Institut für Musikwissenschaft

Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis

Sommersemester 2005


 Vorlesungen - Hauptseminare - Proseminare - Übungen - Kolloquium - Ensembles

Einführungsveranstaltung für Studierende der Musikwissenschaft
Montag, 11. April 2004, 12.15 Uhr im Tonstudio (PT 4.0.47)


Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8-10 Ü Partiturkunde (Buckland) 9-10  Ü Generalbassspiel (Buckland) 9-10 Ü Programmheftgestaltung (Berlinghoff-Eichler) 14tgl., 8.30-10.00 Ü Musikalische Analyse  8.30-10.00 (Kleinertz) -
10-12 V Messiaen (Hiley)
Ü Stylistic Studies (Buckland)
PS C. Ph. E. Bach (Horn)
ÜPartiturspiel (Buckland)
V Allg. Musikgeschichte III (Horn) HS Musikalische Edition (Horn) Ü Repertoirekunde Oratorium 19. Jh.
(Berlinghoff-Eichler)
12-14 - V Verschollene Musik (Kleinertz) Ü Interpretationsvergleiche (Horn) HS Gustav Mahler (Kleinertz) -
14-16 Ü Kontrapunkt II (Pfisterer) PS Jacob Obrecht (Pfisterer) Ü Harmonielehre II (Pfisterer)
Ü Werkeinführungen  (Hiley) dreiwöchentlich, 14-17
Ü zur Vorlesung Allgemeine Musikgeschichte III (Horn) dreiwöchentlich, 14-17
Ü Dirigierkurs (Buckland) 15-16
V Schuberts Liederzyklen (Gmeinwieser)
-
16-18 V Music in England IV (Hiley) HS Gesangszyklen (Hiley) - Kolloquium (Hiley) -


Vorlesungen

31 600 Allgemeine Musikgeschichte III (Barock und Klassik)
2st., Mi 10–12 Uhr, Beginn: 13.4.2005
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft / LA Gym/RS
Verwendbar für: MUWI M01/05 (Pflichtbereich Nr. 3)
Leistungsnachweis: Feedback-Gespräch am Semesterende (4 LP)
Horn PT 2.0.4
Die Vorlesung ist Teil des viersemestrigen Zyklus von Überblicksvorlesungen. „Barock“ und „Klassik“ sind lediglich Orientierungsmarken, die einen Zeitraum bezeichnen, in dem sich die Geschichtlichkeit der Musik nicht nur in einem Zeitstil, sondern zunehmend im Schaffen herausragender Komponisten manifestiert, die zwar in einer Epoche leben, in ihr aber nicht aufgehen. Der Blick der Musikgeschichtsschreibung ist bis um 1670 fixiert auf zwei große Komponisten: Claudio Monteverdi (1567–1643) und Heinrich Schütz (1585–1672). Da aber spätestens um 1680 mit den Werken Arcangelo Corellis (1653–1713) ein ganz anderer, instrumental geprägter Ton in weit verbreiteten Musikdrucken anzutreffen ist, wird auch nach Sein und Werden dieses Neuen zu fragen sein, das den Prozess einer zunehmenden Verselbständigung und Aufwertung der Instrumentalmusik einleitet oder intensiviert, der in Johann Sebastian Bach (1685–1750) einen ersten Abschlus gefunden hat. Bach war ein Vollender, dessen Werk schon mangels Verbreitung nur wenig unmittelbare (dafür umso mehr mittelbare) Wirkung entfaltet hat. Die Symphonik der Mannheimer Schule und Joseph Haydns hat andere Wurzeln, und die repräsentative öffentliche Musikform der Oper in französischer und insbesondere in italienischer Gestalt verbindet gleichsam an Bach vorbei den Anfang des 18. Jahrhunderts mit seinem Ende: Wolfgang Amadeus Mozarts Musik ist ohne Italien nicht denkbar. Es wäre leicht, dieser Skizze das Konzept einer vermeintlich überholten Heroengeschichtsschreibung zu unterstellen. Der Sinn einer Musikgeschichtsvorlesung besteht aber – neben der Vermittlung von Überblickswissen – auch darin, einen Entwurf zu bieten, an dem sich mögliche Gegenentwürfe reiben können. 
Der Erwerb von 4 Leistungspunkten ist nach einem Feedback-Gespräch am Semesterende möglich.
Die Veranstaltung wendet sich auch an Studierende von LA Gym/RS.

