Institut für Musikwissenschaft

Vorlesungsverzeichnis

Wintersemester 2005/2006


 Vorlesungen - Hauptseminare - Proseminare - Übungen - Kolloquium - Ensembles

Einführungsveranstaltung für Studierende der Musikwissenschaft
Dienstag, 18. Oktober 2005, 14.15 Uhr im Tonstudio (PT 4.0.47)


Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8-10 Ü Instrumentationskunde (Buckland) 9-10 h
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Ü Strukturelles Hören (Horn) 8.30-10 h Ü Tastensinn I (Buckland) 8-9 h
Ü Tastensinn III (Buckland) 9-10 h
10-12 Ü Stylistic Studies (Buckland) V Requiem u. Trauermusiken (Horn) V Allg. Musikgeschichte IV (Kleinertz) HS Musik und Rhetorik (Horn) Ü Musikwissenschaft im Dritten Reich (Berlinghoff-Eichler) 
12-14 -
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PS Musik in Paris (Kleinertz) -
14-16 Ü Kontrapunkt I (Pfisterer) Ü Repertoirekunde (Berlinghoff-Eichler) HS Musik des 15. Jh. (Kleinertz)
Ü Harmonielehre I (Pfisterer)
Ü Dirigierkurs (Buckland) 15-16 h
V Palestrina (Gmeinwieser)
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16-18
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PS Notationskunde II (Horn) Ü Instrumentenkunde (Pfisterer) Kolloquium (Kleinertz) -


Vorlesungen

31 600 Allgemeine Musikgeschichte IV (19. und 20. Jahrhundert)
2st., Mi 10–12 Uhr, Beginn: 19.10.2005
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft  BA/Mag; LA Gym/RS; Hörer aller Fakultäten
Verwendbar für: MUWI M01/05 (Pflichtbereich Nr. 4)
Leistungsnachweis: Prüfungsgespräch am Semesterende (4 LP)
Kleinertz PT 2.0.4
Die Vorlesung Allgemeine Musikgeschichte vermittelt in vier Semestern einen Überblick über die Musikgeschichte von der Antike bis ins 20. Jahrhundert. Der vierte und letzte Teil ist der Musik seit ca. 1800 gewidmet. Ausgangspunkt soll zunächst die Situation der Kunstmusik in Europa während der Napoleonischen Kriege sein. Ausgehend von wichtigen Zentren wie Paris, Wien und Berlin werden dann wesentliche Entwicklungen in der Oper, der Symphonie, der Klaviermusik, der Kammermusik und des Liedes weiterverfolgt. An die Ausbildung der Atonalität und der Zwölftontechnik bei Schönberg und seinen Schülern soll sich abschließend ein Überblick über weitere bedeutende Komponisten und Strömungen der Musik des 20. Jahrhunderts anschließen. 

Zur Ergänzung wird die Lektüre ausgewählter Kapitel aus dem Neuen Handbuch der Musikwissenschaft, 13 Bde., hrsg. von Carl Dahlhaus, Laaber 1980–1993, empfohlen.

