Institut für Musikwissenschaft

Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 1999/2000

Vorlesungen Seminar Proseminare Vorgezogene Abschlußklausuren
Übungen Kolloquien Ensembles


Vorlesungen

31 600 Allgemeine Musikgeschichte IV (19. und 20. Jahrhundert)
2st., Mo 11-13, Beginn: 8.11.99
Kleinertz PT 2.0.4

Die Vorlesung «Allgemeine Musikgeschichte» vermittelt in vier Semestern einen Überblick über die Musikgeschichte von der Antike bis ins 20. Jahrhundert. Der vierte und letzte Teil ist der Musik seit ca. 1830 gewidmet. Ausgangspunkt soll zunächst die Entstehung der Grand Opéra sein. Ausgehend von Paris sollen dann wesentliche Entwicklungen der europäischen Musik in der Oper, der Symphonie, der Klaviermusik und des Liedes weiterverfolgt werden. Weitere Stationen werden die Musikdramen Wagners, das Schaffen von Johannes Brahms sowie die Symphonien Bruckners und Mahlers sein. An die Ausbildung der Atonalität und der Zwölftontechnik bei Schönberg und seinen Schülern soll sich abschließend ein Überblick über weitere bedeutende Komponisten und Strömungen der Musik des 20. Jahrhunderts anschließen.
Die Vorlesung wendet sich in erster Linie an Studierende der Studiengänge Musikwissenschaft und Musikpädagogik, steht zugleich aber Hörern aller Fakultäten offen.
Zur Ergänzung wird die Lektüre ausgewählter Kapitel aus dem Neuen Handbuch der Musikwissenschaft, 13 Bde., hg. von Carl Dahlhaus, Laaber 1980-1993, empfohlen.
 
 
31 504 Italienische Kultur des 14. und 15. Jahrhunderts
(Literatur, Musik, Kunst) 
1st., Fr 12-13, Beginn: 5.11.99
Kleinertz/Stein-Kecks/Wetzel H 3

Die Vorlesung und das ergänzende Kolloquium bilden eine gemeinsame Lehrveranstaltung der Institute für Kunstgeschichte, Romanische Philologie und Musikwissenschaft. Dabei sollen die für die europäische Kulturgeschichte grundlegenden Entwicklungen des 14. und 15. Jahrhunderts in Italien miteinander verglichen und zueinander in Beziehung gesetzt werden.
Nach einer ersten geschichtlichen Information über die italienischen Kommunen und den Übergang zur Signoria sowie über grundsätzliche theoretische Ansätze, die es erlauben, Phänomene aus verschiedenen Künsten zu vergleichen und eventuell Strukturhomologien und gemeinsame Voraussetzungen zu entdecken, werden epochemachende und zukunftsträchtige Entwicklungen in den einzelnen Künsten vorgestellt.
In der italienischen Literaturgeschichte ist das Trecento beherrscht von den «Tre Corone» Dante, Petrarca und Boccaccio, von denen Dante als Krönung des Mittelalters, Petrarca und Boccacio aber vor allem als «Erfinder» von Gattungen wie der Lyriksammlung (Canzoniere, Sonett) und der Novellensammlung (Decamerone) gelten, die neue Formen der Subjektivität und fiktionalen Auseinandersetzung mit Realität ästhetisch gestalten.
Auf dem Gebiet der Malerei kommt dem bereits im zeitgenössischen Urteil als Erneuerer gesehenen Maler Giotto di Bondone (1266-1337) eine Schlüsselrolle zu. Mit ihm wird Florenz zum Mittel- und Ausgangspunkt der Entwicklung einer neuen abendländischen Kunst. Die Hauptvertreter der Frührenaissance zu Beginn des 15. Jahrhunderts wie Massaccio, aber auch noch Michelangelo berufen sich ausdrücklich auf Giotto, nachweisbar in ihren Zeichnungen nach Bildmotiven Giottos.
Auch in der italienischen Musikgeschichte der beiden Jahrhunderte läßt sich gleich zu Beginn des Trecento ein deutlicher Neubeginn ausmachen. Dabei tritt neben die vor allem in -Padua dokumentierte Ausbildung einer neuen Notation »nach Art der Italiener« allmählich ein umfangreiches Repertoire weltlicher Mehrstimmigkeit, dessen Ursprung ebenso unklar ist wie sein Weiterwirken im 15. Jahrhundert, das oft als ´dunkles Zeitalter´ der italienischen Musik mißverstanden wurde.
Literaturhinweise: Nino Pirrotta, Music and Culture in Italy from the Middle Ages to the Baroque, Cambridge (Mass.) 1984; Reinhard Strohm, The Rise of European Music, 1380-1500, Cambridge 1993; Dorothea Baumann, Art. Trecento und Trecentohandschriften, in: MGG2, Sachteil, Bd. 9, Kassel u. a. 1998.
 