Begleitende Literatur: Werner Braun, Die Musik des 17. Jahrhunderts, Laaber 1981 (Neues Handbuch der Musikwissenschaft 4); als älterer, aber kenntnisreicher und anregender Entwurf: Manfred F. Bukofzer, Music in the Baroque Era from Monteverdi to Bach, New York 1947 [auch spätere Auflagen]; Die Musik des 18. Jahrhunderts, hrsg. von Carl Dahlhaus, Laaber 1985 (Neues Handbuch der Musikwissenschaft 5); Peter Schleuning, Der Bürger erhebt sich. Geschichte der deutschen Musik im 18. Jahrhundert, korrigierte und durchgesehene Neufassung, Stuttgart u. a. 2000. 

31 601 Schuberts Liederzyklen
2st., Do 14-16 Uhr, Beginn: 14.4.2005
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft
Verwendbar für: MUWI M01 (Wahlbereich) / M05 
Leistungsnachweis: Prüfungsgespräch am Semesterende (4 LP)
Gmeinwieser PT 2.0.4
Im Mittelpunkt von Franz Schuberts Schaffen steht das Lied; durch ihn wird es zu einer zentralen Erscheinung der Kunstmusik. Bei der Besprechung der einzelnen Lieder wird das strukturelle Verhältnis von Sprache und Musik untersucht  und versucht, das Schubert Eigene gegenüber dem bekannte klassischen Lied wienerischer Provenienz herauszustellen und von den Charakteristiken der Instrumentalmusik abzusetzen. Zuletzt soll die Frage gestellt werden, warum diese Musik heute noch den Zuhörer anspricht.

Literatur: Thrasybulos Georgiades, Schubert. Musik und Lyrik, Göttingen 1967; Arnold Feil, Franz Schubert. Die schöne Müllerin. Winterreise, Stuttgart 1975; Otto Ernst Deutsch, Franz Schubert. Die Dokumente seines Lebens, Kassel u. a. 1964.

