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U-Mail Regensburger Universitätszeitung November 2001 "Spieglein, Spieglein an der Wand ..." Das Geheimnis schöner Gesichter Mit ihrer Studie "Beautycheck - Ursachen und Folgen von Attraktivität" haben die Regensburger Psychologie-Studenten Claus Marberger, Martin Gründl und Christoph Braun zusammen mit ihrem Kommilitonen Christoph Scherber, der inzwischen an der Uni Rostock Biologie studiert, den 2. Preis bei dem bundesweit ausgeschriebenen Deutschen Studienpreis zum Thema "Bodycheck - Wie viel Körper braucht der Mensch?" gewonnen. Ihre Studie war eine von 424 Arbeiten für diesen Wettbewerb, an dem sich 640 Studierende beteiligt hatten.
Diese Frau fanden die Versuchspersonen am attraktivsten.
In Wirklichkeit gibt es diese Frau nicht - sie wurde aus den acht attraktivsten
weiblichen Originalgesichtern berechnet. Ihre Haut ist absolut perfekt
und sieht eigentlich ziemlich künstlich aus. Doch gerade diese Makellosigkeit
ist es, die die Versuchspersonen so attraktiv finden.
Schönheit fasziniert die Menschen seit Jahrtausenden. Wir alle können sagen, ob ein bestimmtes Gesicht schön ist oder nicht - aber wir tun uns schwer, wenn wir unser Urteil begründen sollen. Was macht eigentlich das Gesicht eines Models wie Cindy Crawford so attraktiv? In unserer Arbeit untersuchten wir, welche Eigenschaften ein Gesicht attraktiv machen und sind der Frage nachgegangen, inwieweit Schönheit auch Anerkennung und Macht bedeutet. Wir fotografierten über hundert verschiedene Frauen- und Männergesichter - darunter auch einige Models. Mit Hilfe moderner Softwareprogramme veränderten wir nun die fotografierten Gesichter, um den Ursachen für deren unterschiedliche Attraktivität auf die Spur zu kommen.
Die Preisträger (im Bild mit Rektor Prof. Dr. Alf Zimmer, der die Arbeit wissenschaftlich betreut hat) sind (v.l.n.r.) Claus Marberger, Martin Gründl, Christoph Braun und (nicht im Bild, da inzwischen an der Uni Rostock) Christoph Scherber. Foto: R. F. Dietze Wir berechneten Durchschnittsgesichter, machten die Gesichter künstlich
jünger, veränderten ihre Haut- und Symmetrieeigenschaften sowie
ihre Gesichtsproportionen. Schließlich ließen wir in vier großen
Umfragen jeweils etwa 100 bis 150 Leute die Attraktivität der
Originalgesichter und der "manipulierten" Gesichter einschätzen. Außerdem
sollten die Befragten auch soziale Eigenschaften der gezeigten Personen
(z.B. Intelligenz oder Ehrlichkeit) einschätzen.
Diese Bilderfolge aus der Studie "beautycheck" zeigt verschiedene Bearbeitungsstufen eines virtuellen Gesichts mit unterschiedlichen Prozentanteilen des sogenannten Kindchenschemas und Merkmalen der reiferen Frau, wobei es die kindlichen Züge sind, die von der Mehrzahl der Betrachter als schön oder attraktiv empfunden werden. Unsere Ergebnisse: Als besonders attraktiv wurden diejenigen Gesichter beurteilt, die wir selbst am Computer erzeugt hatten, die es aber in der Realität nicht gibt. Schöne Gesichter haben u.a. eine besonders makellose Haut und bei Frauen "kindchenhafte" Merkmale. Außerdem bringt Schönheit Vorteile: Attraktiven Menschen werden generell viel positivere Persönlichkeitseigenschaften zugeschrieben. Durch moderne Möglichkeiten, Gesichter zu manipulieren (Schönheitschirurgie, Computertechnik), haben sich bereits heute die Schönheitskriterien verschärft. Dadurch besteht die Gefahr, dass sich der soziale Druck, schön zu sein, verstärkt und wir zu Opfern unseres eigenen übersteigerten Schönheitsideals werden. Weitere Informationen: www.beautycheck.de
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