5); Peter Schleuning, Der Bürger erhebt sich. Geschichte der deutschen Musik im 18. Jahrhundert, korrigierte und durchgesehene Neufassung, Stuttgart u. a. 2000. |
| Im Mittelpunkt von Franz Schuberts Schaffen steht das Lied; durch ihn
wird es zu einer zentralen Erscheinung der Kunstmusik. Bei der Besprechung
der einzelnen Lieder wird das strukturelle Verhältnis von Sprache
und Musik untersucht und versucht, das Schubert Eigene gegenüber
dem bekannte klassischen Lied wienerischer Provenienz herauszustellen und
von den Charakteristiken der Instrumentalmusik abzusetzen. Zuletzt soll
die Frage gestellt werden, warum diese Musik heute noch den Zuhörer
anspricht.
Literatur: Thrasybulos Georgiades, Schubert. Musik und Lyrik, Göttingen 1967; Arnold Feil, Franz Schubert. Die schöne Müllerin. Winterreise, Stuttgart 1975; Otto Ernst Deutsch, Franz Schubert. Die Dokumente seines Lebens, Kassel u. a. 1964. |
| Olivier Messiaen, der eine weitgehend originale und kaum nachgeahmte musikalische Sprache herausgearbeitet hat, jedoch einen bedeutenden Einfluss auf jüngere Komponisten wie Pierre Boulez und Karlheinz Stockhausen ausübte, zählt zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Im Laufe einer Übersicht über seine Werke – Orgel-, Klavier- u. Orchesterwerke, Liederzyklen, die Oper Saint François d’Assise – werden nicht nur Aspekte der Kompositionstechnik Messiaens (rhythmische Schemata, Skalen, Vogelgesang), sondern auch seine religiösen und ästhetischen Ideen erörtert. |
| Musikgeschichte ist üblicherweise die Geschichte von überlieferter
Musik. Nur bei Komponisten, deren Bedeutung durch überlieferte Werke
eindeutig feststeht – wie beispielsweise im Falle Johann Sebastian Bachs
–, taucht auch die Frage nach verschollenen Werken auf, bis hin zum Versuch,
Verlorenes zu rekonstruieren.
In der Vorlesung sollen zunächst die Mechanismen der Überlieferung dargestellt werden: Warum sind bestimmte Komponisten, Gattungen, Regionen gut repräsentiert, und warum sind andere kaum oder gar nicht mehr präsent. Welche Rolle spielt hierbei die Frage nationaler Identität oder die Existenz eines praktischen oder ideologischen Bedarfs an bestimmten Werken. Des Weiteren sollen Komponisten vorgestellt werden, deren Œuvre in besonderem Maße von Verlusten betroffen zu sein scheint. Schließlich wird spekulativ die Frage zu stellen sein, ob und wie die Musikgeschichte auch anders hätte verlaufen können. Gab und gibt es notwendige Entwicklungen in der Musik oder ist Musikgeschichte das Ergebnis von Zufällen? |
| Im Gegensatz zum Gregorianischen Choral für die Messe sind die Gesänge für das Stundengebet des Mittelalters (Matutin, Lauden, Vesper, usw.) weniger erforscht worden. Dies gilt insbesondere für die neueren Gesänge, die erst nach der Festlegung des Grundrepertoires, also ab dem 9. Jahrhundert, komponiert wurden. Für zahlreiche Lokalheilige wurden Offizien geschrieben, deren Musik neue kompositorische Tendenzen und Vorstellungen im Choral bezeugt. Außerdem bilden sie markante Beispiele für die Verehrung von Heiligen, zu deren Ehre neue Kirchengebäude errichtet und die gleichzeitig in der Plastik und Malerei gefeiert wurden. Die liturgische Funktion und die textliche und musikalische Machart der „Historiae“ wird im Seminar anhand ausgewählter Beispiele besprochen. Studierende haben die Gelegenheit, selbst Gesänge zu übertragen und vorzustellen. Unter den zu bearbeitenden Beispielen sind die Offizien für folgende Heilige: Ulrich und Afra v. Augsburg, die Stadtheilige von Regensburg, Thomas v. Canterbury, Franciscus, Dominicus, Kaiser Karl d. Gr., König Stephan v. Ungarn u. v. a. |
| Ein Überblick über Verlage und Verlagsprogramme sowie über
die „wissenschaftlichen“ Editionsprojekte der Vergangenheit und Gegenwart
(Gesamtausgaben, Denkmälerausgaben) und deren Editionsrichtlinien
wird als Hintergrund für die eigenen Bemühungen um die Erstellung
von (potentiellen) Druckvorlagen dienen.