31 602 Music in England IV: 19th and 20th century (in englischer Sprache) 
2st., Mo 16-18, Beginn: 11.4.2005
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft / Anglistik / SE Großbritannienstudien
Verwendbar für: MUWI M01/05 (Wahlbereich)
Leistungsnachweis: Prüfungsgespräch am Semesterende (4 LP)
Hiley PT 2.0.4
Wie in der zweiten Hälfte des 18. so auch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Leistungen englischer Komponisten von denen ausländischer Meister (vor allem Mendelssohn) überschattet. Auf der Bühne regierte die italienische Oper (Wagners Holländer z. B. wurde für London ins Italienische übersetzt). Das rege Musikleben, nicht zuletzt im Bereich des Oratoriums, dessen Tradition seit Händels Zeit fest etabliert war, wurde erst durch C. H. H. Parry (1848–1918), C. V. Stanford (1852–1924) und Edward Elgar (1857–1934) mit unumstrittenen Meisterwerken von Engländern selbst bereichert. Bis in die 1930er-Jahre erlebte die englische Musik einen goldenen romantischen Spätsommer eigener Prägung, zu dem insbesondere Frederick Delius (1862–1934) und Arnold Bax (1883-1952) beitrugen, wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise. Das Schaffen Ralph Vaughan Williams’ (1872–1958) war z. T. von seinem Engagement für die Volksliedforschung und die Musik der Tudorzeit geprägt. Obwohl das Musikleben in England beinahe immer ausgesprochen kosmopolitisch war und ist, wurden Werke englischer Komponisten erst im späteren 20. Jahrhundert nicht mehr als ‚insular‘ von außerhalb betrachtet, ein Verdienst vor allem Benjamin Brittens (1913–1972) und Michael Tippetts (1905–1998). Die Interessen und Stilrichtungen, die in den Werken von Peter Maxwell Davies und Harrison Birtwistle (beide geb. 1934) und noch jüngeren Komponisten spürbar sind, sind primär in einem internationalen Kontext zu verstehen.
Die Vorlesung wendet sich an Studierende der Fächer Musikwissenschaft, Anglistik und der Studieneinheit Großbritannienstudien.
31 603 Olivier Messiaen (1905-1992)
2st., Mo 10-12 Uhr, Beginn: 11.4.2005
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft
Verwendbar für: MUWI M01 (Wahlbereich) /M05 
Leistungsnachweis: Prüfungsgespräch am Semesterende (4 LP)
Hiley PT 2.0.4
Olivier Messiaen, der eine weitgehend originale und kaum nachgeahmte musikalische Sprache herausgearbeitet hat, jedoch einen bedeutenden Einfluss auf jüngere Komponisten wie Pierre Boulez und Karlheinz Stockhausen ausübte, zählt zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Im Laufe einer Übersicht über seine Werke – Orgel-, Klavier- u. Orchesterwerke, Liederzyklen, die Oper Saint François d’Assise – werden nicht nur Aspekte der Kompositionstechnik Messiaens (rhythmische Schemata, Skalen, Vogelgesang), sondern auch seine religiösen und ästhetischen Ideen erörtert.
31 604 Verschollene Musik
2st., Di 12–14 Uhr, Beginn: 12.4.2005
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft
Verwendbar für: MUWI M01 (Wahlbereich) / M05 
Leistungsnachweis: Prüfungsgespräch am Semesterende (4 LP)
Kleinertz PT 2.0.4
Musikgeschichte ist üblicherweise die Geschichte von überlieferter Musik. Nur bei Komponisten, deren Bedeutung durch überlieferte Werke eindeutig feststeht – wie beispielsweise im Falle Johann Sebastian Bachs –, taucht auch die Frage nach verschollenen Werken auf, bis hin zum Versuch, Verlorenes zu rekonstruieren.
In der Vorlesung sollen zunächst die Mechanismen der Überlieferung dargestellt werden: Warum sind bestimmte Komponisten, Gattungen, Regionen gut repräsentiert, und warum sind andere kaum oder gar nicht mehr präsent. Welche Rolle spielt hierbei die Frage nationaler Identität oder die Existenz eines praktischen oder ideologischen Bedarfs an bestimmten Werken.
Des Weiteren sollen Komponisten vorgestellt werden, deren Œuvre in besonderem Maße von Verlusten betroffen zu sein scheint. Schließlich wird spekulativ die Frage zu stellen sein, ob und wie die Musikgeschichte auch anders hätte verlaufen können. Gab und gibt es notwendige Entwicklungen in der Musik oder ist Musikgeschichte das Ergebnis von Zufällen?


