Universität Regensburg - Institut für Geschichte

Übung zur Edition und Publikation von Quellen im Internet

Dr. Georg Köglmeier

SS 2001


6. EDV-Sitzung

Verweise - Hyperlinks

Siehe dazu die Einführung von Münz .


Aufgabe 8

  1. Kopieren Sie die vorliegende Seite in Ihr WWW-Verzeichnis und gestalten Sie eine eigene Seite aus der Edition (Text und Fußnoten) sowie eine eigene Seite aus dem Register.
  2. Verbinden Sie die Fußnotenzeichen im Text mit Hilfe von Links mit den dazugehörigen Fußnoten unter dem Text.
  3. Ergänzen Sie die Fußnoten jeweils am Schluß um den Hinweis "[zum Text]" und setzen Sie hier einen Link, durch den man nach dem Lesen der Fußnote wieder nach oben in den Text springen kann.
  4. Verlinken Sie in den Fußnoten die Ortsnamen Kelheim , Landshut , Passau und Regensburg mit den dazugehörigen WWW-Seiten so, daß beim Anklicken jeweils eine neue Bilschirmseite geöffnet wird.
  5. Ergänzen Sie Ihre Seite am Seitenende durch einen Link auf Ihre Mail-Adresse mit der vordefinierten Betreffzeile "Kommentar zur Edition".
  6. Verbinden Sie die Jahreszahlen in den Registereinträgen mit Hilfe von Links mit den entsprechenden Stellen in der Edition.

Edition:


Oberndorfer Jahrbücher

[Seite 27]

Blat Seite No. 27. /

1827- et 1828- /

[1827]

Wurden die Obst Bäume an den Landstrassen an= /
gelegt. - a) - Die Bauern sagen, - wan es - /
St Johan Baptista 1) , St Peter et Pauli 2) - und Maria Heim= /
"suchungs 3) Tage regnet, - so wird - und sol ein regen= /
"reiche Aerdte Zeit werden.- Diese Täge hat es geregnet /
und doch war die ganze Aerndte Zeit kein Halm /
naß geworden. - /
Was die Fruchtbarkeit dieses Jahr betrif, - so haben /
wir einen gesegneten Jahrgang. - /
Was dem Hopfer betrift,- der Zentner 20- bis 30. fl. /

[1828]

1828.- /
Haben wir einen gelinden Winter, - mährmahlen /
das Wetter mit Reggen vermischt. - Was die Aerndte /
betrift, mittelmäßig. - Hopfen genug, - der Centner = /
" 10. bis 15 fl. - /


[Seite 28]

Blat Seite No 28. /

1829. et 1830- /

[1829]

Haben wir einen fruchtbahren Jahrgang- an allen /
Früchten Getreid, so wie auch an Obst.- /
Hopfen der Centner 170 fl. - /

[1830 I]

1830.

Dieses Jahr, - Sontag den 27.ten Juni, - hatten /
wir das fürchterliche Schauer Donnerwetter, welches /
bey Stadt Kelheim 1) - und die umliegenden Gegende /
das Getreid zu Boden gelegt hat, - wobey die /
Stadt Kelheim samt der umliegenden Gegend - /
einen Bitt- oder Kreuzgang - nach dem Kalvarien= /
"berg ausser der Stadt Kelheim - alle Jahr zu halten /
versprochen hatten,- welcher nachfolgende Jahr den = /
"1.ten May gehalten wird. 2) - /


[Seite 29]

Blat Seite No 29. /

1830- /

[1830 II]

Dieses Jahr hatten alle Donnerwetter einen /
fürchterlichen Windsturm, - so wer nicht zuvor /
nach Hauß kommen konte, - sich etwa in eine /
nahe Waldung flüchtete, - nicht sicher sey von Tode- /
wegen dem Umreisen der Bäume, - besonders /
das Wetter am 27.ten Juni, - welches der Waldung /
einen erschröcklichen Schaden gethan hat. - /

1830.
Erster feyerlicher Einzug Sr Majestat des Königs /
Ludwigs 3) - den 16.ten Octobr in Regensburg, 4) wo= /
"bei die Stadt Regensburg mährere Tausend Gulden /
zur Zierde verwendet hat; - selbst die Bürger /
an ihren Häusern,- in dem Gässen, - wo der König= /
durchpassirt ist, - die Fenster mit weis und blauen /
Fahnen geziehrt worden sind. - /


