Griechische Philologie - Lateinische
Philologie
Vorlesungen
[35200] Griechische Vorlesung: Rechenauer
Die griechische Lyrik bis zur Mitte des
5. Jahrhunderts
2st., Di 14-16, W 116 Beginn:
19.10.2004
Ähnlich wie das griechische Epos ist auch die griechische Lyrik gleich in ihren frühesten Ausprägungen zu einer später nicht wieder erreichten Vollendung aufgestiegen. Die Geschichte dieser faszinierenden literarischen Entwicklung in ihren einzelnen Ausprägungen und Gestalten nachzuzeichnen, soll vordringliches Ziel dieser Vorlesung sein. Nachdem der antiken Kunst-theorie das Lyrische als Idee, die in einer bestimmten Weise des Dichtens nach Verwirklichung strebt, fremd ist, soll am Anfang eine gattungspoetische Erörterung stehen über die Frage, was nach antikem wie modernem Verständnis unter „griechischer Lyrik“ zu verstehen ist, wie der Gattungsbegriff „Lyrik“ in Absetzung gegen andere Literaturgenera entstanden ist. Wesentlich ist hierbei, dass unter diesem Terminus ein sehr weitgespanntes Feld verschiedenartiger literarischer Formen zu subsumieren ist, dessen Spektrum von der noch dem Epos nahestehenden Elegie über den invektivenhaften Jambos bis hin zu den monodischen Liedern der lesbisch-äolischen Lyrik und schließlich zur (morphologisch späteren) Chorlyrik reicht. Weiterhin verdient Beachtung die Frage nach den Entstehungsbedingungen der Lyrik im soziokulturellen Umfeld des archaischen Zeitalters, das entscheidend durch die Umbrüche der griechischen Kolonisation geprägt ist. Dabei wird deutlich, dass zwischen der Verschiedenheit der neuen politischen Lebensformen und der Vielfalt der literarischen Formen ein enger Zusammenhang besteht.
Im Zentrum werden Einzelinterpretationen der wichtigsten Autoren und ihrer Werke stehen, v.a. Archilochos, Semonides, Sappho, Alkaios, Anakreon, Mimnermos, Solon und Theognis, schließ-lich aus dem Bereich der Chorlyrik ausgewählte Stücke von Alkman, Bacchylides und Pindar. Die Texte werden in der Regel in zweisprachigen Xerokopien zur Verfügung gestellt, weswegen sich die Veranstaltung auch für des Griechischen weniger mächtige Teilnehmer eignet.
Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der frühgriechischen Lyrik für die römische Dichtung (v.a. Catull, Horaz) ist diese Vorlesung auch den Lateinstudierenden zu empfehlen.
Literaturhinweise:
H. Fränkel: Dichtung und Philosophie des frühen Griechentums, München 31969 (1. Aufl. 1951).
W. Schadewaldt: Die frühgriechische Lyrik, Frankfurt/Main 1989.
[35000] Sprachwissenschaftliche Vorlesung: Klingenschmitt
Das dorische Griechisch
1st., Di 11-12, W 116 Beginn:
19.10.2004
Nach einem gedrängten Überblick über die dialektische Gliederung des Griechischen (Nord-griechisch: Äolisch und Westgriechisch; Südgriechisch: Arkadisch-Kyprisch und Ionisch-Attisch) werden die wichtigsten Eigentümlichkeiten des dorischen Griechisch dargestellt. Anschließend werden einige Proben aus dorischen Inschriften vorgelegt. In der Folge wird eine Interpretation ausgewählter Partien aus Werken von Autoren vorgenommen, deren Sprache mehr oder weniger deutlich dorischen Charakter aufweist (z.B. Alkman, Pindar).
Seminare und Übungen
[35203] Griechisches Hauptseminar: Rechenauer
Aischylos, Orestie
2st., Mi 10-12, PT 3.3.66 Beginn:
20.10.2004
Die Orestie des Aischylos stellt das einzige aus
der Antike erhaltene Specimen einer Tragödien-trilogie dar. Insofern kommt ihr
in der Forschung eine Schlüsselrolle zu hinsichtlich der Frage, in welchen
Formen und Verlaufskurven das Tragische - im Sinne einer modellhaften
Konzeption genommen - bei Aischylos expliziert wurde. Dieser Aspekt ist nicht
nur im engeren philolo-gischen Sinne für eine Rekonstruktion etwa der (nicht
komplett erhaltenen) Prometheus- oder der Danaidentrilogie von Bedeutung,
sondern auch in einem weiteren literaturtheoretischen für das Verständnis des
Phänomens des Tragischen insgesamt. Vor allem aber darf die Orestie wegen der
darin entwickelten politischen und rechtsgeschichtlichen Dimensionen unser besonderes
Interesse beanspruchen. In ihr spiegelt sich - nach einer möglichen und weit
verbreiteten Lesart - die Ablösung der sippengebundenen Blutrache durch ein
staatliches Gericht wider, wozu die Ersetzung eines mutterrechtlichen durch ein
vaterrechtliches System kommt.
In dem Seminar soll es u. a. darum gehen, die
Vielschichtigkeit von Deutungsperspektiven, die die Orestie (nach Goethe
"das Kunstwerk der Kunstwerke") bietet, an exemplarischen
Text-stellen sichtbar zu machen. Daneben wird die Beschäftigung mit Grundfragen
der griechischen Tragödie stehen, die für ein tieferes Verständnis der Orestie
unerlässlich sind (produktions- und rezeptionsästhetische Bedingungen;
Aufführungspraxis; die Wirkungsqualitäten der Tragödie: nicht als literarischer
Text, sondern als inszeniertes Bühnenspiel).
Mein Wunsch an die interessierten Teilnehmer
wäre, dass sie sich bis zur ersten Sitzung mit Inhalt und Aufbau der Orestie
schon etwas vertraut gemacht haben, z.B. durch Lektüre in einer deutschen
Übersetzung oder einschlägiger Artikel zur Einführung (etwa in Kindlers
Literaturlexikon).
Die Teilnehmer sollten im Besitz einer kritischen
Textausgabe sein, etwa:
Aeschyli septem quae supersunt tragoediae, rec.
D. Page, Oxford 1972 u. ö., bzw. Aeschyli tragoediae, rec. M. L. West,
Stuttgart 1989.
[35204] Griechisches
Proseminar (auch für Lateinstudierende): Rechenauer
Homer und seine Rezeption in der
lateinischen Literatur
2st., Di 16-18, Biologie/Vorklinikum H 39 Beginn:
19.10.2004
Der Zugang der neuzeitlich-humanistischen
Philologie zu den homerischen Epen erfolgte weithin auf indirektem Weg, nämlich
über die Kommentierung von Vergils Aeneis.
