Elektrisiermaschinen
im 18. und 19. Jahrhundert - Ein kleines Lexikon

 


Wimshursts Elektrisiermaschine
James Wimshurst (1832 – 1903) entwickelte um 1880 eine sehr bekannte Influenzelektrisiermaschine, die sich aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit in Forschung und Lehre durchsetzte. Sie bestand aus zwei Hartgummischeiben mit je 28 Stanniolbeklebung, die über eine Kurbel gegeneinander gedreht werden konnten. Im Ruhezustand wiesen sie kleine Ladungsunterschiede auf, weshalb die Maschine selbsterregend war.

Die Sektoren des linken und rechten Randes besaßen beim Betrieb gleiche Ladungen, die von den Kollektoren abgeführt und in zwei Leidener Flaschen übertragen werden konnten. In den nun entladenen Sektoren wurde bei weiterer Drehung durch Influenz des gegenüberliegenden Sektors der anderen Scheibe sowie die neutralisierende Wirkung der Querkonduktoren eine neue Ladung erzeugt, die wegen der Influenzwirkung der benachbarten Stanniolstreifen aber größer war, als die Ladung des unmittelbar gegenüberstehenden Sektors. Der Querkonduktor verhinderte außerdem die Ansammlung von Ladungen zwischen den Scheiben, was zur Ladungsumkehr geführt und die Maschine unbrauchbar gemacht hätte.

Die Leidener Flaschen konnten über zwei Hebel mit Entladerstäben gekoppelt werden, die an ihren Enden kugelförmige Konduktoren aufweisen. Zwischen ihnen sprang beim Betrieb der Maschine in jedem Falle ein Funken über, da die Entladerstäbe mit den Scheiben auch einen separaten Stromkreis bildeten. Über die Leidener Flaschen wurde die Stärke des Funkens vergrößert. – Diese Maschine gab es in verschiedenen Varianten, etwa mit mehr als zwei Scheiben oder mit rotierenden Zylindern.

[GERNET]


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