An einem konkreten Beispiel wollen wir die verschiedenen Aspekte des Edierens kennenlernen und diskutieren (Stimmensatz zu Johann Valentin Meder, 1649 1719: Motetto. Leben wir so leben wir dem Herrn, Sterben wir so sterben wir dem Herrn à 8. quatro voci e quatro stromenti). Parallel zu diesem Übungsmaterial möchte ich versuchen, ein (anderes) Werk tatsächlich druckreif zu machen. Sollte es zu einer Edition kommen, würde dies allerdings voraussetzen, daß die Teilnehmenden auch über das SS 2005 hinaus bereit wären, „am Ball zu bleiben“. Denn das Korrekturlesen ist ein wesentlicher Teil des Editionsgeschäfts. Es kann natürlich erst dann stattfinden, wenn die Noten vom Verlag hergestellt worden sind, was erfahrungsgemäß mindestens ein halbes Jahr dauert. Schließlich sollten wir das Seminar auch dazu nutzen, uns in ein Notenprogramm am Computer einzuarbeiten. Ich empfehle capella 2004, das ein unerreichtes Preis-/Leistungsverhältnis bietet (bei mindestens fünf studentischen Bestellern kostet es 48 Euro statt 148 Euro!). Die Veranstaltung kann auch als Proseminar nach Modul MUWI M02/06 belegt werden (nur Wahlpflicht). Literatur: Musikalische Edition im Wandel des historischen Bewußtseins, hrsg. von Thrasybulos G. Georgiades, Kassel u. a. 1971 (Musikwissenschaftliche Arbeiten 23); Herbert Chlapik, Die Praxis des Notengraphikers, Wien/München 1987 (Kopie des vergriffenen Buches wird bereitgestellt); Editionsrichtlinien Musik, hrsg. von Bernhard R. Appel und Joachim Veit, Kassel u. a. 2000 (Musikwissenschaftliche Arbeiten 30). |
| Die Rezeption der Symphonien Gustav Mahlers litt nicht erst unter dem
Nationalsozialismus, der Mahler vollständig von den Konzertprogrammen
verbannte. In ihrem Nebeneinander von „schönen Stellen“ und avancierter
Musiksprache standen Mahlers Symphonien immer schon im Verdacht reiner
Äußerlichkeit und eines Mangels an handwerklicher Gediegenheit.
Im Seminar werden zunächst die Entstehung und die Gestalt der Symphonien im Vordergrund stehen. Abschließend soll auch die Rezeption, insbesondere in der frühen Sowjetunion und die „Wiederentdeckung“ nach dem Zweiten Weltkrieg angesprochen werden. |
| Als begleitendes und vertiefendes Seminar zur Allgemeinen. Musikgeschichte
geeignet! Obwohl Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) selbst angab, als
Lehrmeister in der Komposition nur seinen Vater gehabt zu haben, scheint
seine Musik in weiten Teilen einer anderen Welt anzugehören. Dieser
Eindruck soll zunächst analytisch überprüft und differenziert
werden, wobei verschiedene Analyseverfahren in ihren Voraussetzungen und
Erkenntnismöglichkeiten zu erörtern sind. Aus technischen Gründen
wird man dabei von der Klaviermusik ausgehen. Wenn man aber nach der „neuen
Welt“ fragt, der C. P. E. Bachs Musik angehört oder die sie gar miterschafft,
dann wird man Verbindungslinien zu anderen musikgeschichtlichen Entwicklungen
des 18. Jahrhunderts aufsuchen müssen. Der Blick muss spätestens
hier über den Bereich der solistischen Klaviermusik hinausgehen. Das
Seminar möchte zudem einen Überblick über den Stand der
seit einigen Jahren besonders intensiv blühenden Forschung vermitteln
und dabei (unter fairer Einbeziehung älterer Arbeiten) kritisch fragen,
ob und wie sie unser Bild vom „Originalgenie“ Bach verändert hat.