31 601 Palestrina und Palestrinastil
2st., Do 14-16 Uhr, Beginn: 3.11.2005
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI M01 (Wahlbereich) / M05 / M11
Leistungsnachweis: Prüfungsgespräch am Semesterende (4 LP)
Gmeinwieser PT 2.0.4
In der Vorlesung werden die stilistischen Eigenschaften des Meisters aus Praeneste an ausgewählten Beispielen besonders der Gattungen Messe und Motette besprochen. Dabei soll auch die bleibende Bedeutung Palestrinas für die Entwicklung der klassischen Polyphonie und des kirchlichen Ausdrucks im Anschluss an das Tridentinum untersucht werden. Ferner wird sein Fortwirken, wie es im stile antico des 17. und 18. Jahrhunderts und in den Tendenzen der Palestrina-Renaissance des 19. Jahrhunderts lebendig geblieben ist, beleuchtet. 
31 602 Musik und Tod: Requiem und Trauermusiken
2st., Di 10-12, Beginn: 18.10.2005
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI M01 (Wahlbereich) / M05 / M11
Leistungsnachweis: Prüfungsgespräch am Semesterende (4 LP)
Horn PT 2.0.4
Es scheint in der Natur des Menschen zu liegen, dass insbesondere Situationen, die nicht alltäglich, ereignislos und „durchschnittlich“ sind, zur intensiven Produktion und Rezeption von Musik prädestiniert sind. Der Tod ist das einschneidendste Ereignis in der menschlichen Existenz und Gesellschaft. Wie immer er auch individuell und sozial, kulturell und rituell aufgenommen werden mag, so zwingt er doch stets zur Ernsthaftigkeit und zur intensiven Auseinandersetzung. Dies spiegelt sich in den allgemeinen, nach ihrer Etablierung nur in Grenzen variablen katholischen Begräbnisriten ebenso wie in den durch die Jahrhunderte immer wieder verschieden aufgefassten Requiemvertonungen, in deren Geschichte das Requiem von Mozart vielleicht als ein Wendepunkt aufgefasst werden kann. Individuellere musikalische Reaktionen auf den Tod ermöglicht der Protestantismus, aus dessen Umkreis hier nur die Musikalischen Exequien von Schütz, die Trauer-Ode (BWV 198) von Bach und das Deutsche Requiem von Brahms genannt seien. Musikalische Reaktionen auf den Tod sind jedoch keineswegs auf ein kirchliches Umfeld beschränkt (das allerdings im Zentrum der Vorlesung stehen wird): Natürlich spielt der Tod in manchen Opern eine Rolle, genannt seien aber auch vokale „Gattungen“ wie das „Lamento“, ferner instrumentale Trauer- und Gedenkkompositionen wie die Tombeaux für Laute aus dem 17. Jahrhundert oder die Trauermärsche in der Musik von Beethoven bis Mahler. In ein wiederum anderes Umfeld gehören Kompositionen, die die Katastrophen des 20. Jahrhunderts reflektieren, etwa Regers Requiem (nach Hebbel) oder Schönbergs Ein Überlebender aus Warschau. Die Vorlesung möchte in erster Linie einen Überblick über Erscheinungsformen von Trauermusik geben, aus deren Kenntnis dann womöglich eine Typologie von musikalischen und/oder rituellen Reaktionsweisen auf den Tod gewonnen werden kann.

Literatur: Philippe Ariès, Geschichte des Todes, München 102002.


Hauptseminare

31 603 Musik und Rhetorik
2st., Do 10-12 Uhr, Beginn: 20.10.2005
Teilnehmer: HS/GS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: GS MUWI M02; HS Mag  (Bereich der neueren Musikgeschichte) und BA (MUWI M11, Nr. 2)
Leistungsnachweis: Referat und Hausarbeit (HS Mag: 12 LP / BA: 10 LP; GS: 6 LP)
Horn PT 4.0.47
„Rhetorik“ ist die Kunst-Lehre von der Rede, sie bezieht sich mithin auf ein fast unüberschaubares Gebiet menschlichen Tuns. Die Anwendbarkeit dieser Lehre auf Musik setzt voraus, dass man Musik als etwas „Redeartiges“ betrachtet. Das hat man zu verschiedenen Zeiten mit verschiedener Akzentuierung und Intensität getan. Ausgewählte Zeugnisse dieses Denkens, vorwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert, werden Gegenstand des Seminars sein. – Gegenüber den Ansprüchen der Rhetorik auf die Musik zeichnet sich in der Musikwissenschaft immerhin vereinzelt eine Haltung ab, die eine zunächst fremde Terminologie und Denkweise nicht mehr nur zur Kenntnis nimmt, sondern auch Gegenfragen stellt, etwa der Art: „Was haben wir gewonnen, wenn wir eine Generalpause als ‚Aposiopesis‘ bezeichnen?“
An ausgewählten Musikstücken verschiedener Zeiten und verschiedener Art sollen „rhetorisch“ inspirierte Strategien von Analyse oder Werkbetrachtung konfrontiert werden mit anderen Arten der Analyse. Dabei – so kann man hoffen – werden Möglichkeiten und Grenzen der jeweiligen Ansätze deutlich werden. Womöglich lässt sich so auch besser erkennen, wann die Rede von „Rhetorik“ in einem historisch präzisen Sinn zu verstehen ist (etwa im Hinblick auf „rhetorische Figuren bei Schütz“), und wann man mit „Rhetorik“ in metaphorischem und historisch unspezifischem Sinn etwas Allgemeines meint. Ich werde eine Literatur- und Themenliste in der ersten Sitzung austeilen, bin aber im Übrigen für Vorschläge und Interessen der Teilnehmenden offen.

