| Blockveranstaltung
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Einführungsveranstaltung
für Studierende der Musikwissenschaft
Dienstag, 19. Oktober 2004,
14.15 Uhr, Tonstudio (PT 4.0.47)
| Zeit | Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag |
| 8-9 | - | - | - | - | |
| 9-10 | Ü Partiturkunde und Notensatz (Buckland) | HS Liturgische Choralhandschriften (Hiley)
Ü Generalbassspiel (Buckland) |
V Béla Bartók (Hiley) | PS Notations- u. Quellenkunde II (Hiley) | V Music in England III (Hiley) |
| 10-11 | Ü Partiturkunde und Notensatz (Buckland) | HS Liturgische Choralhandschriften (Hiley) | V Béla Bartók (Hiley | PS Notations- u. Quellenkunde II (Hiley) | V Music in England III (Hiley) |
| 11-12 | Ü Anleitung zur Komposition (Buckland) | V Mozart Oper, Singspiel etc. (Kleinertz) | V Allg. Musikgeschichte II (Horn) | PS Musik im Film (Kleinertz) | Ü Musik zwischen 1933 und 1945 (Berlinghoff) |
| 12-13 | - | V Mozart Oper, Singspiel etc. (Kleinertz) | V Allg. Musikgeschichte II (Horn) | PS Musik im Film (Kleinertz) | Ü Musik zwischen 1933 und 1945 (Berlinghoff) |
| 13-14 | - |
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- | - | - |
| 14-15 | Ü Kontrapunkt I (Pfisterer)
Ü Gehörbildung I (Eglhuber) |
Ü Repertoirekunde: Oratorium (Pfisterer) | Ü Harmonielehre I (Pfisterer) | HS Der 'Galante Stil' 14-16 (Horn) |
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| 15-16 | Ü Kontrapunkt I (Pfisterer) | Ü Repertoirekunde: Oratorium (Pfisterer) | Ü Harmonielehre I (Pfisterer)
Ü Dirigierkurs (Buckland) |
HS Der 'Galante Stil' (Horn)
V Venezianische Musikerschule 15.30-17.00 (Gmeinwieser) |
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| 16-17 | - | PS Claudio Monteverdi (Horn) | - | V Venezianische Musikerschule (Gmeinwieser) | - |
| 17-18 | - | PS Claudio Monteverdi (Horn) | - | Kolloquium (Kleinertz) | - |
| 18-19 | - | - | - | Kolloquium (Kleinertz) | - |
| 31 600 | Tastensinn [MUWI M03/M07]
119.11.2004, 18.00–21.00 Uhr, 20.11.2004, 9.00–12.00 Uhr, 13.00–17.00 und 18.00–21.00 Uhr, 21.11.2004, 9.00–12.00 |
Buckland | PT 4.0.47 |
| Diese Blockveranstaltung führt in Blattlesen, Transposition, Generalbass, Lesen von Akkordsymbolen, Partiturlesen usw. ein und ist deswegen besonders für Erstsemester geeignet. Es werden keine Kenntnisse vorausgesetzt. Anfänger bekommen Hinweise, wie sie sich am Klavier helfen können. Fortgeschrittenere Pianisten erfahren, wie sie ihre Klavierkenntnisse in der Musikwissenschaft einbringen können. |
| 31 601 | Allgemeine Musikgeschichte II
(Renaissance und Frühbarock, 15. bis 17. Jahrhundert) [MUWI M01/M05] 2st., Mi 11–13 Uhr, Beginn: 20.10.2004 |
Horn | PT 2.0.4 |
| Unter „Musikgeschichte der Renaissance und des Frühbarock“ fasst
man üblicherweise die Musik der Zeit zwischen ca. 1430 und 1680, also
grob: von Dufay bis Corelli. Zwar gehören das Ausziehen grober Linien
und die Stoffvermittlung zu den Merkmalen dieses Vorlesungstyps, doch soll
die Konzentration auf exemplarische Themen der Gefahr ermüdender Aufzählungen
entgegenwirken. Die Vorlesung wendet sich vornehmlich an Studierende der
Musikwissenschaft/Magister (Erwerb der LP durch abschließendes Gespräch),
steht aber allen Interessierten offen. Einige Themen werden sein: Die Vielfalt
in der Musik des 15. Jahrhunderts; Techniken und Bedeutung des Musikdrucks;
Uniformierungstendenzen in der Komposition des 16. Jahrhunderts; Messe
und Motette, Madrigal und Chanson; die Entstehung und Frühgeschichte
der Oper; der „Generalbass“; nationale Traditionen im 17. Jahrhundert.
