Bayerische Staatsexamensfragen
in Didaktik der Geschichte (nicht vertieft) Hauptschule
Frühjahr 1990 – Frühjahr 2003


Frühjahr 2003

1. Erläutern Sie den Begriff des interkulturellen Lernens! Loten Sie anhand verschiedener konkreter Beispiele aus selbst gewählten historischen Großepochen Möglichkeiten interkulturellen Lernens im Geschichtsunterricht aus!

2. Der Fächerverbund Geschichte / Sozialkunde /Erdkunde bietet die Möglichkeit, die lernpsychologischen Forderungen nach "vernetztem Lernen" und "Lernen in Zusammenhängen" zu realisieren. Strukturieren Sie für eine frei gewählte Jahrgangsstufe ein historisches Unterrichtsthema, das diese Forderungen berücksichtigt!

3. Das Spiel gewinnt im Geschichtsunterricht zunehmend an Bedeutung. Stellen Sie unterschiedliche Spielformen vor, die sich für die geschichtliche Vermittlung in der Hauptschule eignen! Konkretisieren Sie an einem selbst gewählten Beispiel aus der 5.-7. Jahrgangsstufe die Funktion, die Planung und die Durchführung eines historischen Spiels!


Herbst 2002

1. Das Prinzip der Multiperspektivität im Geschichtsunterricht eröffnet methodische Möglichkeiten und konfrontiert mit didaktischen Problemen. Erläutern Sie dieses Spannungsverhältnis an ausgewählten Beispielen aus dem Geschichtsunterricht der Hauptschule!

2. Forschendes bzw. Entdeckendes Lernen im Geschichtsunterricht. Begründen Sie dieses unterrichtliche Vorgehen, und erörtern Sie anhand mindestens zweier Beispiele, wobei ein Beispiel aus der Lokal- oder Regionalgeschichte stammen soll, Vorzüge und Probleme dieser Methode in der Hauptschule!

3. Bildquellen im Fächerverbund Geschichte / Sozialkunde / Erdkunde. Was verstehen Sie unter Bildquellen, und welche Gattungen können unterschieden werden? Stellen Sie an mindestens drei frei gewählten Beispielen lernpsychologische und didaktische "Vorteile" der Bildquellenarbeit vor!


Frühjahr 2002

1. Landes-, Regional- und Ortsgeschichte. Erörtern Sie die Begrifflichkeit, und diskutieren Sie die Möglichkeiten und Probleme derartiger Ansätze im Blick auf den Geschichtsunterricht in der Hauptschule!

2. Das Erlernen historischer Informationsgewinnung ist ein erklärtes Anliegen des Geschichtsunterrichts in der Hauptschule. Begründen Sie diese Zielsetzung des Lehrplans! Welche Möglichkeiten methodischer Realisierung bieten sich dafür an? Belegen Sie Ihre Darstellung mit einschlägigen Beispielen!

3. Ein zentrales Medium für die Ausbildung von Zeitbewußtsein stellt die Zeitleiste dar. Beschreiben Sie Formen von Zeitleisten, und erläutern Sie, zu welchen didaktischen Zielsetzungen Sie sie jeweils in den Geschichtsunterricht einbringen können!


Herbst 2001

1. Projektorientiertes Lernen gehört zu den zentralen Aufgaben geschichtlichen Unterrichts. Erläutern Sie die Funktion des projektorientierten Verfahrens im Prozeß der Vermittlung von Geschichte! Konkretisieren Sie Ihre grundsätzlichen Überlegungen an einem Beispiel aus dem Lehrplan!

2. In den Programmen des Fernsehens werden heute vielfältige Sendungen zu historischen Themen angeboten. Wie kann dieses Angebot im Geschichtsunterricht der Hauptschule sinnvoll genutzt werden? Begründen Sie Ihre Vorstellungen unter didaktischen und medienpädagogischen Aspekten, und gehen Sie auch auf Probleme ein, die mit solchen Sendungen verbunden sind! Belegen Sie Ihre Darstellung mit einschlägigen Beispielen!

3. Karten sind im Geschichtsunterricht unverzichtbar. Erörtern Sie diese Aussage, und stellen Sie dar, wie Sie die Fähigkeit der Schüler, Geschichtskarten zu lesen, auszuwerden und selbst herzustellen, methodisch anbahnen können!


