
| Allein die geographische Lage der Stadt Regensburg legt eine Flußüberquerung an
dieser Stelle nahe. Deshalb ließ bereits Karl der Große etwa 100 Meter stromabwärts
eine hölzerne Brücke bauen. Allerdings wurde diese immer wieder durch das
Hochwasser zerstört und sie war dem zunehmendem Handelsverkehr nicht mehr
gewachsen. Deshalb hat man im Jahre 1135, nach sehr langer Planung, im Sommer
mit dem Bau der Brücke begonnen. Die Bereitstellung des Baumaterials ermöglichte
es den außerordentlich trockenen Sommer dieses Jahres für die unverzügliche
Fundamentierung der Brückenpfeiler zu nutzen. Nach alten Überlieferungen war im
Jahre 1135 der Sommer so heiß und trocken, daß "Wälder sich entzündeten und die
Donau bis in die Tiefe seicht wurde". Man darf annehmen, daß die damals noch
verbleibenden wenigen Wassermassen - etwa unter alternativer Ausnutzung der
beiden von den Inseln gebildeten Strombette - so umgeleitet werden konnten, daß
eine ungehinderte Fundamentierung, getrennt nach südlichem und nördlichem Teil
der Brücke möglich war. Der Bau der Brücke soll 11 Jahre gedauert haben. Ursprünglich spannte sich die Brücke mit 16 Rundbögen auf 15 Pfeilern über die Donau. Seit 1515 bzw. 1620 ist das erste Joch durch den Amberger bzw. den Regensburger Salzstadel seitlich verbaut.
Als man zehlet 1135 Jahr
Ward darüber baut ein stark Brücken
Elf ganze jahr mit Quaderstucken
Mit fünffzen Schwingbogen und Foch
Mitten darauf einen Turm noch,
Dadurch die Donau schnell hinschießt, Auf Österreich und Ungarn fließt. |
![]() (aus: Paulus, Steinerne Brücke, S. 54) |
| Gesamtlänge: 336 Meter, seit der seitlichen Verbauung des ersten Brückenbogens 308,70 Meter.
Breite: |
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| Brückenpfeiler: (gemauerte Blöcke, auf denen die Brückenbögen ruhen und die zum Oberwasser hin mit Eisbrecherköpfen versehen sind): Gesamtanzahl: 15. Breite: 5,80 bis 7,60 Meter. Baumaterial: Aus Werksteinen gemauerte Schale, im Innern mit Heißkalkmörtel vergossene Bruchsteine. Die 1945 gesprengten Pfeiler 2 und 11 wurden zusammen mit den Brückenbögen bis 1967 in Grünsandstein wiedererrichtet. Gründung: Eichenroste, die auf der geebneten Kiessohle des Donaubetts aufliegen |
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| Brückenbögen: Gesamtzahl: 16, davon sind 15 sichtbar. Spannweiten: 10,20 bis 16,70 Meter. Baumaterial: Werksteinmauerwerk, innen vergossenes Bruchsteinwerk. |
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| Beschlächte: (inselförmige Vorlagen, die dem Schutz der Pfeiler vor Unterspülunfen dienen): Gesamtzahl: 15. Breite: 15 bis 20 Meter, dazwischen Durchlaßöffnungen von nur 4 bis 7,60 Meter Breite (starker Rückstau des Oberwassers). Verbreiterung der Durchlaßöffnungen im Bereich der ersten fünf Brückenbögen 1848 für die Schiffahrt des alten Ludwigskanals. Während der Sanierung 1951/62 Reduzierung der Beschlächte auf 10 Meter Breite. Gründung: Steinmaterial, das von Eichenpfählen eingefaßt und mit Querhöhlungen versteift ist. Bei der Sanierung 1951/62 Gründung auf Unterwasserbeton, Pflasterung der Oberfläche mit Bruchsteinen, Einfassung mit Rand- und Stichbalken. |
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| Fundamentierung: Wiederaufnahme der römischen Bautechnik, wie sie auch durch die Römerbrücke in Trier überliefert ist (Errichtung auf der geebneten Kiessohle). Lediglich das System der römischen Fangdämme wurde durch die für den bajuwarischen Raum typische Uferbefestugung aus Pfählen ersetzt (Beschlächte). |
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| Bauliche Besonderheiten: Anstieg der Brücke zur Mitte hin um 5,5 Meter und von dort Abstieg nach Stadtamhof um 5 Meter. Der Höhenunterschied vom südlichen zum nördlichen Ufer beträgt somit 0,50 Meter. Die Abweichung der Brückenachse von der Geraden ist durch die Ausrichtung der Fundamente auf die Flußströmung bedingt. |
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Schon früh begann man den durch die Brücke verursachten Rückstau des Donauwassers durch Gewinnung von Wasserkraft zu nutzen. So richtete man im Unterwasser auf den Pfeilern und Beschlächten der Brücke Mühlen ein, die dort bis zum katastrophalen Eisgang von 1784 bestanden. Nach dieser Katastrophe wurde nunmehr die innere Schleifmühle zu Füßen des Amberger Stadels wiederhergestellt und noch für einige Jahre betrieben.