Dabei geht es auch um die schwierige Frage, wo fruchtbares Land für
eigene Forschungen liegen könnte.
Das Seminar steht grundsätzlich auch Studierenden in den Anfangssemestern offen, sofern sie über Grundfertigkeiten im Analysieren verfügen oder bereit sind, sich diese selbständig anzueignen. Die Teilnehmer sollten ein Referat übernehmen und (wenn ein Schein gewünscht wird) eine Hausarbeit anfertigen; die Anforderungen sind nach den Verwendungszwecken der Scheine gestuft. Die Veranstaltung, die auch als Hauptseminar gewertet werden kann, zählt im Grundstudium zum Wahlbereich. Bei Bedarf können 6 Leistungspunkte für den Analyse-Pflichtbereich erworben werden. Sie wendet sich auch an Studierende der Lehrämter Gymnasium und Realschule. Zur Einführung geeignete Literatur: Hans-Günther Ottenberg, Carl Philipp Emanuel Bach, Leipzig 1982 (liegt auch in weiteren Ausgaben vor); Günther Wagner/Ulrich Leisinger, Art. Bach, Carl Philipp Emanuel, in: MGG2, Personenteil 1, Kassel u. a. 1999, Sp. 1312–1358 |
| Im Juli 1505 starb im Pestspital zu Ferrara ein arbeitsloser Musiker,
Jacob Obrecht aus Gent. Dieses an sich alltägliche Ereignis gibt den
Anlass für eine nähere Beschäftigung mit der kompositorischen
Hinterlassenschaft dieses Mannes, die zu den Höhepunkten der musikalischen
Renaissance gehört. In den letzten 20 Jahren sind zahlreiche neue
Erkenntnisse über Leben und Werk Obrechts gewonnen worden. Neben einem
allgemeinen Überblick über das Material soll die Auseinandersetzung
mit der neueren Forschung Bestandteil des Seminars sein.
Für die Teilnahme sind Grundkenntnisse im Kontrapunkt wünschenswert. Literatur: Rob Wegman, Born for the Muses: The Life and Masses of Jacob Obrecht, Oxford 1994; Ludwig Finscher, Art.Obrecht, Jacob, in: MGG2, Personenteil 12, Kassel u. a. 2004, Sp.1257-1272. |
| Ziel dieser Veranstaltung ist die Erweiterung der Repertoirekenntnisse
auf dem Gebiet des geistlichen und ‚weltlichen‘ Oratoriums des 19. Jahrhunderts.
Ausgehend von einem kurzen Überblick über die Entwicklung der
Gattung sollen die Oratorien einzelner Komponisten unter Einbeziehung biographischer,
analytischer und ästhetischer Aspekte in kurzen Referaten zusammengefasst
und vorgestellt werden. Auf dem Programm stehen Werke von Beethoven, Loewe,
Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Liszt u. a.
Voraussetzung für die Vergabe von Leistungspunkten im Rahmen der beiden Basismodule Werk- und Partiturkunde ist die Übernahme von Kurzreferaten. |
| In dieser vorwiegend praxisorientierten Übung sollen Einführungstexte und Bildmaterialien für die im Sommersemester 2005 stattfindenden Konzerte des Universitätsorchesters bzw. des Kammerorchesters der Universität zusammengestellt, erarbeitet und diskutiert werden. Sie wendet sich in erster Linie an Studierende ab dem 3. Semester. |
| 31 612 | Werkeinführungen
zur Vorlesung Music in England IV
1st., dreiwöchentlich nach Ansage, Mi 14-17 Uhr Teilnehmer: GS /HS Musikwissenschaft Verwendbar für: – Leistungsnachweis: – |
Hiley | PT 4.0.47 |
| Vgl. den Kommentar zur betreffenden Vorlesung. |
| 31 613 | Interpretationsvergleiche
von Musik
2st., Mi 12-14 Uhr, Beginn: 13.4.2005 Teilnehmer: GS /HS Musikwissenschaft Verwendbar für: MUWI 03/07 Leistungsnachweis: Referat (3 LP) |
Horn | PT 4.0.47 |
| Zunächst wollen wir uns mit dem Begriff der „musikalischen Interpretation“
auseinandersetzen und fragen, wie ein objektivierbarer Kriterienkatalog
und subjektive Empfindungen in ein möglichst plausibles Verhältnis
gebracht werden können. Neben der eigenen Anfertigung von Vergleichen
(im Wesentlichen werden es Aufnahmen auf CD sein) wird auch die Lektüre
berühmter und weniger berühmter Rezensionen eine Rolle spielen,
wobei sich vielleicht ein gewisses Gespür für Höhen und
Tiefen der Textsorte ergeben kann. Die Leistungspunkte werden nach Vortrag
einer schriftlich ausformulierten vergleichenden Rezension vergeben. Die
zu vergleichenden Stücke sollen dem „gängigen Konzertrepertoire“
entnommen werden, damit nicht der Interpretationsvergleich durch elementare
Fragen der Aufführungspraxis überlagert wird.
