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Westdeutsche Allgemeine
07.12.2001

Die schönsten Frauen gibt's nicht

Psychologie-Studenten forschten - Attraktivität entsteht am Computer 

Die schönsten Frauen gibt's gar nicht. Das gilt im übrigen auch für Männer, fanden Regensburger Psychologie-Studenten heraus. Sie gingen der Frage nach: Wer ist eigentlich schön? 

Zunächst einmal wurden 64 "echte" Frauen- und 32 ebenso "echte" Männergesichter (Alter zwischen 17 und 29 Jahren) fotografiert, darunter übrigens nur acht "Models". Schließlich kamen auch Computer zum Einsatz. "Wir berechneten systematisch mit Hilfe eines Computerprogramms (Morphing) neue Gesichter, in denen unterschiedlich viele Originalgesichter zu immer gleichen Anteilen enthalten sind", notierten die angehenden Psychologen. Die Berechnungen wurden mit einigem Aufwand betrieben, damit die Computergesichter den "echten" täuschend sehen. Die Psychologie-Studenten wollten es natürlich ganz genau wissen. Die ausführliche Beschreibung findet sich im Internet. 

Die Versuchspersonen, 500 repräsentativ ausgewählte Menschen, mussten sowohl die Attraktivität der Originalgesichter wie auch die der künstlichen Gesichter bewerten. Außerdem wurden Mitarbeiter einer Modelagentur eingeladen, die Gesichter daraufhin zu beurteilen, ob sie als Model für die Kategorie "Beauty" taugen. 

Die Ergebnisse: Gemorphte, also künstliche Gesichter werden im Mittel attraktiver eingeschätzt als Originalgesichter. Je mehr Originalgesichter in einem gemorphten Gesicht enthalten sind, desto attraktiver wird es beurteilt. Und: Je attraktiver die in einem gemorphten Gesicht enthaltenen Originalgesichter sind, desto attraktiver wird auch das gemorphte Gesicht beurteilt. Wie auch immer: Die attraktivsten Gesichter gab es gar nicht. 

Darüber hinaus zeigte sich, dass vor allem Männergesichter durch die Computerberechnungen deutlich an Attraktivität gewinnen. 

Die Expertenbefragung in der Model-Agentur ergab, dass von den ausgewählten Gesichtern, die als Model für die Kategorie "Beauty" geeignet wären, 88 % gemorpht waren, also ebenfalls in der Realität nicht existieren. 

Bei Frauengesichtern sind kindliche Merkmale wie große, rundliche Augen, eine große gewölbte Stirn, sowie kleine, kurze Ausprägungen von Nase und Kinn stark attraktivitätserhöhend. Die meisten "Tester" bevorzugten Frauengesichter, denen ein Kindchenanteil von 10 - 50 % beigemischt war. Die Studenten folgern: "Selbst die attraktivsten Frauen werden noch schöner, wenn wir ihre Gesichtsproportionen kindlicher gestalteten." 

Alles nur ein komplexer Schönheitswettbewerb? Von wegen. Den Gesichtern, das erfragten die Studenten ebenfalls, werden Eigenschaften zugeordnet. "Je attraktiver die präsentierten Gesichter waren, desto erfolgreicher, zufriedener, sympathischer, intelligenter, geselliger, aufregender, kreativer und fleißiger wurden die Personen eingeschätzt." Fazit der Psychologie-Studenten: "Diese virtuellen Gesichter zeichnen sich durch Merkmale aus, die für uns normale Menschen völlig unerreichbar sind. Indem uns aber die Medien solche perfekten Gesichter täglich vor Augen führen, man denke nur an die bis ins letzte Detail computertechnisch nachbearbeiteten Gesichter für Kosmetikwerbung, besteht die Gefahr, dass wir selbst zu Opfern unseres eigenen, völlig unrealistischen Schönheitsideals werden." 

http://www.beautycheck.de

Claudia Schiffer auf dem Titel der Vogue: Mehr Attraktivität durch digitale Bildbearbeitung. Beispiel für Manipulationen: Ihr rechtes Auge müsste dunkler sein, weil es im Schatten liegt.
Unten: Kreuzt man durch "Morphing" das linke Gesicht mit dem mittleren, ergibt sich das neue Gesicht.
Bilder: www.beautycheck.de
 

 

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