Institut für Musikwissenschaft

Vorlesungsverzeichnis

Sommersemester 2006


 Vorlesungen - Hauptseminare - Proseminare - Übungen - Kolloquium - Ensembles

Einführungsveranstaltung für Studierende der Musikwissenschaft
Dienstag, 25. April 2006, 14.15 Uhr im Tonstudio (PT 4.0.47)


Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8-10 Ü Partiturkunde (Buckland) 9-10 h
PS Notations- u. Quellenkunde I (Hiley) 8.30-10 h
HS Generalbass (Horn)
Ü Edition mit Sibelius(Kleinertz)
9-10 h
Ü Tastensinn II (Buckland) 8-9 h
Ü Tastensinn IV(Buckland) 9-10 h
10-12 Ü Anleitung zur Komposition (Buckland) V Klaviermusik 19. Jh. (Horn) V Allg. Musikgeschichte I (Hiley) Ü Wagners Schriften (Kleinertz) V Richard Wagner (Kleinertz) 
12-14 Ü Programmheftgestaltung (Berlinghoff-Eichler)
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14-16 V Benjamin Britten (Hiley)
Ü Kontrapunkt II (Pfisterer)
PS Musik mit Hörnern (Horn) HS Händel (Kleinertz)
Ü Harmonielehre II (Pfisterer)
Ü Dirigierkurs II (Buckland) 15-16 h
V Norditalienische Musikgeschichte (Gmeinwieser/Hiley)
Ü Komponisten d. 20. Jhdts. zwischen Ost und West (Vitzthum)
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16-18
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PS Corelli (Pfisterer) Kolloquium (Horn) -


Vorlesungen

31 600 Allgemeine Musikgeschichte I (Mittelalter)
2st., Mi 10–12 Uhr, Beginn: 26.4.2006
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft  BA/Mag; LA Gym/RS; Hörer aller Fakultäten
Verwendbar für: MUWI M01/05 (Pflichtbereich Nr. 1)
Leistungsnachweis: Prüfungsgespräch am Semesterende (4 LP)
Hiley PT 2.0.4
Im Zeitalter der Karolinger (9. Jh.) wurde erstmals in Europa Musik notiert. Von dort spannt die Vorlesung einen Bogen bis zum Übergang zur Renaissance (15. Jh.). Themen bilden der Kirchengesang (der sog. Gregorianische Choral, mit Sondergattungen wie Sequenz, Tropus, liturgisches Spiel), die Lieder der Troubadours, Trouvères und Minnesänger, die mehrstimmige Musik ab den ersten im 9. Jh. notierten Beispielen, die Pariser Musik um 1200 (Leoninus, Perotinus), die Ars Nova des 14. Jh. in Frankreich (de Vitry, Machaut), die Musik des 14. Jh. in Italien (Landini) und England, die Ars subtilior des ausgehenden 14. Jh. und die neuen Entwicklungen am Anfang des 15. Jh. (Dunstable, Ciconia, Dufay). Ebenfalls angesprochen werden Probleme wie die mündliche bzw. schriftliche Überlieferung der Musik, das Wort-Ton Verhältnis und die Moduslehre.

 
31 601 Benjamin Britten (1913–1976) (in englischer Sprache)
2st., Mo 14-16 Uhr, Beginn: 24.4.2006
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI M01 (Wahlbereich) / M05 / M11 (Nr. 1)
Leistungsnachweis: Prüfungsgespräch am Semesterende (4 LP)
Hiley PT 2.0.4
IBenjamin Britten ist der (mindestens vom Namen her) bekannteste englische Komponist des 20. Jahrhunderts. Die Uraufführung seiner Oper Peter Grimes 1945 wurde sofort als Geburtsstunde der modernen Oper in England gefeiert. Neben einer Reihe großer Opern hat er auch zahlreiche Bühnenwerke für Kammerensembles in experimentellen Formen komponiert. Für viele herausragende Künstler wie Kathleen Ferrier, Dietrich Fischer-Dieskau und Mstislaw Rostropowitsch hat er auch Werke komponiert, vor allem für seinen Freund, den Tenor Peter Pears: klavier- und instrumentalbegleitete Liederzyklen, Opernrollen u.v.m.. Die Vorlesung bietet einen Überblick über die bedeutendsten Werke von Britten bis hin zur Oper Der Tod in Venedig (1973). Einen Schwerpunkt bilden die Vertonungen von Texten John Donnes, William Blakes, Thomas Hardys und W. H. Audens und die Beziehungen zwischen Text und Musik in Brittens Œuvre.