[Seite 30]

Blat Seite No. 30. /

1830- /

[1830 III]

Eben so am 18.ten Octobr - wurde der Grundstein /
von Sr Majestätt des König Ludwig von Bayern /
zum Walhalla bey Donaustauf gelegt. 5) - /

Dieses Jahr 1830 - regierte die fürchterliche Pest 6) und /
Krankheit Cholera genant - in den Ländern Pohlen- /
und Ungarn, so das es immer an unser Vatterland /
näher ankam. - Es war ein entsäzlicher Jammer,- /
so das schon Krankenhäuser bestimmt wurden, - so= /
"wohl auf den Lande in Dorf Gemeinden - als in dem /
Märckten und Städten. - In allen Kirchen in Königreich /
Bayern - wurden öffentliche Büttgebete zu Gott /
dem himmlischen Vatter abgeschickt,- um Gott dem /
almächtigen Vatter der Barmherzigkeit zu versöhnen. /
Und auf solche Weise - verblieb unser Vatterland /
wie wir glauben, - von dieser so schröcklichen Blage /
befreyt. - Dem allmächtigen - und albarmherzigen /
Gott sey Lob und Danck dafir. - /


[Seite 31]

Blat Seite No. 31. /

1830. et 1830- et 1832= /

[1830 IV]

Was die Fruchtbarkeit dieses Jahres betrift, - so können /
wir sagen ein halbes Schauer Jahr, dieweil es unser /
Gegend auch ein wenig mitgenohmen hat. - /
Was den Hopfen betrifft, - der Zentner 250. fl. - /

[1831]

1831. /

Wurde der Pfarrhof in Marck Abbach gebaut 1) - /
unter dem gegenwärtigen - Hochwürdigen Herrn /
Pfarrer namens Bartholome Holzinger 2) . - /
Was dieses Jahr die Fruchtbarkeit betrift, mittelmässig, /
der Hopfen Centner 185. fl. - /

[1832]

1832 - /

Dieses Jahr weis ich nichts Neues zu schreiben, /
als das ein fruchtbahres Jahr gewesen ist. - /
Der Zentner Hopfer 150. fl. - /


[Seite 32]

Blat Seite No 32. /

1833. /

[1833]

War der ganze Winter mit Regen und Wind, /
so das es am vielen Orten, - am Kirchthürmen /
und Häusern grossen Schaden gethan hat, - das /
man am Vorbeygehen der Häuser, - besonders /
in dem Märckte und Städten, - nicht sicher sey vor /
Beschädigung der herunterfallenden Ziegeltaschen. - /

Was die Fruchtbarkeit dieses Jahrs betrift, so /
mittelmässig; Obst an allen Sorten genug. - /
Hopfen der Centner 52. fl. - /

Dieses Jahr wurde das gesäzmässige obrig= /
"keitliche Hipotheken Buch eingeführt und = /
" errichtet über Schulden- und gegen Schulden. 1) - /


[Seite 33]

Blat Seit No. 33. /

1834- /

[1834 I]

Wurden die Obst Bäume von den grünen Wür= /
"mern 1) abgefrässen. - Dieses Jahr haben wir /
einen so warmen, hizigen - und trockenen /
Sommer, - das der Graß Boden auf vielen Or= /
"ten ausdorte. - Der Regen bestand nur aus /
Donnerwetter. - Obzwar es solche viele gegeben, /
so hatten von allen demselben fast keinen Regen /
fallen lassen. - Die märkwürdigen davon waren /
den 21.ten Juli - und 4.ten August. - Der Saa= /
"men - hat von der trocknen Zeit - in der Herbst /
Saatt - oder Bauzeit - nicht aufgehen oder Wurzel /
schlagen können.- Die Zeit war gerad noch so /
warm wie in Sommer bey der grösten Hize. - /
Kein frische Luft gieng dem ganzen Tag nicht, /
wo keine Quäl Bronen 2) waren. - Da freuten sich /
die Leute auf ein Ort zu kommen, wo frisches /


[Seite 34]

Blat Seite Nro 34. /

1834. /

[1834 II]