Die ersten Mühlen der Steinernen Brücke sind für das 14. Jahrhundert nachgewiesen. Schon 1366 sind eine Walkmühle sowie 1368 und 1379 eine Schleif- und Neumühle erwähnt. Nach dem Namen der letztgenannen Mühle zu schließen, muß es aber noch ältere Mühlen gegeben haben.
Die Mühlen auf der Steinernen Brücke waren nicht nur für die Stadt von größter wirschaftlicher Bedeutung, sondern auch ein wesentlicher Garant für die Unterhaltung der Brücke. Denn die Einkünfte aus den Mühlen, die jeweils gegen Erbzins vergeben wurden, standen der Brücke selbst zu.
Die Brückenmühlen befanden sich auf den ersten fünf Pfeilern und Beschlächten der
Brücke, wie sich aus den mehrfachen Erwähnungen in der Regensburger
Bauamtschronik ergibt. So stand auf dem ersten Pfeiler direkt unterhalb des
Brückentors seit 1565 die neue Schleifmühle. Sie wurde 1621 erneuert.
[...]
1633 ließ der bayerische Kommandant im Dreißigjährigen Krieg die Altmühlen, die
Neumühlen und die äußere Schleifmühle im Bereich des vierten und fünften Pfeilers
abbrennen. 1655 wurden aber dort wieder eine Schleifmühle, eine Polier- und eine
Lohmühle an die Brücke gebaut, die alle bis zum großen Eisstoß 1784 in Betrieb
waren.
Um 1300 wurde das Brücktor, welches 5 Stockwerke hoch ist, auf dem ersten
stadtseitigen Pfeiler der Steinernen Brücke erbaut. Seit etwa 1555 wird es
Schuldturm genannt. Nach erheblichen Beschädigungen im Zuge des 30jährigen
Krieges, wird es 1648 wiederhergestellt. Im gleichen Jahr baut der Uhrmacher
Abraham Habrecht eine Uhr mit Schlagwerk ein, deren Zifferblatt nach Norden und
Süden deutlich sichtbar ist. Bevor die Uhr eingebaut wurde, befand sich an der Stelle
des nördlichen Ziffernblattes ein gemalter Reichsadler. Hier kann man heute neben
der Uhr auch eine Figurengruppe sehen, die anfangs am Mittelturm installiert war.
An der Stelle der heutigen Durchfahrt befand sich die Margaretenkapelle, die 1357
erstmals urkundlich erwähnt wird. 1429 mußte sie zu Verteidigungszwecken
abgebrochen werden und anschließend wieder aufgebaut werden. 1555 wurde sie
zum Schuldgefängnis umgebaut, woher der Name "Schuldturm" rührt. 1829 wurde
die Margaretenkapelle schließlich endgültig beseitigt und durch ein Brückenzollhaus
ersetzt. Anfang dieses Jahrhunderts wurden dann alle Bauten zwischen Brücktor und
Amberger Salzstadel abgerissen, wodurch die Brückstraße verbreitert wird. Der
neugewonnene Zwischenraum wurde mit einer Stichbogndurchfahrt bebaut, was die
Idee des Stadtbaumeisters Alolf Schmetzer war.
Auf der Stadtamhofer Seite der Steinernen Brücke stand der Schwarze Turm,
benannt nach den erhabenen, im Laufe der Jahrhunderte schwarz gewordenen
Steinen. Im 18. Jahrhundert war auch die Bezeichnung "Katarinenturm" gebräuchlich,
womit auf das angrenzende Katarinenspital Bezug genommen wurde. Die durch die
alten Darstellungen überlieferte Gestalt des Schwarzen Turmes mit seinen für die
Stauferzeit typischen Buckelquadern spricht für dessen Entstehung in der 2. Hälfte
des 12. Jahrhunderts, im Anschluß an den Brückenbau. Im Erdgeschoß von einer
spitzbogigen Durchfahrt geöffnet, war der Turm in den beiden folgenden Geschossen
von kleinen Schaften durchfenstert. Knapp unterhalb des anschließenden
Zinnenkranzes hing an der Südfassade, also der Stadt zugewandt die große
Kaiserstatue, die sich heute an der Nordseite des Brücktors befindet.