Literatur: Reinhard Strohm, The Rise of European Music, 1380-1500, Cambridge 1993; Die Musik des 15. und 16. Jahrhunderts, hrsg. von Ludwig Finscher, Laaber 1989 (Neues Handbuch der Musikwissenschaft 3); Werner Braun, Die Musik des 17. Jahrhunderts, Wiesbaden/Laaber 1981 (Neues Handbuch der Musikwissenschaft 4). |
| 31 602 | Die Venezianische Musikerschule [MUWI
M01/M05]
2st., Do 15.30-17.00, Beginn: 21.10.2004 |
Gmeinwieser | PT 2.0.4 |
| Bei der Entwicklung der Mehrchörigkeit und des konzertanten Musizierens
im 17. Jahrhundert hat in Italien vor allem Venedig eine bedeutende Rolle
gespielt. Die coro-spezzato-Technik war durch die neuen Raumvorstellungen,
die auch der Musik neue Dimensionen eröffnete, bedingt. Besonders
San Marco mit den zahlreichen Emporen war der Entwicklung der getrennt
aufgestellten Chöre mit neuen Klangfarben und dem Prinzip des barocken
Konzertierens förderlich. So entwickelte sich auch eine selbständige
Instrumentalmusik. Unter diesen Gesichtspunkten wird in der Vorlesung vor
allem das Wirken von Adriano Willaert, Giuseppe Zarlino, Andrea und Giovanni
Gabrieli betrachtet.
Literatur: MGG2, Sp. 1333-1344; H. Beck, Die Venezianische Musikerschule im 16. Jahrhundert, Wilhelmshaven 1968; ders., Willaerts Messen, in: AfMw 17 (1960), S. 215 ff.; ders., Die Mehrchörigkeit, in: Geschichte der Katholischen Kirchenmusik II, Kassel 1976, S. 33ff.; Carl v. Winterfeld, G. Gabrieli und sein Zeitalter, ND Hildesheim 1965; D. Arnold, Giovanni Gabrieli. |
| 31 603 | Music in England III: Purcell, Handel and their contemporaries
(in englischer Sprache) [MUWI M01/M05]
2st., Fr 9-11, Beginn: 22.10.2004 |
Hiley | PT 4.0.47 |
| Während des Commonwealth (1645–1660) waren sowohl die Kirchen- als auch die Theatermusik zum Schweigen gebracht worden. Allein im Bereich der instrumentalen Kammermusik konnte ununterbrochen weiter komponiert werden. Eine Wiederbelebung der Musikpraxis fand z.T. auf Basis der alten Traditionen, z.T. aber auch unter ausländischem Einfluss statt, dies nicht zuletzt aufgrund des persönlichen Geschmacks König Karls II., der sein Exil am französischen Königshof verbracht hatte und die französische Hofkultur bevorzugte. Eine neue Generation englischer Komponisten, an ihrer Spitze Henry Purcell (1659–1695), reifte im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts heran. Ihren Nachfolgern im 18. Jahrhundert fiel es jedoch schwer, Schritt mit ausländischen Komponisten der italienischen Oper zu halten, die besonders seit der Ankunft Georg Friedrich Händels 1710 in London zur neuen Mode wurde. Die Oratorien aus Händels späteren Jahren bildeten eine unerwartete neue Richtung, die ihre Bedeutung für die Musikkultur bis in unsere Zeiten nicht verloren hat. |
| 31 604 | Béla Bartók (1881–1945) [MUWI
M01/M05]
2st., Mi 9-11, Beginn: 20.10.2004 |
Hiley | PT 2.0.4 |
| Während die frühen Werke Bartóks von der deutsch-österreichischen Tradition beeinflusst sind, haben seine Studien der ungarischen Volksmusik ab 1904 zur Entwicklung eines persönlichen Stils geführt, der deutlich ungarische Züge aufweist, ohne in volkstümliches Kolorit und bloßen Nationalismus zu verfallen. Neben dieser Dichotomie ist eine zweite zu beobachten, nämlich die zwischen der starken Expressivität der Werke Bartóks und ihrer strengen formalen Logik. Die Vorlesung soll eine Übersicht über die bedeutendsten Werke Bartóks geben – die Instrumentalwerke, vor allem die sechs Streichquartette, Orchesterwerke wie die Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta, die drei Klavierkonzerte, und die drei großen Bühnenwerke – und versucht, sie in ihren kontrastierenden Aspekten zu erklären. |
| 31 605 | Wolfgang Amadeus Mozart: Opern, Singspiele und
Schauspielmusik [MUWI M01/M05] 2st., Di 11–13 Uhr, Beginn: 19.10.2004 |
Kleinertz | PT 2.0.4 |
| Die Vorlesung beginnt mit einem Überblick über die Gattungen
Opera seria, Opera buffa, Singspiel und Schauspielmusik in der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts. Anschließend werden in chronologischer
Folge Mozarts Beiträge zu diesen Gattungen vorgestellt und in ihrem
Bezug auf Gattungsnormen und die örtlichen Gegebenheiten in so unterschiedlichen
Musikzentren wie Salzburg, Mailand, München, Wien und Prag diskutiert.
