Elektrisiermaschinen
im 18. und 19. Jahrhundert - Ein kleines Lexikon

 


Richmann, Georg Wilhelm
geboren: 11. Juli 1711 in Pernau
gestorben: 26. Juli 1753 in St. Petersburg

Richmann studierte Mathematik und Physik an den Universitäten Halle und Jena, bevor er 1735 als Hauslehrer der Söhne des russischen Außenministers Osterman nach St. Petersburg ging. 1739 wurde er Adjunkt der dortigen Akademie der Wissenschaften, 1741 außerordentlicher Professor für Physik und 1745 ordentlicher Professor. Ebenso war er Direktor ihres Physikalischen Labors.

Richmann leistete zunächst wichtige Beiträge zur Wärmelehre. Ab 1745 arbeitete er zur Elektrizität und versuchte, sie durch Messungen quantitativ zu erfassen. Dabei fand er, daß die von einem elektrischen Körper ausgehende Kraft nicht nur von dessen Masse, sondern auch von dessen Form abhängig ist. Angeregt durch Benjamin Franklins (1706 – 1790) im Jahre 1751 erschienenen Experiments and observations on Electricity made at Philadelphia wandte er sich mit Michail Wassiljewitsch Lomonossov (1711 – 1765) der Erforschung der Gewitterelektrizität zu. Dabei untersuchte er die elektrische Aufladung der Atmosphäre vor und während eines Gewitters mit Hilfe einer an seinem Haus installierten Eisenstange, an deren Ende ein Elektrometer installiert war. Als er während eines Gewitters am 26. Juli 1753 das Gerät ablesen wollte und sich ihm näherte, schlug der Blitz in die Eisenstange ein und erschlug ihn. Vielen seiner Zeitgenossen galt Richmann als Märtyrer.  

Seine Forschungen zur Elektrizität hatte er in den Beiträgen "De electricitate in corporibus producenda nova tentamina" für die Commentarii der Petersburger Akademie 1744 – 1746 und "De indice electricitatis et ejus usu in definiendis artificialis et naturalis electricitatis phaenominis, dissertatio" für die Novi commentarii (1752 – 1753) veröffentlicht.   

[FRANKE; HEILBRON; POGGENDORFF]


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