Literatur: Hermann Danuser, Art. Interpretation, in: MGG2, Sachteil 4, Kassel u. a. 1996, Sp. 1053–1069. |
| Diese Veranstaltung dient dazu, längere Werke vorzustellen und kennen zu lernen. Zugleich ist hier Raum für Diskussionen und Nachfragen. Die Werke werden im Anschluss an Vorlesung und Seminar ausgesucht. Es können auch einzelne Veranstaltungen besucht werden, da keine Teilnehmerlisten geführt und keine LP vergeben werden. |
| Jedes Musikstück erhebt den Anspruch, in irgendeiner Weise wahrgenommen zu werden. Diese Wahrnehmung mag eher beiläufig sein – wenn ein Musikstück beispielsweise als angenehmes „Geräusch“ empfunden wird –, sie kann sich in einer eher passiven Anregung bestimmter Gefühlszustände vollziehen („Träumerei“) oder von einem vertonten Text oder Programm leiten lassen. Doch schon Tanzmusik muß aktiv erkannt werden, um die richtigen – ebenfalls erst zu erlernenden – Schritte ausführen zu können. „Absolute Musik“ – wie man vor allem ausgedehnte Instrumentalstücke (Symphonien, Streichquartette, Klaviersonaten) zumeist zu nennen pflegt – setzt schließlich in ganz besonderem Maße analytisches Verstehen voraus. In der Übung sollen wichtige Stationen und Entwicklungen in der Geschichte der musikalischen Analyse bis heute vorgestellt werden. Diese sollen dann an ausgewählten Werken exemplifiziert werden, wobei die Frage der Angemessenheit für den zeitgenössischen Hörer und für uns heute zu stellen sein wird. |
| In diesem Kurs wenden wir uns Fragen der Notation seit 1700 zu: vor
allem, welche Informationen sich aus einer Orchesterpartitur holen lassen.
Nach einer kurzen Einführung in die Formanalyse (aus der Sicht eines
Dirigenten) besprechen wir Fragen der harmonischen Analyse und der Analyse
von Klanggewebe. Wir vergleichen die Partituren aus Bachs Zeiten mit denen
von 1900. Wir reduzieren Orchesterpartituren auf vier bzw. zwei Systeme
und bearbeiten die Stücke für andere Ensembles.