 
31 602 Studien zur norditalienischen Musikgeschichte mit Schwerpunkten in Trient, Cremona und Venedig (mit Exkursion)
2st., Do 14-16, Beginn: 27.4.2006
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI M01 (Wahlbereich) / M05 / M11 (Nr. 1)
Leistungsnachweis: Prüfungsgespräch am Semesterende (4 LP)
Gmeinwieser/Hiley PT 2.0.4
Zur Darstellung der norditalienischen Musikgeschichte sollen drei Zentren beispielhaft herausgegriffen werden: Trient, Cremona und Venedig.
Trient ist vor allem durch die jetzt im Castello del Buonconsiglio verwahrten Trienter Codices mit umfangreichen Handschriften des 15. Jahrhunderts bekannt geworden (Komponisten: Dufay, Binchois, Dunstaple, Power, und viele andere). Sie sind von der Musikwissenschaft in zahlreichen Publikationen gewürdigt worden. Das Trienter Konzil (1545–1563) formulierte jene kirchenmusikalischen Forderungen für die Figuralmusik, wie sie von den Vertretern der Römischen Schule wie Pierluigi da Palestrina verwirklicht wurden. Die Trienter Codices waren auch der Anlass für den Musikwissenschaftler Laurence Feininger (gest. 1986), sich in Trient niederzulassen und dort eine umfangreiche Sammel- und Publikationstätigkeit für die von ihm gegründete Societas Universalis Sanctae Ceciliae zu entwickeln. Heute ist seine Sammlung von Manuskripten und Drucken zur römischen Polyphonie des 16. bis 18. Jahrhunderts und zum Gregorianischen Choral eine gefragte Quelle für die musikwissenschaftliche Forschung.
Die Domstadt Cremona im Herzogtum Mailand entwickelte sich zunächst nicht als Pflegestätte der Hofmusik, sondern als Zentrum der Kirchenmusik. M. A. Ingegneri (Domkapellmeister 1579–1592), sein Schüler Claudio Monteverdi (1567–1643) und Tarquinio Merula (1595–1665) sind die bekanntesten Komponisten zur Blütezeit der Cremoneser Kirchenmusik. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert war Cremona ein bedeutendes Zentrum des Geigenbaus, das besonders ab dem 17. Jahrhundert von der ständig wachsenden Nachfrage seitens der Oper, der Kirchenmusik und der Instrumentalmusik für Streicherensemble profitierte. Die Familien Amati, A. Guarneri und A. Stradivari gelten inzwischen als legendär.
Die musikgeschichtliche Bedeutung Venedigs vom 16. bis zum 18. Jahrhundert ist von kaum einer zweiten Stadt erreicht worden. Vor allem durch die Musik an der Markuskirche, in den zahlreichen Opernhäusern und Ospedali (die sich gleichsam als Musikkonservatorien entwickelten) hat Venedig Maßstäbe für ganz Europa in den Bereichen Kirchenmusik (z. B. A. Willaert, A. und G. Gabrieli, Monteverdi), Oper (Monteverdi, F. Cavalli) und Instrumentalmusik (A. Vivaldi) gesetzt. Durch die exemplarische Behandlung der Musikpflege in den drei Städten eröffnet die Lehrveranstaltung den Blick auf die Musikgeschichte Italiens zu einer Zeit, als das Land eine musikalische Führungsrolle übernahm.

Empfohlene Literatur: MGG2: Artikel Trienter Codices, Cremona, Venedig, auch die Artikel zu den oben erwähnten Personen; Handbuch der musikalischen Gattungen, Bd. 11–12 (Oper im 17. bzw. 18. Jh.); Bd. 4–5 (Konzert, Sonate); Bd. 7,1 (Tasteninstrumente); Jubilate Deo. Miniature e melodie gregoriane. Testimonianze della Biblioteca L. Feininger, hrsg. von G. Baroffio, D. Curti u. M. Gozzi, Trient 2000; H. Beck, Die Venezianische Musikerschule im 16. Jahrhundert, Wilhelmshaven 1968; D. Arnold, Giovanni Gabrieli and the Music of the Venetian High Renaissance, Oxford 1979; S. Leopold, Claudio Monteverdi und seine Zeit, Laaber 21993; E. Selfridge-Field, Venetian Instrumental Music from Gabrieli to Vivaldi, Oxford 1975, 31994.