 
31 602 History of Music in England IV: 19th and 20th century (in englischer Sprache)
2st., Do 11-13, Beginn: 4.11.99
Hiley PT 2.0.4

Wie in der zweiten Hälfte des 18. so waren auch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Leistungen englischer Komponisten von denen ausländischer Meister (vor allem Mendelssohn) überschattet. Auf der Bühne regierte die italienischsprachige Oper (Wagners Fliegender Holländer wurde z. B. für London ins Italienische übersetzt). Das rege Musikleben, nicht zuletzt im Bereich des Oratoriums, dessen Tradition seit Händels Zeit fest etabliert war, wurde erst durch C. H. H. Parry (1848-1918), C. V. Stanford (1852-1924) und Edward Elgar (1857-1934) mit unumstrittenen Meisterwerken von Engländern selbst bereichert. Bis in die 1930er Jahre erlebte die englische Musik einen romantischen ´Spätsommer´ eigener Prägung, zu dem insbesondere Frederick Delius (1862-1934) und Arnold Bax (1883-1952) beitrugen, wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise. Das Schaffen Ralph Vaughan Williams (1872-1958) war z. T. von seinem Engagement für die Volksliedforschung und die Musik der Tudorzeit geprägt. Obwohl das Musikleben in England beinahe immer ausgesprochen kosmopolitisch war und ist, wurden Werke englischer Komponisten von außerhalb erst im späteren 20. Jahrhundert nicht mehr als ´insular´ betrachtet, ein Verdienst vor allem Benjamin Brittens (1913-1972) und Michael Tippetts (1905-1998). Die Interessen und Stilrichtungen, die in den Werken von Peter Maxwell Davies und Harrison Birtwistle (beide geb. 1934) und noch jüngeren Komponisten spürbar sind, sind primär in einem internationalen Kontext zu verstehen.
Die Vorlesung wendet sich sowohl an Studierende des Faches Musikwissenschaft als auch an Studierende des Faches Anglistik.
 
 
31 601 «La musique classique française» - Die Musik des französischen Barock
2st., Mi 11-13, Beginn: 3.11.99
Hiley                                     PT 2.0.4

Die Musik des «grand siècle», vor allem unter Ludwig XIV. (1643-1715), ist sowohl in ihren Gattungen als auch in ihren Stilmerkmalen höchst individuell gestaltet. Von besonderer Bedeutung in allen Gattungen der Bühnenmusik - ballet de cour, comédie-ballet, tragédie lyrique, divertissement, opéra-ballet - war der Tanz; die Werke sind auch stark durch ihre repräsentative Funktion geprägt. Nach Jean-Baptiste Lully (1632-1687), einem gebürtigen Italiener, der ursprünglich als Tanzmeister am französischen Hof Stellung fand, war Jean-Philippe Rameau (1683-1764) der bedeutendste Komponist dramatischer Werke. Auch in anderen Bereichen des Musiklebens - Kirchenmusik, instrumentale Werke - waren die Kompositionen von Musikern im königlichen Dienst maßgeblich: so die Motetten von Delalande (1657-1726), die Gambenmusik von Marais (1656-1728) und die Cembalowerke und instrumentalen Kammermusikwerke von François Couperin (1668-1733). Während der italienische Einfluß ab der Jahrhundertwende zunehmend an Bedeutung gewann, wurde der «:goût français» nicht zuletzt wegen des politischen Gewichts Frankreichs auch in anderen Ländern, vor allem in Deutschland und England, als vorbildlich betrachtet.
Die Vorlesung wendet sich sowohl an Studierende des Faches Musikwissenschaft als auch an Studierende des Faches Romanistik.
Literatur: James R. Anthony, French baroque music from Beaujoyeulx to Rameau, London 1973.
 
