Bayerische Staatsexamensfragen
in Didaktik der Geschichte (nicht vertieft): Grundschule
Frühjahr 1990 – Herbst 2003


Herbst 2003

1. "Geschichtsbewußtsein" ist eine zentrale Kategorie der Geschichtsdidaktik. Erläutern Sie, wie diese Kategorie beim Finden und Gestalten von Unterrichtsthemen aus der Orts- und Regionalgeschichte behilflich sein kann!

2. Der Lehrplan für die bayerische Grundschule betont, "daß Lerninhalte besser verstanden und behalten werden, wenn sie emotional und ansprechend sind, in lebensnahe Zusammenhänge eingebettet sind und für das gegenwärtige und zukünftige Leben bedeutsam erscheinen". Zeigen Sie an zwei frei gewählten Unterrichtsbeispielen auf, wie historisches Lernen diese Lehrplanforderung realisieren kann! Begründen Sie Ihre didaktischen Schritte!

3. Welche besonderen methodischen Ansätze verlangt Geschichtsunterricht in der Grundschule?


Frühjahr 2003

1. Das Rekonstruieren von Geschichte spielt im Heimat- und Sachunterricht der Grundschule eine ebenso wichtige Rolle wie die Einführung der Kinder in die sie umgebende Geschichtskultur. Beschreiben und erläutern Sie die beiden Bereiche historischen Lernens in der Grundschule!

2. Im Heimat- und Sachunterricht sollen in der Jahrgangsstufe 3 gemäß dem Lehrplan "verschiedene Quellen und Überreste aus der Ortsgeschichte" von den Schülern ausgewertet werden. Erörtern Sie, inwieweit sich Quellenarbeit in der Grundschule durchführen läßt! Nennen Sie verschiedene hierfür geeignete Quellen, und zeigen Sie methodische Zugangsmöglichkeiten auf!

3. Der neue Lehrplan für die Grundschule regt für die Jahrgangsstufe 3 die "Befragung von Zeitzeugen" an. Wie gestalten Sie die Einführung in diese fachspezifische Arbeitsweise? Strukturieren Sie anhand eines frei gewählten Beispiels die Befragung von Zeitzeugen!


Herbst 2002

1. Legen Sie dar, wie durch Orts- und Regionalgeschichte, die im Mittelpunkt des historischen Lernens in der Grundschule stehen, politische Bildung vermittelt werden kann! Bringen Sie je ein Unterrichtsbeispiel aus der Orts- und aus der Regionalgeschichte, und erläutern Sie dies!

2. Schule früher und heute ist ein beliebtes Thema in der Grundschule. Worin liegen die Vorteile und Chancen dieses Themas, was müssen Sie als Lehrer bzw. Lehrerin dabei beachten? Schildern Sie konkret, wie Sie das Thema behandeln würden!

3. Auch beim historischen Lernen innerhalb des Heimat- und Sachunterrichts lassen sich schon fachliche Arbeitsweisen anbahnen: Begründen Sie die Notwendigkeit dieser Zielsetzung, und skizzieren Sie Möglichkeiten und Grenzen anhand von zwei unterrichtlichen Beispielen aus verschiedenen Jahrgangsstufen!


Frühjahr 2002

1. Der historische Aspekt des Heimat- und Sachunterrichts hat eine identitätsstiftende Funktion. Erläutern Sie an einem Beispiel aus der Orts- oder Regionalgeschichte, wie Sie in einem adressaten-, problem- und handlungsorientierten Unterricht diese Forderung erfüllen!

2. Fachspezifische Methoden-Kompetenz als Ziel des geschichtlichen Unterrichts in der Grundschule: Geben Sie einen systematischen Überblick, und diskutieren Sie die realistischen Perspektiven unterrichtlicher Möglichkeiten!

3. Sachquellen, so schreibt der Geschichtsdidaktiker Hug, bilden eine "konkrete Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart". Reflektieren Sie diese Aussage an je einem Unterrichtsbeispiel für die 3. und 4. Jahrgangsstufe unter Beachtung lernpsychologischer Aspekte, didaktischer Vorteile und methodischer Möglichkeiten!