Einführende Literatur: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters, hrsg. von Carl Dahlhaus u. a., Bd. 4, München/Zürich 1991; Stefan Kunze, Mozarts Opern, Stuttgart 1984; Wolfgang Hildesheimer, Mozart, Frankfurt a. M. 1977. |
| 31 606 | Einführung in das Arbeiten mit mittelalterlichen liturgischen
Choralhandschriften
2st., Di 9-11, Beginn: 19.10.2004 |
Hiley | PT 2.0.4 |
| Im Mittelalter stand die tägliche Ausführung der lateinischen Liturgie samt ihrer Musik (des so genannten ‚Gregorianisches Chorals‘) im Mittelpunkt des geistlichen Lebens. Die liturgischen Texte und Melodien sind in zahlreichen Handschriften erhalten, deren Studium für das Verständnis der Liturgie unerlässlich ist. Im Hauptseminar werden folgende Aspekte des Umgangs mit mittelalterlichen liturgischen Choralhandschriften berücksichtigt: Die Struktur der Liturgie und des liturgischen Jahres, die Schrift und Notation der Quellen, die interne Organisation der Quellen in Gesangszyklen unterschiedlicher Funktion (nach Jahreszeit, Messe und Stundengebet, Propriums- und Ordinariumsgesängen, älterer und neuerer Gesangsgattungen usw.). Ein weiteres Ziel der Lehrveranstaltung ist die Rekonstruktion der Liturgie an bestimmten Festtagen des Kirchenjahres aufgrund ausgewählter mittelalterlicher Quellen. |
| [31 607] | Leos Janácek
2st., Do 14-16 Uhr |
Horn |
| 31 607 | Der 'Galante Stil' in der Musik
des 18. Jahrhunderts 2st., Do 14-16 Uhr, Beginn: 21.10.2004 |
Horn | PT 4.0.47 |
| Das Wort "galant" taucht in deutschen Texten vermehrt in der zweiten
Hälfte des 17. Jahrhunderts auf und meint dort insbesondere ein "höfliches",
d. h. an höfischen Umgangsformen orientiertes Sozialverhalten, das
in der Emanzipation des aufkommenden Bürgertums eine wichtige Rolle
spielte. Bereits im Musikschrifttum des 18. Jahrhunderts wird der Ausdruck
"galant" (oft im Gegensatz zu "gelehrt") verwendet. Wichtige Komponisten,
die Werke in einem noch näher zu bestimmenden "galanten Stil" komponiert
haben, sind etwa C. P. E. Bach oder J. J. Quantz.
