Elektrisiermaschinen
im 18. und 19. Jahrhundert - Ein kleines Lexikon |
geboren: 22. September 1710 in Leipzig
gestorben: 17. September 1761 in MagdeburgDer Kaufmannssohn Georg Matthias Bose, der schon mit 17 Jahren den Magistergrad erlangte, lehrte als Professor für Physik zunächst an der Universität Leipzig, ab 1738 an der Universität Wittenberg. 1760 wurde er bei der preußischen Eroberung Wittenbergs als Geisel nach Magdeburg verschleppt, wo er kurz darauf verstarb.
Bose beschäftigte sich mit allgemeiner Physik, Astronomie und Elektrizitätslehre. Seine Arbeiten zur Elektrizität regten im deutschsprachigen Raum weitere Forschungen an. 1743 benutzte er erstmals einen Konduktor an einer nach Francis Hauksbee (1766 1813) konstruierten Elektrisiermaschine. Bekannt wurde Bose auch durch seine zum Teil scherzhaften Showexperimente, etwa den "elektrischen Kuß".
Zu seinen Werken gehört De attractione de electricitate von 1738, De electricitate inflammante et beatificante commentarius von 1744 und das im gleichen Jahr erschienene Tentamina electrica. In ihm beschrieb er die Elektrisierung eines isolierten menschlichen Körpers. Ebenfalls 1744 verfaßte Bose das Lehrgedicht Die Elektricität nach ihrer Entdeckung und Fortgang mit poetischer Feder entworfen. 1749 erschien sein Beitrag "On the electricity of glass" in den Philosophical Transactions der Royal Society.
[FRAUNBERGER; HEILBRON; POGGENDORFF]