Herbst 2001

1. Der Aufbau von Zeitvorstellungen und Zeitverständnis muß in der Grundschule geleistet werden. Dazu kann die Zeitleiste bzw. der Geschichtsfries wertvolle Hilfe leisten. Begründen Sie diese Aussage, und zeigen Sie an einem konkreten historischen Beispiel, wie sie in einer dritten oder vierten Jahrgangsstufe damit arbeiten würden!

2. Historische Bildung läßt sich auch über Spielen vermitteln. Begründen Sie diese Lernform, und zeigen Sie an konkreten Beispielen auf, welche Möglichkeiten sich in der Grundschule bieten!

3. Museum und Ausstellung als "Lernorte" für den geschichtlichen Unterricht an der Grundschule


Frühjahr 2001

1. Die Begegnung mit der Zeitgeschichte im Rahmen des Grundschulunterrichts: Diskutieren Sie Möglichkeiten und Probleme!

2. Geschichte aus Quellen rekonstruieren oder Geschichte erzählen? Diskutieren Sie die beiden methodischen Ansätze hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit beim historischen Lernen im Rahmen des Heimat- und Sachkundeunterrichts der Grundschule!

3. Der Unterrichtsgang ist die meistgenutzte Möglichkeit der "originalen Begegnung" beim historischen Lernen in der Grundschule. Arbeiten Sie die pädagogischen und didaktischen Vorzüge des historischen Unterrichtsgangs heraus, und sprechen Sie auch damit verbundene Probleme an! Welche Möglichkeiten der Realisierung bieten sich dafür an? Stellen Sie an einem konkreten Beispiel aus einer frei gewählten Jahrgangsstufe dar, wie Sie einen solchen historischen Unterrichtsgang gestalten würden!


Herbst 2000


Frühjahr 2000

1. Die Aneignung von Geschichte in der Grundschule orientiert sich am lokalen und regionalen Raum. Zeigen Sie die Funktion regionalgeschichtlicher Arbeitsweisen auf, die eine Einführung in handlungs- und erlebnisorientiertes geschichtliches Lernen in der Heimat- und Sachkunde der 4. Jahrgangsstufe ermöglichen! Konkretisieren Sie Ihre methodischen Überlegungen an einem selbst gewählten Beispiel!

2. Das Spiel in der Grundschule kann zur erlebnisbetonen Vermittlung von Geschichte beitragen. Erläutern Sie die Funktion unterschiedlicher Spielformen für das historische Lernen in der Grundschule, und stellen Sie an einem selbst gewählten Beispiel die Ziele und die unterrichtliche Durchführung eines Spiels mit geschichtlichem Inhalt dar!

3. Historisches Lernen basiert auf dem Einsatz fachlicher Arbeitsformen. Was ist darunter zu verstehen, und welche fachlichen Arbeitsformen können Sie in der Grundschule realisieren? Skizzieren Sie Möglichkeiten des Einsatzes an Beispielen aus der 4. Jahrgangsstufe!


Herbst 1999

1. Grundschulunterricht im Spannungsfeld von Fachorientierung und Kindgemäßheit: Erörtern Sie dieses Spannungsverhältnis im Blick auf den geschichtlichen Unterricht an der Grundschule!

2. Die Grundschule hat den Kindern erste Grundlagen einer politischen Bildung zu vermitteln. Erörtern Sie, welchen Beitrag der Umgang mit Geschichte (Fähigkeiten und Inhalte) dazu leisten kann!

3. Im Fach "Heimat- und Sachkunde" haben Sagen und Legenden ihren berechtigten Platz. Erörtern Sie die Bedeutung, aber auch die Probleme von Sagen und Legenden für das historische Lernen! Skizzieren Sie den Einsatz einer Sage oder Legende an einem Unterrichtsbeispiel!