 
31 603 Klaviermusik im 19. Jahrhundert 
2st., Di 10-12 Uhr, Beginn: 25.4.2006
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI M01 (Wahlbereich) / M05 / M11 (Nr. 1)
Leistungsnachweis: 15-minütiges Prüfungsgespräch über den Stoff des gesamten Semesters (zu absolvieren bis zum Ende der darauf folgenden Semesterferien) (4 LP)
Horn PT 2.0.4
Die Klaviatur ist in vielerlei Hinsicht ein Abbild des Tonsystems. Tastenmusik ist daher wie keine andere solistisch auszuführende Musik für universelles und komplexes Komponieren geeignet. Freilich mussten sozialgeschichtliche, instrumentenbauliche und musikästhetische Voraussetzungen gegeben sein, damit sich Tastenmusik auf der ihr möglichen Höhe entfalten konnte. Am frühesten erblühte die Orgelmusik, danach die Cembalomusik, zuletzt aber – und alle anderen verdrängend – die Musik für Hammerklavier, mit deren Entfaltung von Beethoven bis Skrjabin sich die Vorlesung beschäftigen wird. Konzeptioneller Grundgedanke ist dabei nicht ein kommentiertes Potpourri aus Klangbeispielen, sondern die Analyse der kompositorischen Strukturen von Klaviermusik, die es erst ermöglicht, allgemeine kompositorische Kategorien (etwa hinsichtlich großformaler Gestaltung) von spezifischen klavieristischen Erscheinungen (wie bestimmter Arten von Figuration und Virtuosität) zu unterscheiden.

Literatur: Arnfried Edler, Gattungen der Musik für Tasteninstrumente,Teil 2: Von 1750 bis 1830; Teil 3: Von 1830 bis zur Gegenwart, Laaber 2003 und 2004 (Handbuch der musikalischen Gattungen  7,2 und 7,3).


 
31 604 Richard Wagner und seine Zeit
2st., Fr 10-12 Uhr, Beginn: 28.4.2006
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI M01 (Wahlbereich) / M05 / M11 (Nr. 1)
Leistungsnachweis: 15-minütiges Prüfungsgespräch über den Stoff des gesamten Semesters (zu absolvieren bis zum Ende der darauf folgenden Semesterferien) (4 LP)
Kleinertz PT 2.0.4
 Richard Wagners sechzehnstündiges Hauptwerk Der Ring des Nibelungen und das für seine Aufführung erbaute Festspielhaus in Bayreuth stehen für eine Monumentalisierung der Musik und einen Personenkult, die einen unvoreingenommenen Zugang verstellen können. So sind Wagners Ring und das Projekt der Bayreuther Festspiele oft im Sinne einer organischen, gewissermaßen notwendigen Entfaltung gedeutet worden, eine Sicht, die Wagner selbst und sein Bayreuther Kreis entscheidend mitgeprägt haben. In der Vorlesung sollen demgegenüber v. a. die historische Bedingtheit und die Brüche des gigantischen Projekts beleuchtet werden, von der problematischen Situation der deutschsprachigen Oper in den 1840er-Jahren über die deutschtümelnde Uraufführung des Rings im Zweiten Kaiserreich bis hin zur problematischen Rolle Bayreuths im Dritten Reich und darüber hinaus. Dabei wird neben Fragen der Genese, ohne deren Kenntnis der Ring nicht zu verstehen ist, die spezifische Kompositionstechnik des Rings im Vordergrund stehen, gerade auch in Abgrenzung gegenüber den während der zwölfjährigen Pause entstandenen Werken Tristan und Isolde und Die Meistersinger von Nürnberg. Ergänzt wird dies durch eine Betrachtung der frühen Werke im Kontext der zeitgenössischen französischen, italienischen und deutschen Musik. Die Teilnehmer sollten ein Textbuch des Rings besitzen (empfohlen wird die unten genannte Ausgabe von Julius Burghold) sowie nach Möglichkeit einen Klavierauszug oder eine Partitur der Musikdramen.

