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In unserer Studie untersuchten wir, welchen Einfluss die Symmetrie eines Gesichts auf die Attraktivität hat. Der Theorie nach sollten Gesichter umso attraktiver sein, je symmetrischer sie sind. Um dies zu überprüfen, erzeugten wir für unterschiedlich attraktive Gesichter (sehr unattraktiv, mittel attraktiv und sehr attraktiv) symmetrisch optimierte Versionen. Jedes dieser symmetrisch optimierten Gesichter präsentierten wir zusammen mit dem dazugehörigen (unveränderten) Originalgesicht Versuchspersonen, die angeben sollten, welches der beiden Gesichter sie attraktiver fanden. Zum Herstellen von symmetrischen Gesichtern gibt es mehrere Möglichkeiten:
Links: Chimärengesicht aus einer linken Gesichtshälfte.
Mitte: Originalgesicht. Rechts: Chimärengesicht aus einer rechten
Gesichtshälfte
Ein deutlich besseres Verfahren ist das Morph-Verfahren. Dazu wird von einem frontal aufgenommenen Originalgesicht eine um eine vertikale Achse gespiegelte Kopie dieses Bildes erstellt. Diese beiden Bilder werden dann mit einem Morphing-Programm zu einem neuen Gesicht vermorpht. Das auf diese Weise erzeugte Gesicht ist völlig symmetrisch. Im Gegensatz zur Chimärengesichter-Methode entsteht keine Bruchstelle in der Mitte des Gesichts und man steht auch nicht vor dem Problem, welche Gesichtshälfte man spiegeln soll. Beispiel: Hat ein Gesicht einen breiten linken und einen schmalen rechten Unterkiefer, erhält man mit der Chimären-Methode entweder ein Gesicht mit einem (auf beiden Seiten) sehr breiten oder sehr schmalen Unterkiefer. Bei der Morph-Methode erhält man für die Breite des Unterkiefers automatisch den Durchschnitt aus den verschiedenen Breiten der linken und der rechten Hälfte des Unterkiefers. Auch Asymmetrien wie z.B. ein höherstehendes oder schräges Auge werden mit dieser Methode ausgeglichen. Für unsere Untersuchung verwendeten wir ein modifiziertes Morphing-Verfahren, bei dem nur die Gesichtsproportionen symmetrisch optimiert wurden - Haut und Haare blieben dagegen unverändert. Das Gesicht wirkt dadurch natürlicher.
Die Ergebnisse aus unserem Experiment zur Symmetrie zeigen, dass Symmetrie
zwar ein Faktor ist, der Attraktivität beeinflusst, jedoch bei weitem
nicht in dem Ausmaß, wie es häufig behauptet wird. Es gilt vielmehr:
Gesichter, die sehr asymmetrisch sind, sind eher unattraktiv, aber sehr
unattraktive Gesichter sind deswegen noch lange nicht automatisch asymmetrisch.
Umgekehrt gilt ebenso: Sehr symmetrische Gesichter sind noch lange nicht
attraktiv und sehr attraktive Gesichter zeigen durchaus Abweichungen von
der Symmetrie (vgl. Bericht!). Insgesamt
scheint Symmetrie nur ein eher schwaches Kriterium für Attraktivität
zu sein, zumal die Asymmetrien bei den meisten Gesichtern so gering sind,
dass man schon sehr genau hinsehen muss, um überhaupt einen Unterschied
zwischen dem asymmetrischen Originalgesicht und der perfekt symmetrischen
Variante zu erkennen. Die in der Literatur zur Attraktivität immer
wieder betonte Bedeutung der Symmetrie muss deshalb stark relativiert werden.
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Letzte Änderung: 26.04.2009, Webmaster |