Mit der Anlage des Kohortenkastells Regensburg-Kumpfmühl Anfang der 80er Jahre des 1. Jahrhunderts n. Chr. beginnt die faßbare römische Geschichte Regensburgs. Von einem Hangsporn aus überwachten römische Hilfstruppen den Donaubogen mit den Talmündungen von Naab und Regen.
Während der Germanenkriege zur Zeit Kaiser Marc Aurels (161 - 180 n. Chr.) wurde diese Befestigungsanlage mit den zugehörigen Zivilsiedlungen allem Anschein nach zerstört.
Nachdem in der Provinz Raetien wieder Ruhe
eingekehrt war, entstand im Bereich der heutigen Regensburger Altstadt das
Lager für die III. Italische Legion, Castra Regina. Im Jahre
179 n. Chr. fertiggestellt, war es seitdem militärischer Hauptort der
Provinz.

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BLfD Luftbildarchäologie Aufnahme: O. Braasch; 9938/001; 4773; 38;
freige. durch die Reg. v. Obb.: Nr. 66/300; Freig.Nr. 8503-83.
Westlich des Lagers erstreckte sich eine Zivilsiedlung, in der Handwerker, Händler und die Angehörigen der ca. 6000 Legionare lebten; außerdem gab es noch Tempelbezirke, Friedhöfe und im Umland Gutshöfe und Gewerbebetriebe.
Nach einer relativ ruhigen und friedlichen Zeit durchbrachen im 3. Jahrhundert feindliche Germanen den Limes in Südwestdeutschland. Auch Castra Regina und sein Umland hatten unter den Wirren der einsetzenden Völkerwanderung zu leiden. Mehrmals wurde das Legionslager sowie die nahen Siedlungen verwüstet.
Im Laufe des 4. und 5. Jahrhunderts verlor Castra Regina seine militärische Bedeutung. Aus dem Legionslager wurde eine befestigte zivile Siedlung mit militärischer Besatzung. Das germanische Bevölkerungselement nahm innerhalb des Lagers immer mehr zu und spielte im 5. Jahrhundert die führende Rolle.
Mit der Stammesbildung der Baiuwaren übernahm das ehemalige Militärlager die Funktion des Herrschaftssitzes der baiuwarischen Herzöge und war damit die erste Hauptstadt Baierns.
G. Waldherr
| Stand: XI 98 |