Einführende Literatur: Carl Dahlhaus, Richard Wagners Musikdramen, Velber 1971 (Taschenbuchausgabe: Serie Piper 752); ders., Wagners Konzeption des musikalischen Dramas, Regensburg 1971 (Taschenbuchausgabe bei dtv/Bärenreiter); Martin Gregor-Dellin, Richard Wagner. Sein Leben. Sein Werk. Sein Jahrhundert, München u. Zürich 1980; Ulrich Müller u. Peter Wapnewski, Richard-Wagner-Handbuch, Stuttgart 1986; Richard Wagner, Oper und Drama, hrsg. u. kommentiert von Klaus Kropfinger, Stuttgart 1984 (Reclam Universal-Bibliothek 8207); ders., Der Ring des Nibelungen. Vollständiger Text mit Notentafeln der Leitmotive, hrsg. von Julius Burghold, Mainz 1980 (Atlantis Schott Serie Musik).


Hauptseminare

31 605 Generalbass – eine Disziplin zwischen Musiktheorie, Kompositionslehre und Aufführungspraxis
2st., Mi 8.30–10  Uhr, Beginn: 26.4.2006
Teilnehmer: HS/GS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: GS MUWI M02/M06; HS Mag  (Bereich der neueren Musikgeschichte) und BA (MUWI M11, Nr. 2)
Leistungsnachweis: Referat mit Hausarbeit (HS Mag: 12 LP / BA: 10 LP; GS: 6 LP)
Horn PT 4.0.47
 Dieses Seminar wendet sich grundsätzlich an alle, die sich für den Zusammenhang von Satzlehre, Generalbassspiel und Komposition interessieren. Dabei handelt es sich nicht um ein Seminar, in dem die Fähigkeit des Spielens erlernt oder geprüft werden soll. Wir werden uns vielmehr mit Texten vom Beginn des 17. (Generalbassflugblatt von Bianciardi) bis zum Ende des 18. Jahrhunderts (die Schriften von D. G. Türk) beschäftigen, um zeitgenössische Aussagen zu ganz verschiedenen Aspekten des Komponierens zu gewinnen. Ziel ist es, den schillernden Begriff „Generalbass“ so zu gliedern, dass wir künftig mit apodiktischen Äußerungen wie: „Der Generalbass ist das Fundament der Musik“ angemessen umgehen können. Neben den Schriften wird die Musik selbst eine zentrale Rolle spielen; denn sie sendet die Strahlen aus, die die Generalbasslehre – will sie nicht ein totes Exerzitium sein – lediglich reflektiert.

Literatur: Frank Thomas Arnold, The Art of Accompaniment from a Thorough-Bass as practised in the XVIIth & XVIIIth Centuries, Oxford 1931 [unveränderter Nachdruck New York 1965], Thomas Synofzik, Art. Basso continuo, in: Handwörterbuch der musikalischen Terminologie (2004)

31 606 Georg Friedrich Händel
2st., Mi 12-14 Uhr, Beginn: 26.4.2006
Teilnehmer: HS Musikwissenschaft BA/Mag; 
Verwendbar für: Mag  (Bereich der neueren Musikgeschichte); BA (MUWI M11, Nr. 2)
Leistungsnachweis: Referat mit Hausarbeit (Mag: 12 LP, BA: 10 LP)
Kleinertz PT 2.0.4
Georg Friedrich Händels (1685–1759) Schaffen erstreckt sich nicht nur über mehr als ein halbes Jahrhundert, sondern verteilt sich nach ersten Kompositionen in Halle auch auf so unterschiedliche Musikzentren wie Hamburg, Venedig, Rom und London. Dabei erfüllte Händel trotz eines charakteristischen Personalstils jeweils die Erwartungen, die am jeweiligen Ort und in der jeweiligen Gattung gestellt wurden, und entwickelte diese Gattungen signifikant weiter, insbesondere das Oratorium.
Im Hauptseminar sollen daher sowohl die Orte behandelt werden, an denen Händel tätig war, als auch ausgewählte Beispiele der Gattungen, in denen er komponierte.

