Elektrisiermaschinen
im 18. und 19. Jahrhundert - Ein kleines Lexikon |
geboren: 30. Januar 1723 in Wernigerode
gestorben: 6. Juli 1795 in KopenhagenKratzenstein studierte 1742 1746 Naturwissenschaften an der Universität Halle. Im gleichen Jahr promovierte er zum Dr. med. und Dr. phil., u.a. mit der Dissertation Theoria electricitatis more geometrico explicata. Er wurde Professor für Physik in Halle, 1748 1753 war er Prof. für Mathematik und Mechanik an der St. Petersburger Akademie der Wissenschaften. 1753 erhielt er eine Professur für Experimentalphysik an der Universität Kopenhagen, wo er bis 1786 lehrte. Er war Mitglied der dänischen Akademie der Wissenschaften und der Academia Leopoldina.
Kratzenstein gilt als Mitbegründer der physikalischen Medizin. Durch seinen Hallenser Lehrer Johann Gottlob Krüger (1715 1759) inspiriert, befaßte er sich u.a. mit der medizinischen Elektrizität und gilt als einer der ersten Elektrotherapeuten. 1744 erschien seine Abhandlung von dem Nutzen der Elektrizität in der Arzneiwissenschaft: Die Elektrizität würde Schwefelteilchen aus dem Körper heraustreiben, wodurch das Blut verflüssigt und der Körper geheilt werde. Zu Beginn seiner Kopenhagener Lehrtätigkeit erschien 1753 die Abhandlung Historia restitutae loquelae per electrificationem. Weitere Quellen zur Elektrizitätslehre finden sich in der 1744 in den Wöchentlichen Hallischen Anzeigen erschienen "Anmerckung von dem Nutzen der Electricität in der Arztney-Wissenschaft", sowie in seinen 1758 in Kopenhagen erschienenen Vorlesungen über die Experimentalphysik.
[KAISER; KRATZENSTEIN; KÜHNELT; POGGENDORFF; SNORRASON]