Im Anschluss an die antiken Aeneiskommentare (Macrobius und Servius) wurde
versucht, Vergils Homerimitation näher zu bestimmen, wobei zugleich ein
poetologischer Vergleich intendiert war, in dem zumeist der künstlerische
Vorrang Vergils gegenüber Homer erwiesen werden sollte. So wertvolle
Beobachtungen hier im Einzelnen gemacht wurden, so problematisch ist ein
solcher Vergleich im Ganzen, setzt er doch - fälschlicherweise - gleiche
Produktions- und Rezeptionsbedingungen für das Schaffen beider Dichter voraus.
Die Gefahr, Homer als Steinbruch für nachfolgende Dichter misszuverstehen, die
aus seinem Material Besseres zu bauen imstande waren, liegt allzu nahe.
Im Rahmen dieses Proseminars soll das Verhältnis
zwischen homerischer Epik und lateinischer Rezeption daher in der Perspektive
der historischen Entwicklung, d.h. im Ausgang von Homer als Phänomen von
Intertextualität präsentiert werden. Schwerpunkthemen werden sein: Die Eigenart
der homerischen Epik als Dichtung im Übergang von Mündlichkeit zu
Schriftlichkeit; die Homerlegende; der epische Kyklos; Erzählstruktur von Ilias
und Odyssee; Homerrezeption in der lateinischen Literatur als Prozess
produktiver Umgestaltung, der in seinen einzelnen Mani-festationen seit der
Odysseeübertragung des Livius Andronicus und Ennius’ Selbstinszenierung als Homerus redivivus vor allem an der
vergilischen Aeneis aufgezeigt werden soll. Die Teilnehmer sollten mit dem
Inhalt von Ilias und Odyssee vertraut sein.
Literaturhinweis:
J. Latacz: Homer. Eine Einführung, München/Zürich
1985.
[35205] Übung: Rechenauer
Antike Metrik mit praktischen
Leseübungen
2st., Do 10-12, W 112 Beginn:
21.10.2004
Die Veranstaltung soll die notwendige Kenntnis
der Grundbegriffe griechischer und lateinischer Metrik vermitteln sowie zum
richtigen Lesen der wichtigsten antiken Versmaße anleiten. Dazu sollen nach
einer allgemeinen Einführung in die Grundlagen der antiken Metrik die einzelnen
metrischen Systeme analysiert und durch praktische Leseübungen die Sicherheit
in der Prosodie entsprechender Texte gesteigert werden. Wir werden uns v.a.
befassen mit Hexameter, elegischem Distichon, den Sprechversen des Dramas sowie
den lyrischen Versmaßen. Die Veranstaltung setzt keine speziellen Vorkenntnisse
voraus und eignet sich daher gerade auch für Studienanfänger.
Empfohlene
Literatur:
B. Snell, Griechische Metrik, Göttingen 41982
(Studienhefte zur Altertumswissenschaft 1).
D. Korzeniewski, Griechische Metrik, Darmstadt
1968.
J.W. Halporn, M. Ostwald, Lateinische Metrik, Göttingen 31983 (Studienhefte zur Altertums-wissenschaft 8).
[35206] Übung: Roth
Rezeption antiker Literatur im lyrischen
Werk des Konstantinos Kavafis
2st., Fr 13-15, 14tägig, PT 3.3.68 Beginn:
22.10.2004
Konstantin Kavafis (1863-1933) aus Alexandria gilt als einer der bedeutendsten Dichter der modernen griechischen Literatur. Seine Gedichte sind homoerotischen, philosophischen und historischen Themen gewidmet. Ihr Ausgangspunkt ist meist eine antike Textstelle, etwa aus Homer ("Die Pferde des Achilleus", "Trojaner", "Ithaka"), Sophokles ("Das andre sag' ich denen dort in Hades' Reich"), Plutarch ("König Demetrios"), Philostrats Vita des Apollonios von Tyana ("Sollte er wirklich gestorben sein") oder den Nachrichten über Kaiser Julian ("Hast nicht erkannt"). Besonderes Interesse findet die hellenistische und spätantike Zeit mit ihren Akkultura-tionsprozessen zwischen Hellenen und anderen Völkern des Ostens, zwischen Christen, Juden und Heiden. Thematisiert werden immer wieder Künstlertum und die Theatralik öffentlicher politischer Vorgänge. – Kavafis' Stil ist durch äußerste Schlichtheit gekennzeichnet; in seiner Sprache finden sich nebeneinander Elemente des Altgriechischen mit solchen der neugriechischen Volks- und Hochsprache.
Im Kurs wird eine Auswahl von Gedichten interpretiert, auch im Hinblick auf ihre Einsatzmöglichkeit im Schulunterricht. Neugriechischkenntnisse sind wünschenswert, werden aber nicht vorausgesetzt.
Textausgabe:
Konstantin Kavafis: Das Hauptwerk. Gedichte griechisch und deutsch. Übers. und komm. v. Jörg Schäfer. Mit Bildnismünzen, ausgewählt u. komm. v. Peter Robert Franke. Heidelberg 2003 (Kalliope. Studien zur griech. u. lat. Poesie. Band 1).
Literatur:
D. Lohmann: Neugriechisch im Altgriechischunterricht: Kavafis' historische Gedichte. In: Gymnasium 109 (2002), S. 171-496.
D. Müller: Die Verwandlung antiker Motive im Werk des Konstantinos Kavafis. In: Antike und Abendland 35 (1989), S. 131-149.
[35230] Einführung
in das Studium der Klassischen Philologie Beck
2st., Di 10-12, W 115 Beginn:
19.10.2004
Diese ‑ personalbedingt nur im Wintersemester angebotene ‑ Übung ist für Studienanfänger der Fächer Latein und/oder Griechisch obligatorisch und sollte möglichst im ersten Semester besucht werden. Ihr Ziel besteht darin, die Teilnehmer mit den für ein Studium der Klassischen Philologie wesentlichen Hilfsmitteln und Disziplinen vertraut zu machen und als Vorbereitung für den Besuch von Seminaren eine erste Einführung in grundlegende Arbeitsmethoden zu geben. Berührt werden folgende Gebiete:
1.) Aufbau, Ziele und Möglichkeiten eines Studiums der lat. und/oder griech. Philologie
2.) Epochen und Gattungen der griech. und lat. Literatur
3.) Aufbau und Benutzung der Bibliothek
4.) Hilfsmittel (z.B. RE, Bibliographien, Lexika, Grammatiken, Handbuch der Altertums-wissenschaft, Textausgaben, Zeitschriften), Technik des Bibliographierens sowie Hinweise zum Aufbau einer eigenen Studienbibliothek
5.) Überlieferungs‑ und Textgeschichte, Textkritik
6.) Metrik
7.) Rhetorik
8.) Methoden der Interpretation, Hinweise zur Anfertigung einer Seminararbeit
Für den Erwerb eines benoteten Scheines wird regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit und eine mindestens ausreichende Leistung in der Abschlussklausur erwartet.
Zur Einführung und begleitenden
Lektüre empfohlen:
G. Jäger: Einführung in die Klassische Philologie, München 31990.
P. Riemer/ M. Weißenberger/ B. Zimmermann:
Einführung in das Studium der Latinistik, München 1998.
Einführung in das Studium der Gräzistik, München 2000.