Einführende Literatur: Reinhard Strohm, Die italienische Oper im 18. Jahrhundert, Wilhelmshaven 1979; Christopher Hogwood, Georg Friedrich Händel, Stuttgart u. a. 1992; Hans Joachim Marx, Händels Oratorien, Oden und Serenaten, Göttingen 1998.


Proseminare

31 607 Notations- und Quellenkunde I (9.–14. Jahrhundert) 
2st., Di 8.30–10 Uhr, Beginn: 25.4.2006
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft / LA Gym/RS
Verwendbar für: MUWI M02/06 (Pflichtbereich Nr. 3)
Leistungsnachweis: Klausur am Ende des Semesters (6 LP)
Hiley PT 2.0.4
Das Proseminar führt in die frühen europäischen Musiknotationen ein, vom Anfang des 9. Jahrhunderts bis zum Ende des 14. Jahrhunderts. Das erste Thema befasst sich mit der Notierung des Gregorianischen Chorals durch die sog. Neumen und der Entwicklung der Liniennotation. Die Aufzeichnung der frühen mehrstimmigen Musik bildet einen zweiten Themenbereich. Erst im 13. Jahrhundert begann man, Notationen mit rhythmischen Komponenten zu verwenden: die sog. „modale“ Notation, die für die Mehrstimmigkeit im Paris der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts erfunden wurde, sowie die ersten mensuralen („vor-frankonische“ und „frankonische“) Notationen. Anschließend werden die Notationen des 14. Jahrhunderts in Frankreich, Italien und England und die Notation der sog. „Ars subtilior“ Ende des 14. Jahrhunderts betrachtet.

 
31 608 Einführung in das musikwissenschaftliche Arbeiten:
Musik mit Hörnern [Titel im Vorlesungsverzeichnis falsch!]
2st., Di 14–16 Uhr, Beginn: 25.4.2006
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft; LA Gym/RS
Verwendbar für: MUWI M02/06 (Pflichtbereich Nr. 1)
Leistungsnachweis: Referat mit Hausarbeit (6 LP)
Horn PT 2.0.4
 Hörner sind wohl die kompositionsgeschichtlich bedeutsamsten, in jedem Fall aber die edelsten der Blechblasinstrumente. An dem ihnen gewidmeten Repertoire an Konzerten und Kammermusik wie auch anhand ihrer Verwendung im Orchester lässt sich sehr hübsch die Musikgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts mit ihren charakteristischen Vorlieben und Wandlungen abschreiten. Zugleich lassen sich anhand der Horn-Literatur allerhand elementare Fähigkeiten und Kenntnisse – von der Bibliographie über das Verständnis der sog. „Naturtonreihe“ bis hin zum Lesen transponierender Instrumente – einführend vermitteln.

Literatur: J. Murray Barbour, Trumpets, Horns and Music, East Lansing (Mich.) 1964; Horace Fitzpatrick, The horn and hornplaying and the Austro-Bohemian tradition from 1680 to 1830, London u. a. 1970 (Kopien werden zu Semesterbeginn verfügbar sein.)


 
31 609 Einführung in die musikalische Analyse: Arcangelo Corelli
2st., Mi 16–18 Uhr, Beginn: 26.4.2006
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI M02/06 (Pflichtbereich Nr. 2)
Leistungsnachweis: Referat und Hausarbeit (6 LP)
Pfisterer PT 2.0.4
 Arcangelo Corelli (1653–1713) galt schon zu Lebzeiten als Klassiker der italienischen Instrumentalmusik. Da in seinen Werken – verglichen mit späterer Musik – nicht viel Aufregendes „passiert“, wird sich unsere Betrachtung vor allem mit den grundlegenden Vorgängen des Tonsatzes beschäftigen: Sequenzmodelle, Imitationsstrukturen, Modulationspläne. Daneben wird die Gattungstradition von Triosonate und Concerto grosso eine Rolle spielen. Die Teilnehmer sollten Grundkenntnisse in Harmonielehre und Kontrapunkt mitbringen.


