Elektrisiermaschinen und
Elektrizität
im 18. und 19. Jahrhundert - Ein Lexikon |
Die vermutlich in der 2. Hälfte der 1740er Jahre konstruierte Elektrisiermaschine Prokop Divis' (1698 1765) bestand aus einer vakuisierten Glaskugel von 20,5 cm Durchmesser. Sie war waagerecht in ein Gestell eingespannt und konnte über eine Kurbel gedreht werden. Das Reibungspolster bestand aus einem mit Kalbsleder und Pferdehaar überzogenen Holz, das oben auf der Kugel aufsetzte. Die beim Betrieb entstandene Elektrizität wurde in einen aus Kupferblech bestehenden, kugelförmigen Konduktor abgeführt, der über dem Reibzeug montiert war.Divis benutzte ebenso eine Leidener Flasche, die ein Fassungsvermögen von 4 Litern besaß und 32 cm groß war. Auf ihrem Boden befanden sich Eisenspäne in einer Kolophoniumschicht. Sie war neben der Glaskugel montiert und besaß in gleicher Höhe wie diese einen kugelförmigen Konduktor. Beide Konduktoren waren über eine Eisenkette miteinander verbunden, was die Ladung der Flasche ermöglichte. Eine weitere, an ihrem Fuß befestigte Kette verband sie mit einer länglichen Elektrode, deren isolierter Griff in der Hand des Experimentators oder Therapeuten lag. Einem elektrisch isolierten Patienten konnte über sie Elektrizität zugeführt werden.
[HAUBELT]