Literatur: Hans Heinrich Unger, Die Beziehungen zwischen Musik und Rhetorik im 16.–18. Jahrhundert, Hildesheim 2000 (6. unveränderter Nachruck der 1. Aufl. Würzburg 1941;  trotz des Erscheinungsjahres ideologisch unverdächtig, fachgeschichtlich als erste große derartige Arbeit wichtig und zur Einführung besonders geeignet, wenngleich natürlich nur den Nutzen, nicht den Nachteil einer Anwendung von Rhetorik auf Musik betonend.)

31 604 Die Musik des 15. Jahrhunderts in Italien
2st., Mi 14-16 Uhr, Beginn: 19.10.2005
Teilnehmer: HS Musikwissenschaft BA/Mag; SE Italien-Studien
Verwendbar für: Mag  (Bereich der älteren Musikgeschichte);
BA (MUWI M11, Nr. 2)
Leistungsnachweis: Referat und Hausarbeit (Mag: 12 LP, BA: 10 LP)
Kleinertz PT 2.0.4
Das 15. Jahrhundert ist in Italien von der Renaissance geprägt. Anders als in der bildenden Kunst waren es in der Musik jedoch keine italienischen Künstler, die ‚den Ton angaben‘, sondern Franzosen und Niederländer. An erster Stelle sind hier Johannes Ciconia und Guillaume Dufay zu nennen. In der schriftlichen Überlieferung sind italienische Komponisten in auffallend geringem Maße vertreten, so dass sogar die These von der überwiegenden Mündlichkeit der italienischen Musik im 15. Jahrhundert aufkam. Das Seminar wird sich an den wichtigsten italienischen Musikzentren orientieren. Mit diesen werden die Lebensläufe und das Schaffen einzelner Komponisten verbunden. Im Zentrum des Seminars soll anschließend die Handschrift Montecassino 871 stehen, die im Umkreis des aragonesischen Hofes in Neapel entstand. Anhand eines Überblicks über dieses Repertoire und einzelner Analysen soll die These von der Mündlichkeit der italienischen Musik überprüft werden. Abschließend soll mit einem Ausblick auf die zeitgenössische Kunst und Literatur eine Einordnung der Musik des 15. Jahrhunderts in die europäische Kulturgeschichte versucht werden.

Einführende Literatur: I. Pope, The Musical Manuscript Montecassino 871. Neapolitan repertory of sacred and secular music of the late 15th century, Oxford 1978; A.W. Atlas, Music at the Aragonese Court of Naples, Cambridge 1985; L. Finscher, Die Musik des 15. und 16. Jahrhunderts, Laaber 1989/1990 (Neues Handbuch der Musikwissenschaft 3); R. Strohm, The Rise of European Music, 1380–1500, Cambridge 1993.


Proseminare

31 605 Notationskunde II: Tabulaturen und Weiße Mensuralnotation 
2st., Di 16–18 Uhr, Beginn: 25.10.2005
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft / LA Gym/RS
Verwendbar für: MUWI M02/06 (Pflichtbereich Nr. 4)
Leistungsnachweis: 2 Klausuren in der Mitte und am Ende des Semesters (GS: 6 LP)
Horn PT 2.0.4
Im Vordergrund dieses Standard-Proseminars wird zwar die „schulmäßige“ Erarbeitung des (nicht sehr umfangreichen) Regelwerks der Mensuralnotation stehen. Primär aber wollen wir anhand von Reproduktionen von Originalquellen des 15. und 16. Jahrhunderts versuchen, den Sinn der ursprünglichen Aufzeichnungsweise zu verstehen, wobei die Übertragung in „moderne Notenschrift“ ein wichtiges, aber nicht das einzige Mittel darstellen soll.
Darüber hinaus sollen die verschiedenen Arten von Griffschriften für Tasten- und Zupfinstrumente vorgestellt werden, die in der älteren Musikgeschichte eine Rolle gespielt haben. Damit verbunden werden soll ein Überblick über das Repertoire an freier und „entlehnter“ Musik für die betreffenden Instrumente sowie über die wichtigsten Quellen.