Als Etikett für einen "Epochenstil" wird der Ausdruck in der Musikgeschichtsschreibung zwar immer wieder verwendet - er bezieht sich dann in der Regel auf die Musik "zwischen Barock und Klassik", doch bleiben seine Konnotationen vage. Das Seminar wird sich deshalb mit folgenden Themen beschäftigen: (a) Die Vokabel "galant" im allgemeinen Schrifttum und in der Musikschriftstellerei des 17. und 18. Jahrhunderts; (b) Kompositionstechnische Merkmale des "Galanten Stils"; (c) Analytische und musikhistoriographische Brauchbarkeit des Begriffes. Das Seminar ist als Hauptseminar angekündigt. Es besteht aber auch die Möglichkeit des Erwerbs eines Scheines für Modul MUWI 02 in Musikwissenschaft. Besonders geeignet erscheint das Thema auch im Hinblick auf Musikwissenschaftsprüfungen in Studiengängen aller Art, da es Perspektiven auf verschiedene mögliche Schwerpunktsgebiete eröffnet. Einführende Literatur: Ernst Bücken, Der galante Stil, in: Zeitschrift für Musikwissenschaft 6 (1923/24), S. 418-430; Lothar Hoffmann-Erbrecht, Der "galante Stil" in der Musik des 18. Jahrhunderts. Zur Problematik des Begriffs, in: Studien zur Musikwissenschaft 25 (1962, zugleich Festschrift für Erich Schenk), S. 252-260 [Kopiervorlagen dieser kurzen Texte können im Sekretariat Musikwissenschaft entliehen werden!] |
| 31 608 | Notations- und Quellenkunde II [MUWI
M02/M06]
2st., Do 9–11 Uhr, 21.10.2004 |
Hiley | PT 2.0.4 |
| Das Proseminar bietet eine Einführung in die Übertragung
der wichtigsten Notationsweisen der Renaissance (15. u. 16. Jh.). Behandelt
wird der Übergang von der ‚schwarzen‘ zur ‚weißen‘ Mensuralnotation
im 15. Jahrhundert und die Notation der Hauptwerke des 16. Jahrhunderts.
Berücksichtigt werden ferner Notationen für Instrumentalmusik:
die Tabulaturen für Klavier und Laute.
Lektürehinweis: Willi Apel, Die Notation der polyphonen Musik, 900-1600, 2. Ausg., Wiesbaden: Breitkopf u. Härtel 1981. |
| 31 609 | Die geistliche Musik von Claudio Monteverdi (Einführung
in das musikwissenschaftliche Arbeiten) [MUWI
M02/M06]
2st., Di 16–18 Uhr, Beginn 19.10.2004 |
Horn | PT 2.0.4 |
| Man könnte Claudio Monteverdi (1567–1643) als den ersten wahrhaft
„modernen“ Komponisten betrachten, dessen Werk und Persönlichkeit
von unverwechselbarer Individualität zeugen. Das Proseminar möchte
Wege aufzeigen, auf denen sich dieses Urteil begründen oder relativieren
lässt. Dies setzt die Beschäftigung mit Monteverdis Leben und
seinen Kompositionen anhand von Quellen, Forschungsliteratur und verbalen
wie praktischen Interpretationen voraus. Besonderes Gewicht soll auf Monteverdis
geistliche Musik gelegt werden, da seine behauptete Individualität
sich auf diesem durch Traditionen und Konventionen beherrschten Feld in
besonderer Weise zeigen müsste. Dem einführenden Charakter eines
Proseminars entsprechend werden die formalen Gepflogenheiten wissenschaftlichen
Arbeitens eigens und beständig thematisiert werden.
Literatur: Linda Maria Koldau, Die venezianische Kirchenmusik von Claudio Monteverdi, Kassel u. a. 2001; Silke Leopold, Claudio Monteverdi und seine Zeit, 2. umgearb. Auflage 1993 (Nachdruck 2002). |
| 31 610 | Musik im Film
[MUWI M03/M07]
2st., Do 11–13 Uhr, Beginn: 21.10.2004 |
Kleinertz | PT 2.0.4 |
| Gegenstand dieses Proseminars ist nicht Musik, die für einen Film
komponiert ist, sondern bereits existierende Musik, die in einem Film als
‘Filmmusik’ verwendet wird und der dabei eine besondere Funktion zufällt.
In einigen dieser Filme geht es um Musiker (Milos Formans Amadeus oder
Gérard Corbiaus Farinelli), in anderen um die Aufführung von
Musik (István Szabós Zauber der Venus oder Carlos Sauras
Carmen), in anderen wiederum sind bestimmte Kompositionen als ‘Leitmotive’
eingesetzt (Stanley Kubricks 2001 – Odyssee im Weltraum oder dessen Uhrwerk
Orange). Im Proseminar sollen zunächst jeweils die Handlung und die
optische Gestaltung des Films sowie die verwendete Musik als ‘eigenständiges
Kunstwerk’ vorgestellt und anschließend ihre wechselseitige Beziehung
und Beeinflussung besprochen werden. Besondere Beachtung wird dabei der
Frage zuteil, inwiefern der Film die Rezeption von Musik auch über
ihre Verwendung im Film hinaus prägt. Hierzu werden kleinere Gruppen
einzelne Filme erarbeiten und im Seminar zur Diskussion stellen. Parallel
zum Proseminar wird die Gelegenheit geboten, die Filme im Tonstudio des
Instituts für Musikwissenschaft anzusehen.