Hauptseminare

31 605 Gesangszyklen („Historiae“) zu Ehren der Heiligen im Mittelalter
2st., Di  16-18, Beginn: 12.40.2005
Teilnehmer: HS Musikwissenschaft
Verwendbar für: Bereich der Älteren Musikgeschichte
Leistungsnachweis: Referat und Hausarbeit (12 LP)
Hiley PT 2.0.4
Im Gegensatz zum Gregorianischen Choral für die Messe sind die Gesänge für das Stundengebet des Mittelalters (Matutin, Lauden, Vesper, usw.) weniger erforscht worden. Dies gilt insbesondere für die neueren Gesänge, die erst nach der Festlegung des Grundrepertoires, also ab dem 9. Jahrhundert, komponiert wurden. Für zahlreiche Lokalheilige wurden Offizien geschrieben, deren Musik neue kompositorische Tendenzen und Vorstellungen im Choral bezeugt. Außerdem bilden sie markante Beispiele für die Verehrung von Heiligen, zu deren Ehre neue Kirchengebäude errichtet und die gleichzeitig in der Plastik und Malerei gefeiert wurden. Die liturgische Funktion und die textliche und musikalische Machart der „Historiae“ wird im Seminar anhand ausgewählter Beispiele besprochen. Studierende haben die Gelegenheit, selbst Gesänge zu übertragen und vorzustellen. Unter den zu bearbeitenden Beispielen sind die Offizien für folgende Heilige: Ulrich und Afra v. Augsburg, die Stadtheilige von Regensburg, Thomas v. Canterbury, Franciscus, Dominicus, Kaiser Karl d. Gr., König Stephan v. Ungarn u. v. a. 
31 606 Musikalische Edition in Theorie und Praxis
2st., Do 10-12 Uhr, Beginn: 14.4.2005
Teilnehmer: HS/GS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: im GS für MUWI M02 (Wahlbereich)
Leistungsnachweis: Referat und Hausarbeit (HS: 12 LP, GS: 6 LP)
Horn PT 4.0.47
Ein Überblick über Verlage und Verlagsprogramme sowie über die „wissenschaftlichen“ Editionsprojekte der Vergangenheit und Gegenwart (Gesamtausgaben, Denkmälerausgaben) und deren Editionsrichtlinien wird als Hintergrund für die eigenen Bemühungen um die Erstellung von (potentiellen) Druckvorlagen dienen. 
An einem konkreten Beispiel wollen wir die verschiedenen Aspekte des Edierens kennenlernen und diskutieren (Stimmensatz zu Johann Valentin Meder, 1649 1719: Motetto. Leben wir so leben wir dem Herrn, Sterben wir so sterben wir dem Herrn à 8. quatro voci e quatro stromenti).
Parallel zu diesem Übungsmaterial möchte ich versuchen, ein (anderes) Werk tatsächlich druckreif zu machen. Sollte es zu einer Edition kommen, würde dies allerdings voraussetzen, daß die Teilnehmenden auch über das SS 2005 hinaus bereit wären, „am Ball zu bleiben“. Denn das Korrekturlesen ist ein wesentlicher Teil des Editionsgeschäfts. Es kann natürlich erst dann stattfinden, wenn die Noten vom Verlag hergestellt worden sind, was erfahrungsgemäß mindestens ein halbes Jahr dauert.
Schließlich sollten wir das Seminar auch dazu nutzen, uns in ein Notenprogramm am Computer einzuarbeiten. Ich empfehle capella 2004, das ein unerreichtes Preis-/Leistungsverhältnis bietet (bei mindestens fünf studentischen Bestellern kostet es 48 Euro statt 148 Euro!).
Die Veranstaltung kann auch als Proseminar nach Modul MUWI M02/06 belegt werden (nur Wahlpflicht).
Literatur: Musikalische Edition im Wandel des historischen Bewußtseins, hrsg. von Thrasybulos G. Georgiades, Kassel u. a. 1971 (Musikwissenschaftliche Arbeiten 23); Herbert Chlapik, Die Praxis des Notengraphikers, Wien/München 1987 (Kopie des vergriffenen Buches wird bereitgestellt); Editionsrichtlinien Musik, hrsg. von Bernhard R. Appel und Joachim Veit, Kassel u. a. 2000 (Musikwissenschaftliche Arbeiten 30).
31 607 Die Symphonien Gustav Mahlers
2st., Do 12-14 Uhr, Beginn: 14.4.2005
Teilnehmer: HS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: Bereich der Neueren Musikgeschichte
Leistungsnachweis: Referat und Hausarbeit (12 LP)
Kleinertz PT 2.0.4
Die Rezeption der Symphonien Gustav Mahlers litt nicht erst unter dem Nationalsozialismus, der Mahler vollständig von den Konzertprogrammen verbannte. In ihrem Nebeneinander von „schönen Stellen“ und avancierter Musiksprache standen Mahlers Symphonien immer schon im Verdacht reiner Äußerlichkeit und eines Mangels an handwerklicher Gediegenheit.
Im Seminar werden zunächst die Entstehung und die Gestalt der Symphonien im Vordergrund stehen. Abschließend soll auch die Rezeption, insbesondere in der frühen Sowjetunion und die „Wiederentdeckung“ nach dem Zweiten Weltkrieg angesprochen werden.


