Elektrisiermaschinen
im 18. und 19. Jahrhundert - Ein kleines Lexikon

 


Bernstein
Bernstein ist fossiles Harz kreidezeitlicher und tertiärer Nadelbäume. Von hellgelber bis dunkelbrauner Färbung und unterschiedlicher Transparenz kann er fossile Einschlüsse wie kleine Insekten enthalten. Er ist brennbar – von dieser Eigenschaft leitet sich sein deutscher Name ab – und kann durch Reibung elektrisch geladen werden. Große Vorkommen gab es v.a. im Nord- und Ostseeraum. Schon in der Antike war er in weiten Teilen Europas als Schmuckstein verbreitet. Ebenso wurden ihm Heilkräfte zugeschrieben.

Elektrisierter Bernstein kann leichte Körper anziehen, worüber bereits Thales von Milet (650 – 560 v. Chr.) und Plinius (23/ 24 – 79 n. Chr.) berichteten. Letzterer verglich dessen anziehende Kraft in seiner Historia naturalis mit der Wirkung des Magneten auf Eisen. Im europäischen Mittelalter glaubte man an die blutungsstillende Wirkung von Bernstein, ebenso sollte er gegen Zahn- und Halzschmerzen, Rheuma und Magenschmerzen helfen, sowie vor Dämonen schützen.

Bernstein spielte eine nicht unbedeutende Rolle in der Frühgeschichte der Elektrizitätsforschung. So war er Untersuchungsgegenstand in der 1600 erschienenen Arbeit De magnete von William Gilbert (1544 – 1603) oder in der Philosophia magnetica Niccolo Cabeos (1586 – 1650) von 1629. Francis Hauksbee (1666 – 1713) nutzte ihn als Bestandteil einer Elektrisiermaschine. Er wurde jedoch bald durch Glas ersetzt. – Seine griechische Bezeichnung "elektron" bildet die Wurzel des heutigen Begriffes "Elektrizität".

[FRAJESE; LORENZ; OLBRICH; PINGEL; REINEKING VON BOCK]


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