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In der Attraktivitätsforschung gibt es die These, dass Frauen dann besonders attraktiv sind, wenn ihr Gesicht "kindchenhafte" Merkmale aufweist, d.h. Merkmale, die eigentlich für kleine Kinder typisch sind. Dies sind:
Der
Prototyp für eine "Kindfrau" ist Brigitte Bardot. Der Grund, warum
kindlich aussehende Frauen attraktiver seien, ist ein biologischer: Evolutionsbiologen
argumentieren, dass es in der Entwicklungsgeschichte des Menschen für
Männer ein Vorteil war, junge Frauen als Fortpflanzungspartnerinnen
zu bevorzugen, da sie eher gesund seien und noch eine lange Periode
der Fruchtbarkeit vor sich hätten. Dadurch könnten sie ihm besonders
viele Kinder gebären, so dass er somit seine Gene an möglichst
viele Nachkommen weitergeben könne.
Die These ist aber nicht unumstritten. Denn auf der anderen Seite ist
es auch so, dass sogenannte Reifekennzeichen ein Frauengesicht attraktiv
machen. Dies sind v.a. hohe ausgeprägte Wangenknochen und konkave
Wangen (also das Gegenteil von den kindlichen, runden Wangen!). Die biologische
Begründung lautet, dass diese Reifekennzeichen dem Mann signalisieren,
dass eine Frau kein Kind mehr ist, sondern geschlechtsreif und damit gebärfähig.
Manche Attraktivitätsforscher (z.B. Grammer) vertreten die Ansicht,
dass kindliche Merkmale ein Frauengesicht einfach nur jünger, aber
nicht attraktiver machen.
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Dazu gingen wir so vor: Aus vier aufgenommenen Gesichtern von Kindergartenkindern
berechneten wir ein "Durchschnitts-Kindchengesicht". Anschließend
wählten wir mehrere attraktive Frauengesichter aus. Jedes dieser Frauengesichter
näherten wir mit Hilfe des Morphing-Programms an die Gesichtsproportionen
des Kindchenschemas an. Dabei wurde das Gesicht der erwachsenen Frau nur
in seinen Proportionen in Richtung Kindchenhaftigkeit verzerrt - die Gesichtsoberfläche
wurde nicht neu berechnet. Von jeder erwachsenen Frau erstellten wir sechs
Variationen:
Die Ergebnisse dieses Experiments zeigen eindeutig, dass bei Frauengesichtern kindliche Merkmale (große, rundliche Augen, eine große, gewölbte Stirn, sowie kleine, kurze Ausprägungen von Nase und Kinn) stark attraktivitätserhöhend sind. Nur sehr wenige (9,5%) Versuchspersonen fanden in unserem Kindchenschema-Experiment die reifen "Original-Frauen" am attraktivsten. Die meisten bevorzugten Frauengesichter, denen ein Kindchenanteil von 10 - 50% beigemischt war (Näheres siehe Bericht!). Dies bedeutet: Selbst die attraktivsten Frauen werden noch schöner, wenn man ihre Gesichtsproportionen kindlicher macht. Interessant dabei ist, dass die Frauen, die bei diesem Experiment am attraktivsten beurteilt wurden, in der Realität nicht existieren. In unserem Online-Experiment können
Sie mit weiteren Frauengesichtern Ihren eigenen Geschmack testen und mit
den Attraktivitätsurteilen anderer vergleichen.
Buchtipp:
Letzte Änderung: 26.04.2009, Webmaster |