Proseminare

31 608 Carl Philipp Emanuel Bach
(Einführung in das musikwissenschaftliche Arbeiten)
2st., Di 10–12 Uhr, 12.4.2005
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft / LA Gym/RS
Verwendbar für: MUWI M02/06 (Pflichtbereich Nr. 1, Nr. 2 oder Wahlbereich)
Leistungsnachweis: Referat und Hausarbeit (GS: 6 LP, HS: 12 LP)
Horn PT 2.0.4
Als begleitendes und vertiefendes Seminar zur Allgemeinen. Musikgeschichte geeignet! Obwohl Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) selbst angab, als Lehrmeister in der Komposition nur seinen Vater gehabt zu haben, scheint seine Musik in weiten Teilen einer anderen Welt anzugehören. Dieser Eindruck soll zunächst analytisch überprüft und differenziert werden, wobei verschiedene Analyseverfahren in ihren Voraussetzungen und Erkenntnismöglichkeiten zu erörtern sind. Aus technischen Gründen wird man dabei von der Klaviermusik ausgehen. Wenn man aber nach der „neuen Welt“ fragt, der C. P. E. Bachs Musik angehört oder die sie gar miterschafft, dann wird man Verbindungslinien zu anderen musikgeschichtlichen Entwicklungen des 18. Jahrhunderts aufsuchen müssen. Der Blick muss spätestens hier über den Bereich der solistischen Klaviermusik hinausgehen. Das Seminar möchte zudem einen Überblick über den Stand der seit einigen Jahren besonders intensiv blühenden Forschung vermitteln und dabei (unter fairer Einbeziehung älterer Arbeiten) kritisch fragen, ob und wie sie unser Bild vom „Originalgenie“ Bach verändert hat. Dabei geht es auch um die schwierige Frage, wo fruchtbares Land für eigene Forschungen liegen könnte.
Das Seminar steht grundsätzlich auch Studierenden in den Anfangssemestern offen, sofern sie über Grundfertigkeiten im Analysieren verfügen oder bereit sind, sich diese selbständig anzueignen. Die Teilnehmer sollten ein Referat übernehmen und (wenn ein Schein gewünscht wird) eine Hausarbeit anfertigen; die Anforderungen sind nach den Verwendungszwecken der Scheine gestuft. 
Die Veranstaltung, die auch als Hauptseminar gewertet werden kann, zählt im Grundstudium zum Wahlbereich. Bei Bedarf können 6 Leistungspunkte für den Analyse-Pflichtbereich erworben werden. Sie wendet sich auch an Studierende der Lehrämter Gymnasium und Realschule.
Zur Einführung geeignete Literatur: Hans-Günther Ottenberg, Carl Philipp Emanuel Bach, Leipzig 1982 (liegt auch in weiteren Ausgaben vor); Günther Wagner/Ulrich Leisinger, Art. Bach, Carl Philipp Emanuel, in: MGG2, Personenteil 1, Kassel u. a. 1999, Sp. 1312–1358
31 609 Jacob Obrecht (1457/8-1505)
2st., Di 14–16 Uhr, Beginn 12.4.2005
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft
Verwendbar für: MUWI M02/06 (Pflichtbereich Nr. 1 oder 2)
Leistungsnachweis: Referat und Hausarbeit (GS: 6 LP)
Pfisterer PT 4.0.47
Im Juli 1505 starb im Pestspital zu Ferrara ein arbeitsloser Musiker, Jacob Obrecht aus Gent. Dieses an sich alltägliche Ereignis gibt den Anlass für eine nähere Beschäftigung mit der kompositorischen Hinterlassenschaft dieses Mannes, die zu den Höhepunkten der musikalischen Renaissance gehört. In den letzten 20 Jahren sind zahlreiche neue Erkenntnisse über Leben und Werk Obrechts gewonnen worden. Neben einem allgemeinen Überblick über das Material soll die Auseinandersetzung mit der neueren Forschung Bestandteil des Seminars sein.
Für die Teilnahme sind Grundkenntnisse im Kontrapunkt wünschenswert.

Literatur: Rob Wegman, Born for the Muses: The Life and Masses of Jacob Obrecht, Oxford 1994; Ludwig Finscher, Art.Obrecht, Jacob, in: MGG2, Personenteil 12, Kassel u. a. 2004, Sp.1257-1272.