Literatur: Willi Apel, Die Notation der polyphonen Musik, 900–1600, Leipzig 1970 (u. a. Auflagen).

31 606 Musik in Paris 1830-1848
2st., Do 12–14 Uhr, Beginn: 20.10.2005
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft Mag/BA; SE Frankreich-Studien
Verwendbar für: MUWI M02/06 (Pflichtbereich Nr. 1 oder 2)
Leistungsnachweis: Referat und Hausarbeit (6 LP)
Kleinertz PT 4.0.47
 Die Frage nach Zentrum und Peripetie stellt sich auch in der Musikgeschichte. Die repräsentative Musik der beiden Jahrzehnte nach Beethovens Tod pflegen wir in Deutschland vor allem in den Werken Felix Mendelssohn Bartholdys und Robert Schumanns zu sehen. Paris scheint dann eher an der Peripherie zu liegen. Die Vorurteile gegenüber Paris sind denn auch schon bei den Genannten, später bei Richard Wagner stark ausgeprägt und fanden Eingang in zahlreiche Musikgeschichten.
Versucht man jedoch, die europäische Musik der „Juli-Monarchie“ (also der Regierungszeit des „Bürgerkönigs“ Louis-Philippe) einmal von Paris aus zu sehen, so ergibt sich ein neues Verständnis der französischen, aber auch der deutschen und der italienischen Musik jener Jahrzehnte.
In keiner anderen Stadt Europas kamen so viele Einflüsse zusammen wie in Paris: Hier lebten zumindest zeitweise so unterschiedliche Komponisten wie Gioacchino Rossini, Frédéric Chopin, Vincenzo Bellini, Hector Berlioz, Daniel-François-Esprit Auber, Giacomo Meyerbeer, Franz Liszt und Richard Wagner. Mit der Opéra, der Opéra-comique und der italienischen Oper wurden hier nebeneinander verschiedene Gattungen der Oper auf hohem Niveau gepflegt.
Im Proseminar soll ein Überblick über diese zwei Jahrzehnte erarbeitet werden. Dabei werden zunächst einzelne Komponisten und zentrale Werke wie beispielsweise Meyerbeers Les Huguenots im Vordergrund stehen. Anhand von Berichten und Rezensionen soll anschließend die Rezeption dieser Werke nachgezeichnet werden.
Gute Französischkenntnisse sind erwünscht, aber nicht unbedingt Voraussetzung.


Übungen

31 607 Repertoirekunde: Das Klavierlied im 19. Jahrhundert
2st., Di 14–16 Uhr, Beginn: 25.10.2005
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft BA/Mag; LA 
Verwendbar für: MUWI M03/07 (Pflichtbereich Nr. 1)
Leistungsnachweis: Übernahme von Kurzreferaten (3 LP)
Berlinghoff-Eichler PT 4.0.47
Ziel dieser Veranstaltung ist die Erweiterung der Repertoirekenntnisse auf dem Gebiet des klavierbegleiteten Sololiedes des 19. Jahrhunderts. Ausgehend von einem Überblick über die Entwicklung der Gattung und ihrer Ästhetik im deutschsprachigen Raum soll das Liedœuvre einzelner Komponisten unter Einbeziehung biographischer, analytischer und ästhetischer Aspekte in Referaten der Teilnehmer zusammengefasst und in Tonaufnahmen vorgestellt werden. Auf dem Programm stehen Kompositionen von Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Felix Mendelssohn Bartholdy, Carl Loewe, Robert Schumann, Franz Liszt, Johannes Brahms, Hugo Wolf, Max Reger u. a.

Literaturempfehlung: Peter Jost, Artikel Lied, in: MGG2, Sachteil, Bd. 5, Kassel u. a. 1996, Sp. 1259ff.