Einführende Literatur: Art. Filmmusik, in: MGG2, Sachteil, Bd. 3. |
| 31 611 | Musik zwischen 1933 und 1945 [MUWI
M03/M07]
2st., Fr 11–13 Uhr, Beginn: 22.10.2004 |
Berlinghoff-Eichler | PT 4.0.47 |
| Die Übung soll erste Einblicke in das Musikleben im deutschsprachigen
Raum zur Zeit des Nationalsozialismus vermitteln. Nach der Ernennung Adolf
Hitlers zum Reichskanzler vergingen nur wenige Monate, bis sich das nationalsozialistische
Regime die Künste durch das Reichskulturkammergesetz vom 22. September
1933 gewissermaßen „einverleibte“ und somit die Voraussetzungen für
den Missbrauch der Künste als Mittel politischer Propaganda schuf.
Die Umstrukturierung des Musiklebens begann mit der systematischen Ausgrenzung
aller als „entartet“ abqualifizierten Musik und führte letztlich zur
Etablierung einer von nationalsozialistischem Gedankengut geprägten
Musik. Komponisten wie Arnold Schönberg, Hanns Eisler, Paul Dessau
oder Alexander Zemlinsky gingen in die Emigration, während andere
in Deutschland blieben und sich entweder in die innere Emigration zurückzogen
(Karl Amadeus Hartmann) oder sich weitgehend mit dem System arrangierten
(Carl Orff, Werner Egk). Eine weitere Gruppe von Musikern und Komponisten
(z. B. Viktor Ullmann und Erwin Schulhoff) setzte dagegen ihre Tätigkeit
unter widrigsten Umständen als Gefangene in Konzentrationslagern fort.
Ausgehend von der Vorstellung zeitspezifischer Organisationsformen wie der Reichsmusikkammer und des „Jüdischen Kulturbundes“ sollen die folgenden Aspekte diskutiert werden: „Entartete Musik“, politische Gebrauchsmusik, Komponieren im Exil, in Ghettos und Konzentrationslagern, der Missbrauch von Kompositionen Franz Liszts und Richard Wagners, die Rolle von Musikverlagen und von Musikkritik im Dritten Reich. An diesen eher systematisch ausgerichteten Teil schließt sich die Beschäftigung mit ausgewählten Lebensläufen von Musikern und Komponisten wie Paul Hindemith und Wilhelm Furtwängler an. In einem dritten Teil sollen musikalische Werke aus der Zeit von 1933 bis 1945 unter Einbeziehung biographischer, analytischer und ästhetischer Aspekte in kurzen Referaten zusammengefasst und in Tonaufnahmen vorgestellt werden. Auf dem Programm stehen u. a. Kompositionen von Alban Berg, Arnold Schönberg, Anton Webern, Paul Hindemith, Karl Amadeus Hartmann, Viktor Ullmann, Werner Egk und Carl Orff. Für Studierende, die im Rahmen des modularisierten Studiengangs Leistungspunkte für die beiden Basismodule Werk- und Partiturkunde benötigen, findet ggf. am Ende des Semesters eine kurze mündliche Prüfung statt. Nach Absprache kann in der Übung auch ein Proseminarschein für das Basismodul Grundbegriffe und Arbeitstechniken erworben werden (Voraussetzungen: Referat und Hausarbeit). Zur Einführung wird die Lektüre der Artikel Nationalsozialismus von Bernd Sponheuer in MGG2, Sachteil, Bd. 7, Kassel u. a. 1997, Sp. 25ff., sowie Nazism von Pamela M. Potter in NGroveD2, Bd. 17, London u. a. 2001, S. 722ff., empfohlen. |
| 31 613 | Repertoirekunde: Oratorium und Passion im 17. und 18. Jahrhundert
[MUWI M03/M07] 2st., Di 14–16 Uhr, Beginn: 26.10.2004 |
Horn | PT 2.0.4 |
| Das um die Mitte des 17. Jahrhunderts in Italien entstandene Oratorium und die aus der liturgischen Lesung sich entwickelnde Passion gehen im 18. Jahrhundert vielfältige Verbindungen ein, die eine gemeinsame Behandlung erfordern. Anhand von Einzelbeispielen, die ganz oder in Teilen gehört werden, sollen die wichtigsten Ausprägungen und Entwicklungslinien deutlich werden. Für den Scheinerwerb ist die Übernahme eines einführenden Referates nötig. |
| 31 614 | Partiturkunde [MUWI M03/M07]
1st., Mo 9–10 Uhr, Beginn: 18.10.2004 |
Buckland | PT 4.0.47 |
| In diesem Kurs wenden wir uns Fragen der Notation seit 1700 zu: vor
allem, welche Informationen sich aus einer Orchesterpartitur holen lassen.