Übungen

31 610 Repertoirekunde: Oratorium im 19. Jahrhundert
2st., Fr 10–12 Uhr, Beginn: 15.4.2005
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft / LA 
Verwendbar für: MUWI M03/07 (Pflichtbereich Nr. 1)
Leistungsnachweis: Übernahme von Kurzreferaten (3 LP)
Berlinghoff-Eichler PT 4.0.47
Ziel dieser Veranstaltung ist die Erweiterung der Repertoirekenntnisse auf dem Gebiet des geistlichen und ‚weltlichen‘ Oratoriums des 19. Jahrhunderts. Ausgehend von einem kurzen Überblick über die Entwicklung der Gattung sollen die Oratorien einzelner Komponisten unter Einbeziehung biographischer, analytischer und ästhetischer Aspekte in kurzen Referaten zusammengefasst und vorgestellt werden. Auf dem Programm stehen Werke von Beethoven, Loewe, Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Liszt u. a.
Voraussetzung für die Vergabe von Leistungspunkten im Rahmen der beiden Basismodule Werk- und Partiturkunde ist die Übernahme von Kurzreferaten.
31 611 Programmheftgestaltung
1st., 14tgl., Mi 8.30-10 Uhr, kurze Vorbesprechung: 13.4.2005, Beginn: 20.4.2005
Beginn: 20.4.2005, Vorbesprechung: 13.4.2005, 9 Uhr
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft ab 3. Semester / LA 
Verwendbar für: -
Leistungsnachweis: -
Berlinghoff-Eichler PT 4.0.47
In dieser vorwiegend praxisorientierten Übung sollen Einführungstexte und Bildmaterialien für die im Sommersemester 2005 stattfindenden Konzerte des Universitätsorchesters bzw. des Kammerorchesters der Universität zusammengestellt, erarbeitet  und diskutiert werden. Sie wendet sich in erster Linie an Studierende ab dem 3. Semester.
31 612 Werkeinführungen zur Vorlesung Music in England IV
1st., dreiwöchentlich nach Ansage, Mi 14-17 Uhr
Teilnehmer: GS /HS Musikwissenschaft
Verwendbar für: –
Leistungsnachweis: –
Hiley PT 4.0.47
Vgl. den Kommentar zur betreffenden Vorlesung.
31 613 Interpretationsvergleiche von Musik
2st., Mi 12-14 Uhr, Beginn: 13.4.2005
Teilnehmer: GS /HS Musikwissenschaft
Verwendbar für: MUWI 03/07
Leistungsnachweis: Referat (3 LP)
Horn PT 4.0.47
Zunächst wollen wir uns mit dem Begriff der „musikalischen Interpretation“ auseinandersetzen und fragen, wie ein objektivierbarer Kriterienkatalog und subjektive Empfindungen in ein möglichst plausibles Verhältnis gebracht werden können. Neben der eigenen Anfertigung von Vergleichen (im Wesentlichen werden es Aufnahmen auf CD sein) wird auch die Lektüre berühmter und weniger berühmter Rezensionen eine Rolle spielen, wobei sich vielleicht ein gewisses Gespür für Höhen und Tiefen der Textsorte ergeben kann. Die Leistungspunkte werden nach Vortrag einer schriftlich ausformulierten vergleichenden Rezension vergeben. Die zu vergleichenden Stücke sollen dem „gängigen Konzertrepertoire“ entnommen werden, damit nicht der Interpretationsvergleich durch elementare Fragen der Aufführungspraxis überlagert wird.
Literatur: Hermann Danuser, Art. Interpretation, in: MGG2, Sachteil 4, Kassel u. a. 1996, Sp. 1053–1069.
31 614 Hörpraktikum zur Vorlesung Allgemeine Musikgeschichte III und zum Seminar Carl Philipp Emanuel Bach
1st., dreiwöchentlich nach Ansage, Mi 14-17 Uhr
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft
Verwendbar für: –
Leistungsnachweis: –
Horn PT 4.0.47
Diese Veranstaltung dient dazu, längere Werke vorzustellen und kennen zu lernen. Zugleich ist hier Raum für Diskussionen und Nachfragen. Die Werke werden im Anschluss an Vorlesung und Seminar ausgesucht. Es können auch einzelne Veranstaltungen besucht werden, da keine Teilnehmerlisten geführt und keine LP vergeben werden.
31 615 Einführung in die musikalische Analyse
2st., Do 8.30-10 Uhr, Beginn: 14.4.2005
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft 
 Verwendbar für: MUWI M02/06 (Pflichtbereich Nr. 2) oder
MUWI M03/07 (Pflichtbereich Nr. 1)
 Leistungsnachweis: für MUWI M03/07: Kurzreferat oder n. V. (3 LP);
 für MUWI M02/06: Referat und Hausarbeit (6 LP)
Kleinertz PT 2.0.4