 
31 604 Das Liedschaffen von Franz Schubert
2st., Do 15-17, Beginn: 4.11.99
Gmeinwieser PT 2.0.4

Im Mittelpunkt von Franz Schuberts Schaffen steht das Lied; durch ihn wird es zu einer zentralen Erscheinung der Kunstmusik. Die Besprechung der einzelnen Lieder untersucht das strukturelle Verhältnis von Sprache und Musik und versucht, das Schubert Eigene gegenüber dem bekannten klassischen Lied wienerischer Provenienz herauszustellen und von den Charakteristiken der Instrumentalmusik abzusetzen. Zuletzt soll die Frage gestellt werden, warum diese Musik heute noch den Zuhörer anspricht.
Literatur: Thrasybulos Georgiades, Schubert. Musik und Lyrik, Göttingen 1967; Arnold Feil, Franz Schubert. Die schöne Müllerin. Winterreise, Stuttgart 1975; Otto Ernst Deutsch, Franz Schubert. Die Dokumente seines Lebens, Kassel u. a. 1964.


Seminar

31 606 Die Motette im 13. Jahrhundert: Geburt einer Gattung 
2st., Do 9-11; Beginn: 4.11.99
Hiley PT 2.0.4

Die Motette ist in Paris um die Wende des 12. zum 13. Jahrhunderts entstanden, in einer musikalischen wie intellektuellen, gleichzeitig von Kathedrale, Universität und Hof getragenen Blütezeit. Es ist die Zeit der großen Choralbearbeitungen (Organa) von Leoninus und Perotinus, die für den liturgischen Gebrauch der Kathedrale Notre-Dame komponiert wurden. Neben Organa und Motetten stehen in den erhaltenen Musikhandschriften zahlreiche Vertonungen lateinischer Dichtungen, die Conductus, manchmal geistlichen, aber vorwiegend weltlichen Charakters. Motetten basieren auf Stellen im Gregorianischen Choral, mit bis zu drei mittellateinisch oder altfranzösisch textierten Oberstimmen. Da viele Motetten auch ohne Text überliefert sind, wurde bislang angenommen, sie seien durch die Textierung textloser Choralbearbeitungen entstanden. Diese Meinung wurde aber vor kurzem bestritten bzw. relativiert. Durch die Untersuchung dieses Problemfeldes haben die Seminarteilnehmer die Gelegenheit, eines der faszinierendsten Repertoires der mittelalterlichen Musik und seinen geistigen Hintergrund kennenzulernen.


Proseminare

31 608 Die Choralbearbeitung in der protestantischen Kirchenmusik des Barock 
2st., Mi 9-11, Beginn: 3.11.99
Hiley PT 2.0.4

Die mehrstimmige Bearbeitung des deutschen Kirchenlieds begann bereits in der Reformationszeit (J. Walther), wurde aber insbesondere ab dem Beginn des 17. Jahrhunderts in Werken mit hohem künstlerischem Anspruch gepflegt. Auf der einen Seite stehen Vokal- bzw. Vokal- und Instrumentalwerke wie Motetten, Kantaten und Passionen, die den Choral als Ausgangspunkt bzw. Themenmaterial verwenden. Auf der anderen Seite kommt der Choral als Basis zahlreicher Orgelwerke in verschiedenen Erscheinungsformen vor. Hierbei lassen sich auch regionale Unterschiede in der Praxis z. B. zwischen Nord- und Mitteldeutschland identifizieren.
Im Proseminar haben Studierende die Gelegenheit, Beispiele für die Choralbearbeitung unterschiedlichster Art zu analysieren, von Meistern des Früh- (J. H. Schein, S. Scheidt, M. Praetorius) und Mittelbarock (S. Knüpfer, J. Schelle, D. Buxtehude, J. Pachelbel) bis zu Johann Sebastian Bach.
Literatur: Friedhelm Krummacher, Die Choralbearbeitung in der protestantischen Figuralmusik zwischen Praetorius und Bach, Kassel 1978 (Kieler Schriften zur Musikwissenschaft 22).
 