Lektüre
Lektüreprüfung (Colloquium) alle
Dozenten
ca. 20 Min., n.V.
Für
die Zulassung zur Zwischenprüfung bzw. zum Hauptstudium ist nach der neuen –
wie auch schon nach der alten – Studienordnung der Nachweis der Lektüre von je
zwei Prosaautoren und zwei Dichtern vorgeschrieben.
Der Erwerb von vier Lektürescheinen kann
durch den erfolgreichen Besuch von Lektüre-kursen (regelmäßige Teilnahme,
aktive Mitarbeit, Bestehen der Abschlussklausur) oder durch individuell
vereinbarte Lektürecolloquien zu einem selbst gewählten Textcorpus von ca. 150
Seiten bzw. ca. 2000 Versen erfolgen (mündliche Übersetzung, Zusatzfragen zu
Autor und Werk).
Hierzu stehen die Lehrenden des Instituts nach vorheriger Anmeldung und Absprache jederzeit zur Verfügung.
NEU ! Übung:
Einführung in die Lektüre Homers Rechenauer
1st., Mi 12-13, PT 3.3.66
NEU ! [35207] Griechische Lektüre (Poesie): Gruber
Euripides, Herakles
2st., Fr 10-12, PT 3.3.68
[35208] Griechische Lektüre (Prosa): Blusch
Dion von Prusa
2st., Di 12-14, PT 3.3.68 Beginn:
19.10.2004
Dion von Prusa in Bithynien (genannt Chrysostomos), geb. um 40 n. Chr., gest. nach 112, kynischer Wander- und Bettelphilosoph, philanthropischer „Festredner“, Vertreter der sog. Zweiten Sophistik. Näheres zu Zeit, Leben und Werk in der einführenden ersten Sitzung.
Wir lesen Dions 7. Rede, die „Euböische“. Sie ist neben anderen eine wichtige Quelle für die Kultur-und Sozialgeschichte Griechenlands in der römischen Kaiserzeit. In ihr wendet sich Dion gegen die (insbesondere städtische) Dekadenz, mit Hochmut zur Schau gestellter Reichtum steht gegen mit Anstand gelebtes Leben in Armut, Letzteres dargestellt anhand der „idyllischen“ Lebensweise zweier euböischer Jägerfamilien.
Textausgabe:
Arnim, H.v., Dionis Prusaensis ... quae exstant omnia, Berlin 1893/96 (Neudruck 1962).
Diese Ausgabe scheint nicht mehr im Handel zu sein. Ich empfehle, den Text zu kopieren (Bibliotheks-Exemplar!), und zwar Bd. 1, S. 189 ff. (ich sage das wegen der bei von Arnim etwas irritierenden Numerierung der Reden).
Sprach- und Stilübungen
[35209] Übersetzungskurs
Deutsch-Griechisch Wolbergs
2st., Mo 14-16, PT 3.3.68 Beginn:
18.10.2004
Der Kurs ist für Kandidaten des Grund- und Hauptstudiums (ab 1. Sem.) gedacht.
Schwerpunkte:
(1) Repetitorium der griechischen Morphologie (insoweit nötig) und Syntax;
(2) Häusliche Übersetzungen, die korrigiert und besprochen werden;
(3) Klausuren.
Zur Vorbereitung empfohlen:
Sorgfältige Lektüre einiger Reden des Lysias und/oder des Demosthenes.
NEU ! [35210] Übersetzungskurs Griechisch-Deutsch (I): Gruber
2st., Do 14-16, PT 3.3.68
Die Übung dient der Vertiefung der griechischen Syntax und soll zugleich die Lektürefähigkeit fördern. Gelesen werden Texte verschiedener Autoren und Genera, die auch Latinisten ansprechen. Der Schwierigkeitsgrad wird dem Kenntnisstand von Studierenden im Grund-studium (ab 1. Sem.) angemessen sein.
Texte werden in Kopie zur
Verfügung gestellt.
[35211] Übersetzungskurs
Griechisch – Deutsch (II) Wolbergs
2st., Mi 16-18, PT 3.3.68 Beginn:
20.10.2004
Gelesen werden Texte verschiedener Autoren und Genera von mittlerem Schwierigkeitsgrad. Angesprochen sind vornehmlich Studierende, die die Zwischenprüfung absolviert haben.
Texte werden in Kopie zur Verfügung gestellt.
Sprachkurse zur Vorbereitung auf das Graecum
[35213] Griechisch II für
Philologen Blusch
6st., Beginn bereits vor der Vorlesungszeit: 4.-15.10.2004, 12s.t.-13, W
114
während des Semesters: Mo, Mi, Fr 12s.t.-13, W 115
nach Semesterende: 14.-25.2.2005, 12s.t.-13 (teilweise 2st. wegen
Probeklausuren),
Raum s. Aushang
[35214] Griechisch I für Theologen (entfällt)
[35215] = SFA-NR. 37 090 Neugriechisch für Anfänger Müller
2st., Mi 17.30-19, R 006 Beginn:
20.10.2004
Lektionen 1-8 des Lehrbuchs „Griechisch Heute 1+1“ von D. Dimitra und M. Papacheimona.
Vorkenntnisse oder Altgriechisch-Kenntnisse sind keine Voraussetzung.
[35216] = SFA-NR. 37 091 Neugriechisch für Fortgeschrittene Müller
2st., Mi 19-20.30, R 006 Beginn:
20.10.2004
Lektionen 9-12 des Lehrbuchs „Griechisch Heute 1+1“ von D. Dimitra und M. Papacheimona. Neben der Grammatik ist ein Teil der Unterrichtsstunden für Konversation reserviert.
Nach Vereinbarung wird für Fortgeschrittene mit guten Vorkenntnissen ein Kurs in Konversation und Bearbeitung von Texten angeboten.
Vorlesungen
[35220] Lateinische Vorlesung: Beck
Die römische Satire
2st., Mi 10-12, H 9 Beginn:
20.10.2004
Nicht nur aus dem heutigen (vor allem) politischen Leben ist die Satire nicht mehr wegzudenken. Schon die lateinischen Autoren der Antike hat Ärger über Missstände aller Art zu z.T. scharfem, beißendem und eben satirischem Spott gereizt. So hat etwa Seneca in seiner Satire die letzten Worte des römischen Kaisers Claudius überliefert (4,3 uae me, puto, concacaui me). Und z.B. für Juvenal ist die Erfahrung seiner Zeit sogar so arg, dass er seinen eigenen Worten nach gar nicht anders kann, als Satiren zu schreiben, selbst wenn es ihm an Begabung dazu fehlen sollte (1,30 difficile est, saturam non scribere, 1,79 si natura negat, facit indignatio uersum).
Während jedoch sonst fast alle literarischen Formen
auf griechische Vorbilder zurückzuführen sind, scheint den Römern mit der
Satire endlich einmal die eigenständige Entwicklung einer bis heute bedeutenden
Gattung gelungen (vgl. Quint. inst. 10,1,93 satura quidem tota nostra est).
