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Evangelische Gedächtniskirche
Evangelische Gedächtniskirche Bad Homburg
September 2002 

Du sollst dir kein Bildnis machen?!

Sommerzeit ist Foto-Zeit. Im Urlaub fotografieren wir wie die Weltmeister. Die schönsten Augenblicke, die größten Sehenswürdigkeiten - die Bilder sind die Urkunden für unsere Erlebnisse. Später landen sie im Album: ,,weißt du noch ...!“ Unsere Bilder sind wie ein Tagebuch ohne Worte. Und wenn wir nichts hinten drauf oder ins Album schreiben, dann fängt schon nach 5 Jahren das Rätselraten an. Nach kurzer Zeit wissen wir die Namen nicht mehr und verwechseln auch die Reihenfolge. Gut, dass wenigstens das Datum der Abzüge auf der Rückseite steht.

Natürlich wird durch die Fotos unsere Erinnerung reicher. Vieles wäre längst vergessen. Die Fülle der Eindrücke und Erlebnisse könnten wir nicht bewahren. So wird das Fotografieren zu einem Kampf gegen die Vergänglichkeit unseres Lebens. Festhalten möchten wir es - festhalten in Fotos -, damit es uns nicht in den Händen zerrinnt.

Aber die Fotos sind nicht das Leben, sie sind nur ein Abbild! Die Regentage werden nicht fotografiert, viele kleine Ereignisse erscheinen es uns nicht wert, festgehalten zu werden. Schon bei der Auswahl der Motive ,,stutzen“ wir unseren Urlaub zurecht. Gefühle kann man nicht fotografieren, einen Streit oder ein Unglück im Urlaub wollen wir vergessen: Im Fotoalbum landet der Hochglanz-Urlaub, nicht die Wirklichkeit.

Bilder können uns über die Wirklichkeit täuschen, auch wenn sie ,,echt“ sind. Viele Bilder geben heute gar nicht mehr die Wirklichkeit wieder, weil sie manipuliert sind. Die junge Frau, die hier abgebildet ist, hat nie gelebt. Das Bild ist aus einer Reihe von Fotos von 22 Endrunden-Teilnehmerinnen der Miss-Germany-Wahl 2002 am Computer zusammengemixt worden. Hinter diesem Bild steht keine Wirklichkeit. Aber das können wir nicht erkennen. Auch „echte“ Bilder können lügen.

Du sollst dir kein Bildnis machen - von Gott: Haben unsere Erfahrungen mit alltäglichen Bildern etwas damit zu tun, dass wir uns von Gott kein Bild machen sollen? Ich denke schon. Bilder können an die Stelle der Wirklichkeit treten. Die wirkliche Wirklichkeit verschwindet hinter den Bildern. Wir glauben zwar, sie seien richtige Bilder, aber sie versperren uns den Zugang zur Wirklichkeit. So ist es auch mit unseren Bildern von Gott. Wenn es schon in unserem Alltag mit den sichtbaren Dingen so schwierig ist, um wie viel mehr können uns unsere Bilder über den unsichtbaren Gott in die Irre führen. Sie können uns täuschen, ja belügen. Manchmal meinen wir, wir würden an Gott glauben, stattdessen ist es nur ein Wunschbild.

Deswegen ist es so wichtig, dass wir daran festhalten, dass Gott sich uns offenbart. Er muss zu uns kommen, sonst können wir ihn nicht verstehen. Dabei helfen uns auch die Erfahrungen der Menschen vor uns, so wie sie uns in der Bibel erzählt werden.

Pfarrer Dr. Jürgen Büchsel

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Last modified: 2003-06-09, Webmaster