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Netzzeitung
31.05.2003

Spermienqualität ins Gesicht geschrieben

Die schönsten Männer sind die mit den agilsten Spermien. So haben Frauen in einem etwas anderen Schönheitswettbewerb entschieden
 
 
 
Der Mann mit dem schönen Gesicht (links, vom Computer idealisiert) hat meist auch die besseren Spermien. 
Foto: Uni Regensburg 

Schönheit bestimmt die Partnerwahl: "Wer über Schönheit urteilt", sagt die amerikanische Psychologin Devendra Singh, "sieht einen anderen Menschen an und überlegt, ob seine Kinder dessen Gene tragen sollten." Ob schöne Männer jedoch auch beim Fortpflanzungserfolg die Nase vorn haben, war bisher unbekannt. Eine Untersuchung spanischer Forscher legt jetzt nahe, dass Frauen aus dem Männergesicht auch die Fähigkeiten seiner Spermien ablesen können.

Schön gleich erfolgreich

Schönheit ist im soziobiologischen Sinne ein Auswahlkriterium, mit dem die Fitness eines Partners eingeschätzt werden soll. Symmetrische Gesichter, sagte Maria Sancho-Navarro von der Universtitat de València in Spanien dem Wissenschaftsmagazin "New Scientist", würden von Versuchspersonen als besonders hübsch eingestuft. Gleichzeitig hätten Untersuchungen ergeben, dass Menschen mit symmetrischen Gesichtern seltener krank werden. 

Eine Studie namens "Bodycheck", die mit Unterstützung der Körber-Stiftung an der Universität Regensburg durchgeführt wurde, legte Testpersonen "Idealgesichter" vor und bat um Einstufung nach Intelligenz, Sympathie, Erfolg, Kreativität und Fleiß. Schöne Gesichter wurden zu 70 bis 90 Prozent mit positiven Persönlichkeitseigenschaften assoziiert. 

Solche und ähnliche Korrelationen wirken sich jedoch letztlich immer nur auf die Partnerwahl aus. Ob die Wahl auch zum Fortpflanzungserfolg führt, blieb offen. Sancho-Navarros Arbeitsgruppe fotografierte deshalb 66 Studenten der Universität und bestimmte ihre Samenqualität anhand der Richtlinien der Weltgesundheits-Organisation WHO (dem Spermien-Indix SI). Dann wählten die Forscher jeweils vier Männer mit guter, mittlerer und schlechter Samenqualität aus und zeigten deren Porträts zwei Gruppen von 88 und 76 Frauen. 

Schöne Männer, schnelle Spermien

Je besser die äußere Morphologie, die Beweglichkeit und somit der SI der Spermien war, umso attraktiver schätzten die Frauen auch die Gesichter der Männer ein, von denen die Samenzellen stammten. Lediglich zwischen der Konzentration der Spermien im Ejakulat und der Schönheit der Gesichtszüge konnten die Forscher keine Korrelation feststellen. 

Die Studie zeige, schreiben die Forscher im "Journal of Evolution and Human Behavior", dass Frauen die Reproduktionsfähigkeit von Männern allein aufgrund der Gesichtszüge erkennen können. 

Sascha Karberg

 

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