Elektrisiermaschinen
im 18. und 19. Jahrhundert - Ein kleines Lexikon

 


Kleist, Ewald, Georg von
geboren: 10. Juni 1700 in Vietzow (bei Belgrad/ Persante)
gestorben: 11. Dezember 1748 in Köslin

Ewald Georg von Kleist, Sohn eines Landrates, sollte in den Verwaltungsdienst eintreten und studierte zunächst in Leiden. 1722 – 1747 war er Domdechant im pommerschen Cammin, anschließend Präsident des Königlichen Hofgerichtes in Köslin. 1746 wurde er Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften.

Kleist, der bereits die auf dem Phänomen der Spitzenwirkung basierenden Saugkämme an seiner Reibungselektrisiermaschine benutzte, entdeckte 1745 das Prinzip der Leidener Flasche (daher anfänglich auch "Kleistsche Flasche" genannt): Er hatte beim Experimentieren einen Nagel in ein mit Alkohol gefülltes Glas gesteckt und ihn an seiner Maschine elektrisiert. Das Glas in der einen Hand haltend, wollte er den Nagel mit der anderen Hand wieder herausziehen, wobei er einen unerwarteten, heftigen Schlag erhielt. Er teilte diese Entdeckung mehreren Gelehrten mit, so dem Berliner Arzt Johann Nathanael Lieberkühn (1711 – 1758) und dem in Halle wirkenden Medizinprofessor Johann Gottlob Krüger (1715 – 1759). Während Lieberkühn 1745 die Berliner Akademie von Kleists Beobachtung unterrichtete, woraufhin dieser 1746 zum auswärtigen Mitglied gewählt wurde, publizierte sie Krüger 1746 in einem Anhang zu seiner Geschichte der Erde. Der Danziger Geistliche Swietlicki, an den sich Kleist ebenfalls gewandt hatte, leitete den Bericht an die Danziger Naturforschende Gesellschaft weiter. Deren Präsident Daniel Gralath (1708 – 1767) veröffentlichte die Entdeckung 1747 in ihren Abhandlungen.

[HARTKOPF; HEILBRON; LOMMEL; POGGENDORFF]


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