31 608 Musikwissenschaft im Dritten Reich
2st., Fr 10-12 Uhr, Beginn: 21.10.2005
Teilnehmer: HS Musikwissenschaft Mag
Verwendbar als:  wissenschaftliche Übung
Leistungsnachweis: Vorbereitung von Kurzreferaten (3 LP)
Berlinghoff-Eichler PT 4.0.47
In dieser Übung werden wir uns mit einem der finstersten, aber gleichwohl interessantesten und folgenreichsten Kapitel der Geschichte des Faches Musikwissenschaft beschäftigen, der Musikwissenschaft zur Zeit des Nationalsozialismus. Auf der Grundlage eines chronologischen Abrisses über die historische Situation in Deutschland zwischen 1933 und 1945 sowie über die Entwicklung der Musikwissenschaft als eigenständige Disziplin werden u. a. folgende Themen angesprochen: die selbstdefinierten Aufgaben „der“ deutschen Musikwissenschaft im „Dritten Reich“; Organisationsformen wie der „Sonderstab Musik“; zeitgenössische Musiklexika (z. B. Lexikon der Juden in der Musik); die musikwissenschaftlichen Tagungen 1938 und 1939; vorrangig behandelte Themengebiete (z. B. Bach- und Händel-Forschung); das „Umschreiben“ der Musikgeschichte im Sinn der nationalsozialistischen Ideologie; die Rezeption jüdischer Komponisten am Beispiel Felix Mendelssohn Bartholdys und ihre Auswirkungen nach 1945; Tendenzen der deutschsprachigen Musikwissenschaft nach 1945. Ferner soll an ausgewählten Beispielen (Schering, Besseler, Blume, Boetticher u. a.) der Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie auf die Schriften bedeutender – zum Teil ausgesprochen opportunistisch agierender – Musikwissenschaftler vor und nach 1945 diskutiert werden.
31 609 Strukturelles Hören (mit begleitender Lektüre des Buches 
von Felix Salzer )
2st., Do 8.30-10.00 Uhr, Beginn: 20.10.2005
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft BA/Mag; HS Musikwissenschaft Mag
Verwendbar für: MUWI M03/07 / wissenschaftliche Übung
Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme und analytische Vorbereitung eines Stückes im Hinblick auf „strukturelles Hören“ (3 LP)
Horn PT 4.0.47
Der Terminus „Strukturelles Hören“ stammt m. W. von Felix Salzer, der unter diesem Titel ein umfangreiches Buch veröffentlicht hat, dessen Grundideen wir undogmatisch nachvollziehen wollen. Im Kern zielt das Konzept des „Strukturellen Hörens“ darauf, musikalische Formen – oder in einem zu definierenden Sinne: Strukturen – hörend mitzuerleben. Dies setzt einige Fertigkeiten voraus; grundsätzlich aber gilt, dass auch bei schwachen Fundamenten das Hören auf formale Prozesse möglich ist und im Übrigen durch stetige Übung auch geschult wird. Als begleitende Übung zur Musikwissenschaft ist mir besonders wichtig, dass das Hören nicht als bloße Sinneswahrnehmung stattfindet, die Erregungen auslöst, sondern in Verbindung mit Begriffen stattfindet, die dem Sinnesreiz ein Moment von Bewusstheit beifügen.

Literatur: Felix Salzer, Structural Hearing. Tonal Coherence in Music, New York 1952 (neuer Nachdruck als Tb. bei Dover angekündigt); dt. 1960 unter dem Titel Strukturelles Hören. Der tonale Zusammenhang in der Musik.

31 610 Instrumentenkunde: Das Orchester im 17. und 18. Jahrhundert
2st., Mi 16-18 Uhr, Beginn: 19.10.2005
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI 03/07 (Nr. 2)
Leistungsnachweis: Kurzreferate (3 LP)
Pfisterer PT 2.0.4
Anhand der Entwicklung der Orchesterbesetzung im 17. und 18. Jahrhundert sollen die wichtigsten Instrumentenfamilien vorgestellt werden. Dabei werden Fragen der Stimmung, Familienbildung, Spieltechnik und musikalischen Funktion im Orchester behandelt.