Frühjahr 2001

1. Geschichtsunterricht und Rechtsradikalismus: Erörtern Sie damit verbundene Aufgaben und Probleme, und skizzieren Sie an ausgewählten Beispielen Möglichkeiten des Geschichtsunterrichts an der Hauptschule, sich mit dem Rechtsradikalismus auseinanderzusetzen!

2. Die Rekonstruktion von Geschichte aus Quellen und die Auseinandersetzung mit Erscheinungen der Geschichtskultur (Sammelbegriff für Bereiche und Formen öffentlicher Erinnerung) sind fundamentale Aufgaben historischer Bildung. Erörtern Sie diese beiden Aufgaben, und bringen Sie einschlägige Beispiele!

3. Beim Einsatz schriftlicher Medien im Geschichtsunterricht spielt das historische Jugendbuch nur eine untergeordnete Rolle. Zu Unrecht! Erörtern Sie didaktische Vorteile und Probleme für das historische Lernen! Stellen Sie ein historisches Jugendbuch vor, und skizzieren Sie den Einsatz im Unterricht!


Herbst 2000

1. Erörtern Sie Probleme und Möglichkeiten des fächerübergreifenden Unterrichts anhand der Maßgaben des derzeitigen bayerischen Hauptschullehrplans, und berücksichtigen Sie dabei besonders die Konsequenzen für den Unterricht im Fach Geschichte!

2. Erläutern Sie an zwei Themenbereichen des Lehrplans "Geschichte/Sozialkunde/Erdkunde", wie alltagsgeschichtliche Blickrichtungen in den Geschichtsunterricht eingebracht werden können! Begründen Sie diese Blickrichtungen aus fachlicher und lernpsychologischer Sicht!

3. "Geschichte soll Spaß machen!", ist eine Forderung, die Schülerinnen und Schüler verstärkt an den Unterricht richten. Stellen Sie handlungsorientierte und spielerische Methoden und Elemente dar, die Sie im Geschichtsunterricht der Hauptschule unter Beachtung der im Lehrplan vorgegebenen Zielsetzungen einsetzen können! Konkretisieren Sie Ihre Überlegungen an selbstgewählten Beispielen!


Frühjahr 2000

1. Welchen Beitrag kann der Geschichtsunterricht in der Hauptschule leisten, um "Friedenserziehung" als fächerübergreifendes Bildungs- und Erziehungsziel zu realisieren? Erörtern Sie diese Frage anhand von zwei konkreten Unterrichtsbeispielen für die 7. und 9. Jahrgangsstufe! Stellen Sie die Lernziele, Methoden und Medien vor, die Sie einsetzen wollen!

2. Der Schaffung der Deutschen Einheit vor 10 Jahren wird im Herbst 2000 feierlich gedacht werden. Stellen Sie dar, unter welchen Zielsetzungen und mit welchen Arbeitsweisen Sie den Schülern ab der 8. Jahrgangsstufe die historische Dimension des Themas vermitteln und wie Sie aus historischer Perspektive eine schulische Gedenkfeier gestalten!

3. Handlungsorientierung gilt als wichtiges Unterrichtsprinzip. Erläutern Sie an Beispielen, was damit gemeint ist und wie dieses Prinzip im Geschichtsunterricht verwirklicht werden kann!


Herbst 1999

1. Nehmen Sie Stellung zum Paradigmawechsel in der Geschichtsdidaktik sei den 80er Jahren! Behandeln Sie insbesondere die Diskussion um den Begriff Geschichtsbewußtsein, die Entdeckung außerschulischer Lernmöglichkeiten für Geschichte sowie die Diskussion um Alltagsgeschichte!

2. Zu den wichtigen fachübergreifenden Bildungs- und Erziehungsaufgaben der Hauptschule gehört Europa. Erläutern Sie – unter Einbeziehung von Beispielen aus dem Lehrplan –, wie diese Aufgabe im Geschichtsunterricht verwirklicht werden kann!

3. Das Einbeziehen gegenständlicher Zeugnisse aus der Vergangenheit in den Geschichtsunterricht ist ein erklärtes Ziel im neuen Lehrplan für die Hauptschule. Begriffsklärung – didaktische Begründung – Möglichkeiten methodischer Umsetzung – Probleme. Skizzieren Sie an zwei konkreten Beispielen aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen, wie gegenständliche Quellen sinnvoll genutzt werden können!