Übungen

31 610 Programmheftgestaltung
2st., Mo 12–14 Uhr, Beginn: 24.4.2006; zusätzliche Termine: Fr 28.4. und Fr 5.5.2006, jeweils 12–14 Uhr
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft BA/Mag ab 3. Semester 
Verwendbar für: GS: MUWI M03/M07 (Nr. 1, Repertoirekunde); HS: MUWI M12 (Nr. 2 oder 3)
Leistungsnachweis: Verfassen von Programmheftbeiträgen (3 LP)
Berlinghoff-Eichler PT 4.0.47
 In dieser vorwiegend praxisorientierten Übung sollen Einführungstexte und Bildmaterialien für die im Sommersemester 2006 stattfindenden Konzerte des Universitätsorchesters bzw. des Kammerorchesters der Universität zusammengestellt, erarbeitet  und diskutiert werden. Sie wendet sich an Studierende ab dem 3. Semester.

 
31 611 Einführung in die Musikedition mit Sibelius™
1st.,Do 9-10 Uhr und zusätzliche Blockveranstaltung, Beginn: 27.4.2006
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für:  MUWI M03/07/12
Leistungsnachweis: nach Absprache (3 LP)
Kleinertz PT 4.0.47
Das Notenschreibprogramm Sibelius hat sich (neben Finale) mittlerweile als Standard etabliert. Die Übung soll einen ersten Einstieg in die Praxis dieses Programms bieten und zugleich Grundprobleme der Musikedition erläutern. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Um Anmeldung auf der am Sekretariat des Instituts für Musikwissenschaft aushängenden Liste wird gebeten.

Einführende Literatur: Georg Feder, Musikphilologie. Eine Einführung in die musikalische Textkritik, Hermeneutik und Editionstechnik, Darmstadt 1987; Helene Wanske, Musiknotation, Mainz u. a. 1988.


 
31 612 Die kunsttheoretischen Schriften Richard Wagners
2st., Do 10-12 Uhr, Beginn: 27.4.2006
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: GS: MUWI M03/07 / HS: wissenschaftliche Übung
Leistungsnachweis: nach Absprache (3 LP)
Kleinertz PT 2.0.4
Wagners Bedürfnis, sich in Schriften auszusprechen, hat schon bei seinen Zeitgenossen zu dem Missverständnis geführt, die Schriften enthielten die Theorie, ohne die das kompositorische Werk nicht verständlich sei. Carl Dahlhaus wies zu Recht darauf hin, dass tatsächlich eher die Werke den Schlüssel zu den in sich oft ungenauen und widersprüchlichen Schriften bieten. In der Übung sollen die bekanntesten Schriften Wagners wie Das Kunstwerk der Zukunft und Oper und Drama, aber auch spätere Aufsätze der 1870er-Jahre vorgestellt und auf die kompositorischen Probleme, denen Wagner vor allem bei seiner Ring-Tetralogie begegnete bezogen werden. Dabei wird zu zeigen sein, dass Wagners Schriften einen wichtigen Beitrag zur Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts darstellen, aber nicht im Sinne einer ‚Anleitung‘, sondern durch Einsichten in eine Problematik, auf die Wagners Musikdramen die jeweils unterschiedlichen Antworten bildeten.
Literatur: Richard Wagner, Sämtliche Schriften und Dichtungen, Volks-Ausgabe, 16 Bde., Leipzig o. J. [1911–1916]; Jürgen Kühnel, Wagners Schriften, in: Richard-Wagner-Handbuch, hrsg. von Ulrich Müller und Peter Wapnewski, Stuttgart 1986, S. 471 ff.

