Universität Regensburg - Institut für Geschichte - Fach Geschichte - Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte

Stilblüten

aus studentischen Hausarbeiten, Klausuren, Referaten, Mails und Übersetzungsklausuren


Die Hervorhebungen und Kommentare stammen - falls nicht anders angegeben - vom jeweiligen Dozenten.
Die neuesten Beiträge werden ab sofort am Beginn der Seite angefügt..
Beachten Sie auch die Stilblüten von Realschülern und bedenken Sie:
"Man muss erst überlegen, bevor man nachdenkt."*

Hausarbeiten, Klausuren, Referate und Mails

Müssen wir den englischen Text in Anführungszeichen auch übersetzen?
(Sprachklausur in den Proseminaren zur Neueren/Neuesten Geschichte im SS 2009; die Frage kam auf, nachdem zu Beginn der Klausur erklärt worden war, dass die deutschen Sätze im Text nicht zu übersetzen seien; der zu übersetzende Text war die Kennedy-Rede von 1963 in Berlin mit dem Zitat "Ich bin ein Berliner"; bei dem vermeintlichen englischen Text in Anführungszeichen handelte es sich um das von Kennedy verwendete lateinische Zitat "civis Romanus sum".

Konrad Adenauer
(Proseminar Hein SS 2009, Klausur; Antwort auf die Frage nach dem mächtigsten Mann in der DDR (!) in den 1950er und 1960er Jahren)

Russische Revolution 1917
(Proseminar Hein SS 2009, Klausur; Antwort auf die Frage nach dem Ereignis, mit dem das "lange 19. Jahrhundert" begann)

Adalbert von Dürer
(Proseminar Hein SS 2009, Klausur; Antwort auf die Frage nach dem Erfinder des Buchdrucks)

Im September 1870 wurden die Versailler Verträge (Novemberverträge) geschlossen.
(Übung Köglmeier SS 2007, Klausur; warum die wohl Novemberverträge heißen?)

Die richtigen Monarchen, von Gottesgnadentum eingesetzt, waren entweder krank, geisteskrank oder verstorben und so ging das "Herrschaftsrecht" immer an einen Prinzregenten weiter.
(Übung Köglmeier SS 2008, Klausur; auch verstorbene Monarchen waren also richtige Monarchen, haben aber nicht geherrscht.)

Die Verfassung von 1946 hatte keine Volksbeteiligung, da das Volk aus lauter Verbrechern besteht.
(Übung Köglmeier SS 2008, Klausur; keine gute Meinung vom "Volk" und noch geringere Kenntnisse über die Entstehung der bayerischen Verfassung von 1946, die von einer vom Volk gewählten Landesversammlung ausgearbeitet und durch eine Volksabstimmung angenommen wurde.)

Um 1150 besaß Mitteleuropa etwa 200 Städte. Durch die Städtepolitik des staufischen Geschlechts verdreifachte sich deren Zahl auf etwa 1200.
(Proseminar Köglmeier SS 2003, Hausaufgabe; 3 x 200 = 1200? Gemeint war: Die Städtezahl verdreifachte sich von 200 um 1150 bis zum Jahr 1200.)

Bayern unter den Agelofingern
(Proseminar SS 2004, Hausaufgabe; der Ausdruck war der Titel der Veranstaltung "Bayern unter den Agilolfingern"!)

Die erste Zeitschrift erschien im Jahre 1880 und das geht bis heute so weiter.
(Proseminar Köglmeier SS 2004, Hausaufgabe; und ewig grüßt das Murmeltier?)

Die ursprüngliche Zielsetzung hatte von Anfang an das Ziel, [...].
(Proseminar Köglmeier SS 2004, Hausaufgabe)

Rund ein Drittel der Beiträge in der VSWG befassen sich mit Themen des Mittelalters und der Neuzeit, der Rest stellt Themen der Neuzeit dar.
(Proseminar Köglmeier SS 2004, Hausaufgabe)

Der Potthast ist ein Quellenreperatorium
(Proseminar Köglmeier WS 2003/04, Klausur; statt Quellenrepertorium)

Die folgende Datierung ist insofern problematisch, als dass ich in meinem ganzen Leben noch nie eine Stunde Latein hatte und gerade noch mit Iden und Nonen rechnen kann.
(Proseminar Köglmeier WS 2003/04, Klausur; zur Aufgabe: Auflösung einer Datierung mit römischer Tageszählungen und Klärung der Problematik der Datierung; diese bestand darin, dass die angegebene Indiktion nicht mit der Indiktion des vorgegebenen Jahres übereinstimmte.)

Um Literatur zu sammeln o. zu finden, ist eine Bibliographie (Dahlmann-Waitz) nicht schlecht.
(Proseminar Köglmeier SS 2004, Klausur; richtig! Und es gibt sogar noch andere als den Dahlmann-Waitz.)

Die Annalen sind so eine Art Jahrbücher.
(Proseminar SS 2004, Klausur; Unterstreichungen im Original; irgendwie schon)

Annalen werden zumeist von mehreren oder einer Person geschrieben.
(Proseminar Köglmeier SS 2004, Klausur; zumeist, d.h. manchmal auch von keiner?)