Nach einer kurzen Einführung in die Formanalyse (aus der Sicht eines
Dirigenten) besprechen wir Fragen der harmonischen Analyse und der Analyse
von Klanggewebe. Wir vergleichen die Partituren aus Bachs Zeiten mit denen
von 1900. Wir reduzieren Orchesterpartituren auf vier bzw. zwei Systeme
und bearbeiten die Stücke für andere Ensembles.
Wir wohnen einigen Proben des Universitätsorchesters bei und diskutieren unsere Erlebnisse. Es gibt eine Einführung in die Kunst des Partiturspiels am Klavier und Hinweise zur Lösung der Probleme der musikalischen Stenographie (Akkordsymbole und Generalbass). Auch werden Partituren für andere Ensembles (Chor, Streichquartett, Bläserquintett, Band, Bigband usw.) besprochen. |
| 31 615 | Generalbassspiel
1st., Di 9–10 Uhr, Beginn: 19.10.2004 |
Buckland | PT 4.0.47 |
| Eine Einführung in die Generalbass-Techniken des 17. und 18. Jahrhunderts sowie die Akkord-Symbole des 20. Jahrhunderts. Die Übung schließt mit einer Klausur. |
| 31 616 | Partiturlesen
1st., Di 10–11 Uhr, Beginn: 19.10.2004 |
Buckland | PT 4.0.47 |
| Eine Einführung in die Partituren des 16. und 17. Jahrhunderts sowie die Orchesterpartituren der Klassik und Romantik. Umgang mit alten Schlüsseln, transponierenden Instrumenten, Chorpartituren, Klavierauszügen, Opernpartituren usw. Die Übung schließt mit einer Klausur. |
| 31 617 | Anleitung zur Komposition [MUWI
M03/M07]
2st., Mo 10-12 Uhr, Beginn: 18.10.2004 |
Buckland | PT 4.0.47 |
| Studenten der Kunsterziehung malen auch. Genau so soll das Komponieren jedem Studierenden der Musikwissenschaft offen stehen. Die meisten trauen sich leider nicht. Wir vergleichen Strukturen der Vergangenheit und der Gegenwart. Jedem wird nahe gelegt, seine Lieblingkomponisten „auszurauben“ und dabei über seine eigenen kompositorischen Wünsche Klarheit zu gewinnen. |
| 31 622 | Dirigierkurs (offen für alle Fakultäten)
1st., Mi 15–16 Uhr, Beginn: 20.10.2004 |
Buckland | M 01 |
| Dirigierkurs (offen für alle Fakultäten)
1st., Mi 15–16 Uhr, M01, Beginn: 20.10.2004 Eine Einführung in die Theorie des Ensemble-, Chor- und Orchesterleitens. Schlagtechnik. Das Aneignen von Partituren. Dieser Kurs bereitet eine Blockveranstaltung vor, die mit dem Universitätsorchester stattfinden wird. |
| 31618 | Kontrapunkt I [MUWI M04/M08]
2st., M0 14-16 Uhr, Beginn: 18.10.2004 |
Pfisterer | PT 2.0.4 |
| In der Übung Kontrapunkt I wird der zweistimmige Satz als Grundlage
der Satztechnik vor 1600 (Palestrinastil) behandelt in Anlehnung an die
Methode von Johann Joseph Fux’ Gradus ad Parnassum. Inhalte sind dabei:
Intervallehre, Tonartenlehre, Fortschreitungsregeln, Konsonanz- und Dissonanzbehandlung.