Wasser war. - Die Erfarrung hatte ich selbst.- Auch /
war ich einmal in Stadt Kelheim 3) auf dem Mark, /
da kammen Leute von den Ortschaften herbey, wo /
kein frisches Bronnen Wasser war, - welches eines /
zu den anderen sagte: - O, - wie freue üch mich, das /
ich einmall doch wiederum frisches Wasser bekomme. /
Die ganze Woche hatte ich schon Durst gelitten - und /
habe mich auf dieses frische Wasser gefreut. - /
Dieses Jahr 1834 - ist Getreid genug gewachsen, - aber /
am grünnen Futter leiden wir Noth.- Kraut Köpf - /
und Halm Rüben sind wenig geworden. - Der - /
Sommer Bau - hat ein wenig gelitten. Aber des= /
wegen war doch kein Mangel. - /
Dieses Jahr 1834 - war ein vollständiges Wein= /
"jahr. - Hopfen - der Zentner - 30. bis 40. fl. - /


[Seite 35]

Blat Seite Nro 35. /

1835- /

[1835 I]

Dieses Jahr sind die Obst Bäume von den grünen Würmen 1) /
abgefrässen worden.- Dieses Jahr 1835, - im Frühjahr, war /
das Stroh theuer, - der Schober 2) - 15. bis 20. fl. - /
Kraut Pflanzen - gab es so viel, - das man die meisten /
hat abschneiden müssen. - /
Dieses Jahr 1835. hatte man in Frühjahr - auf dem /
Felde kein Getreid gesehen, - dieweil voriges Jahr 1834. /
in der Herbst Satt vor trocknen keines hat aufgehen /
können - oder Wurzel schlagen, - das viele jammerten, /
wo man dies Jahr Brod nehmen werde. - Nach und nach /
versammelte sich das Getreid gegen der Aerndte Zeit so /
sehr auf dem Felde, - das bey Mans Gedenken nicht so /
viel Getreid weiß, - das am Felde gestanden ist, - wie dieses /
Jahr 1835, - /
daß man mit Verwunderung sagen muß: - Bey Gott /
ist kein Ding unmöglich. - Luk 1. 37. 3) - /


[Seite 36]

Blat Seite No 36. /

1835. /

[1835 II]

Dieses Jahr ist wie das vorjährige so trocken, - daher /
leiden wir am grünen Futter Noth. - Kraut Köpf gab /
es wenig.- Die Handler kauften solche bey uns zusam= /
"men - und brachten solche nach Landshut 4) , - Straubing 5) /
und Passau 6) ; - der Sommerbau ein wenig gelitten - /
aber deswegen war doch kein Mangel. - /
Halm Rüben wenig oder gar nichts.- /
Der Hirsch Brein 7) war ergiebig - und hat gerathen, /
dieweil das warme und trockene Wetter ohnehin da= /
"fir taugbar ist. - /
Heuer, - 1835, - war ein vollständiges Weinjahr, - /
Obst an allen Sorten mittelmässig. - /
Hopfen der Centner 40. bis 50. fl. - /


Text- und Sachanmerkungen:

1827:
  1. Hier ein Zeichen in der Form einer liegenden 8. Seine Bedeutung ist unbekannt.

  1. St. Johannes Baptista: Festtag am 24. Juni.
  2. St. Peter und Paul: Festtag am 29. Juni.
  3. Mariae Heimsuchung: Festtag am 2. Juli.

1830:

  1. Kelheim: Stadt mit 339 Häusern und 1875 Einwohnern (Joseph Anton Eisenmann Carl Friedrich Hohn, Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, Bd. 1, Erlangen 1831, S. 908); in Luftlinie 11 km südwestlich von Oberndorf gelegen.
  2. Eine Prozession zum Kalvarienberg am 1. Mai wird noch über 80 Jahre später erwähnt (Matrikel der Diözese Regensburg, hg. vom Bischöflichen Ordinariate Regensburg, Regensburg 1916, S. 296).
  3. König Ludwig I. (1825 - 1848) von Bayern, geb. 1786 in Straßburg, gestorben 1868 in Nizza, dankte 1848 als König ab (vgl. Andreas Kraus, Ludwig I., in: Neude Deutsche Biographie, Bd. 15, Berlin 1987, S. 367-374; Heinz Gollwitzer, Ludwig I. von Bayern. Königtum im Vormärz. Eine politische Biographie, München 21987).
  4. Regensburg: Hauptstadt des Regenkreises, 1326 Häuser, 20000 Einwohner (Joseph Anton Eisenmann Carl Friedrich Hohn, Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, Bd. 2, Erlangen 1832, S. 383 ff); in Luftlinie 9 km ostnordöstlich von Oberndorf gelegen.
  5. Walhalla. Ruhmestempel, den König Ludwig I. 1830 bis 1842 auf den Hängen nördlich der Donau bei Donaustauf errichten ließ. Zur Grundsteinlegung der Walhalla vgl. Jörg Träger, Der Weg nach Walhalla. Denkmallandschaft und Bildungsreise im 19. Jahrhundert, Regensburg 21991, bes. S. 249-253. Donaustauf: Markt mit 160 Häusern und 680 Einwohnern (Joseph Anton Eisenmann Carl Friedrich Hohn, Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, Bd. 1, Erlangen 1831, S. 295); in Luftlinie 18 km nordöstlich von Oberndorf gelegen.
  6. Der Begriff Pest wird hier nicht nur für die entsprechende Krankheit, sondern für Seuchen allgemein verwendet.