 
neu Grenzgänger - Komponisten des 20. Jahrhunderts zwischen Ost und West 
2st., Do 14-16 Uhr, Beginn: 27.4.2006
Teilnehmer: Studierende des Masterstudiengangs Ost-West, bei ausreichend freien Plätzen Studierende der Musikwissenschaft
Verwendbar für: GS: MUWI M03/07 (Nr. 1) / HS: wissenschaftliche Übung
Leistungsnachweis: regelmäßige Anwesenheit und Mitarbeit, Kurzreferat, zwei Essays (3 LP)
Vitzthum PT 4.0.47
Das 20. Jahrhundert war eine Ära freiwilliger und erzwungener Grenzgänge zwischen Ost und West. Diese Grenzüberschreitungen sind in zweifachem Wortsinn – geographisch und künstlerisch – zu verstehen, zwischen ihnen existiert eine nicht zu unterschätzende Wechselbeziehung. Wer seine Heimat aus welchen Gründen auch immer zeitweise oder dauerhaft verließ, wurde in einen anderen kulturellen und künstlerischen Kontext gestellt. Freiwillige und erzwungene Grenzgänge zwischen den (Musik)-Kulturen haben die Musik derer verändert, die sie auf sich genommen haben.
Das Seminar will den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einige dieser Grenzgänger und ihre Musik vorstellen. Es will mit ihrer Entwicklung im Kontext ihrer geographischen und künstlerischen Grenzüberschreitung vertraut machen. Die Werke der Komponisten Respighi, Mahler, Ligeti, Kurtág, Schnittke, Tüür und anderer stehen dabei für unterschiedliche Möglichkeiten, wie interkulturelle Erfahrungen und interkultureller Austausch verarbeitet werden können. 

 
31 613 Partiturkunde
2st., Mo 9–10 Uhr und eine Blockveranstaltung; Beginn: 24.4.2006
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI 03/07 (Pflichtbereich Nr. 3)
Leistungsnachweis: für GS nach Absprache (3 LP)
Buckland PT 4.0.47
In diesem Kurs wenden wir uns Fragen der Notation seit 1700 zu: vor allem, welche Informationen sich aus einer Orchesterpartitur holen lassen. Nach einer kurzen Einführung in die Formanalyse (aus der Sicht eines Dirigenten) besprechen wir Fragen der harmonischen Analyse und der Analyse von Klanggewebe. Wir vergleichen die Partituren aus Bachs Zeiten mit denen von 1900. Wir reduzieren Orchesterpartituren auf vier bzw. zwei Systeme und bearbeiten die Stücke für andere Ensembles.
Wir wohnen einigen Proben des Universitätsorchesters bei und diskutieren unsere Erlebnisse. Es gibt eine Einführung in die Kunst des Partiturspiels am Klavier und Hinweise zur Lösung der Probleme der musikalischen Stenographie (Akkordsymbole und Generalbass). Auch werden Partituren für andere Ensembles (Chor, Streichquartett, Bläserquintett, Band, Bigband usw.) besprochen.

 
31 614 Anleitung zur Komposition
2st., Mo 10–12 Uhr, Beginn: 24.4.2006
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: MUWI M03/07 (Pflichtbereich Nr. 1??? und 3?)
Leistungsnachweis: für GS nach Absprache (3 LP)
Buckland PT 4.0.47
 Studierende der Kunstgeschichte malen auch. Genau so soll das Komponieren jedem Studierenden der Musikwissenschaft offen stehen. Die meisten trauen sich leider nicht. Wir vergleichen Strukturen der Vergangenheit und der Gegenwart. Jedem wird nahe gelegt, seine Lieblingskomponisten „auszurauben“ und dabei über seine eigenen kompositorischen Wünsche Klarheit zu gewinnen.
31 615 Tastensinn II
1st., Fr 8–9 Uhr, Beginn: 28.4.2006
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI M03/M07 (Pflichtbereich Nr. 3)
Leistungsnachweis: Klausur (3 LP nach Besuch von Tastensinn I und II)
Buckland PT 4.0.47
 Fortsetzung von Tastensinn I. Neben fortgeschritteneren Blattleseübungen setzen wir uns mit Akkord-Symbolen, Volkslied-Begleitung am Klavier, Streichquartett-Partituren am Klavier u.a. auseinander. Es wird in den Generalbass und in transponierende Instrumente eingeführt.
31 616 Tastensinn IV 
2st., Fr 9–10 Uhr mit zusätzlicher Blockveranstaltung, Beginn: 28.4.2006
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI M03/07 (Pflichtbereich Nr. 3)
Leistungsnachweis: Klausur in Partiturlesen (3 LP)
Buckland PT 4.0.47
 Schwerpunkt des letzten Teils von Tastensinn ist Partiturlesen am Klavier. Nach einer Einführung in alte Schlüssel setzen wir uns mit Werken von Palestrina auseinander. Wir widmen uns den Symphonien von Beethoven und bereiten einen Satz am Klavier vor. Wir üben das Partiturspiel aus klassischen und romantischen Partituren des symphonischen Repertoires sowie Opern- und Chor-Partituren.
31 617 Dirigierkurs II
2st., Mi 15-16 Uhr mit zusätzlicher Blockveranstaltung, Beginn: 26.4.2006
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft, Hörer aller Fakultäten
Verwendbar für: - / Leistungsnachweis: -
Buckland M 01
Fortsetzung des Dirigierkurses aus dem letzten Semester. Dieser Kurs bereitet eine Blockveranstaltung vor, die mit dem Universitätsorchester stattfinden wird.
31618 Kontrapunkt II
2st., Mo 14-16 Uhr, Beginn: 24.4.2006
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI M04 (Pflichtbereich Nr. 4)
Leistungsnachweis: Klausur (3 LP)
Pfisterer H 4
 Fortsetzung der Übung Kontrapunkt I. Behandelt wird der dreistimmige Satz nach der Methode von J.J. Fux, sowie Typen des drei- und vierstimmigen Satzes im 16. Jahrhundert (Sukzessivkomposition, motettischer Satz). Die Übung schließt mit einer Klausur.
31619 Harmonielehre II
2st., Mi 14-16 Uhr, Beginn: 26.4.2006
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI M04 (Pflichtbereich Nr. 3)
Leistungsnachweis: Klausur (3 LP)
Pfisterer PT 2.0.4
Fortsetzung der Übung Harmonielehre I. Gegenstände sind: Ausbau der Funktionstheorie (Modulation, Alterationen), Übungen im vierstimmigen Satz und harmonische Analyse verschiedenartiger Musikstücke. Die Übung schließt mit einer Klausur.


