Elektrisiermaschinen
im 18. und 19. Jahrhundert - Ein kleines Lexikon |
geboren: 16. (oder 19.) Juni 1837 in Neustadt/ Aisch
gestorben: 24. Januar 1891 in MünchenDer Apothekersohn Philipp Carl arbeitete 1858 1865 an der Sternwarte in Bogenhausen, 1860 promovierte er, 1861 erfolgte seine Habilitation in München, wo er neben der Tätigkeit in der Sternwarte bis 1869 auch lehrte. Dann wechselte er als Professor für Physik an die Bayerischen Militärausbildungsanstalten.
Carl gründete 1865 eine mechanische Werkstatt, die sich auf den Bau physikalischer Instrumente spezialisierte und 1867 an einer Ausstellung in Paris teilnahm. Zwischen 1865 und 1882 gab er das Repertorium der Experimentalphysik, der physikalischen Technik und der astronomischen Instrumentenkunde heraus. Hier veröffentlichte er 1869 eine Untersuchungsreihe Über die Veränderlichkeit der Wirkungen der Influenz-Elektrisiermaschine. Dabei untersuchte er den Grad der Erregbarkeit einer Maschine in Abhängigkeit von Umgebungstemperatur und Witterungsbedingungen. Auch die Länge des Funkens wurde berücksichtigt. Wegen zunächst fehlender Meßgeräte konnte er jedoch die Luftfeuchtigkeit nicht berücksichtigen, was aber in einer weiteren, noch im gleichen Jahr publizierten Versuchsreihe nachgeholt wurde.
[BRACHNER; POGGENDORFF]