Elektrisiermaschinen
im 18. und 19. Jahrhundert - Ein kleines Lexikon |
geboren: 12. März 1703 in Wingendorf (Oberlausitz)
gestorben: 18. Mai 1770 in LeipzigWinckler war ab 1739 außerordentlicher Philosophieprofessor, ab 1741 Professor für alte Sprachen an der Universität Leipzig. Ab 1750 lehrt er dort Physik. 1747 wurde er in die Royal Society aufgenommen.
Winckler lieferte viele Beiträge zur Erforschung der Elektrizität: So entwickelte er Francis Hauksbees (1666 1713) Elektrisiermaschine durch Konstruktion eines Tretmechanismus weiter, der als Antrieb diente. Er forschte zur Leidener Flasche, die er mit verschiedenen Flüssigkeiten füllte und außen mit einer Metallfolie belegte, da er bemerkte, daß sich die Leiter möglichst nahe am Glas befinden müssen. Berühmt wurden seine Showversuche, in denen er große Funkenentladungen erzeugte. Winckler führte sie verschiedenen gesellschaftlichen Persönlichkeiten in seinem Leipziger Haus vor. Er versuchte ferner, die Geschwindigkeit des elektrischen Stroms zu messen. Gewitterblitz und elektrischen Funken unterschied Winckler nur in ihrer Stärke. Bereits 1744 vermutete er die Möglichkeit, mit Hilfe der Elektrizität Signale übermitteln zu können. Dieser Gedanke wurde später durch die Entwicklung der Telegraphie verwirklicht.
Seine elektrischen Forschungen publizierte er in Gedanken von den Eigenschaften, Wirkungen und Ursachen der Elektrizität; nebst Beschreibung zweier elektrischer Maschinen (1744), Die Eigenschaften der electrischen Materie und des electrischen Feuers aus verschiedenen neuen Versuchen erkläret, und nebst etlich neuen Maschinen zum Elektrisiren beschrieben (1745), Die Stärke der elektrischen Kraft des Wassers in gläsernen Gefässen, welche durch den Musschenbroekschen Versuch bekannt geworden (1746), Grundriß zu einer ausführlichen Abhandlung von der Electricität (1750), De imagine motuum coelestium viribus electricis effecta (1750), De avertendi fulminis artificio ex doctrina electricitatis (1753), Conjectura de vi electrica vaporum solarium in lumine boreali (1763), Tentamina, quaestiones et conjecturae circa electricitatem animantium (1770). In den Philosophical Transactions der Royal Society publizierte Winckler 1745 "Quaedam electricitatis recens observata", 1746 "On the effects on electricity upon himself and his wife", 1747 "Epistola, quae continet descriptionem et figuras pyrorgani sui electrici", 1751 "An account of his experiments relating to odours passing through electrised globes and tubes", sowie 1754 "Account of two electrical experiments".
[POGGENDORFF; SCHREIER; SUHLING]