Ausgehend von der Etymologie des Begriffs satura und ersten Vorstufen (‘satirische’ Elemente in griechischer Literatur; Ennius) soll in der Vorlesung ein Überblick über die verschiedenen Formen der römischen Satire und ihre Vertreter vom 2. Jh. v. bis zum 2. Jh. n. Chr. gegeben werden, und zwar sowohl über die Verssatire Lucilischer Prägung (Lucilius selbst; Horaz, Persius, Juvenal) als auch über die in Rom durch Varro eingeführte sog. menippeische Satire (Varro, Seneca ‘Apocolocyntosis’; die Bezeichnung von Petrons Roman oder der ‘Consolatio Philosophiae’ des Boethius als Satire wird ebenfalls zu besprechen sein).
Zur Einführung und begleitenden Lektüre:
J. Adamietz (Hrsg.): Die römische Satire, Darmstadt 1986.
M. Coffey: Roman Satire, London/New
York 1976.
U. Knoche: Die römische Satire, Göttingen 41982 u.ö. (= Studienhefte zur Altertumswiss. 5).
D. Korzeniewski (Hrsg.): Die römische Satire, Darmstadt 1970 (= WdF 238).
[35201] Lateinische Vorlesung: Janka
/ ENTFÄLLT
Terenz und die Tradition der antiken
Komödie
2st., Do 16-18, PT 2.0.5 Beginn:
21.10.2004
„Vom
unterhaltsamen Menander gibt es kein einziges Stück, das nicht von Erotik
handelte. Und doch sind seine Werke (Schul-)Lektüre für junge Knaben und
Mädchen!“ (fabula iucundi nulla est sine amore
Menandri, / et solet hic pueris virginibusque legi, trist. 2,369f.). Das
Paradox, das der verbannte Ovid hier für den Meister der attischen neuen
Komödie konstatiert („Jugendgefährdendes als Unterrichtsstoff!“), trifft ebenso
auf Publius Terentius Afer (um 195-160 v. Chr.) zu, den Caesar einmal als dimidiatus Menander, als „halben
Menander“, bezeichnet haben soll. Seine lateinischen Komödien im Griechengewand
(fabulae palliatae) stellen sich
thematisch in die Tradition des „bürgerlichen Lustspiels“ hellenistischer
Prägung, in dem Alltagscharaktere als unverwechselbare Typen agieren und junge
Liebespaare stets die Widerstände einer engherzigen, verkrusteten oder allzu
verwickelten Mitwelt überwinden müssen, bevor sie schließlich mit Unterstützung
Fortunas und trickreicher Helfer in den Hafen des happy end einlaufen können. Vor allem wegen ihrer sprachlichen
Eleganz und stilistischen Raffinesse, aber auch wegen der kunstvollen
Charakterzeichnung und feinfühligen Psychologie sind Terenzens Stücke rasch zur
erfolgreichen Schullektüre geworden, was sie durch die Zeiten geblieben sind.
In der Vorlesung soll das – in den
Prologen vom Autor apologetisch reflektierte – Schaffen des Terenz zunächst in
der Tradition der antiken Komödie verankert werden, deren Geschichte und
Bühnenpraxis zu rekapitulieren sein wird. Sodann will ich alle sechs Komödien
des vollständig erhaltenen Œuvres in Handlungsübersichten und
Detailinterpretationen bedeutender Einzel-szenen vorstellen. Dabei kommen
formale und dramentechnische Fragen ebenso zur Sprache wie die Figurengestaltung
und die ästhetische Dimension der Terenzischen Komik (Sprache, Metrik, Musik).
Der Blick auf verwandte griechische Stücke, aber auch auf Parallelen bei
Plautus, soll den Standort von Terenz zwischen Traditionsgebundenheit und
Eigenwert bestimmen helfen.
Dokumente für die beeindruckende Rezeption von Terenz’ Komödien in den Schulen und auf den Bühnen von der Antike bis zur Gegenwart runden das Vorlesungsprogramm ab. Alle griechischen und lateinischen Texte werden mit deutscher Übersetzung dargeboten, da diese Veranstaltung auch über den Kreis der Fachstudierenden hinaus geöffnet ist (insbes. für die Module „Allgemeine Literaturwissenschaft“ und „Gender Studien“).
Empfohlene kritische Textausgabe:
P. Terenti Afri Comoediae, edd. R. Kauer/W. M. Lindsay, Oxford 1926,
ND mit Ergänzungen von O. Skutsch, Oxford 1958 (oft nachgedruckt).
Zur Einführung und Vorlesungsbegleitung:
Peter Kruschwitz, Terenz, Hildesheim/ Zürich/New York 2004 (Olms Studienbücher Antike).
[35001] Sprachwissenschaftliche Vorlesung: Klingenschmitt
Sprachwissenschaftliche
Interpretation von
klassisch-lateinischen
Texten
1st., Di 10-11, W 116 Beginn: 19.10.2004
Die Lehrveranstaltung bietet zunächst eine kurze Darstellung der charakteristischen sprachlichen und stilistischen Merkmale klassisch-lateinischer Prosatexte. In der Folge wird eine sprach-wissenschaftliche Interpretation von Textabschnitten aus den Werken Ciceros und Cäsars vorgenommen. Besprochen werden dabei in einer sich am jeweiligen Text orientierenden Auswahl Erscheinungen aus allen Bereichen der lateinischen Sprache (Lautlehre, Flexion, Wortbildung, Syntax und Stilistik, Etymologie).
Seminare und Übungen
[35226] Lateinisches Hauptseminar (Poesie): Beck
Ovid, Heroides
2st., Mi 8.30-10, PT 1.0.1 Beginn:
20.10.2004
Dass im griechisch-antiken Mythos eine große Zahl unglücklich liebender und alleingelassener Frauen vorkommt, ist offensichtlich. Doch was sich daraus machen lässt, hat offenbar erst Ovid, der große Meister erotisch-mythologischer Dichtung erkannt: Ein neues Werk voller Briefe eben solcher verlassener Ehefrauen und Geliebten, die schriftlich auf ihre säumigen, desinteressierten, untreuen, feigen, sterbenden oder anderweitig beschäftigten Ehemänner und Freunde einzu-wirken suchen. So ist z.B. Penelope wenigstens um brieflichen Kontakt mit Odysseus irgendwo in der Fremde bemüht. Von Phaedra stammt ein schriftliches Liebesgeständnis an Hippolytus. Ariadne schreibt dem flüchtigen Theseus hinterher. Die zurückgewiesene Medea beschwert sich mit einem ärgerlichen Drohbrief, und natürlich gibt es auch einen Dido-Brief an ihren Aeneas ... Mit großem Geschick hat Ovid die scheinbar immer wieder ähnliche Grundsituation zu variieren verstanden und – stolz auf seine Neuerung (ars 3,345f. ignotum hoc aliis ... nouauit opus) – den bekannten und auch unbekannten Damen des Mythos klagende, verzweifelte, ermunternde, werbende oder ablehnende Briefe zugeschrieben.