Frühjahr 1999

1. Der neue Lehrplan für Geschichte / Sozialkunde / Erdkunde an der Hauptschule verlangt, daß die drei Fächer stärker als bisher aufeinander bezogen werden, wobei Geschichte das Leitfach bildet. Andere Fächer wie Deutsch, Religion und Kunst bieten sich gerade für Geschichte ebenfalls für ein fächerübergreifendes Arbeiten an. Begründen Sie Vor- und Nachteile fächerübergreifenden Arbeitens, und schildern Sie anhand eines konkreten, lehrplanbezogenen Beispiels, wie Sie ausgehend von Geschichte andere Fächer einbeziehen können!

2. Das narrative Prinzip. Erörtern Sie, ausgehend von geschichtstheoretischen Überlegungen, Möglichkeiten und Probleme eines erzählerischen Zugriffs auf die Vergangenheit im Geschichtsunterricht der Hauptschule!

3. Der Film ist ein beliebtes und oft eingesetztes Medium im Geschichtsunterricht. Erörtern Sie, welche Filme im Unterricht eingesetzt werden können und welche didaktischen und methodischen Fragen zu berücksichtigen sind! Reflektieren Sie anhand eines konkreten Beispiels für die 9. Jahrgangsstufe die heuristische Arbeit mit einem Filmdokument!


Herbst 1998

1. Emotionales Lernen und affektive Lernziele sind für den Geschichtsunterricht unverzichtbar. Ergänzend heißt es dazu bei J. Rohlfes: "Emotionales Lernen besteht zwar auch im Ausleben und Innewerden von Gefühlen, vor allem aber in der kognitven Verarbeitung." (Geschichte und ihre Didaktik, 1986, S. 156). Erörtern Sie anhand eines konkreten Unterrichtsbeispiels aus der 9. Jahrgangsstufe, wie Sie die Rohlfes'sche Forderung realiseren können!

2. In der Regel gehen Jugendliche im Alltag achtlos an Denkmälern vorbei. Legen Sie dar, weshalb es im Rahmen des Geschichtsunterrichts sinnvoll ist, ein Denkmal zu behandeln! Schildern Sie an einem Beispiel Ihrer Wahl, wie Sie vorgehen würden!

3. Die Arbeit mit Textquellen gehört heute zu den wichtigen methodischen Forderungen für einen sach- und schülergemäßen Geschichtsunterricht. Stellen Sie anhand von zwei lehrplanbezogenen Themenkomplexen dar, welche Möglichkeiten und Probleme sich für den Unterricht in der Hauptschule daraus ergeben! (Es können Themen des alten oder neuen Lehrplans gewählt werden.)


Frühjahr 1998

1. Ergebnissicherung und Vertiefung sind wesentliche Strukturelemente des Geschichtsunterrichts. Stellen Sie Bedeutung und Möglichkeiten der Realisierung anhand von Unterrichtsbeispielen für die 6. und 9. Jahrgangsstufe in der Hauptschule dar!

2. Die begleitende Lektüre historischer Jugendliteratur kann den Geschichtsunterricht in der Hauptschule in vielfältiger Weise bereichern. Setzen Sie sich kritisch mit dieser These auseinander! Zeigen Sie Möglichkeiten der unterrichtlichen Umsetzung auf! Entwerfen Sie dazu zwei konkrete Beispiel aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen!

3. Die Rolle der Frau in der Familie und in der Gesellschaft ist seit zwei Jahrhunderten einem grundlegenden Wandel unterworfen. Begründen Sie eine Auswahl von Themen für den Geschichtsunterricht der 8. und 9. Jahrgangsstufe, an denen sich diese Veränderungen sichtbar machen lassen! Erläutern Sie an einem selbstgewählten Beispiel, welche Ziele erreicht werden sollen, und mit welchen Methoden und Medien Sie diese realisieren können!


Herbst 1997

1. Die Gliederung des Lernprozesses (= Artikulation) im Geschichtsunterricht hängt weitgehend davon ab, welches Grundverständnis historischen Lernens und welche konkreten Zielsetzungen der Lehrer hat. Erläutern Sie unterschiedliche Artikulationsmodelle, die Ihnen die Geschichtsdidaktik anbietet, und diskutieren Sie deren Anwendungsmöglichkeiten in der Hauptschule!

2. Wie beeinflussen historische Jahrestage, (National-) Feiertage, Symbole und Traditionen die Ausbildung von Geschichtsbewußtsein, und welche Auswirkungen ergeben sich daraus für den Geschichtsunterricht?