Wir wohnen einigen Proben des Universitätsorchesters bei und diskutieren unsere Erlebnisse. Es gibt eine Einführung in die Kunst des Partiturspiels am Klavier und Hinweise zur Lösung der Probleme der musikalischen Stenographie (Akkordsymbole und Generalbass). Auch werden Partituren für andere Ensembles (Chor, Streichquartett, Bläserquintett, Band, Bigband usw.) besprochen. |
| Eine Einführung in die Generalbass-Techniken des 17. und 18. Jahrhunderts sowie die Akkord-Symbole des 20. Jahrhunderts. Die Übung schließt mit einer Klausur. |
| Eine Einführung in die Partituren des 16. und 17. Jahrhunderts sowie die Orchesterpartituren der Klassik und Romantik. Umgang mit alten Schlüsseln, transponierenden Instrumenten, Chorpartituren, Klavierauszügen, Opernpartituren usw. Die Übung schließt mit einer Klausur. |
| Harmonie- und Kontrapunktübungen im Stil der "alten Meister". Wir ergänzen fehlende Takte bei verschiedenen Komponisten und vergleichen mit dem Original. |
| 31 620 | Dirigierkurs
1st., Mi 15–16 Uhr, Beginn: 13.4.2005 Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft; Hörer aller Fakultäten Verwendbar für: – Leistungsnachweis: – |
Buckland | M 01 |
| Eine Einführung in die Theorie des Ensemble-, Chor- und Orchesterleitens. Schlagtechnik. Das Aneignen von Partituren. Dieser Kurs bereitet eine Blockveranstaltung vor, die mit dem Universitätsorchester stattfinden wird. |
| 31621 | Kontrapunkt II
2st., Mo 14-16 Uhr, Beginn: 11.4.2005 Teilnehmer: GS Musikwissenschaft Verwendbar für: MUWI M04 (Pflichtbereich Nr. 4) Leistungsnachweis: Klausur (3 LP) |
Pfisterer | PT 4.0.47 |
| Fortsetzung der Übung Kontrapunkt I. Behandelt wird der dreistimmige Satz nach der Methode von J.J. Fux, sowie Typen des drei- und vierstimmigen Satzes im 16. Jahrhundert (Sukzessivkomposition, motettischer Satz). Die Übung schließt mit einer Klausur. |
| 31622 | Harmonielehre II
2st. Mi 14-16 Uhr, Beginn: 13.4.2005 Teilnehmer: GS Musikwissenschaft Verwendbar für: MUWI M04 (Pflichtbereich Nr. 3) Leistungsnachweis: Klausur (3 LP) |
Pfisterer | PT 2.0.4 |
| Fortsetzung der Übung Harmonielehre I. Gegenstände sind: Ausbau der Funktionstheorie (Modulation, Alterationen), Übungen im vierstimmigen Satz und harmonische Analyse verschiedenartiger Musikstücke. Die Übung schließt mit einer Klausur. |
| 31 623 | Kolloquium zu aktuellen Forschungsproblemen
2st., Do 16-18, Beginn: 21.4.2005 Teilnehmer: vorwiegend HS Musikwissenschaft Verwendbar für: Nachweispflicht nach der neuen Prüfungsordnung (3 LP) Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme und Vorstellung der Examensarbeit |
Hiley | PT 4.0.47 |
| Das Kolloquium steht allen interessierten Studierenden offen. In einigen Sitzungen werden in Arbeit befindliche Magisterarbeiten und Dissertationen sowie Forschungsprojekte der Lehrenden des Instituts für Musikwissenschaft vorgestellt. Ergänzend sollen wichtige Neuerscheinungen vorgestellt und besprochen werden. |
| 31715 | Universitätsorchester
3st., Mi 19–22 Uhr, Beginn: 4.2005 |
Buckland | M 28 |
| Das Universitätsorchester ist ein Symphonieorchester mit über
100 Mitgliedern. In jedem Semester wird ein großes Konzert im Audimax
veranstaltet. Zusätzliche Auftritte finden bei Universitätsfeiern
und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Städten in der Umgebung statt.
Das Repertoire der letzten Semester umfasste u. a. Mussorgskys Bilder
einer Ausstellung und Tschaikowskys Symphonie Nr. 5. Eine Partnerschaft
mit dem Universitätsorchester in Clermont-Ferrand wird vom städtischen
Kulturamt unterstützt.
Die Aufnahme erfolgt durch Vorspiel in Raum M 01 (Musikpavillon, Seybothstraße 2) zu Beginn des Semesters (bitte Aushänge beachten). Das Universitätsorchester findet sich auch im Internet unter www.uni-regensburg.de/Uni/Orchester/index.html |
| 31716 | Universitätschor
3st., Mo 19.45–22 Uhr, Beginn: 4.2005 |
Kroll | Keplersaal, E.-Reuter-Pl. |
| Der Universitätschor steht allen Studierenden und Angehörigen
der Universität und der Fachhochschule offen. In den Proben werden
Werke aller Stilepochen von großen Oratorien bis zu A-cappella-Musik
erarbeitet, wobei jedes Semester mit einem Konzert abschließt. Diese
Aufführungen haben im Regensburger Konzertleben inzwischen einen festen
Platz. Immer wieder finden auch Konzerte außerhalb von Regensburg
und Reisen statt.
Der neueste Probenplan findet sich im Internet unter www.unichor-regensburg.de/. |
Stand: 11. April 2005