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Kölner Express
11.02.2002

Spieglein, Spieglein an der Wand… Wer ist die Schönste im ganzen Land?

Das ist die Traumfrau der Deutschen

Von CHRISTIAN RENZ und BIRTE MÜLLER
 
 

Aus 22 mach eins. Am Computer wurden die Gesichter von Deutschlands schönsten Frauen gekreuzt. Das Ergebnis: die virtuelle Miss Germany.
Foto: Uni Regensburg 

Regensburg/Berlin - In ihren herrlichen Rehaugen möchte man(n) versinken, ihre vollen Wangen, ihre samtweiche Haut streicheln, die geschwungenen Lippen küssen. Wir sehen das Gesicht der Gesichter. 

Keine Frau, keine Lolita - wahre Schönheit kommt heute aus dem Computer, wird aus unzähligen Einsen und Nullen berechnet, erdacht von ein paar klugen Studentenköpfen. 

Mit diesem Gesicht - wäre es denn real und nicht virtuell - dagegen hätte selbst die frischgekürte Miss Germany Katrin Wrobel (24) im Wettbewerb der Eitelkeiten keine Chance. Martin Gründl (26), einer der Computer-Künstler der Uni Regensburg: "Es ist die Essenz aus den 22 Miss-Anwäterinnen. 

All ihre Schönheit zusammengefasst, Fehler und Unreinheiten wurden schlicht ausradiert." Morphing sei Dank. Diese Computer-Software ermöglicht die Veränderung von Gesichtern, Körpern, gar ganzen Bewegungs-Abläufen (Morphing wurde erstmals 1992 im Film Terminator II eingesetzt).

Gründl: "Die Missen wurden einheitlich abgelichtet, mit neutralem Blick, ohne Schminke." Dann legten die Computer-Hexer bei den Bildern so genannte Referenzpunkte fest. 250 Stück pro Kopf. Zeichneten so die Konturen der Gesichter nach. "Von jeder Frau nur das Beste. Der Computer kreuzte dann die Miss-Anwärterinnen. Zum perfekten Gesicht." 

Der virtuelle Spuk, kein Spaß, sondern Konkurrenz für die Realität. "Wir haben Leute auf der Straße befragt. Ihnen die Fotos der Missen und das gemorphte Gesicht vorgelegt." 

Es galt, Noten von eins (unattraktiv) bis sechs (sehr attraktiv) zu vergeben. Das Ergebnis überraschte dann sogar die jungen Forscher. 

Mit 6,2 Punkten kam Miss Virtuality auf Platz eins. Zum Vergleich: Miss Germany Katrin Wrobel schaffte es gerade auf 2,8 Punkte. Dennoch braucht sich die schönste Deutsche keine Sorgen zu machen. Gründl: "Im wahren Leben machen kleine Fehler doch nur interessanter."
 
 

...und das ist der ideale Mann
 
virtuelles Model So sieht der deutsche Traummann aus. 
Das "Sexy-Männergesicht", wie es die Regensburger Computer-Hexer genannt haben. Aus vier als attraktiv geltenden Männer-Gesichtern "gemorpht". Seine Merkmale: volle Lippen, symmetrischer Mund, dunkle Augenbrauen, hohe Wangenknochen, markanter Unterkiefer. Ein Traumtyp für jede Frau.

 

Erforscht

Das finden wir schön

Was macht Schönheit aus? In einer Zeit, in der es im Supermarkt der Eitelkeiten Nasen für 1500 Euro und Brüste für rund 4000 Euro gibt? 

Für Attraktivitätsforscher geht es jedoch nicht um Silikoneinlagen und OP-Methoden. Sie bewerten natürliche Gesichter. Und haben festgestellt: Frauen sind dann besonders attraktiv, wenn ihre Gesichtszüge deutlich kindchenhafte Merkmale ausweisen. 

Als Prototypen gelten Supermodel Kate Moss oder Schauspielerin Brigitte Bardot. Ihr Köpfe sind im Verhältnis zum Körper zu groß geraten, sie haben eine gewölbte Stirn und große, runde Augen. Ihre Wangen sind voll und faltenlos. Niedlich wirkt die kleine Nase und das zierliche Kinn. 

Evolutionsbiologen sind überzeugt: Diese Frauen wirken anziehender als ihre Geschlechtsgenossinnen. weil "es in der Entwicklungsgeschichte des Menschen für Männer ein Vorteil war, junge Frauen als Fortpflanzungspartnerinnen zu haben." 

Sie gelten als gesund und über eine lange Zeit fruchtbar. Auch wenn die Fortpflanzung nicht mehr das wichtigste Ziel ist, haben die Männer ihre Bewertung nicht geändert.

Alle Informationen zur virtuellen Miss Germany, der Kindchenschema-Hypothese sowie Links zur Morphing-Software gibts unter www.beautycheck.de.
 
 

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