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Computer-News
13.11.2001

Untersuchung zeigt: Wahre Schönheit ist virtuell

cid Regensburg - Bin ich schön? Diese Frage quält nicht nur Frauen. Eine Untersuchung zeigt jetzt: Die meisten Menschen hängen einem völlig unrealistischen Schönheitsideal nach. Forscher der Universität Regensburg haben jetzt in einer Studie bewiesen, dass die als schön empfundenen Gesichter gar nicht existieren. Dazu haben sie ihre Erkenntnisse, was ein besonders attraktives Gesicht ausmacht, mit Hilfe einer Morphing-Software umgesetzt.

Zunächst sind 64 Frauen- und 32 Männergesichter im Alter zwischen 17 und 29 Jahren fotografiert worden. Mit Hilfe von Versuchspersonen und einer Software sind die Gesichter in ein Punkteschema von attraktiv bis unattraktiv eingeordnet worden. Im nächsten Schritt haben die Forscher der Schönheit auf diesen Bildern ein wenig "nachgeholfen". Mit der Morphing-Software sind den Bildern verschiedene Komponenten beigemischt worden. Die Fotos sollten danach völlig symmetrisch und auf den Betrachter trotzdem natürlich wirken.

Eine repräsentative Gruppe von 500 Personen hat die Gesichter danach bewertet. Das für viele niederschmetternde Ergebnis: Die symmetrisch optimierten Gesichter sind durchweg als attraktiver beurteilt worden als die Originalgesichter. Eine Expertenbefragung in einer Model-Agentur hat ergeben, dass von den als Model für die Kategorie "Beauty" ausgewählten Gesichtern 88 Prozent (14 von 16) gemorpht waren, also von einem Computer neu berechnet worden sind und so nicht in der Realität existieren.

Also je mehr als "schön" bewertete Originalgesichter in einer der künstlichen "Schönheiten" enthalten sind, um so attraktiver wirken sie auf den Betrachter. Die als besonders attraktiv eingestuften Frauen besitzen eine braunere Haut, ein schmaleres Gesicht sowie vollere und gepflegtere Lippen. Sie haben zudem einen weiteren Augenabstand, dünnere Augenlider, längere und dunklere Wimpern, dunklere und schmalere Augenbrauen, höhere Wangenknochen und eine schmalere Nase. Symmetrische Gesichtszüge werden eher als attraktiv eingestuft. Außerdem besitzt eine als besonders attraktiv geltende Frau häufig typische "Kindchenschema"-Merkmale wie etwa eine hohe, gewölbte Stirn und große Augen.

Ähnliches gilt auch für attraktive Männer. Auch sie verfügen über eine braunere Haut, ein schmaleres Gesicht, vollere Lippen, dünnere Augenlider, mehr und dunklere Wimpern, dunklere Augenbrauen und höhere Wangenknochen. Zudem unterscheiden sie sich durch einen markanteren Unterkiefer und ein markanteres Kinn von den unattraktiven Männern. Erstaunlich: Besonders bei Männern wirkt die Symmetrie des Gesichts attraktivitätsfördernd.

Den schönen Menschen, die eigentlich nur im Computer existieren, werden obendrein besonders viele positive Eigenschaften zugeordnet: Sie gelten als erfolgreicher, zufriedener, sympathischer, intelligenter, geselliger, aufregender und zudem als kreativer und fleißiger. Beruhigend: Es zeigt sich, dass die derart positiv bewerteten Gesichter allesamt mit dem Computer erzeugt worden sind. Diese virtuellen Gesichter zeichnen sich durch Merkmale aus, die für normale Menschen völlig unerreichbar sind. 

Der abschließende Rat der Forscher: Niemand sollte sich durch die Computer technisch bearbeiteten Gesichter, wie sie auch in der Werbung zu finden sind, zu unrealistischen Schönheitsideale hinreißen lassen. Und Frauen sollten sich immer vor Augen führen, dass besonders Männergesichter durch die "Nachbearbeitung" am Rechner deutlich an Attraktivität gewinnen. Mehr Informationen zu der Studie und den schönen Computer-Gesichter sind unter www.beautycheck.de zu finden.
 
 

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