Elektrisiermaschinen
im 18. und 19. Jahrhundert - Ein kleines Lexikon |
geboren: 20. November 1606 in Magdeburg
gestorben: 11. Mai 1686 in HamburgNach dem 1617 begonnenen Jurastudium in Leipzig, Helmstedt, Jena und Leiden war der aus einer Patrizierfamilie stammende Otto von Guericke auf vielen Gebieten tätig. So widmete er sich ab 1623 naturwissenschaftlichen Studien und trat ab 1631 als Bauherr, 1642 bis 1666 dann als Politiker in Erscheinung. 1645 wurde er Bürgermeister von Magdeburg.
Seine naturwissenschaftlichen Arbeiten betrieb Guericke aus Liebhaberei. Sie basierten auf dem kopernikanischen Weltbild. Er arbeitete 1663 mit einer elektrisierten Schwefelkugel an einem Modell zur Anziehungskraft eines Himmelskörpers und konstruierte dabei die erste Reibungselektrisiermaschine. Auch wollte er die Frage lösen, durch was der Raum zwischen den Himmelskörpern ausgefüllt sei. Dazu zeigte Guericke in Experimenten mit aneinandergepreßten und mittels der von ihm 1650 entwickelten Luftpumpe vakuisierten Halbkugeln, daß ein Vakuum tatsächlich existiert und Raum und Materie nicht untrennbar miteinander verbunden sind. Wegen des äußerlichen Luftdrucks konnten sie erst durch die Kraft von 16 Pferden getrennt werden. Dieser Versuch wurde vermutlich 1654 anläßlich des Reichstages in Regensburg, 1657 in Magdeburg und 1663 in Berlin durchgeführt, bevor er vier Jahre später von Guericke in seiner Schrift Experimenta nova beschrieben wurde.
[KANT; SAUERMOST]