1831:

  1. Siehe die Gedenktafel über dem Eingang zum Pfarrhof von Bad Abbach mitfolgendem Text: "HANCCE DOMUM PAROCHIALEM FUNDITUS RESTAURANDAM CURAVIT BARTHOL. HOLZINGER P.T. PAROCHUS. MDCCCXXXI." (Dieses Pfarrhaus ließ Bartholomäus Holzinger, derzeit Pfarrer, von Grund auf restaurieren. 1831.).
  2. Bartholomäus Holzinger: ist noch zu identifizieren.

1833:

  1. Vgl. Gesetzblatt für das Königreich Bayern [noch zu identifizieren].

1834:

  1. Grüne Würmer: nicht zu identifizieren.
  2. Gemeint sind aus Quellen gespeiste Brunnen.
  3. Zu Kelheim vgl. oben 1830 FN 1.

1835:

  1. Zu den grünen Würmern vgl. oben 1834 FN 1.
  2. Schober: Raummaß für Stroh.
  3. Zitat nach dem Evangelium nach Lukas: "Denn für Gott ist nichts unmöglich" (Lk 1,37 nach: Die Bibel. Altes und Neues Testament. Einheitsübersetzung, Stuttgart 1980).
  4. Landshut: Stadt mit 1049 Häusern und 7800 Einwohnern (Joseph Anton Eisenmann Carl Friedrich Hohn, Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, Bd. 1, Erlangen 1831, S. 1032 f).
  5. Straubing: Stadt mit 712 Häusern und 6670 Einwohnern (Joseph Anton Eisenmann Carl Friedrich Hohn, Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, Bd. 2, Erlangen 1832, S. 783 f).
  6. Passau: Hauptstadt des Unterdonaukreises mit 789 Häusern und 8400 Einwohnern (Joseph Anton Eisenmann Carl Friedrich Hohn, Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, Bd. 2, Erlangen 1832, S. 264 f).
  7. Hirschbrein: Hirsegrütze (vgl. Johann Andeas Schmeller, Bayerisches Wörterbuch. Sonderausgabe, Bd. 1/1, 2. Ausg. München 1872-1877 [ND München 1985], Sp. 353 s.v. Breijen; ebd., Bd. 1/2, Sp. 1166 s.v. Hirs).


Register


Bad Abbach 1831 (Pfarrhof)
Bibelzitat 1835
Bitt- oder Kreuzgang von Kelheim 1830
Cholera 1830
Donaustauf 1830
Festtage:

Getreide 1829, 1830, 1834, 1835
Grünfutter 1834, 1835
Halmrüben 1834, 1835
Hirschbrein 1835
Holzinger, Bartholomäus, Pfarrer von Abbach 1831
Hypotheken-Gesetz 1833
Kalvarienberg bei Kelheim 1830
Kelheim 1830, 1834
Kraut 1834, 1835
Landshut 1835
Ludwig I., König von Bayern 1830
Obst 1829, 1833, 1835
Obstbäume 1827, 1834, 1835
Passau 1835
Polen 1830
Regensburg 1830
Straubing 1835
Stroh 1835
Ungarn 1830
Unwetter 1830 (Schauer-Donnerwetter; Windsturm), 1833, 1834
Walhalla 1830 (Grundsteinlegung)
Wein 1834, 1835
Würmer, grüne 1834, 1835


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Dr. Georg Köglmeier , letzte Änderung: 31.5.2001