Repertitorium fontium ist ebenfalls ein Quellenrepertitorium [...].
(Proseminar Köglmeier SS 2004, Klausur; statt Repertorium fontium und Quellenrepertorium)

Bei Potthast und Repertorium fontium handelt es sich um Quellenrepertitorien.
(Proseminar Köglmeier SS 2004, Klausur; statt Quellenrepertorium)

Allegro
(Proseminar Köglmeier SS 2004, Klausur; statt Arenga, Teil einer mittelalterlichen Königs- oder Kaiserurkunde)

Hitler versuchte im sog. "Hitler-Putsch" einen Marsch a la Mussolini nach Berlin zu inszenieren um die Macht im Reich zu übernehmen. Er kam aber nur bis zur Feldherrnhalle [...].
(Übung Köglmeier SS 2004, Klausur)

Goslar war eine strategisch gut gelegene Stadt in Harz mit vielen Bergwerken.
(Proseminar Appl SS 2004, Hausarbeit; in Harz gegossen?)

... In Österreich sowie im bayerischen Kernland sind Dreiviertel der Bevölkerung katholisch. In den Klassenzimmern beider Länder hängen Kreuze an den Wänden. Beide Länder verfügen über ungefähr die gleiche Anzahl von Schützenvereinen. Fast nichts verbindet so gut wie gemeinsames Schimpfen und sowohl Bayern und Österreicher schimpfen mit "Saupreuß" und "Piefke" auf die Norddeutschen. Auch kulinarisch gibt es Gemeinsamkeiten. In beiden Ländern wird gleich viel Schweinsbraten mit Knödel gegessen und der kleine Unterschied im Bierverbrauch von 57 Litern mehr im Jahr auf Seiten der Bayern ist kaum zu beachten.
(Proseminar Appl SS 2004; Einleitung zu einer Arbeit über die Loslösung des Herzogtums Österreich aus Bayern 1156)

Ein zweiter Faktor ist die Subjektivität der Quelle, da Max alles aus seiner persönlichen Sicht wiedergibt und somit den Quellenwert erniedrigt.
(Übung Köglmeier WS 2004/05, Klausur; Frage zum Wert einer vorgegebenen Quelle, eines Auszugs aus den Memoiren von König Maximilian II. von Bayern; was sich Quellen alles gefallen lassen müssen!)

In diesem Sinne kann die Märzrevolution für Bayern nur gerade noch als Revolution, vielleicht als "Revolutiönchen" bezeichnet werden - wenn dieser Ausdruck wissenschaftlich wäre.
(Übung Köglmeier WS 2004/05, Klausur)

Mittelwerte dienen in der Klimageographie um über einen längeren Zeitraum den Wetterablauf übersichtlich zu machen. Hierzu dienen Tagesmittel, Monatsmittel und Jahresmittel. Bei der Arbeit dieser statischen Daten ist aber auf Einiges zu achten.
(aus einem Thesenblatt eines Geographiestudenten; für einen dreizeiligen Text eine bemerkenswerte Ansammlung sprachlicher Unzulänglichkeiten; SS 2005)

Auch über die Herkunft der Agilolfinger gibt es viele Hypothesen, jedoch keine stichfesten Fakten.
(Proseminar Köglmeier WS 2003/04, Hausarbeit; fehlen vielleicht doch mehr die stichhaltigen Fakten?)

Sie [sc. Münzen] können sowohl als auch Traditions- und Überrestquellen sein.
(Proseminar Köglmeier SS 2005, Klausur; die deutsche Sprache bietet viele Möglichkeiten, diese eigentlich nicht)

Schreiben wie Ludwig Gandorfer.
(Übung Köglmeier WS 2005/06; Ausspruch eines Studenten, der an der Klausur über die Übung zur bayerischen Revolutionszeit 1918/19 teilnimmt, als für kurze Zeit das Licht ausgeschaltet wird und der Raum völlig dunkel ist; Ludwig Gandorfer, ein Bauer aus Pfaffenberg und Beteiligter am Umsturz vom 7.11.1918 in München, war blind)

[...] wegen eines Referatstermins [in einer anderen Veranstaltung] konnte ich leider den Termin am Freitag nicht wahrnehmen. Ich bitte Sie, dies zu entschuldigen. Wir sehen uns dann wie gehabt am 16ten.
(Übung Köglmeier WS 2005/06; Entschuldigung wegen der Abwesenheit von einer Sitzung per Mail; der nicht wahrgenommene Termin war die Sitzung der Übung)

Die Quelle liegt in schriftlicher, getippter, schwarz-weißer Form vor. Somit ist sie gut lesbar und verständlich.
(Übung Köglmeier SS 2005, Klausur; Frage zum Wert einer vorgegebenen Quelle; würden andere Farben den Quellenwert mindern?)

Am Ende entstand die "Sozial-Christliche-Union".
(Übung Köglmeier SS 2005, Klausur; Frage zur Gründung der CSU; oder der SCU?)