 
31 611 Instrumentationskunde
2st., Mo 9–10 Uhr und eine Blockveranstaltung, Beginn: 17.10.2005
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: MUWI M03/07 (Pflichtbereich Nr. 3)
Leistungsnachweis: Hausarbeiten und Semesterarbeit (3 LP)
Buckland PT 4.0.47
 Auseinandersetzung mit den Eigentümlichkeiten verschiedener Instrumente. Die Kunst des Arrangierens – mit und ohne Computer. Vergleiche der Instrumentationsmerkmale von Komponisten der Vergangenheit.  Praktische Übungen mit einer Semesterarbeit, die gegebenenfalls vom Universitätsorchester vorgetragen wird.
31 612 Tastensinn I 
1st., Fr 8–9 Uhr, Beginn: 21.10.2005
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI M03/M07 
Leistungsnachweis: Klausur am Ende von Tastensinn II (3 LP)
Buckland PT 4.0.47
Tasteninstrumente sind als Hilfsmittel für Harmonie- und Kontrapunkt-Übungen besonders geeignet. Viele lange Theoriepfade können mit Hilfe eines Grundwissens am Klavier gekürzt werden. Die Fähigkeit, sich eine Partitur selbst anzueignen, ist für Musikwissenschaftler nicht zu verachten. Virtuosität am Klavier wird nicht abgelehnt, ist aber weder Voraussetzung noch Ziel. Die Veranstaltung ist über vier Semester verteilt und führt in Blattlesen, Transposition, Generalbass, Lesen von Akkordsymbolen, Partiturlesen und Improvisation ein. Alle Übungen werden am Klavier erklärt und ausgeführt. Tastensinn I ist besonders für Erstsemester geeignet. Studierende, die keine Klaviererfahrung haben, sind hier gut aufgehoben. Klavierkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Anfänger bekommen Hinweise, wie sie sich am Klavier helfen können, fortgeschrittenere Pianisten erfahren, wie sie ihre Klavierkenntnisse in der Musikwissenschaft einbringen können. Ziel ist es, das Blattlesen möglichst voran zu bringen und in das Transponieren am Klavier einzuführen.
Die Übung Tastensinn II findet voraussichtlich im Sommersemester 2006 statt und wird mit einer Klausur schließen. Leistungspunkte können nur nach dem Besuch beider Veranstaltungen vergeben werden!
31 613 Tastensinn III 
1st., Fr 9–10 Uhr und eine Blockveranstaltung, Beginn: 21.10.2005
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI M03/07
Leistungsnachweis: Klausur „Generalbass“ (3 LP)
Buckland PT 4.0.47
Diese Übung setzt die Arbeiten von Tastensinn I und II fort. Pianisten mit Erfahrung in Blattlesen dürfen nach Absprache mit dem Dozenten hier einsteigen. Die Akkord-Symbole werden komplizierter (einschl. Jazz-Harmonik) und wir setzen uns mit der Praxis von Generalbass und Improvisation am Klavier auseinander. Der letzte Teil, Tastensinn IV, findet voraussichtlich im Sommersemester 2006 statt und wird  mit der Klausur „Partiturlesen“ abschließen.
31 614 Stylistic Studies
2st., Mo 10-12 Uhr, Beginn: 17.10.2005
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: MUWI M03/07 (Pflichtbereich Nr. 3)
Leistungsnachweis: für GS nach Absprache (3 LP)
Buckland PT 4.0.47
Harmonie- und Kontrapunktübungen im Stil der „alten Meister“. Wir ergänzen fehlende Takte bei verschiedenen Komponisten und vergleichen mit dem Original.
31 615 Dirigierkurs 
1st., Mi 15–16 Uhr, Beginn: 19.10.2005
Teilnehmer: GS/HS Musikwissenschaft; Hörer aller Fakultäten
Verwendbar für: –
Leistungsnachweis: –
Buckland M 01
Eine Einführung in die Theorie der Ensemble-, Chor- und Orchesterleitung; Schlagtechnik; Aneignen von Partituren. Dieser Kurs bereitet eine Blockveranstaltung vor, die mit dem Universitätsorchester stattfinden wird.
31616 Kontrapunkt I
2st., Mo 14-16 Uhr, Beginn: 17.10.2005
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft  BA/Mag 
Verwendbar für: MUWI M04 (Pflichtbereich Nr. 2)
Leistungsnachweis: Klausur (3 LP)
Pfisterer H 4
n dieser Übung  wird der zweistimmige Satz als Grundlage der Satztechnik vor 1600 (Palestrinastil) behandelt in Anlehnung an die Methode von Johann Joseph Fux’ Gradus ad Parnassum. Inhalte sind dabei: Intervalllehre, Tonartenlehre, Fortschreitungsregeln, Konsonanz- und Dissonanzbehandlung.