 
31 610 Das Oratorium im 17. Jahrhundert
2st., Di 9-11, Beginn: 2.11.99, 10.15 Uhr
Berlinghoff PT 4.0.47

Im Seminar sollen anhand von ausgewählten Beispielen grundlegende Charakteristika der beiden im 17. Jahrhundert entwickelten Typen des oratorio volgare und des oratorio latino, aber auch Spezifika einzelner Komponisten wie etwa Luigi Rossi, Giovanni Legrenzi, Alessandro Stradella, Giacomo Carissimi oder Alessandro Scarlatti erarbeitet und in Referaten vorgestellt werden. Berücksichtigt werden darüber hinaus die zu den unmittelbaren Vorläufern zählenden Formen der dialogisch angelegten geistlichen Madrigale und Motetten sowie das seit etwa 1660 in Wien als Sonderform etablierte Sepolcro.
Ergänzend zum Proseminar werden bei ausreichender Beteiligung gemeinsame «Hörstunden» zur Erweiterung der Repertoirekenntnisse auf diesem Gebiet angeboten.
Literatur: Günther Massenkeil u. a., Art. Oratorium, in: MGG2, Sachteil, Bd. 7, Kassel u. a. 1997, Sp. 741ff.; G. Massenkeil, Oratorium und Passion, Teil 1, Laaber 1998 (Handbuch der musikalischen Gattungen 10,1); Howard Smither, A History of the Oratorio, 3 Bde., Chapel Hill u. London 1977, 1987.


Übungen

neu Techniken und Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens
2st., Mo 9-11, Beginn: 8.11.99
Berlinghoff PT 4.0.47

Diese Übung soll vor allem Studienanfängern einen Überblick über die verschiedenen der Musikwissenschaft zur Verfügung stehenden bibliographischen Hilfsmittel und Quellen (einschließlich der über das Internet verfügbaren) vermitteln. Angesprochen werden darüber hinaus Probleme der Gestaltung von Referaten und Hausarbeiten (Materialsammlung, Aufbau von Referaten, äußere Form, Zitierweise etc.) und der Editionstechnik (Noten- und Textausgaben).
Die Veranstaltung richtet sich an Studierende der ersten vier Semester.
Literatur: Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel - Techniken - Aufgaben, Kassel u. a. 1992 (Bärenreiter-Studienbücher Musik 1), bzw. 4. erweiterte und aktualisierte Auflage, Kassel u. a. 1999.
 
 
31 612 Musikalische und szenische Dramaturgie des Musiktheaters                   
(in Verbindung mit dem Theater Regensburg)
2st., Do 17-19, Beginn: 4.11.99                                                      
Heldt PT 4.0.47

Figaros Hochzeit, Mozarts und Da Pontes Komödie für Musik, basiert auf dem Mittelstück der Figaro-Trilogie von Beaumarchais. In die Diskussion über die musikalisch-szenische Vergegenwärtigung des vorrevolutionären Stoffes wird die aktuelle Inszenierung von Josef E. Köpplinger (Premiere 10. Dezember 1999 im Velodrom) einbezogen (Probenbesuch). Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte der Oper werden in die Erarbeitung der literarischen Vorlage, der musikdramatischen Konzeption sowie unterschiedlicher szenischer Interpretationen (Videoaufzeichnungen) integriert sein, so auch bei den beiden anderen vorzustellenden Werken.
An Verdis La Traviata (nach dem Drama La Dame aux camélias von Alexandre Dumas d. J., Premiere 29. September 1999 im Velodrom, Aufführungsbesuch im Januar oder Februar 2000) soll gezeigt werden, inwieweit die Szene den spezifischen Wahrheitsgehalt der Musik Verdis transparent machen kann.
Mit Ariadne auf Naxos (Premiere 28. Juni 2000 im Velodrom) unternehmen Strauss und Hofmannsthal das schier Unmögliche, zwei ungleichartige Operngattungen, Seria und Buffa, gleichzeitig auf die Bühne zu bringen. Während im «Vorspiel» zunächst von der bevorstehenden Aufführung einer tragischen  Oper mit lustigem Nachspiel die Rede ist, wird die sich anschließende «Oper» zum faszinierenden Sonderfall: Mythologische Figuren und solche der Commedia dell’arte agieren, Burleskes und Heroisches sind aufeinander bezogen. Unverkennbares Vorbild ist Mozart - thematisch (Treue und Wandel) und musikalisch (Abkehr vom «wagnerschen Musizierpanzer» und Hinwendung zum durchsichtig musizierenden Kammerorchester).
Einführende Literatur: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters, hg. v. Carl Dahlhaus u. a., München u. a. 1986ff. (dort auch weiterführende Literatur); zu Figaro und Traviata die entsprechenden Bände in der Reihe Rororo Opernbücher. Texte, Materialien, Kommentare, hg. v. Attila Csampai u. Dietmar Holland.
 