Im Gegensatz zu Eisner befinden sich die Räte zu diesem Zeitpunkt [sc. in der Zeit der Räterepublik] bereits auf dem absteigenden Ast - kompetenztechnisch gesehen.
(Übung Köglmeier WS 2005/06, Klausur; kompetenztechnisch gesehen war es sogar genau umgekehrt)

Kreiswahlen sind ein wichtiger Bestandteil und es werden alle Gesellschaftsgruppen vertreten, die sich dann jeweils um die Interessen ihrer Gruppe kümmern.
(Übung Köglmeier SS 2005, Klausur; ein - vermeinliches - Merkmal des Rätesystems, aus folgender Quellenstelle abgeleitet: "Alle Kreise des schaffenden Volkes, Bauern, Arbeiter, Handwerker, Kleinbeamte, wählen aus ihren Kreisen heraus die tüchtigsten Männer als ihre Vertreter in das Landtagsgebäude.")

Jedoch ist die Quelle, trotz ihrer Tendenziösität gut für die Untersuchung der I. Räterepublik geeignet [...].
(Übung Köglmeier WS 2005/06, Klausur; etwas zuviel des Guten, ohne "ösität" hätte der Begriff gestimmt)

Auch ist die Gefahr von Geisteslücken oder Verwechslungen sehr gering.
(Übung Köglmeier WS 2005/06, Klausur; Frage nach dem Wert einer Quelle; bestimmt ihn ein lückenhafter Geist, oder eher eine - mehr oder weniger - lückenhafte Erinnerung?)

Daher erließ er [König Ludwig I.] mit Unterstützung des Abgeordneten Schenkel eine Zensurverordnung.
(Übung Köglmeier SS 2006, Klausur; knapp daneben, es war der Minister Schenk)

In den Traditionsnotizen wird in den Klöstern festgehalten, welche Besitztümer in deren Besitz übergehen, wenn z.B. ein Verstorbener seinen Grund dem Kloster vermacht [...].
(Proseminar Köglmeier SS 2006, Klausur; Frage nach den Merkmalen und der Bedeutung von Traditionsnotizen; Geisterstunde in den Klöstern?)

Obwohl ich mir sicher war, den kompletten Stoff zu beherrschen - ich habe nicht die leiseste Ahnung.
(Proseminar Köglmeier SS 2006, Klausur; Frage nach den Merkmalen und der Bedeutung von Traditionsnotizen; von allen Geistern verlassen?)

Zeitschrift für Kirschengeschichte
(Proseminar Köglmeier WS 2005/06, Hausarbeit; Erstellung einer Bibliographie; Umwelt und Natur sind zwar mittlerweile auch ein Thema in der Geschichtswissenschaft, aber so weit geht es noch nicht)

Da Otto nur bis zu seinem Tode 1183 diese Position [sc. das Amt des bayerischen Herzogs] innehatte, hätte eigentlich sein einziger Sohn, Ludwig I. als sein Nachfolger einspringen müssen.
(Proseminar Köglmeier SS 2006, Hausarbeit; nach ihrem Tod haben die Wittelsbacher nicht mehr regiert; das blieb den Askaniern vorbehalten)

Neues Szene-Lokal in Regensburg (Biergenuß in urigem Ambiente)
(Proseminar Köglmeier WS 2006/07; Klausur; Antwort auf die Aufgabe: Erklären Sie folgende Begriffe: [...] Urbar)

Der Nachteil von Papier ist, dass man die Akten nicht fälschen konnte.
(Proseminar Appl WS 2006/07; Klausur; Antwort auf die Frage nach den Vor- und Nachteilen der einzelnen mittelalterlichen Beschreibstoffe zum Beschreibstoff Papier)

Für mich endet das Mittelalter, wie für viele andere Historiker sicherlich auch, ...
(Proseminar Appl SS 2008; Klausur; Antwort auf die Frage "Wann endet für Sie das Mittelalter? Begründen und problematisieren Sie Ihre Ansicht." - Selbstbewusst, selbstbewusst!!)

Phaliographie
(Proseminar Appl SS 2008; Klausur; Antwort auf die Aufgabe "Nennen Sie drei klassische Historische Hilfswissenschaften, die beim Umgang mit mittelalterlichen Urkunden vonnöten sind." - Lehre vom - ich möchte es gar nicht wissen...)

Palliographie
(Proseminar Appl SS 2008; Klausur; Antwort auf die Aufgabe "Nennen Sie drei klassische Historische Hilfswissenschaften, die beim Umgang mit mittelalterlichen Urkunden vonnöten sind." - Lehre vom - ich möchte es gar nicht wissen...)

Populatio - Bekanntgabe des Beurkundungswillens
(Proseminar Appl SS 2008; Klausur; Antwort auf die Frage zum Aufbau von Urkunden)


Übersetzungsklausuren

Sprachklausur Sommersemester 2006 "Worst of"

(zusammengestellt von Waltraud Sennebogen)


Sprachklausur Wintersemester 2007/08 "Worst of"

(zusammengestellt von Dario Vidojković)


Dr. Georg Köglmeier , letzte Änderung: 15.6.2009
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