Literatur: Knud Jeppesen, Kontrapunkt, Wiesbaden 111985; Thomas Daniel, Kontrapunkt, Köln 22002; Bernhard Meier, Alte Tonarten, Kassel u. a. 32000.

31617 Harmonielehre I
2st., Mi 14-16 Uhr, Beginn: 13.4.2005
Teilnehmer: GS Musikwissenschaft BA/Mag
Verwendbar für: MUWI M04 (Pflichtbereich Nr. 1)
Leistungsnachweis: Klausur (3 LP)
Pfisterer H 4
IZiel dieser Übung  ist die Vermittlung von Grundbegriffen der harmonischen Funktionstheorie. Dazu gehören der Dreiklang und seine Umkehrungen, die Kadenz, die Funktionssymbole und die Stimmführung im homophonen vierstimmigen Satz. Zusätzlich werden die Regeln des bezifferten Basses (Generalbass) behandelt. Die Übung schließt mit einer Klausur.

Literatur: Wilhelm Maler, Beitrag zur durmolltonalen Harmonielehre I, München 162000.


Kolloquium

31 618 Kolloquium zu aktuellen Forschungsproblemen 
2st., Do 16-18, Beginn: 27.10.2005
Teilnehmer: HS Musikwissenschaft 
Verwendbar für: Nachweispflicht gemäß neuer Magisterprüfungsordnung
Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme und Vorstellung der Examensarbeit (3 LP)
Kleinertz  PT 4.0.47
Das Kolloquium steht allen interessierten Studierenden offen. In einigen Sitzungen werden in Arbeit befindliche Magisterarbeiten und Dissertationen sowie Forschungsprojekte der Lehrenden des Instituts für Musikwissenschaft vorgestellt. Ergänzend sollen wichtige Neuerscheinungen vorgestellt und besprochen werden.


Ensembles für Hörer aller Fakultäten

 
31720 Universitätsorchester
3st., Mi 19–22 Uhr, Beginn: 17.10.2005
Buckland M 28
Das Universitätsorchester ist ein Symphonieorchester mit über 100 Mitgliedern. In jedem Semester wird ein großes Konzert im Audimax veranstaltet. Zusätzliche Auftritte finden bei Universitätsfeiern und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Städten in der Umgebung statt. Das Repertoire der letzten Semester umfasste u. a. Mussorgskys Bilder einer Ausstellung und Tschaikowskys Symphonie Nr. 5. Eine Partnerschaft mit dem Universitätsorchester in Clermont-Ferrand wird vom städtischen Kulturamt unterstützt. 
Die Aufnahme erfolgt durch Vorspiel in Raum M 01 (Musikpavillon, Seybothstraße 2) zu Beginn des Semesters (bitte Aushänge beachten).
Das Universitätsorchester findet sich auch im Internet unter www.uni-regensburg.de/Uni/Orchester/index.html
31721 Universitätschor
3st., Mo 19.45–22 Uhr, Beginn: 19.10.2005
Kroll Keplersaal, E.-Reuter-Pl.
Der Universitätschor steht allen Studierenden und Angehörigen der Universität und der Fachhochschule offen. In den Proben werden Werke aller Stilepochen von großen Oratorien bis zu A-cappella-Musik erarbeitet, wobei jedes Semester mit einem Konzert abschließt. Diese Aufführungen haben im Regensburger Konzertleben inzwischen einen festen Platz. Immer wieder finden auch Konzerte außerhalb von Regensburg und Reisen statt.
Der neueste Probenplan findet sich im Internet unter www.unichor-regensburg.de/.


Stand: 17. Oktober 2005