 
 
31 613 Lektüre ausgewählter Quellentexte zur Ars nova
1st., Do 14-15, Beginn: 4.11.99
Kleinertz PT 4.0.47

Die Übung soll sowohl in die Lektüre lateinischer Quellentexte als auch in konkrete musiktheoretische Probleme - insbesondere der Notation - des 14. Jahrhunderts einführen. Im Zusammenhang mit der Vorlesung und dem Kolloquium zur italienischen Kultur des 14. und 15. Jahrhunderts - deren Besuch zwar nicht Voraussetzung, aber eine sinnvolle Ergänzung der Übung ist - werden dabei italienische Quellen im Vordergrund stehen.
 
 
31 614 Bibliographie und Quellenkunde anhand von Originaldrucken und Manuskripten 
der Bischöflichen Zentralbibliothek Regensburg
1st., Mo 14-16, 14tgl., Beginn: 8.11.99
Haberl BZBR

Die Proskesche Musikabteilung der Bischöflichen Zentralbibliothek Regensburg stellt, bezogen auf den Altbestand, nach den beiden staatlichen Sammlungen in Berlin und München die drittgrößte Musiksammlung Deutschlands dar. Ihr umfangreicher und wertvoller Bestand wird durch den Répertoire International des Sources Musicales und die Kataloge Bayerischer Musiksammlungen sowie ein in Arbeit befindliches DFG-Projekt erschlossen.
Nach einer kurzen Einführung in das Themengebiet Quellen und Quellenkunde soll den Studierenden ausführlich Gelegenheit gegeben werden, das Auffinden, Nachweisen und die Arbeit mit gedruckten und handschriftlichen Quellen selbst zu erfahren. Hierzu wird der Gebrauch der wichtigsten Recherchemöglichkeiten vorgestellt, die Handhabung von Katalogen erläutert und der eigene Umgang mit Originaldrucken und Manuskripten in kurzen Übungssequenzen erprobt. Die Übung dient nicht nur als Einführung in die musikalische Quellenkunde, sondern auch als Anregung für weiterführende Studien zum eigenständigen musikwissenschaftlichen Arbeiten mit Quellen.
Literatur: Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel - Techniken - Aufgaben, Kassel u. a. 1992 (Bärenreiter-Studienbücher Musik 1), bzw. 4. erweiterte und aktualisierte Auflage, Kassel u. a. 1999; Kurt Dorfmüller u. Markus Müller-Benedict, Musik in Bibliotheken: Materialien, Sammlungstypen, musikbibliothekarische Praxis, Wiesbaden 1997 (Elemente des Buch- und Bibliothekswesens 15); Quellenforschung in der Musikwissenschaft, hg. v. Georg Feder (Wolfenbütteler Forschungen 15), Wolfenbüttel 1982.
 
 
31 615 Notationskunde I (bis Mitte des 13. Jahrhunderts)
2st., Di 14-16, Beginn: 5.11.99
Thomayer PT 4.0.47

Die Übung führt in die Anfänge abendländischer Notationsentwicklung ein, d. h. der hier behandelte Zeitraum reicht von den ersten Neumenaufzeichnungen im 9. Jahrhundert über die allmähliche Entwicklung der Liniennotation im 11. bis zur Modalnotation der Notre Dame-Polyphonie im 13. Jahrhundert. In Ansätzen soll auch in die Grundlagen mediävistischer Quellenkunde eingeführt werden (Aufbau von Handschriften, Transkription von Texten, Benutzung von Bibliothekskatalogen). Klausur am Semesterende.
Literatur: Max Haas, Art. Notation, Abschn. IV: Neumen, in: MGG2, Sachteil, Bd. 7, Kassel u. a. 1997, Sp. 296-317; Andreas Traub, Art. Notation, Abschn. V: Modalnotation, ebda., Sp. 317-323; David Hiley, Western Plainchant, Oxford 1993, (Kap. III: Liturgical Books and Plainchant Sources, Kap. IV: Notation); Solange Corbin, Die Neumen, Köln 1977; Willi Apel, Die Notation der polyphonen Musik 900-1600, Leipzig 1970, S. 215-342; Bruno Stäblein, Schriftbild der einstimmigen Musik, Leipzig 1975 (Musikgeschichte in Bildern III).
 