Im Seminar sollen bevorzugt die 15 Einzelbriefe der ersten Sammlung behandelt werden. In jeder Sitzung wird jeweils ein Brief gemeinsam zu besprechen sein.
Wissenschaftliche
Textausgabe:
P. Ovidii Nasonis Epistulae Heroidum, ed. H. Dörrie, Berlin/New York 1971.
Lesetexte:
Ovid, Heroides and Amores. Hrsg. und übers. von G.
Showerman, G. P. Goold, Cambridge/London 21977 u. Nachdr. (Sammlung
Loeb).
Ovid, Liebesbriefe/Heroides - Epistulae. Lateinisch
und deutsch. Hrsg. und übers. von B. W. Häuptli, Düsseldorf/Darmstadt 1995 (Sammlung
Tusculum/WBG).
P. Ovidius Naso. Heroides, Briefe der Heroinen. Hrsg. und übers. von P. Hoffmann, Chr. Schliebitz, H. Stocker, Stuttgart 2000 (= Reclam 1359).
[35227] Lateinisches Hauptseminar (Prosa): Janka
/ ENTFÄLLT
Römische Literaturgeschichtsschreibung
2st., Do 12.30-14, W 116 Beginn:
21.10.2004
„Schanz/Hosius“, „von Albrecht“, „Herzog/Schmidt“ („HLL“) sind als Kürzel und Chiffren für die Geschichtsschreibung der römischen Literatur in unserer Zeit allen Studierenden der Latei-nischen Philologie vertraut. Doch hatten sie auch Vorläufer im alten Rom? Die Gründungsheroen einer historischen Betrachtung oder gar systematischen Aufarbeitung der lateinischen Literatur genießen wohl einen geringeren Bekanntheitsgrad als ihre modernen Nachfolger.
So bietet es sich an, im Rahmen eines Seminars den Spuren der Literaturgeschichtsschreibung einmal bis zu den Anfängen und der frühen Entwicklung nachzugehen. Nach einführenden Blicken auf lediglich fragmentarisch bezeugte Chronisten und Kritiker der römischen Literatur werden wir zunächst den „Jahrhundertgelehrten“ Marcus Terentius Varro (116-27 v. Chr.) als Begründer der Literarhistorie in Rom entdecken. In seinem – im Seminar eingehend zu behandelnden – Dialog Brutus (um 46 v. Chr.) schreibt Cicero die Geschichte der römischen Literatur als Rhetorik- und Rednergeschichte. Ob sich auch die Atticus-Vita des Cornelius Nepos (um 100-27 v. Chr.) als literarhistorischer Text lesen lässt, wie etwa Schwindt meint, wird dann zu prüfen sein. Neben (sub)gattungsgeschichtlichen Passagen bei Historikern (wie Livius) und Dichtern (wie Horaz und Ovid) und dem literatur- und kulturgeschichtlichen Exkurs des Historikers Velleius Paterculus (um 30 n. Chr.) gilt dann ein ausführlicheres Augenmerk derjenigen Geschichte der antiken Literatur, die Quintilian (um 35-95 n. Chr.) im 10. Buch seiner Rednerschule (institutio oratoria) vorgelegt hat.
Am Anfang des Semesters erhalten die Seminarteilnehmer(innen) durch problemorientierte gemeinsame Textanalyse das methodische Rüstzeug für ihre eigenständigen Forschungen. Dann sollen sie in thesenhaften Referaten ihre Auswertung des Textcorpus im Plenum zur Diskussion stellen.
Voraussetzungen für den Erwerb eines Hauptseminarscheins sind regelmäßige aktive Mitarbeit, die Gestaltung einer Teilsitzung als Referent(in) und die Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit, in der das Thesenreferat um die Interpretationsanregungen aus dem Kurs zu erweitern ist.
Zur Einführung und Seminarbegleitung:
Jürgen Paul Schwindt: Prolegomena zu einer »Phänomenologie« der römischen Literaturgeschichtsschreibung. Von den Anfängen bis Quintilian, Göttingen 2000.
[35228] Lateinisches Proseminar (Poesie): Astner
Vergil, Aeneis
2st., Di 14-16, R 008 Beginn:
19.10.2004
Die Aeneis, das römische Nationalepos, behauptet seit ihrem Entstehen einen festen und herausragenden Platz im Kanon der Weltliteratur. Obzwar das römische Epos immer wieder den homerischen Epen vergleichend und wertend an die Seite gestellt wird und das wohl auch mit Recht, denn ohne Ilias und Odyssee gäbe es keine Aeneis, hat sein Dichter Vergil dennoch ein einzigartiges Werk von Rang geschaffen, das nicht nur die römische Literatur entscheidend prägte, sondern bis heute über seine Motive und Wahrheiten wirkt. Welche Bedeutung dem Werk bereits während seiner Entstehungsphase im letzten Drittel des 1. Jh. v. Chr. beigemessen wurde, kann man an einigen Properzversen ablesen, die schon im Vorgriff die tiefere Dimension der Geschichte um den trojanischen Helden Aeneas anklingen lassen, der auf göttliches Geheiß das zerstörte Troja verlässt, um in Italien eine neue Heimat und mit dieser eine Zukunft zu finden (vgl. Prop. II 34,59ff.), und mit der Aufforderung schließen: Cedite Romani scriptores, cedite Grai!/ nescio quid maius nascitur Iliade. (Prop. II 34,65f.)
Die Aeneis führt in ihrer Gesamtkonzeption über die Figur des Aeneas symbolhaft römisches Wertedenken vor Augen: Frömmigkeit und Ehrfurcht gegenüber den Göttern, Rücksichtnahme auf das Althergebrachte und Pflichtbewusstsein im Handeln für Mitmenschen. Definiert man die von Aeneas verkörperte pietas abstrakter als Verantwortung für Vergangenheit und Zukunft, dann wird die Last, die Vergil auf Aeneas Schultern geladen hat, augenfälliger und die in Italien gefundene neue Heimat als Hoffnungsbild in der Zeit nach Beendigung des Bürgerkriegs sinnfälliger. Die Bedeutung der vergilischen ‘pius Aeneas-Gestalt’ liegt gerade in dieser Verant-wortungsbeschreibung, die heute wie damals auf eine positive Zukunft verpflichtet.
Ein Werk wie die Aeneis verlangt nach gründlicher Analyse und Interpretation. Neben Fragen der Gattung, des Werkaufbaus allgemein und der literaturgeschichtlichen Einordnung in die Zeit der Augusteischen Klassik soll vor allem die Interpretation von zentralen Textstellen im Mittelpunkt des Seminars stehen. Aber auch die Wirkungsgeschichte der Aeneis, ihrer Figuren und Ideen und die Bedeutung ihres Autors durch die Jahrhunderte hindurch bis heute soll Behandlung finden und Würdigung erfahren.
Textausgaben:
P. Vergili Maronis Opera, rec. R.A.B. Mynors. Oxford (OCT) 1969, 1972.
Zur Einführung:
Rieks, R.: Vergils Dichtung als Zeugnis und Deutung der römischen Geschichte. In: ANRW II 31.2, 1981, S.728-868.
