Antikensammlung der Universität Erlangen

 

Dr. Boss vor dem Modell des Forums zur Zeit Caesars

Unter der sachkundigen Erläuterung durch den Kustos der Antikensammlung des Instituts für Klassische Archäologie der Universität Erlangen, Akad. Oberrat Dr. Martin Boss, begutachten die Exkursionsteilnehmer die verschiedenen Exponate der Sammlung. 

 

Dr. Boss erläutert die Entwicklung des Forum Romanum von der Frühgeschichte bis in die Augusteische Zeit.

Dr. Boss vor dem Modell des Forums zur Zeit Caesars

 

Umbauten am Forum

Die baulichen Veränderungen am Forum können mittels Austausch bzw. Verschieben der handgefertigten Holzmodelle demonstriert werden.

 

Gegenüber dem Forum aus der Zeit Caesars (Modell vorne) ließ Augustus im Dienste seines politischen Programmes zahlreiche Bauwerke verändern bzw. neu errichten, so dass sich Rom seiner Ansicht nach unter seiner Herrschaft von einer Stadt aus Ziegeln in eine Stadt aus Marmor verwandelte. Dabei wies Dr. Boss darauf hin, dass die revolutionären baulichen Veränderungen stets unter formaler Wahrung sakraler Vorschriften stattgefunden hätten. Dies habe dem Tenor der Regierungspropaganda entsprochen, wonach Augustus die alte res publica wiederhergestellt habe. 

Blick über die Sammlung

 

Forum zur Zeit des Augustus

Detailansicht des Holzmodells vom augusteischen Forum, in der Mitte Blick auf die rostra.

 

Das Forum in Augusteischer Zeit mit Blickrichtung zum Kapitol. 

Blick über das Forum

 

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Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

 

Germanisches Nationalmuseum - Anlage

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, das größte kulturhistorische Museum Deutschlands, wurde im Jahre 1852 gegründet und mit verschiedenen Erweiterungsbauten um das ehemalige Kartäuserkloster herum gruppiert. Das Museum verfügt über Sammlungen aus dem gesamten deutschen Sprachgebiet.

 

Der Kreuzgang des früheren Klosters dient als Verbindungsgang zwischen den Teilkomplexen des Museums.

Kartäuserkloster - Kreuzgang

 

Führung

Die Führung durch das Museum verlief zweigeteilt. In einem Rundgang durch verschiedene Abteilungen wurde eine Auswahl von römischen und antik beeinflussten Objekten unterschiedlicher Epochen vorgestellt. Daraufhin betrachtete man die Sonderausstellung "Heilige und Hasen" zum Thema "Bücherschätze der Dürerzeit" in der zahlreiche lateinische Drucke aus der Zeit um 1500 wie in einer Schatzkammer präsentiert werden.

 

                                           Glasgefäße aus römischer Zeit.

Glas aus römischer Zeit

 

Römerhelm von Theilenhofen

Der Römerhelm von Theilenhofen.

 

In der Zeit des Humanismus war antike Motivik sogar auf Kachelöfen zu finden.

Kachelofen mit römischen Motiven

 

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Stadtrundgang durch die Altstadt von Nürnberg

 

Stadtrundgang - Start

Nach der Mittagspause versammelten sich die Teilnehmer der Exkursion bei strahlendem Sonnenschein zu einem Stadtrundgang durch Nürnberg.

 

Der sehr ortskundige und kompetente Stadtführer OStD a. D. Hartmut Fritz, der ehemalige Schulleiter des Melanchthon-Gymnasiums in Nürnberg, erläuterte vor allem die zahlreichen Zeugnisse des Humanismus in der ehemaligen Freien Reichsstadt Nürnberg.

OStD a. D. Hartmut Fritz

 

Die neuen Kopfhörer

Bei der Stadtführung bewährte sich zum ersten Mal das neu angeschaffte Funkkopfhörersystem.

 

Erste Station war die Klosterkirche des ehemaligen Klarissenklosters. Die dort befindlichen Nonnen um die hochgebildete Äbtissin Caritas Pirckheimer, die Schwester des berühmten Humanisten Willibald Pirckheimer, widersetzten sich dem Druck des Rates der Stadt Nürnberg, die Reformation zu übernehmen.

Caritas-Pirckheimer-Haus, St. Klara

 

Lorenzkirche

Die Kirche St. Lorenz, die bedeutendste Kirche im Stadtteil südlich der Pegnitz, blieb in ihrer Gestalt von den Auswirkungen der Reformation weitgehend verschont. Zahlreiche Heiligenfiguren blieben unangetastet, ebenso die beiden berühmtesten Kunstwerke des Gotteshauses: das von Adam Kraft gebaute Sakramentshäuschen und der von Veit Stoß geschaffene Engelsgruß im Rosenkranz.