Frühjahr 1999

1. Klare Zeitvorstellungen zu entwickeln, gilt als eine wichtige Basis für den Aufbau von Geschichtsbewußtsein. Zeigen Sie auf, welche inhaltlichen und methodischen Möglichkeiten Sie hierfür in der Grundschule besitzen!

2. Der Lehrplan der Grundschule ermöglicht die Behandlung zeitgeschichtlicher Themen im Heimat- und Sachkundeunterricht der Grundschule. Zeigen Sie anhand von Beispielen auf, welche pädagogischen und didaktischen Ziele sich dabei verwirklichen lassen und welche Probleme sich bei der Behandlung dieser Thematik ergeben können!

3. Örtliche Feste und Bräuche sollen nach dem Grundschullehrplan im Themenbereich Kind und Heimatgeschichte Berücksichtigung finden. Erörtern Sie anhand mehrerer Beispiele die didaktische Bedeutung von Festen und Bräuchen für das historische Lernen! Stellen Sie an einem konkreten Unterrichtsentwurf für die 2. Jahrgangsstufe die Methoden, Medien und Unterrichtsziele vor!


Herbst 1998

1. Zeigen Sie in einer theoretischen Erörterung und an zwei Beispielen auf, wie sich das Prinzip des handlungsorientierten Lernens auch im geschichtlichen Bereich des Heimat- und Sachunterrichts verwirklichen läßt!

2. Die Lebensgeschichte des Kindes als Hinführung zum historischen Lernen in der Grundschule. Setzen Sie sich unter pädagogischen und didaktischen Gesichtspunkten mit diesem Vorschlag auseinander; gehen Sie dabei auch auf Probleme ein! Erörtern Sie Möglichkeiten der methodischen Umsetzung! Entwickeln Sie dazu ein konkretes Unterrichtsbeispiel!

3. Die Erzählung im Geschichtsunterricht wird heute im Vergleich zu den 70er Jahren unseres Jahrhunderts wieder positiver bewertet. Stellen Sie Vor- und Nachteile dar, und erläutern Sie an einem Beispiel Ihrer Wahl, wie Sie eine quellengestützte Erzählung in den historischen Teilen des Heimat- und Sachunterrichts der 3. oder 4. Jahrgangsstufe einsetzen würden, und welche Möglichkeiten Sie sehen, dabei auch handlungsorientiert vorzugehen!


Frühjahr 1998

1. Geschichtsbewußtsein zu fördern ist das zentrale Anliegen historischer Unterweisung. Welchen grundlegenden Beitrag kann die Grundschule dazu leisten?

2. Die spielerische Aneignung und Verarbeitung von Geschichte kommt den Kindern in der Grundschule besonders entgegen. Zeigen Sie an Beispielen auf, welchen pädagogischen und didaktischen Ertrag die Methode des Spielens haben kann, aber auch welche Probleme sich dabei ergeben können!

3. Begründen Sie die didaktische Bedeutung lokalgeschichtlicher Zeugnisse im Heimat- und Sachkundeunterricht, und skizzieren Sie an zwei Beispielen ihren methodischen Einsatz!


Herbst 1997

1. Hans Glöckel empfiehlt das aktuelle Gegenwartsgeschehen als eine Möglichkeit des Zugangs zum historischen Lernen in der Grundschule. Setzen Sie sich unter didaktischen und entwicklungspsychologischen Gesichtspunkten mit diesem Vorschlag auseinander! Wie könnte ein solcher Zugriff methodisch realisiert werden? Entwickeln Sie ein konkretes Unterrichtsbeispiel für die 3. oder 4. Jahrgangsstufe!

2. Auch beim historischen Lernen innerhalb des Heimat- und Sachkundeunterrichts lassen sich schon fachliche Arbeitsweisen anbahnen. Begründen Sie die Notwendigkeit dieser Zielsetzung, und skizzieren Sie Möglichkeiten und Grenzen anhand von zwei unterrichtlichen Beispielen aus verschiedenen Jahrgangsstufen!