 
31 616 Generalbaßspiel
1st., Fr 9-10, Beginn: 5.11.99
Buckland PT 4.0.47

Pflichtveranstaltung lt. Studienordnung.
Beschränkte Teilnehmerzahl. Eine Teilnehmerliste hängt vor dem Sekretariat des Instituts für Musikwissenschaft aus.
Literatur: Hermann Grabner, Generalbaßübungen, Leipzig: Kistner & Siegel, 1936.
 
 
31 617 Partiturspiel
1st., Fr 10-11, Beginn: 5.11.99
Buckland PT 4.0.47

Pflichtveranstaltung lt. Studienordnung. Studierende, die weder ein Tasteninstrument noch ein anderes Generalbaßinstrument spielen, können in begründeten Ausnahmefällen diese Qualifikation auf Antrag im Rahmen anderer Veranstaltungen erwerben. Im Einzelfall entscheidet der Institutsleiter.
Erarbeitet werden Beispiele des klassischen Repertoires.
Beschränkte Teilnehmerzahl. Eine Teilnehmerliste hängt vor dem Sekretariat des Instituts für Musikwissenschaft aus.
 
 
31 618 Propädeutikum Generalbaß- und Partiturspiel
1st., Di 8-9, Beginn: 2.11.99
Buckland PT 4.0.47

Behandelt werden die Grundzüge des Generalbaß- und Partiturspiels in Theorie und Praxis.
 
 
31 619 Harmonie- und Satzlehre I (für Lehramt und Magister)
1st., Di 13-14, Beginn: 2.11.99
Kraus H 4

Dreiklänge der Hauptharmonien, ihre Sextakkorde, der Dominantseptakkord.
Max. 15 Teilnehmer. Anmeldeliste hängt vor dem Sekretariat des Instituts für Musikwissenschaft (bis 29.10.99) aus.
Lehrbücher: Paul Hindemith, Aufgaben für Harmonie-Schüler, Mainz: Schott; Hermann Grabner, Handbuch der funktionellen Harmonielehre, Regensburg, 1995.
Eine vorgezogene Abschlußklausur findet statt am Mittwoch, den 27.10.1999, 14-15 Uhr, Musikpavillon Seybothstraße, M 28.
 
 
31 620,
31 621
Harmonie- und Satzlehre I (für Lehramt und Magister)
1st., Mi 14-15, 15-16, Beginn: 3.11.99
Steger M 26

Voraussetzungen: Kenntnis der Allgemeinen Musiklehre, insbesondere Tonarten und Intervalle, elementare Fertigkeiten im Klavierspiel.
Akkordarten mit Umkehrungen, harmonische Funktionen, Kadenzen mit Haupt- und Nebenfunktionen, grundlegende Satzregeln. Klausur zum Abschluß des Semesters.
Max. 12 Teilnehmer. Anmeldeliste hängt vor dem Sekretariat des Instituts für Musikwissenschaft (bis 29.10.99) aus.
Lehrbuch: Hermann Grabner, Handbuch der funktionellen Harmonielehre, Regensburg 1995.
Eine vorgezogene Abschlußklausur findet statt am Mittwoch, den 27.10.1999, 14-15 Uhr, Musikpavillon Seybothstraße, M 28.
 
 
31 622 Harmonie- und Satzlehre III (für Magister)
1st., Di 14-15, Beginn: 2.11.99
Kraus H 4

Dreiklänge und Septakkorde der Nebenstufen, Modulationen, Ausarbeitung von bezifferten Bässen zu Arien, Liedern, Rezitativen, Chören und Instrumentalstücken.
Lehrbuch: Paul Hindemith, Aufgaben für Harmonie-Schüler, Mainz: Schott.
Max. 15 Teilnehmer. Anmeldeliste hängt vor dem Sekretariat des Instituts für Musikwissenschaft (bis 29.10.99) aus.
 
 
31 623 Harmonie- und Satzlehre III (für Magister)
1st., Do 16-17, Beginn: 4.11.99
Steger M 26

Inhalte: Schriftliche Erarbeitung chromatischer und enharmonischer Modulationen. Die Verwendung von Dreiklängen, Vierklängen, Fünfklängen und deren Umkehrungen in der Musikgeschichte ab 1600. Harmonische Analyse von Werken zwischen J. S. Bach und Schumann.
Max. 12 Teilnehmer. Anmeldeliste hängt vor dem Sekretariat des Instituts für Musikwissenschaft (bis 29.10.99) aus.
Lehrbücher: Hermann Grabner, Handbuch der funktionellen Harmonielehre, Regensburg 1995; Diether de la Motte, Harmonielehre, Kassel u. a. 1976.
 