Suerbaum, W.: Vergils »Aeneis«. Epos zwischen Geschichte und Gegenwart. Stuttgart 1999.
[35229] Lateinisches Proseminar (Prosa): Wacht
Cicero, De officiis
2st., Di 8.30-10, W 116 Beginn:
19.10.2004
Das dem Sohn Marcus gewidmete ethische Hauptwerk Ciceros, zugleich seine letzte philosophische Schrift, diskutiert die Frage nach dem Verhältnis von honestum und utile. Das Seminar wird sich hauptsächlich auf das 1. Buch konzentrieren, das die vier Kardinaltugenden und ihre Herleitung aus der menschlichen Natur zum Gegenstand hat. Ciceros Darstellung ist den Stoikern, hier vor allem Panaitios, verpflichtet, so dass auch grundlegende Probleme der stoischen Ethik zur Sprache kommen.
Text und Kommentar:
M. Tulli Ciceronis de officiis, rec. M. Winterbottom, Oxford (OCT) 1994.
M. Tulli Ciceronis de officiis, rec. C. Atzert, Leipzig (BT) 1963.
H.A. Holden, M. Tulli Ciceronis de officiis libri tres, with introd., analysis and commentary, Cambridge 1899 (Nachdr. 1966).
Zur vorbereitenden Lektüre empfohlen:
G.
Gawlick - W. Görler, Cicero, in: H. Flashar
(Hrsg.), Die hellenistische Philosophie: Die Philosophie der Antike Bd. 4,
Zweiter Halbband (= Grundriss der Geschichte der Philosophie, begr. v. Fr.
Ueberweg, Basel 1994).
W. Heilmann, Ethische Reflexion und römische
Lebenswirklichkeit in Ciceros Schrift de officiis (= Palingenesia 17, Wiesbaden
1982).
M. Pohlenz, Antikes Führertum. Cicero de officiis
und das Lebensideal des Panaitios, Leipzig 1934 (Nachdr. 1967).
[35015] Sprachwissenschaftliches Proseminar: Schaffner
Das lateinische Verbalsystem
2st., Mi 12-14, W 116 Beginn:
20.10.2004
Das Seminar ist als Fortsetzung und Ergänzung der im Wintersemester 2003/04 abgehaltenen Lehrveranstaltung „Einführung in die lateinische Sprachwissenschaft“ konzipiert. In dieser Veranstaltung soll ein systematischer Überblick über den Aufbau und die Organisation des lateinischen Verbalsystems und die Syntax des lateinischen Verbums geboten werden. Zunächst soll die Flexion des lateinischen Verbums auch unter sprachhistorischen Gesichtspunkten besprochen werden, wobei hier folgende Themenkomplexe zu behandeln sind: der Aufbau des Paradigmas (die paradigmatischen Kategorien, Einteilung der lateinischen Konjugationen, Reliktkategorien im Altlatein); die Bildung der Präsensstämme; Tempora und Modi des Präsensstamms; der Perfektstamm (Flexionsklassen des Perfektstammes, Tempora und Modi des Perfektstammes); die Endungen; unregelmäßige Paradigmen; infinite Verbalformen. Im Folgenden steht dann die Syntax des lateinischen Verbums im Mittelpunkt (Verwendung der Tempora und Modi etc.). Dabei sollen die syntaktischen Verwendungsweisen des lateinischen Verbums auch durch Textbeispiele aus allen Perioden der lateinischen Sprachgeschichte illustriert werden.
Interessenten mögen sich in die Anfang Oktober 2004 aushängende Teilnehmerliste (PT 3.3.83) eintragen. Texte und Übungsblätter werden in Form von Kopien zur Verfügung gestellt. Voraussetzungen für den Erwerb eines Seminarscheins sind regelmäßige Teilnahme, Bearbeitung von schriftlichen Hausaufgaben sowie eine erfolgreich bestandene Klausur am Ende des Semesters.
Zur Einführung:
Manu Leumann, Lateinische Laut- und Formenlehre, München 1977, 506ff.
Gerhard Meiser, Historische Laut- und Formenlehre der lateinischen Sprache, Darmstadt 1998, 178ff.
[35230] Einführung
in das Studium der Klassischen Philologie Beck
2st., Di 10-12, W 115 Beginn:
19.10.2004
Diese ‑ personalbedingt nur im Wintersemester angebotene ‑ Übung ist für Studienanfänger der Fächer Latein und/oder Griechisch obligatorisch und sollte möglichst im ersten Semester besucht werden. Ihr Ziel besteht darin, die Teilnehmer mit den für ein Studium der Klassischen Philologie wesentlichen Hilfsmitteln und Disziplinen vertraut zu machen und als Vorbereitung für den Besuch von Seminaren eine erste Einführung in grundlegende Arbeitsmethoden zu geben. Berührt werden folgende Gebiete:
1.) Aufbau, Ziele und Möglichkeiten eines Studiums der lat. und/oder griech. Philologie
2.) Epochen und Gattungen der griech. und lat. Literatur
3.) Aufbau und Benutzung der Bibliothek
4.) Hilfsmittel (z.B. RE, Bibliographien, Lexika, Grammatiken, Handbuch der Altertums-wissenschaft, Textausgaben, Zeitschriften), Technik des Bibliographierens sowie Hinweise zum Aufbau einer eigenen Studienbibliothek
5.) Überlieferungs‑ und Textgeschichte, Textkritik
6.) Metrik
7.) Rhetorik
8.) Methoden der Interpretation, Hinweise zur Anfertigung einer Seminararbeit
Für den Erwerb eines benoteten Scheines wird regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit und eine mindestens ausreichende Leistung in der Abschlussklausur erwartet.
Zur Einführung und begleitenden
Lektüre empfohlen:
G. Jäger: Einführung in die Klassische Philologie, München 31990.
P. Riemer/ M. Weißenberger/ B. Zimmermann:
Einführung in das Studium der Latinistik, München 1998.
Einführung in das Studium der Gräzistik, München 2000.
Lektüre
Lektüreprüfung (Colloquium) alle
Dozenten
ca. 20 Min., n.V.
Für
die Zulassung zur Zwischenprüfung bzw. zum Hauptstudium ist nach der neuen –
wie auch schon nach der alten – Studienordnung der Nachweis der Lektüre von je
zwei Prosaautoren und zwei Dichtern vorgeschrieben.
Der Erwerb von vier Lektürescheinen kann
durch den erfolgreichen Besuch von Lektüre-kursen (regelmäßige Teilnahme,
aktive Mitarbeit, Bestehen der Abschlussklausur) oder durch individuell
vereinbarte Lektürecolloquien zu einem selbst gewählten Textcorpus von ca. 150
Seiten bzw. ca. 2000 Versen erfolgen (mündliche Übersetzung, Zusatzfragen zu
Autor und Werk).
Hierzu stehen die Lehrenden des Instituts nach vorheriger Anmeldung und Absprache jederzeit zur Verfügung.