3. Grundschüler im Museum. Begründen Sie, welche Vorteile ein Museumsbesuch mit Grundschülern haben kann! Schildern Sie dann an einem konkreten Heimat- oder Freilichtmuseum Ihrer Wahl, wie Sie einen solchen Besuch vorbereiten, durchführen und nachbereiten würden!


Frühjahr 1997

1. Der Geschichtsunterricht soll zu Verständnis und Wertschätzung der Heimat beitragen. Nehmen Sie hierzu Stellung, und zeigen Sie auf, wie diese Zielsetzung in der Grundschule umgesetzt werden kann!

2. Der Heimat- und Sachkundeunterricht kann als integratives Fach bezeichnet werden. Stellen Sie anhand von jeweils einer Unterrichtsskizze für die 2. und 4. Jahrgangsstufe dar, wie der Themenbereich "Kind und Heimatgeschichte" didaktisch sinnvoll mit anderen Themenbereichen vernetzt werden kann!

3. Was ist unter einer "Sachquelle" zu verstehen? Legen Sie dar, aus welchen Gründen ihr Einsatz gerade auch in der Grundschule befürwortet wird, und geben Sie ein konkretes Beispiel aus der Jahrgangsstufe 3 oder 4, wie Sie die Sachquelle(n) einsetzen und interpretieren würden!


Herbst 1996

1. Können und sollen einige elementare Kenntnisse der Zeitgeschichte schon in der Grundschule vermittelt werden? Prüfen Sie etwaige Möglichkeiten und Bedenken in gründlichem Abwägen einiger Beispiele, und fassen Sie allgemein Geltendes zusammen!

2. Die Geschichtserzählung spielt in der Grundschule eine nicht unbedeutende Rolle. Welche Probleme ergeben sich beim Einsatz von Geschichtserzählungen im Vergleich zur Arbeit an historischem Material, mit dessen Hilfe Schülerinnen und Schüler Geschichte selbst erarbeiten können?

3. Der Lehrplan für die bayerische Grundschule betont: "Der Unterricht knüpft an Erfahrungen und Erlebnisse der Schüler an …" Erörtern Sie diese Aussage anhand von zwei konkreten Unterrichtsplanungen im Themenbereich "Kind und Heimatgeschichte" für die 2. und 4. Jahrgangsstufe!


Frühjahr 1996

1. Familiengeschichte als ein erster Zugang zum historischen Lernen in der Grundschule: Didaktische Begründung – Probleme – methodische Möglichkeiten. Skizzieren Sie ein konkretes Unterrichtsbeispiel für eine frei gewählte Jahrgangsstufe der Grundschule!

2. Die Einführung in das Zeitverständnis gehört zu den zentralen Aufgaben historischen Lernens in der Grundschule. Erläutern Sie die damit zusammenhängenden Zielsetzungen, Verfahrensweisen und Medien, und erörtern Sie die damit verbundenen Probleme anhand von konkreten Beispielen und vor dem Hintergrund der Lernvoraussetzungen dieser Altersstufe!

3. Die Grundschule soll den Kindern erste Grundlagen einer politischen Bildung vermitteln. Was ist darunter zu verstehen? Welchen Beitrag kann dazu die Auseinandersetzung mit geschichtlichen Inhalten im Rahmen des Heimat- und Sachkundeunterrichts leisten? Bringen Sie je ein Beispiel aus zwei verschiedenen Jahrgangsstufen!


Herbst 1995

1. Zeigen Sie Ziele, Möglichkeiten und Grenzen einer erlebnisorientierten Vermittlung von Geschichte in der 3./4. Jahrgangsstufe der Heimat- und Sachkunde der Grundschule auf!

2. Das "Stadtspiel" als Möglichkeit kindgemäßer historischer Erkundung: Begriffsklärung – didaktische Begründung – methodische Anlage – Probleme. Skizzieren Sie mit Bezug auf die Zielsetzungen des Lehrplans für die bayerische Grundschule das konkrete Modell eines "Stadtspiels" für die 4. Jahrgangsstufe!