Kolloquium

31 620 Kolloquium zu aktuellen Forschungsarbeiten und allgemein interessierenden Themen
2st., Do 16-18, Beginn: 27.4.2006
Teilnehmer: HS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: Nachweispflicht gemäß neuer Magisterprüfungsordnung
Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme und Vorstellung der Examensarbeit (3 LP)
Horn  PT 4.0.47
Wie in jedem Semester wird das Kolloquium der Vorstellung von Magister- und Promotionsprojekten gewidmet sein. Studierende nach der Zwischenprüfung sind herzlich eingeladen, auch wenn sie selbst noch nicht mit der Anfertigung einer der genannten Arbeiten beschäftigt sind.


Ensembles für Hörer aller Fakultäten

31721 Universitätsorchester
3st., Mi 19–22 Uhr, Beginn: 26.4.2006
Buckland M 28
Das Universitätsorchester ist ein Symphonieorchester mit über 100 Mitgliedern. In jedem Semester wird ein großes Konzert im Audimax veranstaltet. Zusätzliche Auftritte finden bei Universitätsfeiern und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Städten in der Umgebung statt. Das Repertoire der letzten Semester umfasste u. a. Mussorgskys Bilder einer Ausstellung und Tschaikowskys Symphonie Nr. 5. Eine Partnerschaft mit dem Universitätsorchester in Clermont-Ferrand wird vom städtischen Kulturamt unterstützt.
Die Aufnahme erfolgt durch Vorspiel in Raum M 01 (Musikpavillon, Seybothstraße 2) zu Beginn des Semesters (bitte Aushänge beachten).
Das Universitätsorchester findet sich auch im Internet:
www.uni-regensburg.de/orchester
31720 Universitätschor
3st., Mo 19.45–22 Uhr, Beginn: 24.4.2006
Kroll Keplersaal, E.-Reuter-Pl.
Der Universitätschor steht allen Studierenden und Angehörigen der Universität und der Fachhochschule offen. In den Proben werden Werke aller Stilepochen von großen Oratorien bis zu A-cappella-Musik erarbeitet, wobei jedes Semester mit einem Konzert abschließt. Diese Aufführungen haben im Regensburger Konzertleben inzwischen einen festen Platz. Immer wieder finden auch Konzerte außerhalb von Regensburg und Reisen statt.
Der neueste Probenplan findet sich im Internet unter der Adresse: www.unichor-regensburg.de/.


Stand: 20. April 2006