Jedes Musikstück erhebt den Anspruch, in irgendeiner Weise wahrgenommen zu werden. Diese Wahrnehmung mag eher beiläufig sein – wenn ein Musikstück beispielsweise als angenehmes „Geräusch“ empfunden wird –, sie kann sich in einer eher passiven Anregung bestimmter Gefühlszustände vollziehen („Träumerei“) oder von einem vertonten Text oder Programm leiten lassen. Doch schon Tanzmusik muß aktiv erkannt werden, um die richtigen – ebenfalls erst zu erlernenden – Schritte ausführen zu können. „Absolute Musik“ –  wie man vor allem ausgedehnte Instrumentalstücke (Symphonien, Streichquartette, Klaviersonaten) zumeist zu nennen pflegt – setzt schließlich in ganz besonderem Maße analytisches Verstehen voraus. In der Übung sollen wichtige Stationen und Entwicklungen in der Geschichte der musikalischen Analyse bis heute vorgestellt werden. Diese sollen dann an ausgewählten Werken exemplifiziert werden, wobei die Frage der Angemessenheit für den zeitgenössischen Hörer und für uns heute zu stellen sein wird.
31 616 Partiturkunde
1st., Mo 9–10 Uhr, Beginn: 11.4.2005
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: MUWI M03/07 (Pflichtbereich Nr. 3)
Leistungsnachweis: für GS nach Absprache (3 LP)
Buckland PT 4.0.47
In diesem Kurs wenden wir uns Fragen der Notation seit 1700 zu: vor allem, welche Informationen sich aus einer Orchesterpartitur holen lassen. Nach einer kurzen Einführung in die Formanalyse (aus der Sicht eines Dirigenten) besprechen wir Fragen der harmonischen Analyse und der Analyse von Klanggewebe. Wir vergleichen die Partituren aus Bachs Zeiten mit denen von 1900. Wir reduzieren Orchesterpartituren auf vier bzw. zwei Systeme und bearbeiten die Stücke für andere Ensembles.
Wir wohnen einigen Proben des Universitätsorchesters bei und diskutieren unsere Erlebnisse. Es gibt eine Einführung in die Kunst des Partiturspiels am Klavier und Hinweise zur Lösung der Probleme der musikalischen Stenographie (Akkordsymbole und Generalbass). Auch werden Partituren für andere Ensembles (Chor, Streichquartett, Bläserquintett, Band, Bigband usw.) besprochen.
31 617 Generalbassspiel
1st., Di 9–10 Uhr, Beginn: 12.4.2005
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: Pflicht nach alter Prüfungsordnung
Leistungsnachweis: Klausur (Schein nach alter Prüfungsordnung)
Buckland PT 4.0.47
Eine Einführung in die Generalbass-Techniken des 17. und 18. Jahrhunderts sowie die Akkord-Symbole des 20. Jahrhunderts. Die Übung schließt mit einer Klausur.
31 618 Partiturspiel
1st., Di 10–11 Uhr, Beginn: 12.4.2005
Teilnehmer: GS / HS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: Pflicht nach alter Prüfungsordnung
Leistungsnachweis: Klausur (Schein nach alter Prüfungsordnung)
Buckland PT 4.0.47
Eine Einführung in die Partituren des 16. und 17. Jahrhunderts sowie die Orchesterpartituren der Klassik und Romantik. Umgang mit alten Schlüsseln, transponierenden Instrumenten, Chorpartituren, Klavierauszügen, Opernpartituren usw. Die Übung schließt mit einer Klausur.
31 619 Stylistic Studies
2st., Mo 10-12 Uhr, Beginn: 11.4.2005
Teilnehmer: GS / HS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: MUWI M03/07 (Pflichtbereich Nr. 3??)
Leistungsnachweis: für GS nach Absprache (3 LP)
Buckland PT 4.0.47
Harmonie- und Kontrapunktübungen im Stil der "alten Meister". Wir ergänzen fehlende Takte bei verschiedenen Komponisten und vergleichen mit dem Original.
31 620 Dirigierkurs 
1st., Mi 15–16 Uhr, Beginn: 13.4.2005
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft; Hörer aller Fakultäten
Verwendbar für: –
Leistungsnachweis: –
Buckland M 01
Eine Einführung in die Theorie des Ensemble-, Chor- und Orchesterleitens. Schlagtechnik. Das Aneignen von Partituren. Dieser Kurs bereitet eine Blockveranstaltung vor, die mit dem Universitätsorchester stattfinden wird.
31621 Kontrapunkt II
2st., Mo 14-16 Uhr, Beginn: 11.4.2005
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: MUWI M04 (Pflichtbereich Nr. 4)
Leistungsnachweis: Klausur (3 LP)
Pfisterer PT 4.0.47
Fortsetzung der Übung Kontrapunkt I. Behandelt wird der dreistimmige Satz nach der Methode von J.J. Fux, sowie Typen des drei- und vierstimmigen Satzes im 16. Jahrhundert (Sukzessivkomposition, motettischer Satz). Die Übung schließt mit einer Klausur.
31622 Harmonielehre II
2st., Mi 14-16 Uhr, Beginn: 13.4.2005
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: MUWI M04 (Pflichtbereich Nr. 3)
Leistungsnachweis: Klausur (3 LP)
Pfisterer PT 2.0.4
Fortsetzung der Übung Harmonielehre I. Gegenstände sind: Ausbau der Funktionstheorie (Modulation, Alterationen), Übungen im vierstimmigen Satz und harmonische Analyse verschiedenartiger Musikstücke. Die Übung schließt mit einer Klausur.


