Ausrichtung des Graduiertenkollegs

Das interdisziplinäre DFG-Graduiertenkolleg 462 "Paläoökosystemforschung und Geschichte" wurde nach positiver Begutachtung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft vom Februar 2001 um eine zweite Periode verlängert. An dem seit Oktober 1998 bestehenden und fakultätsübergreifenden Forschungskolleg sind mehrere Fachgebiete und Disziplinen beteiligt: Bodenkunde (bodengenetisch, physikochemisch und mineralogisch basiert) sowie Paläopedologie, Physische Geographie mit Schwerpunkt Quartärgeomorphologie (Sedimentologie, Reliefanalyse und Modellierung, Dendrochronologie, Palynologie), Botanik (Geobotanik und Paläobotanik, Makrorestanalyse und Palynologie) und Geschichte (Vor- und Frühgeschichte/Prähistorische Archäologie, Alte Geschichte/Provinzialrömische Archäologie, Bayerische Landesgeschichte und Historische Hilfswissenschaften). Mit der zweiten dreijährigen Laufzeit des Kollegs wechselt das Sprecheramt von Prof. Dr. phil. Peter Schauer (Vor- und Frühgeschichte) zum 1. Oktober 2001 zu Prof. Dr. rer. nat. Jörg Völkel (Bodenkunde).

Das Graduiertenkolleg verfügt über zwölf Promotionsstipendien und ein Postdoktorandenstipendium. Wissenschaftliches Ziel des Kollegs ist es die qualitative und quantitative Rekonstruktion (prä-)historischer Kulturlandschaften und die Charakterisierung von Paläoökosystemen während unterschiedlicher Zeitscheiben (spätes 2. Jahrtausend v. Chr. Geburt bis Spätantike/Frühmittelalter). Besonderes Augenmerk wird auf die komplexen Wechselwirkungen zwischen natürlichen, landschaftsverändernden Prozessen einerseits und zunehmender anthropogener Einflußnahme andererseits während des vorgenannten Zeitraumes gelegt. Die Verbindung dieser Forschungsinhalte zur heutigen Kultur- und quasinatürlichen Naturlandschaft ist seitens der Boden- und Geowissenschaften methodisch bedingt ebenfalls Ziel der Untersuchungen. Untersuchungsgebiet ist der ostbayerische Raum im Umfeld des Hochschulstandortes Regensburg. Dem interdisziplinären Ansatz wird höchster Stellenwert eingeräumt und ein besonderes Gewicht auf die fächerübergreifende methodische Schulung der Graduierten gelegt, wobei der gemeinsame Schnittpunkt neben geophysikalischen Prospektionsmethoden und GIS-gestützten Modellierungen vor allem in der laboranalytischen Materialforschung festgelegt ist.