 

Neben dem Hauptportal findet sich auf einem kleinen Brunnen die Darstellung eines Jungen, der beim Schussern betrogen haben soll und aufgrund eines falschen Eides vom Teufel geholt wird. Dabei verliert er sein Schulbuch und seine Schiefertafel.

Teufel mit Schusserbub

 

Gruppenfoto auf dem Vorplatz der Lorenzkirche

Gruppenfoto vor dem Brunnen auf dem Vorplatz der Lorenzkirche. Im Hintergrund die Nürnberger Kaiserburg.

 

Einige Häuser haben die schweren Kriegszerstörungen unbeschadet überstanden, hier typische Fachwerkhäuser in der Adlerstraße.

Adlerstraße mit traditionellen Häusern

 

Chörlein in der Adlerstraße

Eine charakteristische Besonderheit sind die sogenannten "Chörlein", die Ausblick auf die Straßen boten. Bemerkenswert: Sie wurden nie genau über den Eingängen erbaut.

 

Blick vom Hochufer der Pegnitz zur Kirche St. Sebald, im Hintergrund die Kaiserburg Nürnberg.

Burgpanorama (1)

 

Burgpanorama (2)

Auch die Burg wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und in historischen Formen wieder aufgebaut.

 

Allenthalben finden sich Zeugnisse der humanistischen Latinität, hier eine Inschrift auf der Karlsbrücke, benannt nach Kaiser Karl VI. Diese wurde 1728 erbaut, wie die Zahl MCCCCCCLLXVVVIII verrät, die sich in der Inschrift auf dem Barockobelisken auf der Brücke verbirgt.

Inschrift am Obelisken an der Karlsbrücke

 

Durchblick zum Hauptmarkt

Die Frauenkirche am Hauptmarkt ist bekannt durch die Auftritte des Christkindes.

 

Mittelalterliche Brücken prägen das Erscheinungsbild des Flusses Pegnitz.

Pegnitz mit Brücke

 

Aufmerksame Zuhörer

Aufmerksam lauschen die Teilnehmer den Ausführungen des Stadtführers.

 

Links vom Durchgang zur Burg befindet sich die Sebalduskirche, rechts das Rathaus, im Vordergrund der Hauptmarkt mit dem spätmittelalterlichen Schönen Brunnen.

Blick zur Burg

 

Ochse an der Fleischbrücke mit Inschrift

Eine lateinische Inschrift befindet sich unter einem steinernen Ochsen an der Fleischbrücke, der seit 1599 an seinem Platz steht. Das Distichon lautet:

OMNIA HABENT ORTVS SVAQVE INCREMENTA SED ECCE 

QVEM CERNIS NVNQVAM BOS FVIT HIC VITVLVS.

 

 

Der Schöne Brunnen am Hauptmarkt wurde 1385-1396 von Heinrich Beheim erbaut. Er besitzt die Form einer gotischen Kirchturmspitze und ist 19 Meter hoch.

Schöner Brunnen

 

Hauptmarkt mit Frauenkirche

Bei sommerlichen Temperaturen spazieren die Teilnehmer über den Hauptmarkt.

 

Neben der Lorenzkirche ist St. Sebald die zweite große gotische Stadtkirche. In ihrem Baustil unterscheidet sie sich im Detail von der ca. 100 Jahre jüngeren Lorenzkirche.

Sebalduskirche mit Westchor

 

Hartmut Fritz in der Sebalduskirche

Auch hier konnte OStD Fritz interessante Informationen beitragen.

 

Auch St. Sebald wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört.

Ostchor der Sebalduskirche von außen

 

Melanchthon-Gymnasium von vorne

Die letzte Station war das traditionsreiche Melanchthon-Gymnasium auf dem Egidienplatz.

 

Vor dem Schulgebäude befindet sich das Denkmal des Humanisten und praeceptor Germaniae Philipp Schwartzerdt, dessen gräzisierten Namen Melanchthon die Schule seit 1933 trägt.

Melanchthon-Denkmal vor dem Eingang des Melanchthon-Gymnasiums

 

Herrn PD Dr. Stefan Freund, der zu Beginn des Wintersemesters 2008/09 eine Professur an der Universität Wuppertal antritt, gebührt Dank für seinen Beitrag zu Planung und Durchführung der Exkursion.

 

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Fotos: Bernhard Paul 2008