3. Ein erklärtes Ziel des Geschichtsunterrichts in der bayerischen Hauptschule ist es, "in der staatlichen Vielfalt Europas die gemeinsamen geistig-kulturellen Wurzeln zu entdecken". Erörtern Sie die didaktische und pädagogische Notwendigkeit dieses Anliegens, und machen Sie auch die dabei auftretenden Probleme sichtbar! Entwickeln Sie an zwei Beispielen aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen Möglichkeiten eines solchen europazentrierten Geschichtsunterrichts!


Frühjahr 1997

1. Der Geschichtsunterricht sollte wo immer möglich die Lebenswelt bzw. Alltagserfahrungen der Schüler miteinbringen. Begründen Sie diese Forderung aus fachlicher, lernpsychologischer und pädagogischer Perspektive, und skizzieren Sie Realisierungsmöglichkeiten anhand von zwei unterrichtlichen Beispielen aus der 6. und der 9. Jahrgangsstufe der Hauptschule!

2. Bayerische Geschichte im Geschichtsunterricht der Hauptschule. Skizzieren Sie die diesbezüglichen Maßgaben des Lehrplans, und diskutieren Sie die didaktischen Möglichkeiten und Probleme der Landesgeschichte im Geschichtsunterricht der Hauptschule!

3. Im Lehrplan für die Hauptschule finden Sie unter den Hinweisen zum Unterricht sehr oft die historische "Kartenarbeit" herausgestellt. Erörtern Sie anhand von zwei Unterrichtsentwürfen aus verschiedenen Jahrgangsstufen die didaktische Bedeutung des Mediums, und beschreiben Sie den unterrichtspraktischen Einsatz!


Herbst 1996

1. Der Lehrplan für die Hauptschule betont das "Finden von problemorientierten Unterrichtsthemen". Erörtern Sie diesen geschichtsdidaktischen Ansatz, und stellen Sie anhand von zwei Themen für die 5. und 9. Jahrgangsstufe Lernziele, Methoden und Medien vor, die diesen Ansatz realisieren!

2. Nach dem Lehrplan für die Hauptschule sollen die Schüler "durch Handlungs- und Erlebnisorientierung … zu einer aktiv-produktiven Auseinandersetzung mit der Geschichte motiviert werden". Erläutern Sie, welche lerntheoretischen Grundvorstellungen dieser Forderung zugrundeliegen, und zeigen Sie Realisierungsmöglichkeiten an mindestens zwei inhaltlichen Beispielen auf!

3. Noch immer ist das Schulbuch ein wichtiges Leitmedium des Geschichtsunterrichts. Nennen Sie verschiedene Typen von Schulgeschichtsbüchern, diskutieren Sie Vorzüge und Nachteile der einzelnen Typen, und erörtern Sie jeweils ihre Verwendbarkeit im Unterricht!


Frühjahr 1996

1. Geschichtsunterricht und Quelleneinsatz: Entwickeln Sie die diesbezüglichen Möglichkeiten, und berücksichtigen Sie dabei die Differenzierungen der Quellenkunde, die Maßgaben des Hauptschul-Lehrplans und das methodische Instrumentarium, wobei die Beispiele unterschiedlichen Epochen zu entnehmen sind!

2. In der Präambel des Fachlehrplans für Geschichte in der Hauptschule wird als "Grundanliegen" des Faches das Bemühen betont, "Vorurteile zu überwinden, sich auf Eigenart und Probleme anderer Menschen, Gruppen und Völker einzulassen und sich für Benachteiligte einzusetzen". Zeigen Sie an zwei ausgewählten Unterrichtsbeispielen aus verschiedenen Jahrgangsstufen, wie Sie diesen Auftrag des Lehrplans nach Inhalten, Zielen und Methoden realisieren können!

3. Geschichtsbewußtsein als Ziel historischen Lernens: Was ist Geschichtsbewußtsein? Wie entsteht Geschichtsbewußtsein? Welche Auswirkungen hat Geschichtsbewußtsein auf das politische und soziale Verhalten?


Herbst 1995

1. Als zukünftige Hauptschullehrer müssen Sie darauf vorbereitet sein, Kinder verschiedener Nationalität und aus unterschiedlichen Kulturkreisen in einer Klasse zu unterrichten. Zeigen Sie auf, daß darin für den Geschichtsunterricht Probleme, aber auch Chancen liegen! Konkretisieren Sie an Beispielen, welche Lerninhalte und welche Lernziele dazu beitragen könnten, diese Chancen wahrzunehmen und diesen Problemen entgegenzuwirken!

