Elektrisiermaschinen
im 18. und 19. Jahrhundert - Ein kleines Lexikon

 


Glas
Glas war ein wichtiger Bestandteil vieler Elektrisiermaschinen. Es wird aus Siliziumoxyd wie Bergkristall, Quarzsand oder Feuerstein sowie verschiedenen Zusätzen hergestellt. Die Bestandteile werden in gemahlenem Zustand vermischt, erhitzt und in zähflüssigem Zustand durch Blasen, Gießen, Ziehen o.ä. in die gewünschte Form gebracht. Bis in das 19. Jahrhundert konnte Glas v.a. in die Gruppe der Alkali-Kalk-Silikate, sowie in die Gruppe der Alkali-Blei-Silikate unterschieden werden.

Die elektrischen Eigenschaften von Glas waren bereits William Gilbert (15441603) bekannt. Er bemerkte, daß es elektrisiert werden konnte. Jean-Antoine Nollet (17001770) bemerkte, daß elektrische Anziehungsphänomene auch durch Glasscheiben hindurch möglich waren. Daher glaubte er, daß Glas für Elektrizität durchlässig sei. In Elektrisiermaschinen wurden häufig Glaszylinder, Glaskugeln oder Glasscheiben als zu elektrisierendes Material verwendet. Glas konnte ebenso zur elektrischen Isolation dienen.

Der Einsatz von Glas war jedoch nicht nur kostspielig, sondern konnte auch gefährlich werden. Denn beim Abkühlen des in Form gebrachten Glases können während des Herstellungsprozesses starke innere Spannungen entstehen. Durch die durch Reibung, Elektrisierung und ungünstige atmosphärische Umgebungsbedingungen erzeugten Belastungen konnten diese Maschinenelemente zerspringen. Für anwesende Personen bestand die Gefahr, durch umherfliegende Splitter verletzt zu werden. Hinzu kam, daß Glasbauteile einer Maschine auch durch unsachgemäßen Gebrauch leicht beschädigt werden konnten.

[BROCKHAUS; HEILBRON]


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