3. In der geschichtsdidaktischen Literatur wird immer stärker die Quellenarbeit in der Grundschule betont. Erörtern Sie anhand von zwei Unterrichtsentwürfen für die 2. und 4. Jahrgangsstufe die Möglichkeiten und Grenzen der Quellenarbeit!


Frühjahr 1995

1. "Handlungsorientierung" ist ein wichtiges Unterrichtsprinzip im Heimat- und Sachkundeunterricht der Grundschule. Erörtern Sie an Beispielen, ob und wie sich dieses Unterrichtsprinzip auch im historischen Bereich des Heimat- und Sachkundeunterrichts verwirklichen läßt!

2. Der Lehrplan für die Grundschule betont die Notwendigkeit, "Lerninhalte bzw. -tätigkeiten aus verschiedenen Fächern sinnvoll zu verbinden". Zeigen Sie mit Blick auf den Lernbereich "Kind und Heimatgeschichte" anhand von zwei Lerninhalten aus verschiedenen Jahrgangsstufen die sinnvolle Verbindung von fachlichen Inhalten auf! Erörtern Sie die geplanten Lernziele, und stellen Sie Methoden und Medien vor, die Sie einsetzen wollen!

3. Ist es Ihrer Meinung nach möglich, Schüler der Grundschule in fachliche historische Arbeitsweisen einzuführen? Erläutern Sie zunächst, was darunter zu verstehen ist, und diskutieren Sie dann anhand von Beispielen Möglichkeiten und Grenzen bei der Verwirklichung dieser Zielsetzung!


Herbst 1994

1. Der Lehrplan für die Grundschule betont das Anliegen, "Kenntnisse über die Heimat zu vermitteln, Interesse an der Heimatgeschichte zu wecken und zum Aufbau einer Wertschätzung von Heimat beizutragen". Skizzieren Sie beispielhaft für die 2. und 4. Jahrgangsstufe, wie Sie diese Forderungen realisieren können!

2. Die Bedeutung geschichtlicher Überreste für die Begegnung des Grundschulkindes mit der Geschichte. Skizzieren Sie drei auf unterschiedliche Jahrgangsstufen bezogene, mit unterschiedlichen Gattungen von geschichtlichen Überresten arbeitende Unterrichtsbeispiele!

3. Feste bzw. Brauchtümer können Anlaß sein, historische Lernprozesse in der Grundschule auszulösen. Stellen Sie an zwei ausgewählten Beispielen dar, wie diese Elemente der Lebenswelt Ausgangspunkt und inhaltliche Grundlage geschichtlichen Lernens werden können! Ein Beispiel soll sich auf die 1./2. Jahrgangsstufe, das andere auf die 3./4. Jahrgangsstufe beziehen.


Frühjahr 1994

1. Das Abrücken der wissenschaftlichen Diskussion von entwicklungspsychologischen Stufenmodellen hin zu Interaktionsmodellen hat Konsequenzen für die Vorstellungen über die Möglichkeiten historischen Lernens in der Grundschule. Stellen Sie kurz die Grundpositionen der beiden psychologischen Modelle dar, und zeigen Sie an selbstgewählten Beispielen auf, wie geschichtliche Unterweisung darauf reagieren kann!

2. Jeismann spricht davon, daß in der Grundschule "vornehmlich in Anknüpfung an die in der Umwelt noch faßbaren und sichtbaren Zeugnisse der Vergangenheit bis zur Zeitgeschichte hin – eine Einführung in geschichtliche Vorstellungen und eine erste Strukturierung des Horizonts der Vergangenheit erfolgt". (Jeismann, Grundfragen des Geschichtsunterrichts, 1978, S. 97). Erläutern Sie diese Behauptung, und konkretisieren Sie Ihre Stellungnahme an zwei unterschiedlichen Unterrichtsbeispielen!

3. Der Weg von der Einführung ins historische Zeitverständnis zu einem von der Klasse selbst hergestellten Geschichtsfries in der Grundschule: Machen Sie konkrete Vorschläge, und geben Sie dazu eine didaktische Begründung!