Kolloquium

31 623 Kolloquium zu aktuellen Forschungsproblemen 
2st., Do 16-18, Beginn: 21.4.2005
Teilnehmer: vorwiegend HS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: Nachweispflicht nach der neuen Prüfungsordnung (3 LP)
Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme und Vorstellung der Examensarbeit
Hiley  PT 4.0.47
Das Kolloquium steht allen interessierten Studierenden offen. In einigen Sitzungen werden in Arbeit befindliche Magisterarbeiten und Dissertationen sowie Forschungsprojekte der Lehrenden des Instituts für Musikwissenschaft vorgestellt. Ergänzend sollen wichtige Neuerscheinungen vorgestellt und besprochen werden.


Ensembles für Hörer aller Fakultäten

 
31715 Universitätsorchester
3st., Mi 19–22 Uhr, Beginn: 4.2005
Buckland M 28
Das Universitätsorchester ist ein Symphonieorchester mit über 100 Mitgliedern. In jedem Semester wird ein großes Konzert im Audimax veranstaltet. Zusätzliche Auftritte finden bei Universitätsfeiern und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Städten in der Umgebung statt. Das Repertoire der letzten Semester umfasste u. a. Mussorgskys Bilder einer Ausstellung und Tschaikowskys Symphonie Nr. 5. Eine Partnerschaft mit dem Universitätsorchester in Clermont-Ferrand wird vom städtischen Kulturamt unterstützt. 
Die Aufnahme erfolgt durch Vorspiel in Raum M 01 (Musikpavillon, Seybothstraße 2) zu Beginn des Semesters (bitte Aushänge beachten).
Das Universitätsorchester findet sich auch im Internet unter www.uni-regensburg.de/Uni/Orchester/index.html
31716 Universitätschor
3st., Mo 19.45–22 Uhr, Beginn: 4.2005
Kroll Keplersaal, E.-Reuter-Pl.
Der Universitätschor steht allen Studierenden und Angehörigen der Universität und der Fachhochschule offen. In den Proben werden Werke aller Stilepochen von großen Oratorien bis zu A-cappella-Musik erarbeitet, wobei jedes Semester mit einem Konzert abschließt. Diese Aufführungen haben im Regensburger Konzertleben inzwischen einen festen Platz. Immer wieder finden auch Konzerte außerhalb von Regensburg und Reisen statt.
Der neueste Probenplan findet sich im Internet unter www.unichor-regensburg.de/.


Stand: 11. April 2005