[35231] Lateinische
Lektüre (Poesie): Janka
/ ENTFÄLLT
Terenz
2st., Fr 10-12, W 116 Beginn:
22.10.2004
Ideal wäre es, diesen Kurs als Möglichkeit zu nutzen, das in der Vorlesung erworbene Überblicks-wissen durch praktische Übersetzungsübungen in konkrete Lektüreerfahrungen einzubringen und somit abzusichern. Selbstverständlich kann der Lektürekurs auch unabhängig von der Vorlesung mit Gewinn besucht werden. Voraussetzung dafür ist aber in jedem Fall die Bereitschaft, die sich kontinuierlich steigernden Textpensen sorgfältig vorzubereiten und den gelesenen und ver-standenen Text in mehrmaliger eigenständiger Lektüre zu repetieren. Auf diese Weise schleifen sich die in der Übung thematisierten Besonderheiten der Terenzischen Sprache und des eigentümlichen Stils der römischen Komödie am besten ein.
Bei entsprechender Motivation der Teilnehmenden können im Kurs zwei Komödien des Terenz – im Wechsel von skrupulöser und kursorischer Lektüre – bewältigt werden. Die Klärung sprach-licher und inhaltlicher Fragen und Probleme soll durch arbeitsteilige Vor- und Nachbereitung erleichtert werden. Zunächst lesen wir den Eunuchus von 161 v. Chr., das an Typenwitz und Situationskomik reichste und schon bei den Zeitgenossen beliebteste Stück des Terenz. Bei der Auswahl der zweiten zu behandelnden Komödie wird das Votum der Teilnehmenden berücksichtigt.
Der Lektürekurs ist für alle Semester geöffnet und eignet sich gut als Lektürekomponente für Studienanfänger(innen).
Empfohlene kritische Textausgabe:
P. Terenti Afri Comoediae, edd. R. Kauer/W. M. Lindsay, Oxford 1926,
ND mit Ergänzungen von O. Skutsch, Oxford 1958 (oft nachgedruckt).
Zur Einführung:
Peter Kruschwitz, Terenz, Hildesheim/Zürich/New York 2004 (Olms Studienbücher Antike).
[35232] Lateinische Lektüre (Prosa): Beck
Tacitus, Annalen
2st., Mo 18-20, PT 1.0.1 Beginn:
18.10.2004
Die 15 Jahre der Schreckensherrschaft eines Domitian haben auf Tacitus einen prägenden Einfluss ausgeübt – eine Zeit erzwungenen Schweigens, an die er die Erinnerung ebenso wie an die glückliche Trajanische Gegenwart bewahren wollte (Agr. 3,3 Memoria prioris servitutis ac testimonum praesentium bonorum). Doch nur den ersten Teil seines im ‘Agricola’-Proömium angekündigten literarischen Planes hat Tacitus auch tatsächlich erfüllt. Sein erstes großes Geschichtswerk, die ‘Historien’, gelten sogar der gesamten Flavischen Dynastie, so dass dem Leser der Aufstieg Domitians von Anfang an vor Augen geführt wird. Statt im Anschluss nun auch über Trajan und den einst so gepriesenen Neuanfang zu berichten, hat Tacitus seit etwa dem zweiten Jahrzehnt des zweiten Jahrhunderts n. Chr. noch weiter zurückgegriffen und mit den ‘Annalen’ gleichsam die Vorgeschichte seiner ‘Historien’ erarbeitet: Ab excessu divi Augusti beschreiben sie in ursprünglich vielleicht 18 Büchern das julisch-claudische Kaiserhaus und sind für uns neben den Biographien Suetons zur wichtigsten historischen Quelle geworden. Erhalten sind jedoch mit Lücken leider nur die ersten sechs Bücher, eventuell eine erste Hexade über die Zeit des Tiberius (14 – 37 n. Chr.) und Reste einer möglichen zweiten und dritten Hexade über die Regierungen des Claudius und Nero (B. 11 – 16; 47 – 66 n. Chr.).
Vor allem letztere Bücher, die in der Pisonischen Verschwörung und dem Tod des Seneca, Lucan und Petron gipfeln, werden den Schwerpunkt der gemeinsamen Lektüre bilden.
Ausgabe und Kommentar:
P. Cornelius Tacitus, Annales, ed. H. Heubner, Stuttgart 21994.
Cornelius Tacitus, Annalen, erläutert und mit einer
Einleitung versehen von E. Koestermann,
4 Bde., Heidelberg 1963 – 1968.
[35233] Lateinische
Lektüre (Poesie): Wacht
Lukrez
2st., Mo 10-12, W 116 Beginn:
18.10.2004
Hauptanliegen des spätrepublikanischen Autors Lukrez ist es, seine römischen Zeitgenossen von der bedrückenden Furcht vor den Göttern und der Angst vor dem Tod zu befreien. In dieser Absicht wird er in seinem Lehrgedicht ‚de rerum natura’ zum engagierten Verkünder des Atomismus Epikurs. Geplant ist die Lektüre ausgewählter Passagen des Werkes: zunächst einzelne Proömien, Glanzstücke nicht nur des Werkes selbst, sondern der römischen Literatur insgesamt, ferner u.a. Auszüge aus dem 3. Buch (Todesfurcht), der zweiten Hälfte des 5. Buches (Kulturentstehungslehre).
Der Kurs soll Anfängern und Fortgeschrittenen die
Möglichkeit bieten, ihre Fähigkeit zum Übersetzen poetischer Texte zu
trainieren. Anfallende Fragen der Interpretation werden dabei natürlich, soweit
in diesem Rahmen möglich, besprochen.
Text:
T. Lucreti Cari de rerum natura libri sex,
ed. C.B. Bailey, Oxford
(OCT) 1922.
Kommentar:
T. Lucreti Cari de rerum natura libri sex,
ed. with proleg., app. crit., transl. and comm. C.B. Bailey, Oxford 1947; 1966.
Sprach- und Stilübungen
[35240] Klausurenkurs
für Examenskandidaten Wacht
2st., Do 8.30-10, W 116 Beginn:
21.10.2004
Diese Übung ist ausschließlich für Examenskandidaten gedacht und soll die eigene häusliche Vorbereitung auf die beiden Übersetzungsklausuren begleitend unterstützen. Jeweils im Wechsel werden dt.-lat. und lat.-dt. Klausuren auf Examensniveau geschrieben und besprochen.
Als reguläre Teilnehmer mit Korrekturanspruch zugelassen sind Studierende, die mindestens einen Sprachübungsschein der Oberstufe erworben haben und sich bereits für das Examen angemeldet haben oder sich im WS 2004/05 anmelden werden.
[35241] Übersetzungskurs
Latein-Deutsch (Oberstufe) Blusch
2st., Do 14-16, R 005 Beginn:
20.10.2004
Die Übung ist zur Vorbereitung auf die Examensklausur und die mündliche Examensprüfung gedacht. Texte verschiedener Gattungen und Epochen werden teils nach häuslicher Vorbereitung, teils als mündliche ad-hoc-Übersetzungen oder auch in Form von Übungsklausuren bearbeitet. Anfallende Fragen grammatischer und, soweit in diesem Rahmen möglich, auch inhaltlicher Art werden behandelt.