Die Übung schließt mit einer Klausur.
Literatur: Knud Jeppesen, Kontrapunkt, Wiesbaden 111985; Thomas Daniel, Kontrapunkt, Köln 22002; Bernhard Meier, Alte Tonarten, Kassel u. a. 32000. |
| 31619 | Harmonielehre I [MUWI M04/M08]
2st. Mi 14-16 Uhr, Beginn: 20.10.2004 |
Pfisterer | H 4 |
| Ziel der Übung Harmonielehre I ist die Vermittlung von
Grundbegriffen der harmonischen Funktionstheorie. Dazu gehören der
Dreiklang und seine Umkehrungen, die Kadenz, die Funktionssymbole und die
Stimmführung im homophonen 4-stimmigen Satz. Zusätzlich werden
die Regeln des bezifferten Basses (Generalbass) behandelt.
Die Übung schließt mit einer Klausur. Literatur: Wilhelm Maler, Beitrag zur durmolltonalen Harmonielehre I, München 162000; Hermann Grabner, Handbuch der funktionellen Harmonielehre, Regensburg 111996. |
| 31662 | Gehörbildung I [MUWI
M03/M07]
1st., Mo 14–15 Uhr, Beginn: 18.10.2004 |
Eglhuber | M 26 |
| Inhalte: Hördisziplinen: Melodiehören (grundtonbezogen und
intervallisch), Zweistimmigkeit (Intervalle), Harmonisches Hören (Akkorde),
Rhythmus, Klangfarben.
Anwendungen: Notation, Vomblattsingen, Fehler & Veränderungen hören, Werkhören (Höranalyse). Einführende Literatur: C. Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel 1983/1990; R. Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Bd. 1, Kassel 61989. Vorgezogene Abschlussklausur (Teilnahme verpflichtend!):
|
| 31 620 | Kolloquium zu aktuellen Forschungsproblemen
2st., Do 17-19, Beginn: wird am „Schwarzen Brett“ bekanntgegeben |
Kleinertz | PT 4.0.47 |
| Das Kolloquium steht allen interessierten Studierenden offen. In einigen Sitzungen werden in Arbeit befindliche Magisterarbeiten und Dissertationen sowie Forschungsprojekte der Lehrenden des Instituts für Musikwissenschaft vorgestellt. Ergänzend sollen wichtige Neuerscheinungen vorgestellt und besprochen werden. Ein besonderer Schwerpunkt soll in diesem Semester auf der Diskussion von Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen Fächern in Forschung und Lehre liegen. |
| 31721 | Universitätsorchester
3st., Mi 19–22 Uhr Schnupperwoche: 4.–8.10.2004, Uhrzeit: siehe Aushang, Audimax |
Buckland | M 28 |
| Das Universitätsorchester ist ein Symphonieorchester mit über
100 Mitgliedern. In jedem Semester wird ein großes Konzert im Audimax
veranstaltet. Zusätzliche Auftritte finden bei Universitätsfeiern
und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Städten in der Umgebung statt.
Das Repertoire der letzten Semester umfasste u. a. Mussorgskys Bilder einer
Ausstellung und Tschaikowskys Symphonie Nr. 5. Eine Partnerschaft mit dem
Universitätsorchester in Clermont-Ferrand wird vom städtischen
Kulturamt unterstützt.
Die Aufnahme erfolgt durch Vorspiel in Raum M 01 (Musikpavillon, Seybothstraße 2) zu Beginn des Semesters (bitte Aushänge beachten). Das Universitätsorchester findet sich auch im Internet unter www.uni-regensburg.de/Uni/Orchester/index.html |
| 31720 | Universitätschor
2st., Mo 19.45–22 Uhr, Beginn: 18.10.2004 |
Kroll | Keplersaal, Ernst-Reuter-Platz |
| Der Universitätschor steht allen Studierenden und Angehörigen
der Universität und der Fachhochschule offen. In den Proben werden
Werke aller Stilepochen von großen Oratorien bis zu A-cappella-Musik
erarbeitet, wobei jedes Semester mit einem Konzert abschließt. Diese
Aufführungen haben im Regensburger Konzertleben inzwischen einen festen
Platz. Immer wieder finden auch Konzerte außerhalb von Regensburg
und Reisen statt.
Der neueste Probenplan findet sich im Internet unter www.unichor-regensburg.de/. |
Stand: 23. September 2004