Der Schwarze Turm wurde 1383 durch eine Wehranlage ergänzt und so zum
Mittelpunkt des befestigten Stadtamhofer Brückenkopfes. 1388 wurde die Anlage von
einem Graben umgeben und 1429 wurde eine Erweiterung der Befestigungen
vorgenommen, so daß neben zwei Brusttürmen eine Schlagbrücke eingebaut wurde,
die man "Schneller" nannte, da sie beim Aufziehen mit großer Gewalt in die Höhe
schnellt. 1433 erwarb die Reichsstadt nachträglich von den oberbayerischen
Herzögen den Grund, auf dem sie die Befestigungsanlagen des nördlichen
Brückenkopfes errichtet hatte.
1611 wurde die Anzahl der "Schneller" auf drei erhöht. Erst 1810 fielen die
Befestigungen mit dem Schwarzen Turm dem Abbruch zum Opfer, nachdem im April
des Jahres 1809 napoleonische Truppen und Österreicher diese bei harten Kämpfen
zwar beschädigt, aber nicht zerstört hatten.
1824/25 trat dann schließlich an die Stelle des Schwarzen Turmes der noch heute
bestehende Stadtamhofer Brückenbasar, wobei der sechzehnte Brückenbogen um
die Nordhälfte seitlich verbaut wurde
Der um 1200 entstandene und 1784 aufgrund eines verheerenden Eisstoßes abgebrochene Mittelturm erhob sich mit vier Geschossen und einem Pyramidendach über dem zwölften Brückenpfeiler. Bis 1612 war er ohne Dach und statt dessen mit einem Zinnenkranz beschlossen. An seiner Nordfront traten dem in der Stadt ziehenden Besucher vier Skulpturen entgegen. Zwei kleine Sitzskulpturen aus dem frühen 13. jahrhundert stellten das Königspaar Philipp von Schwaben und Irene von Griechenland dar.

Die dritte dazwischen gesetzte Skulptur war eine apotropäische Maske. Sie sollte böse Geister von der Brücke und der Stadt fernhalten.
Über der Maske, also schon knapp unterhalb der Traufe, war ein geflügelter Löwe angebracht, eine römische Spolie, mit der möglicherweise
bewußt Bezüge zum antiken Rom und zur Stadtgeschichte aufgenommen werden sollten. 1588 wurden diese Figuren durch Heinrich Dalmassinger,
der auf der Südseite des Turmes auch eine Sonnenuhr aufmalte, mit Ölfarbe übermalt. Alle Figuren versetzte man 1784 bei Abbruch des Turmes
neben die sogenannte Schöne Pforte beim Schwarzen Turm. 1810 wurden die Figuren beim Abbruch des Schwarzen Turmes wiederum abgenommen und
schließlich 1835 in Form einer Kopie in die Nordfassade des Brücktores eingesetzt. Der geflügelte Löwe vom Mittelturm gelangte ins Museum,
ebenso die Originale der anderen Figuren.
Die Figur des Königs Philipp (1198-1208) ist aufgrund einer Inschrift mühelos bestimmbar:
Der sitzende König trägt einen Kronreif auf dem Haupte und ein Reliqienkästchen in der Rechten. Die linke Hand hält den stark angewitterten Reichsapfel. Die westliche Sitzfigur hat sich schlechter erhalten. Erkennbar sind die dreiteilige Krone und ein Füllhorn in der Rechten als Zeichen der königlichen Liberalitas (Freigiebigkeit). Es ist unbestritten, daß diese Statue die Gemahlin des Königs, Irene von Griechenland, darstellt. Beide Statuen zusammen stehen in engster Verbindung zum Schutzbrief des Königs Philipp, vom 9. März 1207, in dem er der Stadt Regensburg umfangreiche Rechte an der Brücke verlieh. Man darf davon ausgehen, daß den Statuen des Königspaares später ganz bewußt die Kaiserstatue an der Südfront des Schwarzen Turmes gegenübergestellt wurde, um die kaiserlichen Rechte an der Brücke, vor allem aber die Privilegien der Reichsstadt von 1207 und 1245 in ihrer gegenseitigen Ergänzung darzustellen.