 
31 624 Kontrapunkt II
1st., Di 16-17, Beginn: 2.11.99
Kraus H 4

Ausarbeitung von Choralvorspielen, Inventionen und Fugen zu zwei bis vier Stimmen.
Lehrbuch: Lemacher/Schröder, Lehrbuch des Kontrapunkts, Mainz: Schott.
 
 
31 625 Partiturspiel (alte Schlüssel)
1st., Di 17-18, Beginn: 2.11.99
Kraus H 4


 
 
31 626 Formenlehre I: Kontrapunktische Formen
(Choralvorspiel, Fuge und Kanon)
1st., Di 18-19, Beginn: 2.11.99
Kraus PT 2.0.4


 
 
31 627 Harmonische Analyse II
1st., Mi 16-17, Beginn: 3.11.99
Bruach PT 4.0.47


 
 
31 628 Harmonische Analyse IV
1st., Mi 17-18, Beginn: 3.11.99
Bruach PT 4.0.47


 
 
31647 Gehörbildung I
1 st., Do 10-11, Beginn: 4.11.99
Steger M 28

In dieser Lehrveranstaltung werden die Intervalle unseres Tonsystems sowie wichtige Rhythmen aus der Musik zwischen 1600 und 1900 behandelt, wobei in einem assoziativen Ansatz die Merkfähigkeit geübt wird. Intervalle und Rhythmen werden zu einfachen Melodien (Orientierungsfeld: Mitteleuropäisches Volkslied) verbunden. Am Ende des Semesters wird in einer Klausur die Fertigkeit nachgewiesen, einfache Melodien aufzufassen und zu notieren.
Eine vorgezogene Abschlußklausur findet statt am Mittwoch, den 27.10.1999, 11-12 Uhr, Musikpavillon Seybothstraße, M 28.
 
 
31 629 Choralschola «Tonus Peregrinus» des Musikwissenschaftlichen Instituts
2st., n.V., Beginn: 3.11.99
Hankeln PT 4.0.47

«Tonus peregrinus» - der «Wanderton» - ist nicht nur der Fachbegriff für einen besonderen Psalmton der sog. ´Gregrorianik´, sondern auch Name und zugleich Programm der Choralschola des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Regensburg. Das aus Studenten aller Fachrichtungen zusammengesetzte Ensemble «durchwandert» sowohl das klassisch ´gregorianische´ Repertoire, als auch spätere Epochen der Geschichte des mittelalterlichen Chorals vom 10./11. bis zum 16. Jahrhundert. Im Wintersemester 1999/2000 soll Konrads von Megenberg (1309-1374) Historia des Patrons von Niedermünster, des hl. Erhard, einstudiert und aufgeführt werden.


Kolloquien

31 630  Kolloquium zu aktuellen Forschungsproblemen
2st., Di 18-20, Beginn: 2.11.99
Hiley/Kleinertz  PT 4.0.47

Das Kolloquium ist primär für Studierende bestimmt, die ihre Magisterarbeit oder Dissertation vorbereiten. Teilnahme erfolgt auf Einladung, jedoch ist es auch möglich, daß man sich selbst um Aufnahme bemüht (Sprechstunde der Dozenten).
 
 
31 504 Kolloquium zur Vorlesung: Italienische Kultur des 14. und 15. Jahrhunderts
Literatur, Musik, Kunst)
1st., Fr 13-14, Beginn: 5.11.99
Kleinertz/Stein-Kecks/
Wetzel
H 3

Vgl. den Kommentar zur Vorlesung.


Ensembles

Universitätschor, Universitätsorchester, Bigband etc. hier.


Vorgezogene Abschlußklausuren

Mittwoch, 27.10.1999  Raum M 28  
11-12 Uhr Gehörbildung I (U, M)  
14-15 Uhr Harmonie- und Satzlehre I (U, M)  

Studierende, die über ausreichende Vorkenntnisse verfügen, erhalten die Möglichkeit, Leistungsnachweise auch ohne Besuch der entsprechenden Lehrveranstaltung zu erwerben und damit Studienzeit zu sparen. Zugleich erfüllen diese Tests eine wichtige Funktion bei der Studienberatung: Anhand der Ergebnisse lassen sich individuelle Stärken und Schwächen aufzeigen sowie Empfehlungen oder Zuweisungen für angemessene Kurse geben.


Stand: 3. Januar 2000