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P.M. Perspektive, Heft 68/2002
Mai 2002

Das ideale Gesicht:
Zu schön, um wahr zu sein

Was lässt ein Gesicht als schön erscheinen? Das wollten Psychologen der Regensburger Universität genau wissen. Sie fotografierten 64 Frauen und 32 Männer im Alter von 17 bis 29 Jahren. Die Aufnahmen wurden von Versuchspersonen auf einer Skala von 1 (sehr unattraktiv) bis 7 (sehr attraktiv) beurteilt und dann mit Computerhilfe manipuliert. Durch dieses aufwendige Verfahren entstanden neue Gesichter, die außerdem völlig symmetrisch sind. Dennoch wirken sie natürlich.

Anschließend wurden die Originalfotos und die veränderten. "veredelten" Aufnahmen erneut Testpersonen zur Beurteilung vorgelegt. Bei diesem Test erfuhren die Probanden nicht, dass ein Teil der Gesichter aus dem Computer stammte. Zusätzlich fragten die Forscher nach den sozialen Eigenschaften der gezeigten Personen.

Dabei stellte sich heraus, dass die manipulierten Gesichter besser beurteilt wurden als die echten. Frauen wirkten besonders schön mit kindlich großen, runden Augen. Weitere Merkmale für die Schönheit von Frauen waren braune Haut, ein schmales Gesicht, volle Lippen, hohe Wangenknochen, eine schmale Nase und dunkle, schmale Augenbrauen. Die meisten dieser Eigenschaften galten erstaunlicherweise auch für die vorgestellten Männer.

Je schöner ein Gesicht den Testpersonen erschien, umso mehr positive Charaktereigenschaften schrieben sie den auf den Fotos gezeigten Personen zu: Sie galten als besonders gesellig, erfolgreich, sympathisch, intelligent und aufregend. Warum aber gaben die Testpersonen den Computergesichtern die besseren Noten?

"Die virtuellen Gesichter zeichnen sich durch Merkmale aus, die für uns normale Menschen unerreichbar sind. So besteht - man denke an die Kosmetikwerbung - die Gefahr, dass wir selbst zum Opfer unseres eigenen, völlig unrealistischen Schönheitsideals werden", sagt der Regensburger Diplom-Psychologe Martin Gründl, der an der Studie mitgearbeitet hat.
 

Perfekte Gesichter: Sie sind symmetrisch, wirken natürlich und wurden im Test als "sehr attraktiv" eingestuft. Doch sie stammen aus dem Computer.
 

Fernsehtipp:
Thema "Schönheit" im Wissensmagazin "Galileo" Pro Sieben, 7. Juni 2002, 19:30 Uhr
 


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