Elektrisiermaschinen
im 18. und 19. Jahrhundert - Ein kleines Lexikon |
geboren: 13. Dezember 1816 in Lenthe
gestorben: 5. Dezember 1892 in BerlinWerner Siemens studierte zunächst als Offiziersanwärter an der Berliner Artillerie- und Ingenieurschule und diente dann als preußischer Artillerieoffizier. 1835 1838 studierte er Naturwissenschaften an der Berliner Universität. 1847 gründete er mit dem Mechaniker Johann Georg Halske (1844 1890) die Telegraphen Bau-Anstalt Siemens & Halske. Sie errichtete mehrere Telegraphenlinien und wurde die Basis der späteren Siemens AG. 1849 schied Siemens aus dem Militär aus und widmete sich vollständig der stark expandierenden Firma. 1853 eröffnete eine Filiale in St. Petersburg, die ein russisches Telegraphensystem errichtete. Die Zweigstelle in London verlegte Tiefseekabel. 1870 wurde die 11.000 km lange Telegraphenlinie von London über Berlin, Odessa und Teheran nach Kalkutta fertiggestellt. Siemens wurde 1873 Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und setzte sich sowohl für die Entwicklung eines deutschen Patentgesetzes, als auch für die 1887 erfolgte Gründung der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt ein. 1888 geadelt, zog er sich 1889 aus der Firmenleitung zurück.
Auf Siemens gehen viele elektrotechnische Erfindungen zurück, so die Weiterentwicklung der Telegraphie, elektrische Meßinstrumente und ein galvanisches Element. 1856 konstruierte er den Doppel-T-Anker, 1866 entdeckte er das dynamoelektrische Prinzip und entwickelte den ersten Elektrogenerator. Er leitete die Starkstromtechnik ein, deren frühe Höhepunkte 1879 die Konstruktion der ersten elektrischen Lokomotive, 1880 des ersten Elektrofahrstuhls und 1881 der ersten elektrischen Straßenbahn waren. Viele seine Arbeiten erschienen in Dinglers polytechnischem Journal und in den von Johann Christian Poggendorff (1796 1877) herausgegebenen Annalen der Physik.
[HUGHES; POGGENDORFF; SCHREIER]