Herbst 1993

1. "Offener Unterricht" – Untersuchen Sie, ob dieses Prinzip auch im historischen Lernbereich der Grundschule verwirklicht werden kann! Belegen Sie Ihre Auffassung mit einer Unterrichtsskizze!

2. Die geschichtliche Heimat- und Sachkunde bietet in der Grundschule zahlreiche Möglichkeiten, den Alltag von Menschen früherer Zeiten lebendig werden zu lassen. Legen Sie dies an zwei Unterrichtsbeispielen aus verschiedenen Lebensbereichen dar!

3. Lehrererzählung und Quellenarbeit haben im geschichtlichen Bereich der Heimat- und Sachkunde in der Grundschule ihren didaktischen Ort. Zeigen Sie Vor- und Nachteile dieser Verfahren anhand zweier unterrichtspraktischer Beispiele auf!


Frühjahr 1993

1. Die Vorbemerkungen zum Fach Heimat- und Sachkunde des Lehrplans für die bayerischen Grundschulen von 1981 fordern: "Das Fach Heimat- und Sachkunde unterstützt und fördert das Hineinwachsen des Kindes in seine Lebenswelt …". Umreißen Sie den Beitrag, den ein geschichtsdidaktischen Grundsätzen verpflichteter Unterricht im historischen Lernbereich hierzu leisten kann! Berücksichtigen Sie insbesondere Überlegungen zur Zielsetzung und – in Abhängigkeit davon – zur Auswahl und zum Einsatz geschichtsdidaktischer Medien!

2. Zeigen Sie an Beispielen auf, wie sich außerschulische Lernorte in den historisch-politischen Unterricht der Grundschule einbeziehen lassen! Begründen Sie Ihr Vorgehen!

3. Der Gegenwartsbezug spielt beim historischen Lernen eine wichtige Rolle. Erörtern Sie, wie diese didaktische Kategorie in geschichtliche Themen des Heimat- und Sachkundeunterrichts der Grundschule eingebracht werden kann! Belegen Sie Ihre Ausführungen mit Beispielen!


Herbst 1992

1. Für das elementare historische Lernen eröffnet die Auseinandersetzung mit der Geschichte der eigenen Schule besondere Chancen. Begründen Sie diese Aussage, und geben Sie Beispiele!

2. Welches heimatliche Brauchtum erscheint Ihnen geeignet, im Rahmen der Thematik "Kind und Heimatgeschichte" bereits in den Jahrgangsstufen 1 und 2 bei den Kindern den geschichtlichen Sinn anzubahnen? Begründen Sie Ihre Entscheidung, und führen Sie für jede der beiden Klassenstufen je ein unterrichtliches Beispiel näher aus!

3. Denkmalschutz und Bodendenkmalschutz stellen sowohl fachbezogen als auch fächerübergreifend eine wichtige Unterrichts- und Erziehungsaufgabe dar. Beschreiben Sie unter Bezugnahme auf den gültigen bayerischen Lehrplan den Beitrag der Heimat- und Sachkunde (Jgst. 3/4) zu diesem Ziel! Entwickeln Sie darauf aufbauend Ansätze zu einer Unterrichtssequenz an einem selbstgewählten Beispiel!


Frühjahr 1992

1. Heimat- und Sachkunde ist ein integratives Unterrichtsfach. Erörtern Sie an drei ausgewählten Beispielen, wie der Themenbereich "Kind und Heimatgeschichte" mit anderen Themenbereichen des Heimat- und Sachkundelehrplans verknüpft werden kann!

2. In der regionalen und lokalen Zeitgeschichte werden zunehmend Verfahren der oral history eingesetzt. Zeigen Sie, wie sich der fachwissenschaftliche Methodenstand der oral history dahingehend modifizieren läßt, daß daraus ein für den Geschichtsunterricht im Rahmen des Heimat- und Sachkundeunterrichts der Grundschule benutzbares Arbeitsinstrument entsteht! Entwickeln Sie Ansätze für ein oral history-Projekt zur Stadtteil- oder Dorfgeschichte seit 1949!

