Hintergrund

Was sind die Besonderheiten der naves lusoriae?


Pläne der 'navis lusoria'

Ammianus Marcellinus beschreibt in seiner Darstellung der Kämpfe Kaiser Julians gegen die Alamannen die auf dem Rhein agierenden Lusorien als "nicht besonders groß, dafür aber schnell fahrend". Die Mainzer Schiffswracks bestätigen durch ihre schnittige Rumpfform seine Charakterisierung. Erst recht scheint dies für den Schiffskörper zuzutreffen, welchen Dr. Höckmann auf ihrer Basis planerisch rekonstruiert hat. Mit einer Rumpflänge von 21,7 m, einer Breite von ca. 2,7 m und einem Tiefgang von (vollbesetzt) nur 44 cm sowie 30 Ruderern (15 an jeder Seite) muss es sich um ein sehr schnelles Schiff gehandelt haben.

Peter Marsden, eine international anerkannte Koryphäe des experimentellen Schiffbaus, hat die technischen Möglichkeiten des von Dr. Höckmann rekonstruierten Typs durchgerechnet und diese Sichtweise nochmals untermauert. Er ermittelte für diese Schiffe eine theoretische Spitzengeschwindigkeit um 18 km/h - was für die Antike zweifellos einen Spitzenwert darstellt! Sicher werden die Ruderbesatzungen real wohl nie so schnell unterwegs gewesen sein, aber seine hydrostatischen Kalkulationen zeigen, dass für eine gut geübte Crew Reisegeschwindigkeiten von sechs bis sieben Knoten (11-13 km/h) durchaus im Bereich des Möglichen lagen. Die Fahrt auch donauaufwärts scheint in diesem Falle also keine allzu große Mühe bereitet zu haben.

Seite vor Seite zurück