2. "Wissenschaftsorientierte" und "emanzipatorische" Geschichtsdidaktik sind zwei der in der Bundesrepublik diskutierten geschichtsdidaktischen Positionen. Erörtern Sie die theoretischen Grundlagen dieser Positionen, und zeigen Sie mögliche Konsequenzen für die praktische Gestaltung des Geschichtsunterrichts in der Hauptschule!

3. Sinnvolle Hausaufgabenstellung im Geschichtsunterricht der Hauptschule: Didaktische Funktionen – Möglichkeiten – Beispiele – Probleme


Frühjahr 1995

1. Die letzte Lehrplanreform hat wichtige Impulse zur Intensivierung der politischen Bildung im Geschichtsunterricht der bayerischen Hauptschule gegeben. Erläutern Sie an Beispielen, wie Geschichte zur politischen Bildung von Hauptschülern beitragen kann!

2. Die Autoren des Handbuchs "Medien im Geschichtsunterricht" vertreten die These, daß das Bild "keine narrativen Aussägen über erfahrbare menschliche (und unmenschliche) Vergangenheit" ermögliche und lediglich "Beschreibungen erstarrter, gleichsam gefrorener Vergangenheit" erlaube; es sei "an sich unhistorisch". Setzen Sie sich kritisch mit dieser These auseinander! Erläutern Sie Ihre Auffassung anhand von zwei Unterrichtsbeispielen aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen!

3. Der Lehrplan für die Hauptschule, Unterrichtsfach Geschichte, bildet in der 7. Jahrgangsstufe einen Themenbereich "Die großen Revolutionen". Welche Schwerpunkte subsumiert der Lehrplan in diesem Themenbereich? Welche Leitlinien sollen im Unterricht herausgearbeitet werden? Erörtern Sie den im Lehrplan zugrundegelegten Revolutionsbegriff, und nehmen Sie zu ihm Stellung?


Herbst 1994

1. In der geschichtsdidaktischen Diskussion besteht weitgehende Übereinstimmung darüber, daß der Geschichtsunterricht einen wertvollen Beitrag zur personalen und sozialen Identitätsfindung der Schüler leisten kann. Legen Sie dar, was damit gemeint ist, und zeigen Sie an ausgewählten Beispielen auf, wie dieses Ziel realisiert werden kann!

2. Nach der Präambel des Lehrplans für die bayerische Hauptschule für das Fach Geschichte kann das Wissen, "daß die europäischen Völker trotz nationaler Vielfalt ein gemeinsames Erbe besitzen", einen Beitrag zur Identitätsfindung der Schüler leisten. Was ist mit dieser Zielformulierung gemeint? Stellen Sie an selbstgewählten Themen aus verschiedenen Jahrgangsstufen dar, wie sich entsprechende Teillernziele unterrichtsmethodisch realisieren lassen!

3. Diskutieren Sie die spezifischen didaktischen Probleme der mittelalterlichen Geschichte, und entwerfen Sie an zwei ausgewählten thematischen Aspekten verschiedene Zugangsmöglichkeiten!


Frühjahr 1994

1. Außerschulische Lernorte im Geschichtsunterricht der Hauptschule: Zeigen Sie, ausgehend von einer Erörterung des Stellenwerts der originalen Begegnung in der Geschichtsdidaktik, anhand von 3 unterschiedlichen Beispielen, welche Ziele und Methoden Ihnen bei einer unterrichtspraktischen Durchführung sinnvoll erscheinen!

2. Widerstand gegen den Nationalsozialismus: Erörtern Sie die Bedeutung dieses historischen Phänomens für den Geschichtsunterricht der Hauptschule, und skizzieren Sie eine entsprechende Unterrichtseinheit bzw. -sequenz!

3. In der Diskussion um die jüngste Welle von Gewalttaten gegen Asylanten und Ausländer in der Bundesrepublik Deutschland wurden unter anderem, bezogen auf den Täterkreis, Mängel in der historisch- politischen Bildung verantwortlich gemacht. Zeigen Sie auf, welche grundlegenden didaktischen Probleme bei der Behandlung des Themas "Minderheiten" zu beachten sind, und wie sich an konkreten Beispielen aus der Geschichte ein Unterrichtskonzept für die Bewältigung dieser Gegenwartsfrage in der Hauptschule entwickeln ließe!