3. In der Heimat- und Sachkunde der Grundschule befaßt sich geschichtlicher Unterricht mit der regionalen Nähe ("Heimat"). Wie kann man innerhalb dieses Unterrichts auch auf die soziale Nähe der Schüler eingehen? Was ist mit "sozialer Nähe" gemeint, welche unterrichtlichen Möglichkeiten sehen Sie? Bringen Sie dafür Beispiele!


Herbst 1991

1. Erörtern Sie Funktionen der Begegnung mit Überresten bzw. Denkmälern des Heimatortes im historischen Lernen der Grundschule! Konkretisieren Sie dies an zwei selbstgewählten Beispielen, und zeigen Sie dabei auch die Einbindung in die allgemeinen Zielsetzungen der Heimat- und Sachkunde auf!

2. Der Lehrererzählung kommt gemäß den Lehrplänen für die bayerischen Grundschulen bei heimatgeschichtlichen Inhalten besondere Bedeutung zu. Dieser Methode stehen in der modernen Geschichtsdidaktik Alternativen gegenüber. Wägen Sie ab!

3. Das Rollenspiel als Medium historischen Lernens in der Grundschule.


Frühjahr 1991

1. Aktives Lernen im Themenbereich "Kind und Heimatgeschichte": Unterschiedliche Lernformen und ihre didaktische Begründung, konkrete Beispiele, besondere Probleme

2. Projekt: "Wir stellen unser eigenes Heimatmuseum zusammen!" Machen Sie Angaben über den didaktischen Ort dieses Projekts innerhalb der Heimat- und Sachkunde! – Was können Schüler einer durchschnittlichen Klasse tun, was sollen sie dabei lernen?

3. Können Kinder- und Jugendbücher im historischen Lernbereich der Grundschule sinnvoll verwendet werden? Erörtern Sie die didaktischen Möglichkeiten an Beispielen!


Herbst 1990

1. Feste, Jubiläen und Gedenktage bieten immer wieder Gelegenheiten, im Rahmen der Heimat- und Sachkunde auch deren historische Aspekte zu berücksichtigen. Zeigen Sie auf, welche Feste, Jubiläen und Gedenktage sich dafür besonders anbieten! Erläutern Sie an möglichst unterschiedlichen Beispielen, wie Sie den (in der Regel lokalen oder regionalen) historischen Bezug herstellen können!

2. Welche Möglichkeiten bietet der Einsatz von Sagen und Legenden im Themenbereich "Kind und Heimatgeschichte"? Welche Probleme sind damit verbunden? Erläutern Sie anhand selbstgewählter Beispiele, wie die Begegnung mit Sagen und Legenden in geschichtliches Lernen umzusetzen ist!

3. Der Lehrplan für die Heimat- und Sachkunde der bayerischen Grundschule nennt unter "Ziele und Aufgaben" u.a. die "kritische Auseinandersetzung mit Unzulänglichkeiten in der Umwelt". Was kann nach Ihrer Meinung der geschichtliche Aspekt der Heimat- und Sachkunde dazu beitragen?


Frühjahr 1990

1. Legen Sie mit Bezug auf den Lehrplan für die Bayerische Grundschule von 1981 und auf unterrichtspraktische Beispiele erzieherische Anliegen des geschichtlichen Unterrichts im Rahmen der Heimat- und Sachkunde dar!

2. In den letzten beiden Jahrzehnten haben sich die Annahmen über die psychologischen Bedingungen historischen Lernens gewandelt. Skizzieren Sie diesen Wandel, und erörtern Sie die Auswirkungen auf Lehrplangestaltung und Unterrichtsmethodik im historischen Bereich der Heimat- und Sachkunde!

3. Ergebnissicherung und Leistungsbewertung im Themenbereich "Kind und Heimatgeschichte": Bedeutung, Möglichkeiten und Beispiele, Probleme.


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Datum der Erstanlage: 6. Februar 1996 — Letzte Änderung: 3. Februar 2004 von Stuart Jenks (für ein korrekt adressiertes E-Post-Formular, meinen Namen mit der Maus anklicken!)