Elektrisiermaschinen
im 18. und 19. Jahrhundert - Ein kleines Lexikon

 


Holtzsche Elektrisiermaschine
Die 1865 von Wilhelm Holtz (1836 – 1913) konstruierte Influenzelektrisiermaschine bestand aus einer vertikal drehbaren, sowie einer parallel dazu auf der gleichen Achse montierten, unbeweglichen Glasscheibe. Vor der über eine Kurbel drehbaren Scheibe befanden sich zwei leitend miteinander verbundene kleine Konduktoren, deren Metallkämme auf die Scheibe wiesen. Diese griffen die beim Betrieb der Maschine entstehende Elektrizität über Spitzenwirkung ab und führten sie größeren Konduktoren zu. Das Glas der unbeweglichen Scheibe berührte die Achse jedoch nicht, da sich in der Scheibenmitte ein runder Ausschnitt befand. Ferner besaß der Rand dieser Scheibe zwei um 180 Grad versetzte Ausschnitte, an deren Rändern auf Höhe der Saugkämme der Konduktoren je eine Papierbelegung angebracht war, deren Spitzen in die Freiräume der Ausschnitte hineinreichten und auf die Rückseite der rotierbaren Scheibe wiesen.

Mit Hilfe einer Handelektrisiermaschine, die nach dem herkömmlichen Prinzip Reibungselektrizität erzeugte, wurde eine der Papierbelegungen negativ elektrisch geladen. Der ihr zugewandte Teil der drehbaren Scheibe lädt sich durch Influenz positiv. Da die Saugkämme leitend miteinander verbunden sind, erfolgt eine Ladungstrennung, die auf dem anderen Teil der Scheibe die entgegengesetzte Ladung entstehen läßt. In diesem Bereich liegt aber die zweite Papierbelegung, die sich somit bei negativer Ladung der ersteren positiv lädt. Bei Drehung der rotierbaren Scheibe wird die Ladung der Papierbelegungen noch verstärkt, so daß im Gegenzug größere elektrische Ladungen durch die Saugkämme abgegriffen werden können.

Dieser Maschinentypus war jedoch sehr wartungsintensiv und von Umgebungsbedingungen wie der Luftfeuchtigkeit abhängig. Diese Nachteile regten eine Reihe von Verbesserungsversuchen an, aus denen weitere Maschinen hervorgingen.

[GERNET]


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