Herbst 1993

1. In unserer pluralistischen Gesellschaft gibt es ein Grundwertefundament, das auch und gerade der historisch-politischen Bildung in den Schulen zugrunde liegt. Die Bayerische Verfassung bietet mit ihrem Art. 131 hierfür eine klare Orientierung. Legen Sie anhand von zwei bis drei Unterrichtsbeispielen aus verschiedenen Klassenstufen dar, welche Möglichkeiten der Werterziehung in dieser Hinsicht der Geschichtsunterricht an der Hauptschule hat!

2. Regionalgeschichtliche Themen werden im neuen Hauptschul-Lehrplan für das Fach Geschichte nur an wenigen Stellen angesprochen. Erläutern Sie den Wert des regionalgeschichtlichen Ansatzes, und zeigen Sie anhand von zwei konkreten Beispielen auf, daß auch allgemeingeschichtliche Themen eine Behandlung in regionalgeschichtlicher Perspektive ermöglichen und welche unterrichtsmethodische Bereicherung der Geschichtsunterricht auf diese Weise erfahren kann!

3. Das historisch-politische Lied findet zunehmend Eingang in den Geschichtsunterricht. Stellen Sie dar, was unter dieser Quellenart verstanden wird, und zeigen Sie an selbstgewählten Beispielen auf, welche inhaltlichen und methodischen Möglichkeiten sich bei der Arbeit mit diesem Medium ergeben!


Frühjahr 1993

1. Anbahnung von Verhalten und Einstellungen im Geschichtsunterricht. Diskutieren Sie über Sinn und Realisierungsmöglichkeiten des affektiven Lernzielbereichs im Geschichtsunterricht der Hauptschule!

2. Der Lehrplan Geschichte für die Hauptschule beginnt seiner chronologischen Konzeption gemäß in der 5. Jahrgangsstufe mit der Vor- und Frühgeschichte. Erläutern Sie, welche Schwierigkeiten dieser Einstieg aufwirft und mit welchen Unterrichtsmethoden ein altersstufengerechter, problemorientierter Geschichtsunterricht die im Lehrplan genannten vor- und frühgeschichtlichen Lerninhalte vermitteln kann!

3. Die europäische Einigung legt es nahe, ein europäisches Bewußtsein zu entwickeln. Wo sehen Sie im Geschichtsunterricht der 8. und 9. Jahrgangsstufe Möglichkeiten, auf dieses Ziel hinzuarbeiten? Verdeutlichen Sie Ihre Gedanken an Unterrichtsbeispielen!


Herbst 1992

1. "Zwar unterliegt die in der Schule behandelte Geschichte einem Prozeß beträchtlicher Reduktion und Elementarisierung; aber diese Reduktion muß und darf nicht zu einer Eliminierung der Wissenschaftsbezogenheit führen." (Joachim Rohlfes, 1991) Erörtern Sie diese Forderung an den Geschichtsunterricht, und konkretisieren Sie das Ergebnis Ihrer Überlegungen an einem geschichtlichen Unterrichtsthema der Hauptschule!

2. Für die Verlaufsplanung seines Unterrichts stehen dem Geschichtslehrer eine Reihe von Modellen zur Verfügung. Erläutern und diskutieren Sie an selbstgewählten Beispielen Funktionen und didaktische Hintergründe solcher Modelle!

3. Im Jahre 1992 finden in der "Alten" und "Neuen" Welt zahlreiche Veranstaltungen mit Feiern zur Erinnerung an die Atlantiküberquerung durch Columbus vor 500 Jahren statt. Welchen Stellenwert hat dieses Ereignis heute für universalgeschichtliche Periodisierungsansätze? Zeigen Sie im Hinblick auf den Geschichtsunterricht in der 7. Klasse der Hauptschule, welche unterrichtlichen Ziele sich nur unvollständig erreichen lassen, wenn als Interpretationsrahmen für jene Epoche die Vorstellung von der "Eroberung der Neuen Welt" dominiert!


Frühjahr 1992

1. Im Geschichtsunterricht soll der Schüler "Einblick in die Entstehung demokratischer Lebensformen, aber auch deren vielfältige Gefährdung erhalten und sich mit wichtigen Gegenwartsproblemen auseinandersetzen" (Vorbemerkung zum Lehrplan Geschichte für die bayerische Hauptschule, 1985). Erläutern Sie anhand von mindestens zwei konkreten Beispielen, wie sich diese Richtziele methodisch verwirklichen lassen!