Texte werden im Laufe des
Semesters nach und nach in kopierter Form zur Verfügung gestellt.
[35242] Übersetzungskurs
Deutsch-Latein (Oberstufe) Wacht
2st., Mo 8.30-10, W 116 Beginn:
18.10.2004
Diese Übung dient gezielt der Vorbereitung auf das dt.-lat. Staatsexamen. Als Hausaufgaben, Klausuren und in gemeinsamer Arbeit in den Sitzungen selbst werden Paraphrasen von Originaltexten aus dem Bereich Kriegswesen, Geschichtsschreibung, Philosophie ins Lateinische zu übersetzen sein. Grammatische Phänomene (vor allem Syntax) und schwierigere Konstruktionen werden wiederholt bzw. besprochen und eingeübt. Die Konzentration auf eine bestimmte Thematik soll zur Erarbeitung einer themenbezogenen Phraseologie anleiten. (Ein weiterer Oberkurs wird im nächsten Semester die Themenbereiche Rhetorik, Staatswesen, Recht, Wissenschaft abdecken.)
Teilnahmevoraussetzung:
Erfolgreicher Besuch der dt.-lat. Sprachübungen Mittelstufe.
[35243] Übersetzungskurs Latein-Deutsch
(Mittelstufe) Blusch
2st., Do 12-14, R 005 Beginn:
21.10.2004
Diese Übung stellt in erster Linie eine zusätzliche Möglichkeit der Vorbereitung auf die lateinisch-deutsche Übersetzungsscheinklausur (Zwischenprüfung) dar; die eigenverantwortliche Vorbereitung auf diese Prüfung (nämlich möglichst intensive Lektüre im angegebenen Textcorpus) kann der Kurs aber keinesfalls ersetzen.
Doch werden wir anhand von Texten, die aus dem relevanten Corpus stammen, Übersetzungs-techniken üben und unsere Kenntnisse auf jenen Gebieten festigen, die im Fragenteil der o.g. Klausur im Mittelpunkt stehen: Metrik, sprachliche und stilistische Merkmale, Editionstechnik und Textkritik.
Neben der mündlichen Diskussion, in der wir regelmäßig Übersetzungsmöglichkeiten erarbeiten und dabei auftretende Fragen klären wollen, soll es auch Gelegenheit zu Übungsklausuren geben, in denen sich die Teilnehmer testen können.
[35244] Übersetzungskurs
Deutsch-Latein (Mittelstufe) Blusch
2st., Mi 14-16, R 008 Beginn:
20.10.2004
Diese Übung baut auf den deutsch-lateinischen Unterkursen auf. Im
Plenum werden mittel-schwere zusammenhängende Texte ins Lateinische übersetzt.
Neben den Problemen der Syntax, die zu besprechen sein werden, sollen - auch
anhand exemplarischer Einzelsätze - zum einen die Kenntnis der lateinischen
Phraseologie und Synonymik gefestigt, zum anderen Grundfragen der lateinischen
Stilistik behandelt werden; den Schwerpunkt hierbei wird der im Deutschen und
Lateinischen unterschiedliche Gebrauch der Wortarten und der syntaktischen
Strukturen bilden.
[35245] Übersetzungskurs
Latein-Deutsch (Unterstufe) Astner
2st., Mo 8.30-10, ZH 1 Beginn:
18.10.2004
Diese Übersetzungsübung ist speziell für Studienanfänger gedacht und sollte möglichst im ersten Semester besucht werden. Besprochen werden die wichtigsten Erscheinungen der lateinischen Syntax sowohl anhand von Einzelsätzen als auch vertiefend durch die gemeinsame Lektüre ausgewählter Partien aus dem Werk Ciceros. Die Auffrischung der Formen- und Kasuslehre wird die sprachpraktischen Übungen jeweils begleiten und ergänzen. Zwei Klausuren in der Mitte und zum Ende des Semesters helfen den persönlichen Leistungsstand zu ermitteln und sind auch Grundlage zum Erwerb des Leistungsnachweises (‘Schein’).
Zugrundegelegt und daher zur Anschaffung empfohlen wird die Lateinische Grammatik von H. Rubenbauer und J.B. Hofmann, neubearbeitet von R. Heine, Bamberg/München 121995. Die Unterrichtsmaterialien werden jeweils in den einzelnen Sitzungen verteilt.
[35246] Übersetzungskurs
Deutsch-Latein (Unterstufe) Blusch
2st., Mo 14-16, W 115 Beginn:
18.10.2004
Diese Übung ist vor allem für Studienanfänger gedacht. Thematisiert werden Formen- und Kasuslehre (dazu: Phraseologie zur Kasuslehre, zusammengestellt von A. Astner; im Sekretariat käuflich zu erwerben) sowie Basis-Syntax. Geübt wird anhand eher einfacher zusammen-hängender Texte, was den gelegentlichen Einsatz von Einzelsätzen zu bestimmten Schwer-punkten natürlich nicht ausschließt. Die Übungsmaterialien werden im Laufe des Semesters nach und nach in kopierter Form zur Verfügung gestellt.
Der Übung zu Grunde gelegt (und daher unbedingt anzuschaffen): H. Rubenbauer und J.B. Hofmann, Lateinische Grammatik, neu bearbeitet von R. Heine, Bamberg/ München 121995.
Fachdidaktische Veranstaltung
[35247] Theorie
und Praxis des Lateinunterrichts Utz
in der Lektürephase
2st., Di 16s.t.-19, 14tägig, W 116 Beginn:
19.10.2004
Nach der üblichen grundsätzlichen Einführung geht es auf didaktischer Ebene v.a. um die Auswahl von Texten und Autoren, um Möglichkeiten, Ansätze und Beispiele für Texterschließung und Interpretation sowie um die lektürebegleitende Spracharbeit. In methodischer Hinsicht sollen verschiedene Möglichkeiten der Stunden- und Sequenzgestaltung vorgestellt und exemplifiziert werden. Ein detaillierter Arbeitsplan wird in der ersten Sitzung vorgelegt.
Sprachkurse zur Vorbereitung auf das Latinum
Erstes allgemeines Treffen zur Einteilung
der Kurse: Mo, 18.10.2004, 12.00 s.t.-13.00, Vorklinikum H 37
[35250] Latein
I (Parallelkurs A) Wolbergs
6st., Mo-Fr 12s.t.-13, Biologie H 42 Beginn:
18.10.2004
[35251] Latein
I (Parallelkurs B) Wacht
6st., Mo-Fr 12s.t.-13, Physik H 33 Beginn:
18.10.2004
[35252] Latein
I (Parallelkurs C) Hagmaier
6st., Mo-Fr 12s.t.-13, H 7 Beginn:
18.10.2004
Erste gemeinsame Sitzung am 18.10.2004,
12s.t.-13, Biologie/Vorklinikum H 37!