Südwestlich war dem Mittelturm auf der Stadtseite eine hölzerne Wachstube vorgebaut, die 1571 erneuert wurde. Im Fußboden der Wachstube befand sich ein großer Stein, in den wiederum ein kleinerer Stein mit Blei eingekittet war. "Größter und kleinster Stein" wurde das Denkmal allgemein genannt. Als man den Stein 1784 beim Abbruch des Turmes erhob, fand man unter dem kleinen Stein eine Blechkapsel mit Papieren. Die unleserlich gewordenen Papiere dürften eine Baunachricht erhalten haben. Der "größte und kleinste Stein" wurden 1784 in die Brüstung des 12. Bogens eingemauert, gingen aber 1877 bei der Auswechslung der barocken Sandstein-Brüstungsplatten verloren.
Im 30- jährigen Krieg
Im napoleonischen Krieg
Im zweiten Weltkrieg
Sinnlose Zerstörung (Franz Josef Schöningh, 1946)
Die Reichsstadt Regensburg wurde von den Wirren des 30- jähren Krieges nicht
verschont. Als sich im Jahre 1633 die Schweden unter Herzog Bernhard von Weimar
der Stadt näherten, befahl der damalige bayerische Kommandant der Stadt, das
vierte Brückenjoch der Steinernen Brücke (= der heutige dritte Bogen) zu sprengen,
um so das Vorrücken der schwedischen Truppen zu vereiteln. Auch wurde in diesem
Jahr das Brücktor und der Mittelturm sehr stark durch Brände beschädigt, was aber
dann 1648 wieder vollends behoben wurde.
150 Jahre lang überbrückte man die gesprengte Stelle durch eine hölzerne
Fallbrücke, die eine galgenförmigen Aufziehvorrichtung besaß. Als man dann
erkannte, daß durch das Fehlen des Bogens die Statik der Brücke nicht ausreichend
gewährleistet ist, wurde der Schaden mit Hilfe von Spenden der Regensburger
Bürger wieder behoben.
Auch im Zuge der napoleonischen Kriege wurde die Steinerne Brücke Schauplatz
erbitterter Kämpfe. Da die Österreicher versuchten, den Einmarsch der Truppen
Napoleons mit allen Mitteln zu verhindern, kam es auf der Steinernen Brücke zu
erbitterten Kämpfen. Hierbei wurden der Schwarze Turm und der Mittelturm
irreparabel beschädigt, so daß diese abgebrochen werden mußten.
Am 23. April 1945, kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges wurden Teile der Brücke
von den deutschen Truppen gesprengt. Die Sprengung des 2. Pfeilers und des 11.
Pfeilers auf dem nördlichen Längs-Beschlächt hatte auch die Zerstörung der Joche 2
und 3 sowie 11 und 12 zur Folge.
Im Winter 1945/46 schlossen amerikanische Truppen die Lücken durch
behelfsmäßige Überbrückungen und Holzbohlen
(aus: Dünninger, Weltwunder Steinerne Brücke, S. 60)
Die Steinerne Brücke, dieses großartige mittelalterliche Bauwerk, über das durch viele Jahrhunderte die Planwagen, in neuester Zeit
die Lastkraftwagen ununternrochen mit ihren Gütern rollten, wurde von Wahnsinnigen noch an beiden Enden gesprengt. Da sie inzwischen
durch hölzernen Notbehelf wieder fahrbar gemacht wurde, gleitet der Wagen mit dem Strom des Verkehrs auf das Tor des Südufers zu,
über dem die Statue Heinrichs des Finklers in kaiserlicher Unnahbarkeit auf das Getriebe kleinerer Geschlechter herabblickt...
Aufgabe im Klassenzimmer:
Gibt es besondere Gründe für diesen Zeitpunkt?
Finde heraus, welche Teile der Brücke zerstört und ob sie ersetzt
worden sind!
Verwendet die kleinen Papierpfeile, die ihr kurz mit der dazugehörigen
Information beschriftet!
Aufgabe auf der Steinernen Brücke:
Du hast nun während der Gruppenarbeit in der Klasse verschiedene
Informationen zu den baulichen Gegebenheiten und Veränderungen der
Steinernen Brücke im Laufe der Jahrhunderte erfahren.
Versuche nun anhand des vorbereiteten Lageplans und der Bilder den
ehemaligen Standort folgender Gebäude bzw. Einrichtungen auf der
Brücke zu finden:
Am Ende der Recherche auf der Steinernen Brücke sollte deine Gruppe
als Fremdenführer fungieren und einem Teil der Mitschüler die Standorte
zeigen!
Hierbei kann deine Gruppe auch auf Ergebnisse der Gruppenarbeit
zurückgreifen und diese in die Führung einbringen!
Wählt euch am besten für diese Aufgabe einen Gruppensprecher!
| Letzte Änderung: 13.11.98 Claudia Tauschek |
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