Elektrisiermaschinen
im 18. und 19. Jahrhundert - Ein kleines Lexikon |
Die Leidener Flasche ist ein Instrument zur Speicherung größerer Mengen statischer Elektrizität. Ihr Prinzip wurde in den 1740er Jahren in kurzem zeitlichen Abstand durch Ewald Georg von Kleist (1700 1748) und Pieter van Musschenbroek (1692 1781) entdeckt. Kleist hatte 1745 einen Nagel in ein mit Alkohol gefülltes Glas gesteckt und dieses elektrisiert. Das Glas in der einen Hand, wollte er den Nagel mit der anderen wieder herausziehen, woraufhin er einen unerwarteten, heftigen Schlag erhielt. Musschenbroek hatte kurze Zeit später ein ähnliches Erlebnis.Beide berichteten verschiedenen Gelehrten über ihren Befund. Diese wiederholten den Versuch und experimentierten weiter mit der Flasche. Johann Heinrich Winckler (1702 1770) fand, daß sich die Leiter möglichst nah am Glas der Flasche befinden mußten. Er füllte sie mit verschiedenen Flüssigkeiten wie Wasser, Tinte, Essig, geschmolzener Butter, Wein oder Bier und umgab die Flaschenaußenseite bereits mit einer Metallummantelung. Doch erst der Londoner Arzt und Apotheker William Watson (1715 1787), sowie John Bevis (1693 1771), der gleichfalls Arzt in London war, gaben ihr um 1748 die endgültige Form: Sie verzichteten auf eine Füllung und befestigten stattdessen außen und innen Stanniolbelegungen, die nur durch das dazwischenliegende Glas voneinander getrennt waren. Um die Wirkung zu erhöhen, konnten mehrere dieser Instrumente zu einer "Batterie" zusammengeschlossen werden, was erstmals durch den Danziger Physiker und Bürgermeister Daniel Gralath (1708 1767) versucht wurde.