2. Lernort Heimatmuseum im Geschichtsunterricht der Hauptschule: Zeigen Sie anhand von mindestens zwei selbstgewählten Beispielen aus verschiedenen Jahrgangsstufen auf, welche Möglichkeiten und Probleme sich daraus für die Unterrichtsgestaltung ergeben! Gehen Sie von einem Ihnen bekannten bayerischen Heimatmuseum aus!

3. Fotos im zeitgeschichtlichen Unterricht: Problematik, didaktische Bedeutung und methodische Möglichkeiten des Mediums.


Herbst 1991

1. Der Geschichtsunterricht der Hauptschule soll das Zeitbewußtsein der Schüler differenzieren und erweitern. Erläutern Sie, was darunter zu verstehen ist, und zeigen Sie an inhaltlichen Beispielen unterrichtsmethodische Realisierungsmöglichkeiten auf!

2. Zeitgeschichte in der Hauptschule: Erörtern Sie den Begriff, und skizzieren Sie eine Unterrichtssequenz zur deutschen Nachkriegsgeschichte! Begründen Sie die gewählten Schwerpunkte!

3. Setzen Sie sich kritisch mit dem Problem der Leistungsmessung und Leistungsbeurteilung im Geschichtsunterricht auseinander!


Frühjahr 1991

1. Stellen Sie an mindestens zwei Beispielen dar, wie Sie politische Kontroversen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland im Geschichtsunterricht der Hauptschule behandeln und welche Ziele Sie dabei verfolgen!

2. Lokalgeschichte im Geschichtsunterricht der Hauptschule: Möglichkeiten, Ziele, Methoden, Probleme, Ansatzpunkte im geltenden Lehrplan

3. Kartenarbeit ist im Geschichtsunterricht an vielen Stellen und auf vielerlei Weise nötig. Zeigen Sie einige Beispiele auf, und geben Sie dafür didaktische Begründungen!


Herbst 1990

1. Warum ist die Geschichte des Nationalsozialismus und der Hitler-Diktatur auch heute noch ein besonders wichtiger Gegenstand des Geschichtsunterrichts an der Hauptschule?

2. Welche Themen im Geschichtslehrplan der Hauptschule bieten sich besonders an, auf Belange von Frauen sowie Kindern und Jugendlichen einzugehen? Begründen Sie Ihre Auswahl, und stellen Sie an mindestens zwei Beispielen unterschiedliche methodische Maßnahmen zur Verwirklichung Ihrer Ideen ausführlicher dar!

3. Die Fähigkeit, historische Bildquellen auswerten zu können, ist eine grundlegende Qualifikation, die der Geschichtsunterricht vermitteln soll. Legen Sie Kriterien der Bildquellenanalyse und einer elementaren Quellenkritik dar, und zeigen Sie an zwei selbstgewählten Beispielen aus der 5. und 9. Jahrgangsstufe der Hauptschule auf, wie sich diese Zielsetzung auf verschidenen Niveaus realisieren läßt!


Frühjahr 1990

1. Erörtern Sie, welche Teilaufgaben sich aus folgender Forderung des Lehrplans Geschichte für die bayerische Hauptschule (1985) ergeben: "Der Schüler lernt Grundformen und -fragen menschlicher Lebensgestaltung in ihrem geschichtlichen Wandel kennen." Skizzieren Sie an drei konkret-inhaltlichen Beispielen, wie sich die entsprechenden Ziele verwiklichen lassen!

2. Fachliche Medienkritik bedarf der allmählichen Entfaltung. Beschreiben Sie diesen Vorgang, bezogen auf audiovisuelle Medien des Geschichtsunterrichts, anhand von Beispielen aus verschiedenen Jahrgangsstufen der Hauptschule! Welche Konsequenzen sollten sich daraus für das Medienverhalten der Schüler im außerschulischen Bereich ergeben?

3. Technikgeschichte in der Hauptschule – Lernziele, Inhalte und Methoden


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Datum der Erstanlage: 6. Februar 1996 — Letzte Änderung: 23. Juni 2003 von Stuart Jenks (für ein korrekt adressiertes E-Post-Formular, meinen Namen mit der Maus anklicken!)